Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Das neue Mittelklasse-Modell Deebot N10 Plus von Ecovacs kommt mit Absaugstation und erinnert optisch an den Vorgänger N8. Wir klären im Test, was besser ist.
Neben den luxuriösen Spitzenmodellen der X-Serie wie dem Ecovacs X1 Omni (Testbericht) und den Technologieträgern der T-Reihe wie dem Ecovacs Deebot T10 Plus (Testbericht) gibt es unter anderem noch die N-Reihe, die bei Ecovacs die Mittelklasse betitelt. Genau die frischt der Hersteller jetzt mit dem Deebot N10 Plus auf, der mit verbesserter Navigation, aktiver Wischfunktion und erneut einer Absaugstation punkten soll. Wir haben im Test geschaut, ob die Rechnung des 499 Euro (UVP) teuren Gerätes im Vergleich zum Vorgänger N8 Plus aufgeht.
Optisch unterscheidet sich das neue Modell vom N8, den es offiziell ablöst, kaum. Unterschiede liegen in Details wie der metallisch schimmernden Abdeckung des Laserturms statt schnödem Weiß. Der schlanken Absaugstation sieht man auf den ersten Blick überhaupt keine Unterschiede zum Vorgänger an. Das macht nichts, denn das Gesamtdesign des runden Saugroboters überzeugt auch heute noch mit schlichter Eleganz. Sie wird von einem gelungenen Mix aus schwarzen und weißen Elementen erzeugt, darunter etwa der dunkle Wassertank hinten und der schwarze „Visor“ vorn, durch den Nahbereichssensoren alles direkt vor und neben dem Roboter erfassen.
Gleich geblieben sind auch die beiden Seitenbürsten links und rechts sowie die Hauptbürste mit abwechselnd Gummilippen und Borstenreihen. Für das neue Modell gibt es zudem optional eine Hauptbürste, die ausschließlich aus Gummilamellen besteht. Sie erleichtert die Reinigung, die selbst bei vielen Haaren von Mensch und Tier im Haushalt auf ein Minimum reduziert werden soll, da die nicht mehr in den Borsten hängenbleiben. Im Test haben wir die Standardbürste verwendet.
Die schicke Absaugstation zeigt ebenfalls wieder einen dezenten Mix aus Schwarz und Weiß, wobei die dunkle Farbe nur in der Andock-Region zu finden ist. Die Station weist oben wieder einen Deckel auf, unter dem sich der Staubbeutel versteckt und der mittels eines einfachen Finderdrucks leicht aufspringt. Hinten bietet sie zudem Kabelmanagement. Mit ihren fast schon zierlichen Maßen dürfte die Absaugstation in die meisten Haushalte passen. Einzige Neuerung hier: Die verwendeten Staubbeutel sind antibakteriell.
Über die Ecovacs-App lässt sich der Deebot N10 Plus einfach und schnell mit dem Smartphone verbinden, indem man den gut dokumentierten Installationsschritten auf dem Handy-Display folgt. Wir haben dafür die Kamera des Smartphones verwendet und aus der Ecovacs-App den QR-Code unter der oberen Abdeckung des Roboters eingescannt – so gut wie fertig. An der App hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Dinge wie der Sprachassistent Yiko oder eine – aus unserer Sicht ohnehin überflüssige – 3D-Darstellung der Reinigungskarte bleibt nach wie vor höheren Serien des Herstellers vorbehalten, ansonsten ist alles Wichtige an Bord.
Dazu gehört eine automatische Teppicherkennung mit entsprechender Saugkraftanhebung, das Erstellen von Reinigungsplänen, virtuelle Grenzen, Grundrissanpassung und etliches mehr. Alles ist recht übersichtlich zu finden, Besitzer älterer Ecovacs-Modelle werden sich gleich zurechtfinden. Das ist grundsätzlich gut, aber mangels neuer Funktionen auch etwas langweilig.
Zur Navigation verwendet der Ecovacs Deebot N10 Plus das verbesserte True Mapping 2.0, das eine neuere Version der Technik aus dem N8 darstellt. Damit orientiert sich der Roboter vorbildlich im Raum und geht beinahe schon behutsam mit seiner Umgebung um. Starke Rempler gab es im Test gar nicht, Beschädigungen an Mobiliar oder dem Sauger selbst sind nicht zu befürchten. Dazu zieht er schnurgerade Bahnen und fährt auch ohne Objekterkennung nah an Hindernisse heran.
Die Saugleistung hat uns für den Preis von 499 Euro (UVP) mit ihren 4300 Pascal voll überzeugt. Auf Hartboden und auch auf Teppich leistet der Sauger ganze Arbeit und muss sich nicht vor teils deutlich teureren Modellen verstecken. Die Teppicherkennung arbeitet dabei fehlerfrei und direkt, sodass auf Teppichboden auf Wunsch eine Anhebung der Saugkraft erfolgt. Was fehlt, ist eine Möglichkeit zum Anheben der Wischplatte – was aber in der Mittelklasse längst noch kein Standard ist. Davon abgesehen bietet der Deebot N10 Plus zwar eine aktive Wischfunktion, mit der der Nutzer je nach Raum eine angepasste Wassermenge in drei Stufen auf den Boden aufbringen kann, allerdings fehlen Vibration oder Oszillation und damit höhere Reinigungsleistung. Für uns ist das also eher Staubwischen – das kann etwa für Allergiker aber trotzdem interessant sein, Schmutz wird so aber nur bedingt entfernt.
Die Absaugung der Station beim N10 Plus funktioniert zuverlässig und gut, die Lautstärke ist dabei nicht höher als bei der Konkurrenz. Gut gefallen hat uns außerdem der Akku. Aufgrund des Verhaltens in unserer Testumgebung errechnen wir eine Reinigungsfläche von rund 150 Quadratmetern mit einer Akkuladung, anschließend lädt er an der Station zwischen und setzt bei Bedarf die Reinigung danach fort. Das ist ein guter Wert.
Der Ecovacs Deebot N10 Plus ist zum Testzeitpunkt neu auf dem Markt und kostet daher auch im freien Handel die vollen 499 Euro der UVP.
Der Ecovacs Deebot N10 Plus überzeugt uns im Test mit schickem Design, hervorragender Navigation, sehr guter Saugleistung, starker Akkulaufzeit und der schmalen Absaugstation zu einem vertretbaren Preis. Die Wischfunktion ist hingegen eher einfach und wird heute von anderen Modellen deutlich übertroffen. Die sind dann aber auch klar teurer. Entsprechend kann man ihm auch die fehlende 3D-Objekterkennung nicht ankreiden – wer eine Wischfunktion mit beweglicher und anhebbaren Mopps oder entsprechender Wischplatte sowie 3D-Erkennung will, muss zu Spitzenmodellen greifen.
Zu einem ähnlichen Preis gibt es Modelle wie den (Wischroboter) Dreame W10 Pro mit rotierenden Wischmopps (Testbericht) oder den Roborock Q7 Max+ (Testbericht) – beide auch mit Absaugstation. Der neue Roborock S8 (Testbericht) ist zu einem vergleichbaren Preis hingegen nur ohne Station zu bekommen.
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