Die Ecoflow Wave 2 ist eine kompakte und mobile Klimaanlage, die mit Akku, zwei Schläuchen, App und vielen Anschlüssen etwa für Solar-Panels viele Extras bietet. Wir haben sie getestet.
Ecoflow kennen die meisten dank ihrer beliebten Powerstations. Hier sticht besonders die Ecoflow Delta 2 (Testbericht) positiv heraus. Sie bietet eine hohe Leistung, viel Kapazität, eine kurze Ladezeit und ist dennoch bezahlbar. Aber das Unternehmen kann noch mehr. Ihr futuristischer autonomer Rasenmäher Ecoflow Blade (Testbericht) gefällt im Test dank seiner schnellen Arbeitsweise und einer Laubsammeloption. Er eignet sich auch für große Flächen. Auch eine mobile Kühltruhe gibt es von Ecoflow. Mehr dazu im Ratgeber Kühlboxen für Auto, Camping & Co. mit App, Akku, Eiswürfelmaschine ab 13 Euro.
Besonders spannend ist das Balkonkraftwerk Ecoflow Powerstream (Testbericht). Als eines der ganz wenigen Balkonkraftwerke speist es dank Integration einer Powerstation auch Energie in den Haushalt ein, wenn keine Sonne scheint. 5 Sterne! Alles rund um Ecoflow gibt es in unserer Ecoflow Themenwelt.
Die Ecoflow Wave 2 (Kauflink) ist die erste mobile Klimaanlage von Ecoflow für den deutschen Markt. Dabei zeigt sie einige sehr spannende Ansätze. So ist sie mit knapp 15 Kilogramm ohne Akku noch mobil genug, um sie etwa auf dem Campingplatz oder im Auto zu betreiben. Außerdem kann ihre Akkulaufzeit mit dem Anschluss einer Ecoflow Powerstation und sogar einem Solar-Panel verlängert werden. Ein Zweischlauchsystem sorgt dafür, dass Abluft und Zuluft außerhalb des zu kühlenden Bereichs liegen. Was die Wave 2 sonst noch kann und wo ihre Schwächen liegen, zeigt dieser Testbericht. Wer sich zunächst ganz allgemein über Klimaanlagen informieren möchte, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Klimaanlagen-Grundlagen: So viel kostet gute Raumkühlung.
Wie von den anderen Ecoflow-Geräten gewohnt, ist auch die Ecoflow Wave 2 hervorragend verarbeitet. Die Klimaanlage wirkt wie aus einem Guss, sieht futurisch und perfekt durchdesignt aus. Sie bietet zudem praktische Haltegriffe. Viel Freude kommt beim Tragen dennoch nicht auf, denn mit Akku wiegt die Wave 2 stolze 22 Kilogramm.
Die beiden mitgelieferten Schläuche halten über Adapter am Klimagerät. Diese lassen sich einfach anbringen, kommen jedoch mit kleinen Nasen, die vorwiegend im Outdoor-Einsatz den Eindruck machen, dass sie abbrechen könnten.
Das von sechs Tastern gerahmte Display zeigt unter anderem die Umgebungstemperatur, die Solltemperatur, die Lüfterstufe, die Akkukapazität und den Klimamodus. Die Taster steuern die wichtigsten Funktionen der Klimaanlage. Wer den kompletten Funktionsumfang will, muss die App installieren. Nach einer Registrierung über E-Mail, Region und Passwort kann die schöne und einfach nutzbare App die Wave 2 auf die neueste Firmware-Version bringen und sie umfassend regeln. Auch speziellere Funktionen wie Timer, Gerätefreigaben, Umgebungsbeleuchtung und Wasserablassmodus bestimmt die App. Nett: Über die App kann man die Wave 2 auch ein- und ausschalten. Eine richtige Fernbedienung gibt es nicht.
Das Netzkabel ist fest an der Wave 2 angebracht, kann aber mit etwas Schraubarbeit dennoch entfernt werden. Auch der Akku mit 1159 Wattstunden (Lithium-Ionen-Basis) kann für den Netzbetrieb abgenommen werden. Es gibt einen XT60-Anschluss für den Betrieb am Zigarettenanzünder bei 12 Volt und 24 Volt und dank integriertem MPPT-Regler zudem einen Solarladeeingang für Panels mit bis zu 400 Watt. Außerdem läuft die Wave 2 mit Powerstations von Ecoflow.
Im Leistungstest setzt die mobile Klimaanlage im Eco-Betrieb des Kühlmodus gut 200 Watt um, bei maximaler Kühlleistung über 400 Watt. Wenn die Wave 2 nur als Lüfter läuft, zieht sie bis zu 20 Watt. Energiehungrig zeigt sie sich im Standby-Modus, hier braucht sie ohne Akku dauerhaft 4 Watt, mit Akku gar über 10 Watt. Ecoflow gibt für den Akku eine Laufzeit beim Kühlen von acht Stunden an. Im Eco-Modus erreicht sie die angegebene Zeit, im Max-Modus halbiert sie sich auf unter vier Stunden. Die Leistungsaufnahme geht auch gerne mal auf über 900 Watt, wenn parallel zum Kühlbetrieb der Akku geladen wird. Wenn die Wave 2 ausgeschaltet am Stromnetz hängt und den Akku lädt, geht in regelmäßigen Abständen für kurze Zeit der interne Lüfter an. Warum das so ist, können wir nicht nachvollziehen.
Die Wave 2 hat zwei Schläuche. So sind der interne Kühlkreislauf und die Zu- sowie Abluft voneinander getrennt. Einschlauchsysteme ziehen die zu kühlende Luft aus dem Raum und geben die warme Abluft nach draußen ab. So entsteht im Raum ein Unterdruck, der warme Luft nachzieht. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die komplette Wave 2 außerhalb des zu kühlenden Bereichs zu positionieren und nur den Schlauch mit temperierter Luft in den Raum zu leiten.
Die Ecoflow Wave 2 kühlt mit 5100 BTU und heizt mit 6100 BTU. Dank Kühl- und Heizfunktion ist das Klimagerät also nicht nur im Sommer, sondern auch Winter zu gebrauchen. Insgesamt ist die Kühlleistung nicht sehr hoch. Selbst die günstigsten Monoblockklimaanlagen ab 150 Euro bieten meist deutlich mehr. Dafür wiegen diese dann aber auch gerne mal über 30 Kilogramm und sind kaum mobil – lassen sich jedoch selbstverständlich ebenfalls über starke Powerstations (Top-10-Bestenliste) betreiben.
Aufgrund der geringen maximalen Kühlleistung brachte die Ecoflow Wave 2 eigentlich nur im Max-Modus einen spürbaren Kühlungseffekt im Büro. Dabei führten beide Schläuche über ein geöffnetes und abgedichtetes Fenster nach draußen. Der Schlafmodus ist zwar angenehm ruhig, aber aufgrund geringer Kühlleistung kaum zu gebrauchen. Im Max-Modus ist die mobile Klimaanlage recht laut. Wir messen per App bei einem Meter Entfernung etwa 42 Dezibel. Effizienter funktionierte die Kühlung, als wir die Klimaanlage in den Büroflur stellten und nur den Schlauch mit der ausgehenden kühlen Luft in unser Büro führten. So reduziert sich auch die Lautstärke und wir können uns den Einsatz von ANC-Kopfhörern (Bestenliste) sparen. Die Kollegen aus den anderen Büros waren jedoch wenig begeistert von der Auslagerung.
Der Luftstrom ist in seiner Höhe variabel. Eine horizontale Anpassung gibt es nicht, hierfür muss das ganze Klimagerät gedreht werden. Das im Kühlmodus anfallende Kondenswasser tropft aus einem am hinteren Teil angebrachten Schlauch. Alternativ besitzt die Wave 2 auch einen Verdampfer, dann muss das Kondenswasser nicht abgeleitet werden.
Wie wir über eine Leser-E-Mail erfahren haben, ist die Solltemperatur im Kühlmodus ohne Funktion. So kühlt die Ecoflow Wave 2 stets auf 20 Grad Celsius, auch wenn etwa 25 Grad Celsius eingestellt sind. Der Kunden-Service bestätigte dieses Verhalten.
Die Ecoflow Wave 2 (Kauflink) kostet inklusive Akku und zwei Schläuchen aktuell 1100 Euro, der bisherige Tiefstpreis liegt bei gut 900 Euro. Eine Ecoflow River 2 Max (Testbericht) oder eine Ecoflow Delta 2 (Testbericht) verlängert die Akkulaufzeit.
Die Ecoflow Wave 2 ist eine mobile Klimaanlage der besonderen Art – kaum ein anderes Modell bietet einen vergleichbar umfangreichen Funktionsumfang. Mit einer Akkuladung läuft sie auf Volllast fast vier Stunden. Sie ist kompakt gebaut, verfügt über zwei Schläuche für Zu- und Abluft, einen Verdampfer, App-Steuerung und lässt sich wahlweise über eine Ecoflow-Powerstation, einen Zigarettenanzünder oder per Solarpanel betreiben. Zusätzlich zum Kühlen bietet sie auch eine Heizfunktion.
Weniger überzeugend ist allerdings die Kühlleistung, die aufgrund der kompakten Bauweise begrenzt erscheint. Zudem ist das Gerät mit rund 22 Kilogramm relativ schwer und arbeitet recht laut. Die Zieltemperatur ist auf 20 Grad Celsius festgelegt, eine individuelle Einstellung ist nicht möglich. Auch fehlt eine horizontale Ausrichtung des Luftstroms. Der Preis von etwa 1100 Euro dürfte ebenfalls nicht jeden begeistern.
Dennoch dürfte die Ecoflow Wave 2 viele Fans finden – denn eine mobile Klimaanlage mit vergleichbarer Flexibilität ist bislang eine Seltenheit. Besonders im Camper-Bereich sehen wir großes Potenzial: Die Wave 2 könnte schon bald in vielen Fahrzeugen für ein angenehmes Klima sorgen.
Ferner empfehlen wir unsere Bestenliste: Testsieger: Die beste mobile Klimaanlage im Test – Bosch, Delonghi, Ecoflow & Co.
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