Berti ist freier Technikjournalist. Seit 15 Jahren testet er alles Smarte und Digitale, das er in die Finger kriegt. Dazu nimmt er Stellung und gibt Tipps. So entstand sein Beiname "RatgeBerti". Seine Begeisterung für den Technikjournalismus hat er im Jahr 2005 während des Studiums der…
Amazons neuer Smart Speaker bringt zum kleinen Preis mit bunten Looks Farbe ins Smart Home. Ob er auch klanglich als Popstar überzeugen kann, klärt der Test.
Prime Day 2023: Vom 10.7.23 bis zum 12.7.23 reduziert Amazon den Preis des Echo Pop um 67 Prozent von 55 Euro auf 18 Euro. Verfügbar ist er in den Farben Schwarz, Weiß, Lavendel und Blaugrün. Erfahrungsgemäß reduziert Amazon seine Geräte nur wenige Tage im Jahr derart deutlich. Wer sich also für den kleinen Pop interessiert, sollte schnell zuschlagen.
Geht es nach Amazon, ist jeder Raum im vernetzten Zuhause mit einem Alexa-Lautsprecher (Übersicht) smart bedienbar und bespielbar. Zuletzt war der Echo Dot 5 die erschwinglichste und kompakteste Option, um kleine oder nur gelegentlich genutzte Zimmer diskret mit einem Smart Speaker auszustatten, davor der optisch fast identische Echo Dot 4 (Testbericht).
Nun schickt Amazon mit dem Echo Pop eine miniaturisierte Version davon auf die smarte Showbühne – und zwar alles andere als bescheiden. Mit zum Teil deutlich knalligeren Gehäusefarben zieht der Newcomer zumindest visuell viel Aufmerksamkeit auf sich.
Damit er sich auch klanglich in den Vordergrund spielen kann, will Amazon den Lautsprecher-Winzling mit „vollwertigem Klang“ ausgestattet haben, der „kraftvoll genug“ sei, „um sich überall Gehör zu verschaffen“. Bei TechStage muss Amazon Echo Pop im Test beweisen, ob die Popstar-Qualitäten für eine vielversprechende Karriere im Smart Home reichen.
Für das „Bühnenoutfit“ des Echo Pop hat Amazon ordentlich auf der Farbpalette gerührt. Das Gehäuse gibt es außer in Weiß und Anthrazit auch in Lavendel und Blaugrün. Farblich noch dicker auftragen kann, wer dem Hinterteil des Lautsprechers eine der separat erhältlichen Silikonhüllen überzieht und das Gerät somit zweifarbig gestaltet. Das Sleeve ist in sechs knalligen Tönen erhältlich: Dunkelblau, fluoreszierendem Hellblau, Grau, Lila, Orange, Rot und Pink. Auf diese Weise ist viel mehr optische Abwechselung drin als beim Echo Dot 5, dessen graues, blaues oder weißes Gewand sich nicht zusätzlich verzieren lässt.
Amazon hat die rundliche Gehäuseform des Echo Pop an die des Echo Dot angelehnt, aber buchstäblich beschnitten. Sie wirkt, als hätte der Hersteller einer Kugel mit einem diagonalen Schnitt das vordere Drittel abgetrennt. Entsprechend sind die Maße geschrumpft, und zwar auf 99 Millimeter Breite, 91 Millimeter Höhe und 83 Millimeter Tiefe sowie auf ein Gewicht von 196 Gramm. Dadurch lässt sich der Pop noch besser als der Dot auf engem Raum unterbringen, etwa auf dem Nachttisch oder einem Küchenregal.
Die angeschrägte Front des Echo Pop bedeckt ein Stoffgrill, hinter dem sich ein Breitband-Lautsprecher mit einem Durchmesser von 49,5 Millimetern verbirgt. Das übrige Gehäuse besteht aus mattem Hartplastik, trägt also kein Textilkleid wie der Dot. Auch das haptische Feedback geht in Ordnung. Amazon betont, das für den Grill verwendete Garn sei zu 100 Prozent wiederverwendet und das im Innenleben verbaute Aluminium zu 80 Prozent recycelt.
Den Stoffgrill krönt ein LED-Streifen, der mit Farbcodes Alexas Aufnahmebereitschaft und Amazon-Mitteilungen signalisiert. Eine Leuchtanzeige mit Ziffern, Buchstaben und Symbolen wie beim Echo Dot 5 mit Uhr und Echo Dot 4 mit Uhr (Testbericht) gibt es nicht. Auf der Rückseite des Echo Pop befinden sich zwei Tasten für die Lautstärke und eine Stumm-Taste für die Mikrofone. Eine Aktionstaste, die Alexa auf Fingerdruck statt auf Zuruf aktiviert, fehlt. Rund um das Tasten-Trio sind drei Öffnungen für Mikrofone platziert.
Ein Anschluss für das mitgelieferte 1,5 Meter lange Netzkabel samt 15-Watt-Netzteil komplettiert die Bedienelemente. Über das Kabel zieht sich der Echo Pop im normalen Standby 1,28 bis 1,57 Watt, nach rund zwei bis drei Minuten Untätigkeit nur noch 0,42 Watt im tiefen Ruhezustand.
Einen Eingang für Audiokabel bietet der Echo Pop nicht. Amazon hat den Sound-Mini ausschließlich für drahtlose Kommunikation konzipiert. Streaming- und Schaltsignale tauscht der Smart-Home-Lautsprecher via WiFi 5 mit 2,4 und 5 GHz oder mittels Bluetooth Low Energy und A2DP-Codec aus.
Der Echo Pop ist so schnell eingerichtet wie jeder andere aktuelle Amazon-Lautsprecher: Netzstecker rein, Alexa-App für Android oder iOS öffnen und warten, bis die Software per Bluetooth-Verbindung ein einrichtungsbereites Gerät in der Nähe entdeckt. Dann startet man per Schaltfläche den Setup-Vorgang, in dessen Zuge die App den Echo Pop mit dem WLAN-Heimnetz koppelt.
Anschließend lässt sich der Lautsprecher eingeschränkt am Gehäuse oder umfassender per App und Sprachbefehl bedienen. Eingeschränkt deshalb, weil sich am Gerät selbst nur die Lautstärke der laufenden Wiedergabe ändern lässt. Zudem kann man mit einer Berührung des Gehäuses den morgendlichen Weckton ausstellen. Seltsamerweise erlaubt die Tap-Steuerung aber nicht, Musik zu pausieren und fortzusetzen. Anders als beim Echo Dot 5 fehlt diese Option im Gerätemenü der Alexa-App.
Mit der Alexa-App lassen sich, ähnlich wie bei Sonos-Lautsprechern (Übersicht), Titel von verknüpften Streaming-Abos starten und an den Echo Pop oder einen anderen Alexa-fähigen Lautsprecher übergeben. Amazon hat unverändert viele Dienste im Angebot: Apple Music, Apple Podcasts, Spotify, Deezer, TuneIn, ARD Audiothek, diverse andere per Alexa-Skill koppelbare Angebote und natürlich die Amazon-eigenen Dienste. Weitere Streaming-Anbieter lassen sich per Bluetooth-Verbindung eines Smartphones anzapfen.
Mit Alexa-Sprachbefehlen reizt man die Möglichkeiten des Echo Pop am besten aus. Im Normalfall ist eine gewünschte Aktion schneller ausgesprochen als im Smartphone eingetippt. Daher hat Amazon den Pop auch für diese Bedienweise konzipiert.
Auf dem Echo Pop kann Alexa all das, was die Sprachassistenz auf anderen Amazon-Lautsprechern auch beherrscht. Auf Wunsch spielt sie nicht nur Musik, Podcasts, Hörbücher und Nachrichten, sondern stellt einen Timer, verkündet die Wettervorhersage, legt Küchenrollen in den Amazon-Warenkorb, beantwortet Fragen mit Webwissen etwa aus Wikipedia, übersetzt Vokabeln oder steuert das Smart Home. Einige Tricks verraten wir in unserem Ratgeber: So geht's: Mit Alexa-Routinen Strom- und Heizkosten um bis zu 200 Euro senken.
Im Test hört Alexa so gut oder schlecht zu wie immer. Selbst wenn gerade laute Musik läuft, kommen unsere Anfragen bei ihr gut an, auch aus der Ferne. In puncto Privatsphäre und Datenschutz bietet der Echo Pop die gängigen Amazon-Funktionen. Ob Alexa gerade aufnahmebereit ist, lässt sich entweder am blau-weiß changierenden LED-Ring oder am optional aktivierten Signalton erkennen. Will man Alexa mal die Ohren zu halten, drückt man die Mikrofon-Taste am Gehäuse des Echo Pop.
Die Barrierefreiheitsoptionen „Adaptives Zuhören“ ist ebenfalls an Bord. Ist sie aktiviert, hört Alexa länger zu, sodass man mehr Zeit hat, die Anfrage zu Ende zu sprechen. Sehgeschädigten hilft der Signalton für Start und Ende einer Aufnahme, wenn sie den LED-Balken schwer oder gar nicht erkennen.
Im vernetzten Heim erfüllt der Echo Pop bei Bedarf die Rolle einer Schaltzentrale. Er unterstützt den neuen Matter-Standard und kann daher Steuerbefehle für WLAN-Geräte lokal und ohne Umweg über die Cloud zum Ziel bringen. Per Bluetooth Low Energy Mesh kann der Pop ebenfalls Smart-Home-Geräte steuern, etwa Hue-Birnen. Einen Zigbee-Hub wie beim Amazon Echo 4 (Testbericht) gibt es allerdings nicht.
Erwartungsgemäß akzeptiert der Echo Pop auch Alexa-Sprachbefehle etwa für smarte Lampen und Steckdosen. Dafür jedoch benötigt er weiterhin eine Verbindung zu Cloud-Servern, um die Anfragen von Sprache in Maschinenbefehle zu verwandeln. Dass der Pop mit Amazons Top-Prozessor AZ2 Neural Edge bestückt ist, reicht offenbar nach wie vor nicht, die Sprachverarbeitung lokal auf dem Gerät umzusetzen. Beim Internetausfall gehen mündlich erteilte Kommandos somit ins Leere.
Außer als Schaltzentrale taugt der Echo Pop auch als Smart-Home-Komponente. Die Mikrofone können als Geräuschsensoren dienen und Alexa-Routinen starten. Erkennt der Echo beispielsweise weinende Babys oder bellende Hunde, spielt er gemäß einer zuvor hinterlegten Regel beruhigende Musik. Registriert er lautes Schnarchen, löscht er auf Wunsch das Licht. Ferner sind Wassergeräusche, Husten und piepsende Haushaltsgeräte als Auslöser verfügbar.
Zwei weitere Sensorfunktionen fehlen dem Echo Pop im Vergleich zum Echo Dot 5. So verfügt er über keinen Temperatursensor, der sich für Automatiken verwenden lässt. Als Bewegungsmelder ist er ebenfalls nicht einsetzbar. Der Dot erfasst mit Ultraschall, ob ihn jemand passiert. Der Pop besitzt diese Funktion nicht.
Was die Sound-Hardware betrifft, ist der Echo Pop sogar etwas besser ausgestattet als der Echo Dot 5. Der im Pop eingebaute Lautsprecher hat einen rund fünf Millimeter größeren Durchmesser, was kräftigeres Klangpotenzial nahelegt.
Im Test zeigt sich aber: Der Echo Pop spielt trotz insgesamt kleinerem Gehäuse auf dem gleichen Niveau wie der Echo Dot. Das bedeutet: Angehobene Höhen sorgen für einen klaren Klang. In den Mitten sind Stimmen gut zu verstehen. Auch bei höheren Lautstärken dröhnt und verzerrt nichts. Wer will, passt Höhen, Mitten und Tiefen in der Alexa-App den eigenen Vorstellungen an. Für die Hintergrundberieselung reicht das auf jeden Fall. Auch eine spontane Küchenparty kann der Echo Pop stimmungsvoll beschallen. Die Morgennachrichten im Bad und den Gute-Nacht-Podcast im Bett zu hören, ist damit ohnehin locker möglich.
An seine Grenzen stößt der Sound-Mini bei besonders basslastiger Musik. Zwar ist der Bass für einen derart kompakten Klangkörper recht kraftvoll. Dennoch kommt er nicht sehr tief und bietet bauartbedingt auch nur wenig Volumen. Wer die Bude zum Beben bringen möchte, benötigt etwas Größeres. Weil der Lautsprecher direkt nach vorne abstrahlt, klingt er zudem noch enger als der rundlichere Echo Dot, der den Sound etwas besser zur Seite verteilt. Zwei als Stereo-Paar gekoppelte Echo Pop können die Klangbühne verbreitern. Zu Multiroom-Lautsprechergruppen lässt sich das Modell ebenfalls hinzufügen. Die Kanäle werden dabei aber nicht getrennt.
Prime Day 2023: Vom 10.7.23 bis zum 12.7.23 reduziert Amazon den Preis des Echo Pop um 67 Prozent von 55 Euro auf 18 Euro. Verfügbar ist er in den Farben Schwarz, Weiß, Lavendel und Blaugrün. Erfahrungsgemäß reduziert Amazon seine Geräte nur wenige Tage im Jahr derart deutlich. Wer sich also für den kleinen Pop interessiert, sollte schnell zuschlagen.
Zum Marktstart im Juni 2023 setzt Amazon als Verkaufspreis für den Echo Pop 55 Euro an. Das passende Sleeve, also die bunt gefärbte Silikonhülle, kostet 23 Euro. Zum Vergleich: Der Echo Dot kostet je nach Ausführung rund fünf bis zehn Euro mehr als der Pop. So kurz nach der Veröffentlichung gibt es den Neuzugang bei anderen Handelshäusern nicht günstiger.
Der Amazon Echo Pop ist die kleinere, buntere Variante des Echo Dot (Testbericht) mit ähnlichem Klang, aber weniger Smart-Home-Sensoren und keiner LED-Anzeige etwa für die Uhrzeit. Wer die aktuelle Version des Dot verwendet, hat praktisch keinen akustischen Anreiz für ein Upgrade. Am interessantesten sind die äußeren Reize. Dank mehr Farboptionen und weniger Bedarf für Stellfläche kann man mit dem Echo Pop platzsparend Deko-Akzente setzen.
Ebenso wie der Dot klingt der Pop sehr klar und für seine Größe auch kräftig. Wegen der kompakten Maße sind beide jedoch deutlich als punktförmige Klangquelle zu erkennen. Der Neuzugang wirkt wegen seiner frontalen Klangabstrahlung sogar noch boxiger. Am meisten Spaß macht er daher, wenn man in frontaler Position zuhört und sich dabei wenig nach rechts und links bewegt.
Allen, die dem Echo Pop still sitzend, stehend oder liegend im „Sweet Spot“ lauschen, die Farboptionen zu schätzen wissen und keine Smart-Home-Sensoren benötigen, bietet der Newcomer Echo Pop einen starken Auftritt, der dem Echo Dot 5 geradezu die Show stiehlt.
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