Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Das Telefunken Aufsteiger M925 ist ein E-Bike mit einem starken 80-Nm-Mittelmotor für knapp 1100 Euro. Das kann ja nichts sein, oder? Wir verraten im Test, was das E-Mountainbike taugt.
Wenn ein E-Mountainbike mit Mittelmotor zu einem Preis von kaum mehr als 1000 Euro angeboten wird, sind die Erwartungen nicht unbedingt groß. Erstaunlicherweise zeigt sich im Test des Telefunken Aufsteiger M925 schnell, dass auch so ein günstiges E-Bike durchaus seine Reize hat. Das Rad ist ein Hardtail-E-Mountainbike mit einem leistungsstarken 250-Watt-Mittelmotor und einer 8-Gang-Kettenschaltung. Aktuell wird das Telefunken Aufsteiger M925 in zwei Farbmodellen angeboten: In Graphit/Grau und in Blau. Zudem ist das Bike in 27,5 Zoll und 29 Zoll verfügbar. Das klingt alles klasse, doch was ist mit den anderen Komponenten wie Bremsen, Sattel und Federgabel?
So viel sei vorweggenommen: Im Test gefallen uns neben dem starken 250-W-Mittelmotor mit 80 Nm besonders die hydraulischen Scheibenbremsen. Hinzu kommt die Bereifung vom Markenhersteller. Dass das alles zu einem Preis von nur 1099 Euro (zum Testzeitpunkt) zu haben ist, ist kaum zu glauben – irgendwo muss doch ein Haken sein?
Im Test muss das Telefunken Aufsteiger M925 beweisen, ob es trotz des günstigen Preises wirklich zu den „Aufsteigern“ gehört.
Der Aufbau des Telefunken Aufsteiger M925 ist einfach, da das Fahrrad bei Lieferung bereits zum Großteil montiert ist. Also einfach das Bike aus dem Karton nehmen, Lenker gerade stellen und die Pedalen anbauen. Wir empfehlen trotz der vollständigen Montage die Schrauben vor der ersten Fahrt noch mal nachzuziehen. Im Lieferumfang sind hierfür keine Werkzeuge enthalten. Für diejenigen, die kein Werkzeug zu Hause haben, empfehlen wir ein spezialisiertes Fahrrad-Multitool und einen Blick in unseren Ratgeber Das beste E-Bike-Zubehör: Smartes Schloss, Dashcam, Multitool, Licht & Co.
Optisch sieht das Telefunken Aufsteiger M925 durch den sportlich-modernen Trapezrahmen und der mattblauen Lackierung hochwertig aus. Ein kleiner, dezenter Schriftzug des Herstellers ziert den eher filigranen Rahmen. Durch das clevere Design wird der Akku Bestandteil des Rahmens, was das Bike zusätzlich eleganter aussehen lässt.
Das Fahrrad hat in der Ausführung von 27,5 Zoll eine Gesamtgröße von 179 cm x 68 cm x 109 cm (L x B x H) und ein Gewicht von 24 kg. Positiv fällt uns das Kabelmanagement am Lenker auf. Hier sind die Kabel durch Spiralschläuche miteinander verbunden, was den Lenker cleaner aussehen lässt. Die Schweißnähte sind leider nicht alle sauber verarbeitet. Sie erfüllen ihren Zweck, sind aber nicht immer schön anzusehen. Viele Komponenten, etwa Bremsen und Schaltung, sind von Hersteller Shimano, liegen aber im unteren Preissektor. Die Pedalen bestehen aus Metall und wirken stabil. Zudem haben sie die für den deutschen Straßenverkehr benötigten gelben Reflektoren.
Der Lenker ist 68 cm breit, das entspricht der Standardgröße bei Mountainbikes. Durch die gute ergonomische Form hat man eine bequeme Sitzhaltung beim Fahren. Der Lenker hat eine angenehme Höhe und lässt sich durch das Umsetzen der Spacer (Abstandsringe zur Einstellung der Lenkerhöhe) noch ein wenig in der Höhe verstellen. Die Griffe sind Standard, fühlen sich aber angenehm an. Es gibt keinen Gasgriff – der wäre in Deutschland auch nicht erlaubt. Wer Wert auf eine Klingel legt, muss sie dazu kaufen. Wir haben uns für dieses kleine und unauffällige Modell entschieden, um das Bike straßentauglich zu bekommen.
Das monochrome LC-Display stellt die wichtigsten Punkte gut und übersichtlich dar. In der Hauptanzeige sieht man Geschwindigkeit, gefahrenen Kilometer und Unterstützungsstufe. Für weitere Infos müssen Fahrer die Menütaste wiederholt drücken. Hier zeigen sich dann Tageskilometerzähler, Gesamtkilometerzähler, Fahrdauer, maximale Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Am Display ist auch das Bedienelement zum Ein- und Ausschalten des E-Bikes integriert. Außerdem reguliert man dort die Unterstützungsstufe über die Tasten „+“ und „-“.
Durch längeres Halten der Plustaste öffnet sich ein Zusatzmenü. Hier wird ein Hersteller Code benötigt. Dieser ist recht schnell im Internet zu finden. Damit ist es in diesem Menü möglich, Display-Helligkeit, Sprache sowie Einheiten einzustellen. Allerdings lässt sich hier auch die maximale Geschwindigkeit auf 99 Km/h ändern, dabei bedarf es aber noch eines zusätzlichen Sensors (MBIQ-S Ebike Tuning für Ananda Mittelmotoren für schlappe 135 Euro), der eingebaut werden muss. Eine deutlich höhere Geschwindigkeit als 25km/h plus Toleranz ist für E-Bikes in Deutschland allerdings illegal. Die Freischaltung bleibt einfach, ist aber unserer Meinung nach insgesamt umständlich genug, damit das Bike ohne die Anhebung legal bleibt.
Die Sattelhöhe lässt sich zwischen 61 cm und 82 cm beliebig anpassen, sodass es sich auch große Menschen auf dem Bike bequem machen können. Gemessen wurde von der Mitte des Tretlagers bis zur Sitzpolsteroberfläche. Das Telefunken Aufsteiger M925 bietet mit seinem modernen sportlichen Trapezrahmen komfortablen Fahrspaß. Der Sattel hat beim Komfort allerdings noch Luft nach oben. Sättel sollten aber ohnehin individuell auf den Fahrer abgestimmt sein. Unterschiedlichste Exemplare von sportlich bis bequem gibt es hier.
Der Ananda-Mittelmotor hat eine Dauerleistung von 250 Watt und ein Drehmoment von 80 Nm. Hierbei ist er verhältnismäßig leise. Durch die starken 80 Nm beschleunigt das E-Bike kräftig – egal, ob beim Anfahren oder Durchbeschleunigen. Über das Bedienelement am Lenker kann der Fahrer zwischen fünf Unterstützungsstufen wählen. Mit ein wenig Übung bei der Einstellung der Unterstützungsstufen bekommt man ein angenehmes Fahrgefühl. Es ist möglich, auf höchster Stufe die Geschwindigkeit konstant zu halten. Sollte aber die Geschwindigkeit rasch abnehmen und dann wieder aufgenommen werden, sorgt der Motor mit seinen 80 Nm schnell für das erneute Erreichen der Höchstgeschwindigkeit. Wenn die 25 km/h erreicht sind, schaltet der Motor ab und es wird mit Muskelkraft weiter getreten. Beim Messen der Geschwindigkeit während des Fahrens per GPS wurden die 25 km/h nicht nennenswert überschritten. Insgesamt hinterlässt der Motor einen sehr guten Eindruck.
Die Federgabel hat laut Hersteller einen Federweg von 100 mm. Sie kann mit wenigen Handgriffen noch geringfügig an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Hierfür einfach den Hebel an der Federgabel nutzen und somit die Zugstufe einstellen. Insgesamt ist die Federgabel für den normalen Gebrauch (in der Stadt oder in moderatem Gelände) gut geeignet. Zum Springen oder zum Fahren in stark unebenem Gelände, etwa in Bikeparks, ist das Rad mit der gelieferten Federgabel jedoch nicht geeignet. Federweg und -kraft sind dafür dann doch etwas unterdimensioniert.
Bemerkenswert ist die Bereifung vom Hersteller Schwalbe. Bei unserem Testrad ist das Modell „Smart Sam“ in 27,5 zoll x 2,25 Zoll eingebaut. Während unserer Fahrten hat uns besonders das leise Geräusch beim Rollen auf der Straße gefallen. Aber auch im Gelände sind die Lauf- und Grippeigenschaften gut. Es gibt wenig Rollwiderstand und zugleich guten Halt. Das Profil ist griffig und durch die eng liegenden Noppen, die fast einen Mittelsteg ergeben, sehr ruhig.
Die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano an Vorder- und Hinterrad sind nicht extrem hochwertig, das haben wir bei dem Preis des Bikes aber auch nicht erwartet. Dennoch arbeiten die Bremsen insgesamt gut dosierbar und bringen das Fahrrad nach etwas Einbremsen auch bei hoher Geschwindigkeit schnell und sicher zum Stehen.
Der Akku vom Telefunken Aufsteiger M925 stammt von Greenway und liefert 504 Wh bei 36 V und 14 Ah. Die Ladezeit betrug in unserem Test durchschnittlich 5,25 h. Als Reichweite gibt der Hersteller 120 km an. Im Test kamen wir, wie im Vorfeld bereits erwartet, jedoch nur auf 70 km gefahrene Strecke laut GPS – bei maximaler Unterstützungsstufe und häufig 25 Km/h in relativ ebenem Gelände mit wenig Steigung. Das ist dennoch ein guter Wert für so ein günstiges E-Bike. Für tägliche Fahrten zur Arbeit oder auch für kleinere Touren ist der Akku durchaus ausreichend. Die Entnahme des Akkus aus dem Bike ist mithilfe des beiliegenden Schlüssels einfach, sodass der Akku nicht nur im Rad, sondern auch bequem in der Wohnung geladen werden kann.
Das Telefunken Aufsteiger M925 kostet bei Amazon 1383 Euro.
Das Telefunken Aufsteiger M925 bietet insgesamt eine solide Ausstattung und eine (abgesehen von den optisch bisweilen unschönen Schweißnähten) gute Verarbeitung für einen richtig günstigen Preis. Neben dem optisch ansprechenden Trapezrahmen gefällt uns besonders der Mittelmotor, der das Fahrgefühl durch seine gute und kraftvolle Unterstützung sehr angenehm macht. Die hydraulischen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad reagieren fein und bringen das Fahrrad schnell zum Stehen. Zudem sind die hochwertigen Reifen von Schwalbe ein weiterer Pluspunkt. Sie sind hilfreich sowohl in Natur (Feld- und Waldwege) als auch in der Stadt.
Die angegebenen "bis zu" 120 km Reichweite hat das Bike mit rund 70 km bei maximaler Unterstützungsstufe zwar wie fast immer deutlich unterschritten, dennoch ist die tatsächliche Reichweite aber in Ordnung. Dies lässt sich vor allem mit Blick auf den wirklich günstigen Preis verkraften. Wer ein preiswertes, sportlich-elegantes E-MTB für den Alltag sucht, erhält mit dem M925 einen wirklichen Aufsteiger, denn das Rad von Telefunken bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
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