Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Ecovacs hat seinem Saug- und Wischroboter der Mittelklasse ein Update verpasst. Der T20 Omni bietet dabei auf dem Papier alles, was auch Topmodelle haben – und ist dabei noch richtig gut.
Was im vergangenen Jahr mit dem Ecovacs X1 Omni (Testbericht) noch Oberklasse war, ist im neuen Ecovacs T20 Omni auch wieder enthalten – und noch einiges mehr. Dabei ist das T-Modell in der Mittelklasse verortet, zumindest offiziell und der Namensgebung entsprechend. Der Unterschied zu den Spitzenmodellen der Konkurrenz ist aber kaum auszumachen und mit 1100 Euro ist auch der Preis nicht wirklich Mittelklasse. Wir haben getestet, wie sich der neue Ecovacs T20 Omni im Alltag schlägt.
Das Jacob-Jensen-Design ist eine der Sachen, die der T20 Omni vom älteren X1 Omni übernommen hat. Das gilt sowohl für den Roboter selbst als auch für die nach wie vor riesige, aber schicke Reinigungsstation. Während die Form übernommen wurde, kommt das neue Modell jetzt aber nicht mehr in dunklen, sondern Silber und weißen Farben daher. Gleich geblieben sind hingegen die magnetisch gehaltene obere Abdeckung, der nach vorn versetzte Laserturm mit Bumpern gegen das Verhaken unter Möbeln, der Kreuzlaser vorn sowie die beiden Seitenbürsten. Im Gegensatz zum X1 ist beim T20 allerdings der herausnehmbare Schmutzbehälter mit 300 ml deutlich kleiner geworden und vorn gibt es keine AIVI-System mit Kamera mehr, sondern ausschließlich die Kreuzlaser. Neu ist hingegen das Hebesystem für die beiden Mopps, damit der T20 Omni nun endlich Hartboden und Teppich in einem Durchlauf reinigen kann. Einen internen Tank hat der T20 dafür nicht mehr, stattdessen durchfeuchtet die Station die Mopps. Das klingt nach einem Nachteil, ist es aber nicht – mehr dazu später.
Die große Reinigungsstation ist abgesehen von der Farbe äußerlich weitgehend unverändert geblieben. Im Inneren hat sich aber einiges getan. So erhitzt die Station Frischwasser während der Reinigung der Mopps nun auf bis zu 55 Grad und nach erfolgreicher Reinigung der angewählten Fläche werden die Mopps mit warmer Luft getrocknet. Das dürfte im Vergleich zur Saugroboter-Konkurrenz deutlich hygienischer sein, Stock und Muff werden so vermieden.
Die Einbindung in die App geht gewohnt schnell und einfach vonstatten. Dafür müssen Nutzer nur den einzelnen Schritten in der Ecovacs-App folgen, schon kann es losgehen. Die App selbst bietet alle erdenklichen Features, die es bei der etablierten Konkurrenz auch gibt – und noch einiges mehr.
So kommt auch der T20 Omni mit dem hauseigenen Sprachassistenten Yiko, der Sprachsteuerung auch ohne Sprachassistenten wie Amazons Echo-Lautsprecher erlaubt. Hinzu kommen Dinge wie der sogenannte Haushälter Modus, in dem der Roboter automatisch nach Verschmutzungen sucht. So viele Features erschweren bisweilen allerdings die Übersicht und so sucht man bestimmte Funktionen teilweise länger als etwa bei Roborock.
Objekterkennung wird beim T20 Omni nur über die beiden Kreuzlaser vorn zu bewerkstelligen versucht, eine Kamera gibt es nicht. Das klappt insgesamt nur bedingt. Meist werden kleinere Gegenstände vor dem Roboter erkannt, immer wieder werden sie aber auch ignoriert. Besonders häufig scheint das auf dem Weg zurück zur Reinigungsstation zu passieren, den der T20 einstellbar alle 6, 10 oder 15 Minuten antreten muss. Da ihm ein interner Wassertank fehlt, trocknen die drehenden Wischpads ansonsten irgendwann aus.
Im Gegensatz zum X1 Omni kann der T20 Omni diese Pads nun beim Befahren auf Teppich endlich anheben. Außerdem erhöht der Sauger dabei auch die Saugkraft auf seine jetzt maximal 6000 Pa. Das funktionierte im Test sehr gut – Teppich wird direkt und fehlerfrei erkannt und die Saugkraft mit kaum spürbarer Verzögerung angepasst. Allerdings hebt der T20 die Pads immer ein wenig zu spät an, was bei kleineren, flachen und flexiblen Teppichen stets dazu führt, dass der Roboter sie mit den Pads umklappt. Das kennen wir so von keinem anderen Modell mit so einer Funktion.
Ansonsten ist die Navigation sehr gut, nur wenige Modelle wie etwa ein Roborock S8 (Testbericht) sind hier noch besser. Durch die regelmäßige Rückkehr zur Reinigung der Mopps sinkt die gesamte Reinigungsgeschwindigkeit im Vergleich zu Modellen ohne Zwischensäuberung. Dafür sind die Mopps stets recht sauber, das warme Wasser ist dabei ebenfalls hilfreich.
Bei der Reinigungsleistung überrascht der Ecovacs T20 Omni etwas. Denn bei angegebenen 6000 Pa sollte man eine nahezu perfekte Saugleistung erwarten, dem ist aber nicht so. Immer wieder kommt es vor, dass die schnell drehenden Seitenbürsten einzelne Krümmel aus dem Weg schießen, statt sie unter den Roboter zu bugsieren. Auch Tierhaare auf Teppich bewältigen andere, ähnlich teure Modelle besser. Insgesamt entspricht die Reinigungsleistung des T20 Omni beim Saugen eher der (oberen) Mittelklasse. Wer den Sauger regelmäßig fahren lässt, wird damit aber keine Probleme haben.
Das nicht perfekte Saugergebnis toppt der Deebot T20 Omni dafür locker mit der Wischleistung. Denn die ist richtig gut und liegt überraschend auf absolutem Spitzenniveau. Das ist daher umso erstaunlicher, weil das eigentliche Spitzenmodell X1 Omni (Testbericht) in diesem Punkt nicht voll überzeugen konnte. Ein Grund für das gute Wischergebnis dürfte die Verwendung von recht viel Wasser sein. Der große Frischwassertank war bei uns im Test nach rund 80 m² bereits leer, entsprechend war manueller Eingriff gefordert. Da es aber kein allzu großes Übergewicht von verwendetem Frisch- zu wieder aufgefangenem Schmutzwasser gibt, dürfte die Omni-Station schlichtweg ziemlich viel Wasser für die Reinigung verwenden. Allerdings war der Feuchtigkeitsfilm auf Hartboden selbst auf der niedrigsten Einstellung ziemlich dick. Im Gegenzug gibt das natürlich eine satte Wisch-Spur, für teuren Hartboden wie Parkett könnte das auf Dauer aber zu viel sein. Einen Unterschied der Wassermenge, die sich in der App in drei Stufen einstellen lässt, konnten wir nur mit viel gutem Willen erkennen. Tatsächlich stellt sich allerdings auch die Frage, wie das ohne internen Wassertank überhaupt gesteuert werden soll.
Der Akku des Deebot Ecovacs T20 Omni ist ebenfalls eher auf kleinere Flächen ausgelegt. So stand er nach 80 m² reiner Reinigungsfläche bei knapp über 30 Prozent, viel weitere wäre es also nicht mehr gegangen. Allerdings setzt der T20 seine Arbeit nach erfolgreichem Zwischenladen auch selbstständig wieder fort. Für die 80 m² benötigte der Sauger übrigens rund 135 Minuten.
Knapp 1100 Euro verlangt Ecovacs für den T20 Omni. In Anbetracht der Leistung und im Vergleich zur Konkurrenz ist das durchaus angemessen. Weitere spannende Saug- und Wischroboter gibt es hier.
Der Ecovacs T20 Omni ist eigentlich das, was der Deebot X1 Omni (Testbericht) im vergangenen Jahr war. Damals wäre er als Topmodell durchgegangen, heute schließt Ecovacs mit all den Features des neuen Modells in erster Linie zur Konkurrenz auf. Wirklich einzigartig ist vor allem das erwärmte Wasser für die Reinigung der Mopps. Zusammen mit der Warmluft-Trocknung und dem tollen Wischergebnis dürfte der T20 so für eines der reinsten Wischergebnisse aller Saugroboter auf dem Markt sorgen.
Insgesamt macht das Modell seine Sache ziemlich gut, auch wenn das reine Saugergebnis vielleicht nicht ganz an Konkurrenten wie einen Roborock S8 Pro Ultra (Testbericht) herankommt. Der kostet aber auch immer noch rund 300 Euro mehr. Dafür bekommt man hier zusätzlich die bessere Objekterkennung und der S8 klappt auch keine Teppiche um.
Noch mehr tolle Saugroboter – auch günstigere – findet man in unserer Bestenliste. Zudem geben wir hier Tipps, worauf man bei einem Saugroboter achten sollte.
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