Das Touroll U1 ist ein sehr preiswertes E-Bike mit einer deutschen Straßenzulassung. Für gerade einmal 599 Euro bekommt man ein gut ausgestattetes E-MTB mit starkem Motor und großem Akku. Wir haben das Touroll U1 getestet.
Das Touroll U1 ist ein 29-Zoll-E-Mountainbike zum Kampfpreis von nur 599 Euro bei Geekbuying. Für das fast baugleiche Modell mit 26-Zoll-Rädern will der Online-Händler 549 Euro. Damit ist es eines der günstigsten E-MTBs auf dem Markt, das auch legal in Deutschland fahren darf.
In unserem Test muss das Touroll U1 beweisen, ob es trotz des niedrigen Preises ein gutes Gesamtpaket abliefert. Kann es mit den guten und kaum teureren Eleglide M1 Plus und Eleglide M2 mithalten oder muss man bei der Qualität Abstriche machen?
Der Aufbau des Touroll U1 geht vergleichsweise schnell und einfach von der Hand. Alle nötigen Werkzeuge liegen bei. Man muss lediglich die Pedale anschrauben, den Lenker befestigen, das Frontlicht montieren und die Reifen aufpumpen. Da keine Schutzbleche vorhanden sind, spart man sich hier etwas Zeit. Wer vor hat, häufig im Regen zu fahren, sollte sich jedoch welche nachrüsten.
Optisch ist das Touroll U1 dezent und wenig auffällig. Es ist bis auf wenige weiße Akzente wie Herstellerschriftzüge und Ziernähte am Sattel komplett in Schwarz gehalten. Andere Farboptionen gibt es beim Kauf nicht. Mit einer Größe von 187 cm x 69 cm x 111 cm und den großen 29-Zoll-Reifen wirkt das E-Bike sehr erwachsen. Hier hat man nicht das Gefühl, auf einem Kinderfahrrad zu sitzen, wie es bei manch anderen sehr günstigen E-Bikes mit kleineren Reifen häufig der Fall ist.
Negativ fällt das Kabelmanagement am Lenker auf. Hier zeigen sich einige Kabel etwas wirr und unaufgeräumt. Im direkten Vergleich mit dem Eleglide M1 Plus und M2 wirkt das Touroll U1 optisch etwas schlichter und weniger auffällig.
Die Verarbeitung entspricht wie erwartet dem günstigen Preis. Es kommen überwiegend günstigere Komponenten zum Einsatz. Die Pedale bestehen aus Kunststoff und die Frontfederung hat keine Dämpfung, schlägt also recht laut zurück. Mit 23,5 kg ist das U1 kein Leichtgewicht. Die Wasserdichtigkeit wird mit IPX4 angegeben, was Schutz gegen allseitiges Spritzwasser bedeutet.
Die Schweißnähte am Rahmen sind nicht nachbearbeitet oder poliert. Ansonsten gibt es auf den ersten Blick jedoch wenig zu beanstanden.
Der Lenker des Touroll U1 ist mit 69 cm recht breit. Die Lenkgriffe sind ergonomisch geformt und verursachen auch bei längerer Fahrt keine Schmerzen. Erfreulich: Es gibt keinen Gasgriff, der in Deutschland illegal wäre. Beim Eleglide M1 Plus und M2 wird dieser optional mitgeliefert.
Statt eines richtigen Displays verfügt das U1 über eine einfache LED-Anzeige mit roten Leuchten. Hier werden die wichtigsten Informationen wie Unterstützungsstufe, Akkustand und der Status des Lichts angezeigt. Über die Tasten lässt sich das E-Bike ein- und ausschalten, die Unterstützung regulieren und der Gehmodus aktivieren. Eine Anzeige der Geschwindigkeit fehlt jedoch. Wir haben per GPS-App nachgemessen: Die erlaubten 25 km/h werden nicht überschritten. Das Frontlicht ist StVZO-zertifiziert. Ein Rücklicht fehlt und muss nachgerüstet werden.
Die Sattelhöhe lässt sich beim Touroll U1 von 93 bis 106 cm verstellen. Der Lenker sitzt verhältnismäßig tief und lässt sich nicht in der Höhe anpassen. Insgesamt hat das U1 eher eine sportliche Geometrie. Dank der großen 29-Zoll-Reifen mit einer Breite von 2,25 Zoll der Marke CST ist es auch für größere Fahrer geeignet.
Der 250-Watt-Heckmotor bietet ein Drehmoment von 45 Nm und arbeitet sehr leise. Er zieht erst sanft und dann zunehmend kräftig an. Einen Drehmomentsensor, wie hochwertigere E-Bikes ihn bieten, hat das U1 nicht. Der Motor springt erst nach fast einer ganzen Pedalumdrehung an und läuft auch etwas nach. Per Bremse lässt er sich sofort ausschalten. Insgesamt fühlt sich die Motorunterstützung trotzdem recht natürlich an und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl.
Die 21-Gang-Kettenschaltung von Shimano mit 3 Kettenblättern vorne und 7 Ritzeln hinten erinnert an die Schaltung des M1 Plus und des M2. Sie schaltet präzise und bietet genug Übersetzung, um auch steile Anstiege zu bewältigen.
Die mechanischen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad könnten etwas bissiger sein und müssen nachgestellt werden. Hier wären hydraulische Scheibenbremsen wie am Eleglide M2 von Vorteil gewesen.
Abgesehen davon, fährt sich das Touroll U1 dank der großen Reifen insgesamt sehr angenehm und komfortabel. Es bietet ein sicheres und stabiles Fahrgefühl.
Im Touroll U1 kommt ein Akku mit einer Kapazität von 468 Wh bei einer Spannung von 36 Volt zum Einsatz. Die Ladezeit beträgt laut Hersteller zwischen 4 und 6 Stunden. Als maximale Reichweite werden sehr optimistische 65 km angegeben.
In der Praxis sind jedoch eher um die 40 km realistisch. Das hängt stark von Faktoren wie der Unterstützungsstufe, dem Gewicht des Fahrers, der Topographie der Strecke und dem Untergrund ab. Wer viel im höchsten Modus fährt, häufig beschleunigt und bremst oder durchs Gelände pflügt, wird die 65 km nie erreichen. Für tägliche Wege sollten die 40 km aber für die meisten ausreichen. Der Akku lässt sich entnehmen und in der Wohnung laden.
Das Touroll U1 kostet bei Geekbuying 599 Euro. Für das fast baugleiche Modell mit 26-Zoll-Rädern zahlt man 549 Euro.
Das Touroll U1 ist ein sehr günstiges E-Mountainbike, das viel Ausstattung und eine ordentliche Qualität zum kleinen Preis bietet. Besonders positiv hervorzuheben sind die offizielle Straßenzulassung, der starke Motor, der große Akku, die präzise Shimano 21-Gang-Schaltung und die guten Fahreigenschaften.
Dafür muss man natürlich auch Abstriche machen. Die Verarbeitung der günstigen Komponenten ist teilweise nicht auf dem Niveau teurerer E-Bikes. Es fehlt ein vollwertiges Display, ein Rücklicht muss nachgerüstet werden und die mechanischen Scheibenbremsen könnten besser sein. Für den Preis von 649 Euro ist die Ausstattung aber überragend.
Wer ein günstiges Einsteiger-E-Mountainbike mit Straßenzulassung sucht und auf High-End-Komponenten verzichten kann, liegt mit dem Touroll U1 goldrichtig.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.