Gleich zwei übertrieben starke Motoren, ein riesiger Akku, fette Reifen, Federung vorn und hinten, hydraulische Scheibenbremsen: Mehr E-Bike geht für 1300 Euro kaum. Wir testen das Duotts S26.
E-Fatbikes verbinden die Vorteile von E-Mountainbikes und E-Citybikes. Ihre dicken Reifen haben mehr Profil und Auflagefläche als normale MTB-Reifen. Das sorgt für mehr Traktion und Komfort bei holprigen Untergründen wie Schotter, Sand oder Schnee. Gleichzeitig sind sie mit Schutzblechen, Gepäckträger und Beleuchtung alltagstauglich ausgestattet. Wer gerne on- und offroad unterwegs ist, liegt mit einem E-Fatbike goldrichtig.
Das Duotts S26 kommt mit einer Fully-Federung vorn und hinten, hydraulischen Scheibenbremsen, 4 Zoll breiten Reifen auf 26-Zoll-Felgen, einem üppigen 960-Wh-Akku, Schutzblechen und Gepäckträger. Das Besondere sind die zwei Motoren: Je ein 750W Nabenmotor sitzt im Vorder- und Hinterrad. Sie liefern jeweils ein Drehmoment von 65 Nm, was in Kombination für einen brutalen Vortrieb in jedem Gelände sorgt.
In Deutschland sind solche starken Motoren auf öffentlichen Straßen allerdings nicht erlaubt. Das Duotts S26 ist somit nur für den Einsatz auf unwegsamen Privatgelände zugelassen. Dort spielt es seine Stärken voll aus.
Der Aufbau des Duotts S26 erfordert etwas Schrauberei. Nach dem Auspacken muss man das Vorderrad einsetzen, den Lenker anschrauben, die Pedale fixieren, vorderes und hinteres Schutzblech anbringen, den Fahrradcomputer am Lenker befestigen, das Frontlicht montieren und den Gepäckträger anbringen. Danach alle Schrauben nachziehen, Reifen aufpumpen und wenn möglich einen Helm aufsetzen (siehe unsere Bestenliste Top 5: Die besten smarten Fahrradhelme) – dann kann die erste Fahrt losgehen. Wir benötigen trotz einiger Erfahrung etwa 45 Minuten für den Aufbau.
Erfreulich: Eine Luftpumpe und praktische Handyhalterung für den Lenker liegen bei. Das spart zusätzliche Kosten. Wer die beste Handyhalterung will, sollte hier vorbeischauen: Top 10: Die beste Handyhalterung für das Fahrrad.
Optisch wirkt das Duotts S26 massiv und bullig. Die dicken Reifen, der große aufgesetzte Akku und viele Extras wie der Gepäckträger machen mächtig Eindruck. Vorn sind viele Kabel sichtbar, was etwas unaufgeräumt aussieht. Der große goldene Duotts-Schriftzug auf dem Akku wirkt etwas unpassend zur sonst dunklen Farbgebung mit roten Akzenten.
Bei dem Preis von nur 1300 Euro verbaut Duotts verständlicherweise günstige Komponenten. Hier kann also etwas kaputtgehen. In unserem Test funktionierte aber alles tadellos.
Das Fahrrad wiegt stolze 42 kg und misst 190 × 113 × 71 cm. Die maximale Zuladung beträgt ordentliche 150 kg. Gegen Spritzwasser ist es nach IPX4 geschützt. Die Schutzbleche aus Plastik wirken etwas billig. Immerhin sind sie dabei und halten den gröbsten Dreck vom Fahrer fern.
Die ergonomisch geformten Handgriffe rutschen leider etwas auf dem Lenker. Eine Möglichkeit zur Fixierung gibt es nicht. Links befinden sich der An/Aus-Button, zwei Knöpfe zur Wahl des Unterstützungsmodus sowie ein Knopf zum Umschalten zwischen einem oder beiden Motoren.
Ein weiterer Knopf betätigt die elektrische Hupe, was in Deutschland allerdings nicht erlaubt ist. Dazu passt, dass eine normale Klingel fehlt. Ein Kippschalter aktiviert das Licht.
Rechts sitzt ein USB-A-Port zum Laden von Smartphones sowie eine einfache 7-Gang-Schaltung von Shimano. Im rechten Griff ist zudem ein Gasgriff versteckt, der auf öffentlichen Straßen aber ebenfalls verboten ist.
Das große farbige Display in der Mitte spiegelt zwar etwas, ist aber auch bei Sonneneinstrahlung noch passabel ablesbar. Es informiert über Geschwindigkeit, Tageskilometer, Gesamtkilometer, Fahrzeit und einiges mehr.
Sehr gut: Vorder- und Rücklicht hängen am Stromkreislauf. Die Frontleuchte ist hell und gut ausgerichtet. Auch das hintere Licht strahlt kräftig und leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.
Aufgrund seines hohen Gewichts ist das Duotts S26 nichts für Anfänger. Die Sitzposition ist angenehm aufrecht und nicht zu sportlich. Auch für größere Fahrer gibt es genug Platz.
Der Sattel ist sehr weich gepolstert und die dicken 4 Zoll breiten Reifen auf 26-Zoll-Felgen federn viele Unebenheiten zusätzlich ab. Das gilt auch für die Federgabel vorn und die hintere Federung, die den Fahrkomfort weiter erhöhen. Die Federgabel lässt sich bei Bedarf blockieren, die Stärke ist jedoch nicht einstellbar.
Ungewöhnlich sind die zwei Nabenmotoren in Vorder- und Hinterrad. In der Mitte sitzt kein Motor, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Die Motoren leisten je 750W und 65 Nm.
Die Motorelektronik regelt nicht sehr feinfühlig. Erst nach etwa einer vollen Pedalumdrehung springt der Antrieb an – dann aber gleich mit voller Kraft. Eine Zwischenstufe gibt es nicht. Auf Schotter dreht das Vorderrad dadurch manchmal durch.
Besser dosieren lässt sich die Power über den Gasgriff. Das ist aber wie bereits erwähnt nur abseits öffentlicher Straßen und Wege erlaubt.
Im Gelände sind die zwei Motoren ein echter Segen. Gerade auf Trails mit vielen Wurzeln kommt man so überall durch. Es gibt praktisch keine Steigung, die das Duotts S26 nicht packt. Wegen des hohen Gewichts bleibt das Handling aber anspruchsvoll.
In Unterstützungsstufe 5 beschleunigt das Duotts S26 in Windeseile auf über 50 km/h. Das fühlt sich schon extrem flott und teilweise unsicher an. Speziell auf Feldwegen wackelt dann alles ganz schön. Wir hatten etwas Sorge, dass die günstigen Komponenten bei Vollgas den Geist aufgeben und man dann womöglich stürzt. Ein Helm ist hier definitiv Pflicht.
Sehr gut funktionieren die hydraulischen Scheibenbremsen. Nach kurzer Einbremsphase packen sie kräftig zu und lassen sich gut dosieren.
Mit einer Kapazität von 960 Wh gehört der abnehmbare Akku zu den größten am Markt. Laut Duotts soll er rein elektrisch für 50 - 60 km reichen. Das wurde aber unter Idealbedingungen ermittelt: Ebene Strecke, 25 °C, kaum Wind, niedriges Fahrergewicht und gemäßigtes Tempo.
Im realen Einsatz mit Steigungen, Schotter, Gegenwind und voller Motorleistung schaffen wir immer noch stolze 40 km. Wer ständig schnell unterwegs ist, muss die Reichweite deutlich nach unten korrigieren.
Geladen wird der Akku mit dem beiliegenden 48V/2A-Netzteil. Für eine volle Ladung müssen gute neun Stunden einkalkuliert werden.
Das Duotts S26 kostet bei Geekmaxi mit dem Gutscheincode GVvDC65p nur 1319 Euro.
Das Duotts S26 ist ein wahres Monster-E-Bike mit mächtig Leistung, fetten Reifen und ordentlicher Reichweite. Extras wie Vollfederung, hydraulische Scheibenbremsen, Gepäckträger und vollständige Lichtanlage findet man sonst eher an teureren Modellen.
In Deutschland darf man die volle Power der zwei Motoren zwar nur abseits öffentlicher Straßen auskosten. Aber genau dort fühlt sich das S26 ohnehin am wohlsten. Wurzeltrails und steile Rampen meistert es fast spielerisch. Wer gerne mit Motorunterstützung durchs Grobe pflügt, findet aktuell kaum ein besseres Angebot.
Schwachpunkte bleiben die sehr günstigen Komponenten, die auf Dauer Probleme machen könnten, sowie das sehr hohe Gewicht. Das Handling ist gewöhnungsbedürftig und nichts für E-Bike Neulinge.
Dennoch bietet das Duotts S26 einen unschlagbaren Gegenwert fürs Geld. Robust, vielseitig und extrem stark – mehr E-Fatbike für 1319 Euro (Gutscheincode GVvDC65p) geht fast nicht.
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