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Eufycam 2 im Test: Kabellose Outdoor-Cam mit Monster-Akku

Eufycam 2 im Test: Kabellose Outdoor-Cam mit Monster-Akku
VORTEILE
  • Leichte Einrichtung
  • Komfortable App
  • Genaue Erkennung
NACHTEILE
  • Bewegungssensor leicht zerkratzbar
  • Kein LED-Scheinwerfer
  • sehr teuer

Personenerkennung, Nachtsicht und Akku für ein ganzes Jahr – die Eufycam 2 ist ein gelungenes Update der Cam 2c. Wir haben die Kamera getestet.

Die Eufycam 2c (Testbericht) punktet mit leichter Bedienung, guter Aufnahmequalität, genauer Erkennung und lokaler Datensicherung. Die Eufycam 2 soll das gleiche leisten, jedoch fast doppelt so lange ohne Aufladen durchhalten – ein ganzes Jahr, um genau zu sein. Das schaffen nicht viele akkubetriebene Überwachungskameras. Der Anker-Tochter Eufy darf man das aber durchaus zutrauen, schließlich kennt sich der Hersteller von Produkten wie den Soundbuds Flow (Testbericht) oder der Powerbank Powercore 5000 (Testbericht) mit Akkus aus.

Übrigens: Outdoor-Cams sind nicht nur zur Überwachung von privaten Bereichen praktisch. Auch für die Beobachtung von Vögeln bei der Aufzucht der Jungtiere eignen sich die Cams, wie unser Ratgeber Nistkästen mit Kamera und Live-Übertragung zeigt.

Konzept

Die Eufycam 2 ist eine kabellose Outdoor-Cam zur Überwachung von Privatbereichen. Über eine kostenlose App steuert der Nutzer sie ganz bequem. Für die Kommunikation zwischen Kamera und Smartphone-App ist eine Basisstation zuständig. Die gibt es im Bundle mit zwei Kameras zu kaufen. Wer schon eine Eufycam 2c hat, bekommt die Eufycam 2 wahlweise auch einzeln ohne Basisstation.

Cams und Basisstation sind vollständig aus Kunststoff gefertigt. Die Verarbeitung der Geräte macht einen guten Eindruck, die Kameras liegen solide in der Hand, fühlen sich hochwertig an und sind nach IP67 wasserfest. Der Bewegungssensor der Kameras ist wie bei der Eufycam 2c (Testbericht) jedoch stark für Kratzer anfällig. Bereits beim Abziehen der Folie sieht man Mikrokratzer auf der Oberfläche. Das ist nicht schön, schränkt aber die Funktionalität nicht merklich ein.

Leider ist auch die Front der Eufycam 2 sehr anfällig gegenüber Kratzern.

Die Basisstation namens Homebase 2 ist gut verarbeitet und insgesamt deutlich leichter als die Kameras. Klar, hier ist kein Akku eingebaut, im Inneren befinden sich 16 GByte Speicher, Komponenten zum Senden und Empfangen von Daten sowie ein KI-Chip, der bekannte Gesichter lernt. Die Kameras kommunizieren per WLAN (2.4 GHz) mit dem Hub, der wiederum per LAN oder WLAN im Internet hängt.

Einrichtung

Rund einmal im Jahr braucht die Eufycam 2 Strom.

Die gute Nachricht vorweg: Kameras von Eufy richtet man alle nach dem gleichen Prinzip ein. Das spart Zeit, wenn man weitere Kameramodelle hinzufügt. Die Einrichtung der Eufycam 2 klappt entsprechend schnell und einfach. In der Praxis hilft das beigelegte Handbuch, das alle Installationsschritte gut erklärt. Zunächst wird die Basisstation an Netzteil und LAN-Kabel angeschlossen – beides liegt der Kamera bei. Nach Abschluss der Einrichtung ist auch die Verbindung via WLAN möglich. Ist der Hub mit Strom und Netzwerk verbunden, leuchtet nach gut einer Minute die LED-Anzeige an der Vorderseite konstant blau.

Die weitere Einrichtung erfolgt über die kostenfreie App Eufy Security für Android und iOS. Diese verlangt ein Benutzerkonto. Für die Anmeldung fragt der Anbieter nach vollem Namen und E-Mail-Adresse. Weitere Daten wie Adresse, die etwa bei Ring-Überwachhungskameras (Link zur Themenwelt) nötig sind, braucht man hier nicht. Nach dem Login zeigt die App die Option Gerät hinzufügen an. Mit einem Klick auf HomeBase 2 startet die Konfiguration der Basisstation. Im nächsten Schritt scannt der Nutzer mit seiner Smartphone-Kamera den QR-Code auf der Rückseite der Basisstation und wartet, bis die Verbindung aufgebaut ist. Danach ist das Ethernetkabel nicht mehr notwendig und die Homebase darf auf Wunsch an einer beliebigen Stelle in WLAN-Reichweite positioniert werden. Reicht die Verbindungsqualität an der gewünschten Stelle nicht aus, haben wir im Ratgeber besseres WLAN einige Repeater getestet, die das heimische WLAN verstärken.

Nun geht es an die Einrichtung der zwei Kameras. Die App bietet hierzu wieder die Funktion Gerät hinzufügen und dann den Menüpunkt Cam 2 . Nach Betätigung des Sync-Buttons für zwei Sekunden auf der Oberseite der Kamera piept diese kurz. Kamera und Basisstation führen den Verbindungsaufbau laut Eufy über Schallwellen durch. Im Test funktionierte die Konfiguration ohne Probleme auf Anhieb. Wahlweise verbindet sich das Eufy-System noch mit Alexa, Google Assistant oder dem Apple Home Kit (Anleitung des Herstellers ). Auf diese Weise integrieren sich die Kameras in ein bestehendes Smart Home und hören auf Befehle wie „Hey Siri, deaktiviere Kamera im Garten“.

Im Anschluss geht es an die Positionierung der zwei Cams. Wir empfehlen, die Kameras erst einmal an die Stellen zu legen beziehungsweise zu halten, wo sie später angebracht werden sollen. Ist die Live-Übertragung der Kamera auf dem Smartphone von schlechter Qualität oder nicht möglich, sollte eine andere Stelle für die Positionierung gesucht werden. Achtung: Für die Kameras ist nicht die WLAN-Reichweite relevant, sondern die Entfernung zur Eufy-Basisstation, die in diesem Fall als Repeater fungiert. Das schränkt unter Umständen die Kameraabdeckung eines Hauses oder einer großen Wohnung mehr oder weniger stark ein.

Wir empfehlen, die Kamera ab einer Höhe von drei Metern zu installieren, um eine Manipulation zu erschweren. Für die Montage liefert Eufy zwei Schablonen und zwei Halterungen mit, die dankenswerterweise große Schlitze für die vorgesehene Bohrung haben, sodass die Halterungen auch nach der Montage noch zu justieren sind.

Die erste Halterung besteht aus zwei Komponenten, nämlich Wandplatte und Gewinde für die Kamera, die miteinander verschraubt sind. Nachdem die Löcher entsprechend in die Wand gebohrt und die mitgelieferten Dübel versenkt sind, halten zwei Schrauben die Platte an der Wand. Dann kommt die Kamerahaltung samt Cam wieder an die Wandplatte – fertig. Die zweite Halterung wird genauso montiert, allerdings hält hier die Kamera magnetisch und nicht mittels Gewinde. Das ist in Außenbereichen eigentlich nicht zu empfehlen, denn das erleichtert den raschen Diebstahl der Kamera.

Funktionsumfang

Die Menüführung der App ist leicht verständlich.

Die Eufycam 2 nimmt wie die 2c Videos mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixel (Full-HD) auf. Das Weitwinkelobjektiv mit einem Betrachtungswinkel von 135 Grad sorgt für ein breites Sichtfeld. Zum Vergleich: Die Kamera der Netatmo Presence (Testbericht) hat nur einen 100-Grad-Winkel, die der Nest Cam Outdoor (Testbericht) einen 130-Grad-Winkel.

Links neben der Linse befindet sich ein Helligkeitssensor, der Tag und Nacht unterscheidet, rechts die abschaltbare Status-LED. Sie zeigt, ob die Kamera inaktiv ist oder aufzeichnet. Um die Linse herum befinden sich vier Infrarot-LEDs für Nachtsicht, unterhalb der Linse ist das Mikrofon integriert, darunter der Bewegungssensor. Auf der Unterseite der Kamera findet sich noch ein Lautsprecher, um etwa mit Postboten zu sprechen oder vermeintliche Einbrecher zu erschrecken. Überraschend: Im Gegensatz zur kleineren Eufycam 2c hat die 2 keinen kleinen LED-Scheinwerfer. Entsprechend schreckt die Kamera auch keine Einbrecher mit Beleuchtung ab, wie es beispielsweise im Testverlauf der Netatmo Presence (Testbericht) der Fall war. Hier konnte allein das durch den Bewegungsmelder aktivierte Licht eine Person vom Eindringen in den Garten abhalten.

Auf Nachfrage beim Hersteller übertragen die Kameras das Live-Bild im 2.4-GHz-Netz mit einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung. Aufnahmen speichert die Basisstation lokal auf der fest eingebauten, nicht erweiterbaren 16-GByte-Speicherkarte, bis der Speicher voll ist. 40 Sekunden Videomaterial in Full-HD belegen 0,08 GByte Speicher. Das reicht etwa für gut knapp 200 Aufnahmen à 40 Sekunden. Neue Aufnahmen überschreiben die ältesten Aufnahmen, ein Download auf das Smartphone ist möglich. Zudem verbindet sich die Basisstation mit lokalen Speichermedien via USB-Typ-A.

Den Aktivitätsbereich stellt man für jede Kamera individuell ein, einzelne Bildbereiche schwärzt die Kamera allerdings nicht aus – hier muss die Kamera exakt positioniert werden, sodass kein öffentlicher Raum gefilmt wir. Selbst ein Millimeter des Nachbarsgarten ist hier unzulässig.

Des Weiteren reguliert man in den Einstellungen die Empfindlichkeit für die Bewegungserkennung. Bei Alarm geht wahlweise die Sirene in der Kamera und/oder der Homebase los. Beide sind laut und erregen die Aufmerksamkeit direkter Nachbarn. Je nach Modus sind diese Einstellungen noch im Detail konfigurierbar. Mit Zuhause aktiviert sich die Kamera ausschließlich, wenn Besitzer der App das Haus betreten (warum auch immer), mit Abwesend , wenn niemand im Haus ist, mit Deaktiviert ist die Überwachung inaktiv und mit Zeitplan ist die Aktivierung für bestimmte Tage beziehungsweise Uhrzeiten möglich. Mit Benutzerdefiniert lässt sich ein individuelles Konzept zusammenstellen.

Freunde und Familie bekommen bei Bedarf ebenfalls Zugriff auf die App. Auf diese Weise erkennt Eufy, wenn sich diese Menschen im Haus aufhalten und löst keinen Alarm aus. Alternativ lernt die Software Gesichter. Wenn die App entsprechend ein bestimmtes Gesicht erlernt, löst die Kamera keinen Alarm aus. Laut Eufy werden die Daten lokal im „KI-Chip“ gespeichert – im Gegensatz zu vielen Konkurrenten wie der Yi Home Cam (Testbericht) landen die Aufnahmen in keiner chinesischen Cloud.

Qualität

Wie bei der kleinen 2c ist die Tonqualität der Eufycam 2 gut – sowohl was Aufnahmen über das Mikrofon, als auch Wiedergabe über den Lautsprecher angeht. Aufnahmen sind klar verständlich, der Lautsprecher gibt die eigene Stimme angemessen laut wieder, sodass selbst bei nahem Straßenverkehr die eigene Stimme gut bis sehr gut hörbar ist. Das Mikrofon ist sehr sensibel. Bei Aufnahmen im Innenraum hört man beispielsweise auch sprechende Menschen hinter verschlossener Tür. Das kann mitunter hilfreich sein, wenn das Mikrofon die Stimmen von Einbrechern aufzeichnet.

Bei Nacht zeigt die Eufycam 2 ihre Stärke.

Die Videos der Eufy-Kameras zeigen Aufnahmen mit vielen Details – auch bei Nacht. Die vier IR-LEDs um die Linse herum sorgen für eine klare Nachtsicht. Und somit bleiben die Eufy-Cams auch die Spitzenreiter bei Nachtaufnahmen unter den akkubetriebenen Outdoor-Kameras, die wir getestet haben. Bei Tageslicht sorgt die Cam 2c ebenfalls für ein scharfes Bild, die Farben wirken aber wie bei der Eufycam 2c mit einem Grauschleier überzogen.

Aufnahmen bei Tag wirken immer etwas düster

Es ist zudem möglich, in Live-Aufnahmen reinzuzoomen und so Details zu erkennen, die bei Vollbild im Zweifelsfall verborgen bleiben.

Cloud-Dienst

Der Cloud-Dienst der Eufycam 2 ist wie bei der Eufycam 2c (Testbericht) und der Blink XT2 (Testbericht) von Amazon kostenfrei. Alternativen wie die Arlo Pro 2 (Testbericht) verlangen für ihre Cloud-Dienste teilweise ordentlich Gebühren.

Bei Eufy werden die Daten lokal in der Basisstation gespeichert. Der Cloud-Dienst der App erlaubt den Zugriff auf die lokal gespeicherten Aufnahmen. Weitere Übertragungen nach außen sind bei den Kameras von Eufy nicht möglich, bei einem chinesischen Produkt sollte man aber dennoch nicht die Hand dafür ins Feuer legen. Immerhin: Die Datenschutzerklärung von Eufy (Link zum Hersteller ) berichtet nichts zu diesem Thema, was hoffentlich ein gutes Zeichen ist. Bei vergleichbaren Produkten wie der Yi Home Cam (Testbericht) sieht das ganz anders aus.

Fazit

Die Eufycam 2 ist eine leistungsstarke Kamera und eine gute Erweiterung zur Eufycam 2c (Testbericht) . Einrichtung, Datensicherung und Einstellungen gelingen mit geringem technischem Know-how. Aufnahmen und Personenerkennung funktionieren einwandfrei.

Zudem speichert auch die Eufycam 2 alle Aufnahmen lokal in der Basisstation statt in der Kamera. Das ist in Hinblick auf Privatsphäre und Sicherheit ein echter Mehrwert. Die versprochene Akkulaufzeit von 365 Tagen erscheint nach unserer Hochrechnung realistisch. Zum Vergleich: Die Eufycam 2c ist seit Dezember 2019 im Einsatz und hat noch über 40 Prozent Akkuladung.

Drei Punkte gefallen uns an der Kamera nicht: Der Preis für das Bundle liegt bei 400 bis 500 Euro. Das Bundle mit der 2c kostet mit 240 Euro knapp die Hälfte. Einzeln, also ohne zweite Kamera und Hub, liegt die Eufycam 2 bei rund 200 Euro. Zudem ist der Bewegungssensor auch bei der Eufycam 2 sehr anfällig für Kratzer. Zuletzt verzichtet die Kamera auf den Mini-LED-Scheinwerfer zur Beleuchtung bei Nacht. Somit schreckt die Kamera mit fehlendem Licht keine Einbrecher ab.

Wer ein leicht bedienbares Überwachungsset für unter 250 Euro sucht, sollte sich die Eufycam 2c (Testbericht) ansehen. Hier ist die Akkulaufzeit zwar auf etwa ein halbes Jahr beschränkt, dafür kostet das Set auch nur die Hälfte. Bei der Eufycam 2 würden wir abwarten, bis der Preis fällt. Seit Markteinführung im Herbst 2019 ist er überraschenderweise gestiegen.