Die Eufy Floodlight E340 bietet ein Weitwinkel und ein Zoom-Objektiv mit einer maximalen Auflösung von 3K. Dank leuchtstarker LEDs mit bis zu 2000 Lumen gelingen auch nachts detailreiche und farbige Videos.
Licht verscheucht dunkle Gestalten. Es verwundert daher nicht, dass es immer mehr Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung (Ratgeber) gibt. Sie reichen von Spotlight-Cams über LED-Außenleuchten mit Kamera bis zu sogenannten Floodlight-Cams. Letztere verfügen mit bis zu 3000 Lumen über eine hohe Leuchtkraft. Allen gemeinsam ist, dass sie mithilfe der Beleuchtung eine farbige Nachtsicht bieten. Das Bild bietet damit nachts mehr Details, sodass ungebetene Gäste besser identifiziert werden können. Insgesamt bieten Überwachungskameras mit Zusatzbeleuchtung ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen. Ausnahmen sind lediglich Modelle mit lichtstarken Objektiven, die auch ohne zusätzlichen LED-Strahler eine farbige Nachtsicht bieten. Wer daran interessiert ist, findet in unserer Bestenliste Top 5: Die besten Überwachungskameras mit perfekter Nachtsicht im Test genügend Auswahl.
Die Floodlight Cam E340 ist Eufys neues Spitzenprodukt für den Outdoorbereich. Gegenüber dem bisherigen Platzhirsch, der Floodlight Cam 2 Pro (Testbericht), bietet sie ein zusätzliches Objektiv mit einem optischen 3x-Zoom. Damit haben Anwender Eindringlinge noch besser im Blick, da durch die vergrößerte Ansicht deutlich mehr Details zum Vorschein kommen. Wie die Floodlight Cam 2 Pro verfügt die E340 über ein schwenk- und neigbares Objektiv und deckt damit 360 Grad horizontal und 120 Grad vertikal ab. Dank automatischer Verfolgung verliert sie ein erkanntes Objekt nicht mehr aus den „Augen“. Die Überwachung wird dabei von einer automatischen Cruise-Control unterstützt, mit der die Kamera nach Anwendervorgaben zuvor definierte Wegpunkte zu bestimmten Zeiten abscannt. Auch dieses Feature kennen wir schon von der Cam 2 Pro. Mehr als der Vorgänger hat die E340 standardmäßig in puncto Bewegungserkennung zu bieten. Sie unterscheidet standardmäßig zwischen Personen, Fahrzeugen und Haustieren, sowie alle anderen sich bewegenden Objekten. Damit sind Fehlalarme praktisch ausgeschlossen. Mit der Anbindung an die Homebase kann sie darüber hinaus noch Gesichter identifizieren. Und noch ein Feature bietet die Eufy E340, wenn sie an die Homebase angeschlossen ist: die sogenannte Cross-Kamera-Verfolgung. Damit werden Videos vom selben Ereignis verschiedener Eufy-Überwachungskameras zu einer Aufnahme zusammengefügt. Für diese Funktion muss man sich allerdings als Beta-Tester registrieren. Derzeit ist die Cross-Kamera-Verfolgung noch kostenlos, womöglich muss man später aber dafür bezahlen.
Die beiden Objektive bieten Auflösungen von 2880 × 1620 (Weitwinkel) sowie 3K (Tele) mit 2304 × 1296 Pixel. Die aufgenommenen Videos sind sehr detailreich. Mit aktiver Beleuchtung, die bis zu 2000 Lumen hell strahlt, nimmt sie auch nachts Videos in Farbe auf. Diese speichert sie bei voller Auflösung im HEVC-Format (H.265) auf einer microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang zählt. Wer die Eufy E340 zusammen mit einer Homebase betreibt, benötigt keine microSD-Karte, da die Kamera in diesem Fall Videos direkt auf der Homebase speichert. Die Aufnahme von Videos erfolgt entweder ereignisbasiert oder kontinuierlich.
Anders als die Floodlight Cam 2 Pro, die Eufy inzwischen unter der Bezeichnung Floodlight Cam S330 vermarktet, unterstützt die E430 keine Speicherung auf einem NAS und auch der Zugriff auf den Stream über RTSP ist nicht möglich. Zusätzlich dazu bietet Eufy noch Cloud-Speicher an. Der Basis-Tarif für 2,99 Dollar umfasst ein Gerät und speichert Videos bis zu 30 Tage. Mit dem 10 Dollar monatlich oder 100 Dollar jährlich teuren Plus-Abo können Anwender den Cloud-Speicher für bis zu zehn Geräte verwenden.
Die Helligkeit der LED-Strahler können Anwender regulieren und das nicht nur manuell, sondern auch automatisch, etwa nach Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und persönlichem Zeitplan. Aufgrund ihrer Leuchtstärke und des damit verbundenen hohen Energiebedarfs benötigt die Eufy Floodlight Cam E340 einen festen Stromanschluss. Kontakt zum heimischen Router nimmt sie über das 2,4-GHz- oder 5-GHz-WLAN auf. Sie bietet außerdem eine Gegensprechfunktion und eine sehr laute Sirene, die bei Bedarf automatisch Alarm schlägt.
Die knapp 1400 Gramm schwere Eufy Floodlight Cam E340 misst 321 × 187 × 216 mm. Sie kann an der Decke oder an der Wand montiert werden, ist wetterfest nach IP65 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen –20 und 50 Grad Celsius einsatzbereit.
Im Lieferumfang sind ein Haltegurt inklusive Installationshaken für die Montage, eine Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält detaillierte Informationen zur Montage inklusive Verbindung der Kamera mit dem Stromnetz. Weiterhin gibt es noch ein USB-Anschlusskabel, um die Kamera vor der endgültigen Montage einzurichten.
Wer die Schnellstartanleitung verlegt hat, kann auf die App ausweichen, die ebenfalls sämtliche Informationen zur Montage und Einrichtung enthält. Damit dürfte die Montage für die meisten problemlos verlaufen. Dennoch gilt wie immer beim Anschluss von Geräten ans Stromnetz, dass Inbetriebnahme qualifiziertem Fachpersonal vorbehalten ist. Dank der ausgezeichneten Anleitung in der App ist die Befestigung der Kamera nach gut 15 Minuten erledigt.
Die Inbetriebnahme der Eufy Floodlight Cam E340 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Eufy voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Ist die Registrierung abgeschlossen, wählen Anwender über das Plus-Zeichen in der App als Modell die Floodlight Cam E340, um die Koppelung mit WLAN-Router zu starten. Die Ersteinrichtung erfolgt über das Einscannen des QR-Codes auf der Kamera. In der Folge muss man nur noch das WLAN-Passwort des entsprechenden Funknetzwerks eingeben und schon ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender Livestream und Gerätedaten auch über eine Web-Anwendung auf dem Desktop abrufen. Allerdings ist damit keine Konfiguration der Geräte möglich. Eine leistungsfähige Desktop-Anwendung, wie sie etwa Reolink (Test) bietet, hat Eufy bislang nicht im Angebot.
Nach dem Start zeigt die Eufy-App alle bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild inklusive eines Sicherheitsberichts über aufgelaufene Alarme.
Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über das Drei-Punkte-Menü und das Zahnradsymbol. Sie umfassen Konfigurationsmöglichkeiten zu den Menüpunkten Homebase Connection, Beleuchtungseinstellungen, Bewegungserkennung, Erfassungsbereich, Schwenk-/Neigeeinstellungen, Voreingestellte Positionen, Video, Audio, Push-Benachrichtigung, Allgemein und Gerätefreigabe.
In Abschnitt Bewegungserkennung können Anwender den Aktivitätsbereich der Kamera festlegen, der sich bei der Floodlight Cam E340 wegen des 360-Grad-Sichtfelds auf mehrere Zonen verteilt. Damit kann man ausschließen, dass die Kamera Personen auf einem fremden Grundstück oder öffentlichen Bereich erfasst und somit einen DSGVO-konformen Betrieb realisieren. Zusätzlich lässt sich unter Erfassungsbereich noch die Entfernung in fünf Stufen festlegen, bei der die pyroelektrischen Sensoren (PIR) der Kamera reagieren sollen. Maximal liegt dieser bei 12 Metern. Zudem lassen sich die einzelnen drei Bereiche, die die Sensoren erfassen, mit unterschiedlichen Empfindlichkeitswerten konfigurieren. So kann man beispielsweise im linken Bereich eine größere Entfernung angeben als in den restlichen Zonen.
Um Fehlalarme zu vermeiden, können Anwender die Erkennungsart auf Menschen begrenzen. Im Test hat das die Kamera perfekt hinbekommen und bei Menschen alarmiert, bei Haustieren zum Beispiel aber nicht.
Unter Schwenk-/Neigeeinstellungen, können Anwender die Bewegungsverfolgung (KI-Nachverfolgung) aktivieren. Dann verliert die Kamera erkannte Objekte nicht mehr aus den Augen. Zusätzlich lässt sich die Empfindlichkeit für die Bewegungsverfolgung in drei Stufen einstellen. Unter Auto-Cruise kann man die Zeit festlegen, wie lange die Kamera jeweils an den zuvor festgelegten vier Wegpunkten verharrt, bevor sie die anderen Bereiche abscannt. Als Intervallwerte stehen dafür 10, 20 und 30 Sekunden sowie 1 und 5 Minuten zur Auswahl. Zusätzlich lässt sich das automatische Cruisen für bestimmte Wochentage und Zeiten konfigurieren. Außerdem ist es möglich, eine Erkennung außerhalb der Standardansicht zu aktivieren, sodass die Kamera auch dann Objekte erfasst, wenn diese sich außerhalb des aktuellen Sichtfelds befinden.
Die Beleuchtung der Kamera lässt sich manuell oder automatisch einschalten. Dabei können Anwender Zeiten definieren oder Optionen wie Sonnenauf- und -untergang sowie die Option Bewegungsaktivierte Beleuchtung wählen. Für jede dieser Möglichkeiten lässt sich zudem die Helligkeit der LEDs konfigurieren. Eine Änderung der voreingestellten Farbtemperatur von 4.000° Kelvin unterstützt die E340 anders als die Floodlight Cam 2 Pro hingegen nicht.
Und wie bei Eufy üblich, können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Eufy-App installieren und sich registrieren.
Dank hoher Auflösung sind die Videos der Kamera sehr detailreich, vor allem die Aufnahmen des Zoom-Objektivs überzeugen. Und mit zugeschalteter Beleuchtung nimmt sie auch nachts sehr ordentliche Videos in Farbe auf. Mit voller Leuchtstärke von 2000 Lumen erhellt die Eufy Floodlight Cam E340 einen großen Bereich. An die 3000 Lumen helle Eufy Floodlight Cam 2 Pro (S330) kommt sie allerdings nicht heran. Die Leuchtstärke ist anpassbar, sodass sich die Kamera auch für eine gedimmte Beleuchtung, etwa bei einem Grillabend, nutzen lässt. Die Sirene ist mit bis zu 100 dB sehr laut und die integrierte Gegensprechfunktion ohne Fehl und Tadel. In puncto Benachrichtigungen bietet die Eufy lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschickt sie hingegen nicht.
Nützlich ist außerdem das Beta-Feature Cross-Kamera-Verfolgung auf Basis von an der Homebase 3 angeschlossenen Eufy-Überwachungskameras. Damit erhalten Anwender einen Zusammenschnitt eines Ereignisses mit unterschiedlichen Ansichten. So kann man schneller erfassen, welchen Weg die Eindringlinge zurückgelegt haben.
Die Eufy Floodlight Cam E340 arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen.
Leider bietet Eufy für die Floodlight Cam E340 keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht). Immerhin ist sie dank Community-Apps kompatibel zu Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht). Den Standard Open Network Video Interface (ONVIF) unterstützt die Kamera nicht.
Die Eufy Floodlight Cam E340 hinterlässt optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Regulär kostet sie 230 Euro. Aktuell wird sie für knapp 190 Euro (Preisvergleich) angeboten. Als Alternative kommt auch die Eufy Floodlight Cam 2 Pro infrage, der allerdings das zweite Objektiv fehlt. Dafür leuchtet sie mit 3000 Lumen heller als die E340, die „nur“ 2000 Lumen bietet. Obendrein unterstützt die Cam 2 Pro alias S330 eine Anpassung der Farbtemperatur der LED-Beleuchtung. Auf letzteres muss man bei der E340 verzichten.
Weitere Alternativen zeigen wir in folgender Tabelle, die die besten Floodlight-Cams (Bestenliste) sowie die besten PTZ-Überwachungskameras (Bestenliste) enthält.
Mit der Floodlight Cam E340 ist Eufy eine gute Ergänzung zur bereits länger erhältlichen Floodlight Cam 2 Pro gelungen. Im Test überzeugt sie vor allem durch das zweite Objektiv, das neben der Totalen eine Zoom-Ansicht mit 3x optischer Vergrößerung bietet. Eine in Kombination mit Beleuchtung verfügbare farbige Nachtsicht beherrschen inzwischen viele Modelle. Doch die Eufy bietet darüber hinaus eine konfigurierbare automatische Rundumsicht inklusive Bewegungsverfolgung. Damit erfasst sie zuverlässig jedes Objekt, das sich im Erfassungsbereich von bis zu 12 Metern befindet und lässt es nicht mehr aus den „Augen“. Die laute Sirene dürfte viele ungebetene Gäste zuverlässig abschrecken. Auch dass man die Beleuchtung in puncto Helligkeit anpassen und die Aktivierung automatisieren kann, stehen auf der Habenseite. Die stabile WLAN-Verbindung und die schnelle Aktivierung des Livestreams sind weitere Pluspunkte.
Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home-Systeme gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro oder Home Assistant lässt sich die Kamera mit anderen Smart-Home-Lösungen nicht kombinieren. Für das alte Modell Eufy Cam 2 Pro spricht hingegen die größere Helligkeit von 3000 Lumen gegenüber 2000 Lumen bei der E340, sowie die Anpassbarkeit der Farbtemperatur. Die beiden Eufy-Floodlight-Cams zählen mit den gebotenen Leistungen zu den besten PTZ-Überwachungskameras. Vor allem dann, wenn man sie mit der Homebase 3 koppelt. Denn damit steht nicht nur ein zentraler Speicher zur Verfügung, sondern mit Cross-Kamera-Verfolgung eine interessante Funktion, die ein Video von einem Ereignis aus mehreren Eufy-Überwachungskameras zusammenstellt.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Und wer sich für Überwachungskameras mit Beleuchtung interessiert, findet in unserem Ratgeber Außenleuchten, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 60 Euro alle relevanten Produktkategorien mit den besten Angeboten. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert und damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
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