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Ecoflow Delta im Test: USV, Solargenerator, Powerstation & Photovoltaik

Powerstation Ecoflow Delta
VORTEILE
  • hohe Leistung und Kapazität
  • leise Lüfter und kurze Ladezeit (am Netzteil)
  • USV-Funktion
NACHTEILE
  • keine Notlampe an Bord
  • die meisten Ausgänge sind ungeschützt

Die Ecoflow Delta ist ein mobiler Stromspeicher und Solargenerator mit 230-V-Anschlüssen, USB-C und USV-Funktion. TechStage testet die Powerstation mit Lade-Turbo und einer Kapazität von 1200 Wh.

Solargeneratoren mit integriertem Akku ermöglichen eine autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes. Dank verschiedener Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdose und ausreichend hoher Dauerleistung bieten sich die Geräte nicht nur für Camping und Freizeit, sondern auch für Job und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der Powerstations geschieht wahlweise per Netzteil oder mithilfe eines Photovoltaik-Paneels und dauert in der Regel sieben bis acht Stunden. Das soll das Modell von Ecoflow besser können, was wir im Test überprüft haben.

Dieser Test gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

In diesem Einzeltest geht es um ein besonders leistungsstarkes Modell mit Schnelllade- und USV-Funktion. Neben einer Kapazität von 1200 Wh lockt die Ecoflow Delta mit schickem Design, hochwertiger Verarbeitung und einer beachtlichen Dauerleistung von 1800 W. Daneben gibt es die Ecoflow Delta noch in den Ausführungen Delta Mini und Delta Max.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zusammen mit dem optional erhältlichen 160-W-Solarpaneel zur Verfügung gestellt.

Design und Lieferumfang

Die zum Transport in einem Beutel geschützte Ecoflow Delta erinnert mit ihrer Größe von 40 x 27 x 21 cm an ein kompaktes PC-Gehäuse. Das Gewicht von rund vierzehn Kilogramm noch mal spürbar höher als bei den Powerstations von Bluetti (Testbericht) und Jackery (Testbericht), was etwa der höheren Kapazität geschuldet ist. Dank zweier an den kurzen Seiten sitzenden Handgriffen ist dieses Modell zwar mobil, aber wegen des Gewichts keinesfalls für Wanderungen oder Radtouren geeignet.

Die Powerstation Ecoflow Delta wiegt satte 14 kg.

Der schwarz-graue Solargenerator sieht hochwertig und modern aus. Anders als die bisher getesteten Stromgeneratoren verzichtet Ecoflow auf auffallende Farben und so passt die Delta optisch eher zur Profiausrüstung als an den Strand oder Baggersee. Das massive Gehäuse mit den offenen Lüftungsschlitzen auf den Längsseiten hinterlässt einen stabilen und ausgezeichnet verarbeiteten Eindruck. Die über die komplette Breite verlaufenden Gummifüße sorgen für stabilen Halt, allerdings zieht die Oberfläche Staub und Fusseln an.

Bei dieser Powerstation sind Anschlüsse und Display über drei Seiten verteilt und nicht gemeinsam angeordnet. An der Frontseite der Delta sitzen das übersichtliche Display, insgesamt sechs USB-Ports (zwei davon USB-C mit Power Delivery für bis zu 60W), deren Power-Taster und der allgemeine On/Off-Taster. Das Display zeigt neben Eingangs- und Ausgangsleistung die vorhandene Akkukapazität in Prozent und die voraussichtliche Restlaufzeit an.

Die interne Sicherung der Powerstation sowie die Eingänge für Solarpaneel und Netzkabel sitzen versteckt hinter einer Kunststoffklappe an der rechten Gehäuseseite. Rückseitig befinden sich die vier 230-V-Steckdosen und der 12-V-Zigarettenanzünder. Auch diese verfügen über einen beleuchteten Power-Taster. Abgesehen von der 12-V-Dose sind die Ausgänge alle ungeschützt. Schade, hier hätten uns einfache Gummikappen ausgereicht.

Außer Powerstation samt Schutztasche gehören noch Netzkabel zum Laden an der Steckdose, am KFZ und per Solarmodul zum Lieferumfang. Neben der Powerstation hat uns der Hersteller noch ein passendes 160-W-Photovoltaikpaneel zur Verfügung gestellt. Dieses kommt ebenfalls in einer schicken und stabilen Stofftasche zum Kunden. Das aus vier Elementen bestehende Paneel misst ausgeklappt 68 x 157 x 2,5 cm und wiegt etwa sieben kg. Die Verarbeitung ist hochwertig und die Solarzelle hinterlässt einen strapazierfähigen und hochwertigen Eindruck. Einzig die schicke Stoffrückseite könnte man kritisieren. Die weiche Oberfläche ist zwar ideal, um das Solarmodul etwa auf dem Autodach auszulegen, in der freien Natur wird Dreck aber magisch angezogen. Eine LED-Leuchte ist bei der Ecoflow Delta nicht an Bord.

Technische Daten

Praxistest

Die Nutzung der Powerstation ist dank klarer Beschriftung auch ohne Studium der Anleitung selbsterklärend. Nach dem Einschalten oder dem Einstecken von Netzkabel oder Solarpaneel schaltet sich das Display ein und zeigt die Werte für Eingangs- und Ausgangsleistung, die aktuelle Kapazität in Prozent und die geschätzte Restlaufzeit bei gleichbleibendem Verbrauch. Nach einigen Minuten schaltet sich das Display automatisch ab. Wer die Werte abfragen will, drückt kurz auf den Power-Taster der USB-Ausgänge und das Display erstrahlt wieder. Ob die Ausgänge von 230-V-Dosen oder den USB-Ausgängen aktiv sind, zeigt eine kleine LED im jeweiligen Power-Taster.

Hier wird die Ecoflow Delta mit dem 160-W-Solarmodul geladen.

Nachdem wir die ersten Tests absolviert haben und der Akku vollständig geleert ist, testen wir zunächst die vom Hersteller beworbene Schnellladefunktion. Laut Angabe von Deltaflow benötigt die Delta für eine vollständige Ladung per internem Netzteil nur 90 Minuten. Das wäre sehr kurz, denn andere Powerstations mit zwischen 700 und 1000 Wh brauchen in der Regel etwa sieben bis acht Stunden, bis sie wieder zu 100 % gefüllt sind. Wenige Sekunden nach dem Einstecken schalten sich interne Lüfter und Display ein und der Ladevorgang beginnt. Der Lüfter ist zwar hörbar, aber kaum lauter als ein leises PC-Netzteil und somit kein Vergleich zu den bisher getesteten Powerstations. Während anfangs noch einige hundert Watt Eingangsleistung verzeichnet werden, steigt dieser Wert nach wenigen Minuten auf 1050 bis 1070 Watt. Im Test ist die Ecoflow Delta nach 32 Minuten zu 50 Prozent geladen. Nach einer Stunde liegt der Wert bei etwa 80 Prozent und nach exakt einer Stunde und sechsundzwanzig Minuten ist der Stromspeicher wieder komplett gefüllt. Das Netzteil zieht in dieser Zeit insgesamt 1442 Wh aus der Haussteckdose. Diese Werte sind rekordverdächtig und äußerst praxistauglich.

Das Laden der Akkus per Solarpaneel funktioniert ebenfalls prima. Allerdings können wir die Angabe der bestmöglichen Ladezeit von vier Stunden nicht überprüfen, da wir nur ein einziges 160-W-Paneel zur Verfügung haben. Die maximale Eingangsleistung des Solareingangs liegt bei 400 Watt und so könnten mehrere Solarmodule gemeinsam genutzt werden. Im Test arbeitet das einzelne Solarmodul aber schon sehr ordentlich. Am frühen Nachmittag erreicht das Modul (flach auf dem Boden liegend) Werte zwischen 130 und 150 Watt. Nach einem Tag in einem Mix aus Sonne und Halbschatten ist die Powerstation zu knapp 60 Prozent gefüllt. Die Herstellerangabe erscheint zwar sehr optimistisch, aber nicht unrealistisch. Mit zwei Panels sollte sich die Powerstation problemlos tagsüber aufladen lassen.

Wer will, kann die Delta mit bis zu vier 110-W-Paneels versorgen, dann dauert eine volle Ladung nur knapp einen halben Tag.

Gleichzeitiges Laden und Entladen der Ecoflow Delta ist problemlos möglich, der Hersteller wirbt sogar mit einer integrierten USV-Funktion. Er weist aber auch darauf hin, dass man die Geräte im Zweifel ausprobieren sollte.Das wollen wir natürlich genau wissen und stecken die Delta zwischen Steckdose und unseren PC und 3D-Drucker. Nach dem Hochfahren des Computers und dem Start eines Testdruckes legen wir die Sicherung des Arbeitszimmers um. Und es passiert – nichts. Rechner und Drucker arbeiten weiterhin. Die Funktion als USV können wir also bestätigen. Sehr cool – so hat dieser Solargenerator noch einen sinnvollen Extranutzen.

Nun beginnen wir mit Belastungstests und stecken verschiedene Verbraucher in die Powerstation. Neben einem Macbook Pro, zwei 24-Zoll-Monitoren, Drucker und Telefon müssen zeitgleich etwa Aktivlautsprecher und USB-Verbraucher versorgt werden. Die 120 bis 150 W Dauerlast sind allerdings gar kein Problem – unseren Arbeitsplatz versorgt die Delta etwa achteinhalb Stunden, bevor ihr die Puste ausgeht. Auch der Toaster mit über 950 W und ein Föhn mit 1600 W funktionieren an den Steckdosen der Delta. Und obwohl der Einschaltstrom bei einer Säge mehrere Sekunden bei über 2000 W liegt, funktioniert auch deren mobile Stromversorgung. Die mögliche Dauerlast liegt bei 1800 W, kurzzeitige Peaks sind sogar bis 3300 W möglich. Ab etwa 70 bis 100 W Ausgangsleistung schalten sich auch hier interne Lüfter zu. Diese sind wie bereits erwähnt deutlich leiser als bei etwa Bluetti. Die Lautstärke ist etwa mit der eines klassischen Office-PCs vergleichbar.

Bisher war keine Powerstation in den Tests leiser als die Ecoflow Delta.

Wie viel Strom wir aus der Powerstation beziehen können, hängt von den genutzten Verbrauchern ab. Am wenigsten Verluste gibt es bei Nutzung der 12-V und USB-Anschlüsse. Bei den 230-Volt-Anschlüssen kommt es auf die Leistung der Geräte an. Ziehen wir unter 50 W aus der Steckdose, sind die Verluste höher als bei starken Verbrauchern mit mehreren hundert Watt. In den Tests konnten wir aus der vollgeladenen Ecoflow Delta zwischen 950 und knapp 1050 Wh entnehmen. Dies entspricht einem Verlust von 15 bis 25 Prozent, was sich mit den Erfahrungen bei anderen Powerstations deckt.

Varianten und Preise

Die Ecoflow Delta ist in vier unterschiedlichen Varianten erhältlich. Neben der getesteten Standard-Delta für rund 1094 Euro gibt es noch eine Delta Mini mit 882 Wh und einer Dauerlast von 1400 W für 1089 Euro. Außerdem sind noch zwei größer Modelle mit der Bezeichnung Ecoflow Max. Die Version Delta Max 1600 für 1500 Euro leistet 2400 W und hat eine Kapazität von 1612 Wh. Die Delta Max 2000 mit 2016 Wh und einer Dauerlast von ebenfalls 2400 W kostet rund 2200 Euro. Diese Preise sind zwar nicht günstig, aber gerechtfertigt.

Das im Test verwendete Solarmodul kostet einzeln 399 Euro. Die Variante mit 110 W gibt es für 309 Euro. Die Sets aus Ecoflow Delta plus 110-W-Modul kostet derzeit 1689 Euro – der Einzelkauf ist mit 1403 Euro aber deutlich günstiger. Das Kit mit zwei 110-W-Paneels ist für 1959 Euro gelistet. Auch hier lohnt es sich auf Bundle-Aktionen zu warten oder einzeln zu kaufen.

Fazit

Die Ecoflow Delta ist die stärkste und beste bisher von uns getestete Powerstation mit Solargenerator. Neben der hohen Kapazität von 1260 Wh und der überdurchschnittlich hohen Dauerlast von 1800 W haben insbesondere die USV-Funktion und die kurze Ladedauer per Netzteil für Begeisterung in der Redaktion gesorgt.

Wer eine starke Powerstation zur Nutzung mit Solarmodulen oder als USV sucht, der ist mit der Ecoflow Delta bestens beraten. Auch wenn es um kurze Ladezeiten und hohe Ausgangsleistung geht, ist die Delta unsere erste Wahl. Zwar arbeiten auch in diesem Solargenerator hörbare Lüfter, deren Lautstärke ist aber vergleichsweise niedrig und damit alltagstauglich.

Einzig die nicht geschützten Ausgänge, die schmutzanfälligen Gummifüße und die ebenfalls anfällige Rückseite des Solarpaneels können nicht ganz überzeugen. Die Tatsache, dass das Gehäuse an den Lüftungen offen ist, macht die Delta zudem anfälliger für Dreck oder Sand.

Wer sich ein geschlossenes Gehäuse und ein weniger nüchternes Design wünscht, sollte sich alternativ die Jackery Explorer 1000 (Testbericht) oder die Bluetti EB70 (Testbericht) ansehen. Hier stehen aber weniger Leistung und weniger Kapazität zur Verfügung.

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