Die E-Scooter Egret X und Egret X+ wirken durchdacht bis ins Detail. Dazu haben sie einen starken Motor, extragroße Luftreifen und hydraulische Scheibenbremsen. Ob die E-Scooter ihren Preis wert ist, zeigt der Testbericht.
Egret macht gute E-Scooter. Das haben sie schon beim 2020er Egret Ten V4 (Testbericht) und beim 2022er Egret Pro (Testbericht) gezeigt. Der Egret X setzt hier noch einmal eine Schippe drauf. Sowohl bezüglich seiner Features als auch beim Preis. Ihm sieht man sofort an, dass es sich um einen ganz besonderen E-Scooter handelt. Denn Luftreifen mit einem Durchmesser von 12,5 Zoll (ca. 32 Zentimeter) sind selten, die meisten Reifen anderer E-Scooter haben maximal 10 Zoll (ca. 25 Zentimeter). Dabei finden auch die Modelle mit kleineren Reifen ihr passendes Anwendungsgebiet. Alle Informationen rund um E-Scooter und eine Liste, der allerbesten, zeigen wir in unserer Bestenliste E-Scooter.
UPDATE Juni 2023: Der Egret X kostete bisher 2000 Euro. Nun reduziert sich sein Preis dauerhaft auf 1299 Euro. Dort steht auch der Egret X+ bereit. Dieser kommt in den zwei zusätzlichwen Farben Grün und Weiß. Vor allem hat er nun einen Blinker. Dafür müssen Käufer 100 Euro mehr auf den Tisch legen. Einen günstigeren Preis für beide E-Scooter haben wir auch bei anderen Händlern nicht gefunden. Die Preissenkung macht den Egret X gleich deutlich attraktiver und veranlasst uns dazu, seine Bewertung von 4 auf 4,5 Sterne anzuheben.
Der Egret X wirkt massiv und puristisch. Das liegt auch an seinem stabilen Rahmen. Die Lenkstange ist dick und nicht höhenverstellbar. Im unteren Bereich gehen zwei Rohre seitlich von der Lenkstange weg und führen zum Hinterrad. Sie fassen das Trittbrett samt Akku und geben dem Egret X Stabilität. Die Schutzbleche sind ausreichend breit und schützen den Fahrer zuverlässig vor Spritzwasser.
Insgesamt ist die Verarbeitung hochwertig. Nichts wackelt oder wirkt fehl am Platz. Auf farbliche Akzente verzichtet der Egret X weitestgehend. An der Lenkstange sitzt ein Hacken, um etwa kleiner Einkaufstüten daran zu hängen. Die Kabelführung ist gut gelöst, nichts steht unnötig ab. Einen Blinker gibt es bei Egret X+. Ausprobieren konnten wir ihn jedoch bisher noch nicht. Wer sich für den Egret X entscheidet, kann den Blinker aber auch recht günstig nachrüsten. Mehr dazu in unserem Ratgeber Zubehör für E-Scooter.
Der Egret X kommt mit einem über ein Schloss gesicherten Metallring. Dieser ist groß genug, um den E-Scooter mit normalen Fahrradschlössern zu sichern. Ein cleveres und praktisches Feature, das wir so schon am Egret Pro (Testbericht) gesehen haben. Nettes Detail: am Schlüsselring hängt ein kleiner Metall-E-Scooter, dessen Lenkstange sich sogar klappen lässt.
Der Klappmechanismus beim Egret X ist simpel. Dabei hakt die über einen Sicherungshebel umlegbare Lenkstange an einer einklappbaren Vorrichtung am hinteren Schutzblech ein. Die Griffe können nicht angelegt werden. Eingeklappt verringern sich die Maße des 21 Kilogramm schweren E-Tretrollers von 128 × 118 × 62 Zentimeter auf 128 × 59 × 62 Zentimeter.
Das Display ähnelt dem des Egret Pro (Testbericht), kommt aber zusätzlich mit einem abnehmbaren Gummirahmen, der Schutz gegen Kratzer bietet. Das Display ist farbig und kann auch bei Sonne noch ausreichend gut abgelesen werden. Es zeigt neben der Geschwindigkeit die Restkapazität des Akkus und die insgesamt gefahren Kilometer an.
Beim ersten Starten des Egret X will der E-Scooter, dass der Fahrer eine vierstellige Pin festlegt. Diese kann auf Wunsch bei jedem Start des elektrischen Scooters abgefragt werden. Umständlich, aber für einige Anwender sinnvoll. Die korrespondierende App bringt wenig Mehrwert. Bis auf die elektronische Motorsperre kann der Fahrer die meisten dort verfügbaren Optionen auch über das lange Gedrückthalten der Plus- und Minustasten erreichen.
Die Handgriffe sind ergonomisch geformt und bieten sich so auch für längere Fahrten an. Der Daumengriff für die Motorsteuerung ist leichtgängig genug. Auf der linken Seite des Lenkers sitzt die Kontrolleinheit mit vier Knöpfen, über die auch die dreistufige Unterstützungsstufe bestimmt und das Licht ein- und ausgeschaltet wird. Das Frontlicht ist hell und im Abstrahlwinkel variabel. Das hintere Licht leuchtet beim Bremsvorgang auf.
Der Egret X hat keine Glocke, sondern eine elektrische Hupe. Diese ist laut genug, dass auch Autofahrer sie hören können. Fußgänger könnten jedoch erschrecken. Das löst etwa der IO Hawk Legend (Testbericht) besser. Der kommt nämlich neben der Hupe zusätzlich mit einer Klingel.
Der 500-Watt-Motor mit 35 Newtonmeter und 48 Volt ist einer der stärksten, die wir bisher bei einem legalen E-Scooter gesehen haben. An den nicht legalen Eleglide D1 Master (Testbericht) und seinen zwei Motoren kommt er dennoch nicht heran. Die maximale Zuladung beträgt 120 Kilogramm. Dank des starken Motors sollten auch Fahrer mit Maximalgewicht Freude an der Beschleunigung des Egret X haben.
Die hydraulischen Scheibenbremsen mit 120-Millimeter-Scheiben greifen hervorragend und bringen den Fahrer schnell zum Stehen. Aber Achtung: Wer die Vorderbremse bei voller Fahrt zu herzhaft drückt, riskiert ein Blockieren des Vorderrads und damit einen Sturz.
Die Luftreifen sind mit ihrem Durchmesser von 12,5 Zoll eine echte Ansage. Denn grundsätzlich gilt: Je größer die Reifen, desto mehr Unebenheiten schlucken sie weg. Das konnten wir bereits beim Metz Moover (Testbericht) mit seinen 12 Zoll großen Reifen feststellen. So gestaltet sich die Fahrt auch über Schotterpisten und Feldwege angenehmer als noch beim Egret Pro (Testbericht). Trotzdem vermissen wir eine Federung. Denn wer länger über Feldwege rattert, wird trotz der großen Reifen ordentlich durchgeschüttelt. Die Federung würde auch helfen, etwa größere Wurzeln besser überwinden zu können. Uns ist es während der Testfahrt passiert, dass der Vorderreifen sich an einer Wurzen verhakte und uns zum Abspringen zwang.
Für solche Extremfahrten ist das Trittbrett mit seiner Länge von 50 Zentimetern nach hinten zu kurz. Wäre es länger, könnte der Fahrer das Gewicht weiter nach hinten verlagern und so das Vorderrad entlasten, um Hindernisse besser zu überwinden. Die fehlende Federung hat aber auch Vorteile: So gestaltet sich die Fahrt insgesamt stabiler. Außerdem gibt es weniger bewegliche Teile, die kaputtgehen können.
Der Akku ist mit 672 Wattstunden im Gegensatz zum Egret Pro etwa geschrumpft. Zu den E-Scootern mit den dicksten Akkus gehören der IO Hawk Legend (Testbericht) (874 Wattstunden), der Kugoo Kirin G3 (Testbericht) (936 Wattstunden) und der Eleglide D1 Master (Testbericht) (1056 Wattstunden).
Der Egret X kostete bis vor wenigen Monaten 2000 Euro. Nun reduziert sich sein Preis dauerhaft auf 1299 Euro. Einen günstigeren Preis haben wir auch bei anderen Händlern nicht gefunden. Im Preisvergleich zeigen wir die aktuell beliebtesten E-Scooter.
Der Egret X ist ein richtig guter E-Scooter, der sich kaum Schwächen erlaubt. Seine übergroßen Reifen sehen nicht nur beeindruckend aus, sie fangen auch viele Unebenheiten ab. Für den Einsatz in der Stadt und das gelegentliche Fahren auf Feldwegen sind sie optimal. Wer mehr will, sollte zu einem E-Scooter mit einer guten Federung greifen. Der Egret X ist äußerst stabil gebaut, was ihn für den täglichen Einsatz anbietet. Die hydraulischen Bremsen sind super und der Motor am Hinterrad ist extrem stark. Kleine praktische Extras wie der Haken an der Lenkstange oder das clevere Schlosssystem versüßen seine Nutzung im Alltag. Toll ist auch, dass Egret beim X+ nun einen Blinker hinzufügt und zwei weitere Farben bereitstellt. Das wird vielen den Aufpreis von 100 Euro wert sein.
Fast das Einzige, was man dem Egret X und X+ vorwerfen kann, ist ihr mit 1299 Euro, beziehungsweise 1500 Euro nach wie vor recht hoher Preis. Zum Vergleich: Der sehr gute Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht) kostet 750 Euro, der ebenfalls richtig gute Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) sogar nur 550 Euro.
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