Das Himiway D7 Cobra ist ein E-Bike der Superlative. Die Reifen sind extrem breit, der Akku riesig, die Zuladung immens, der Motor stark und beide Räder gefedert. Trotzdem ist der Preis moderat. Wir fahren im Test durch Schnee und Matsch.
Fatbikes sind super! Dank ihrer breiten Reifen greifen sie zuverlässig, bremsen gut und schlucken völlig natürlich Unebenheiten weg. Nachteil: Sie sind meist teurer, lauter, weniger wendig und insgesamt auffälliger als Fahrräder mit normalen Reifen. Außerdem benötigt man mehr Kraft, um sie zu bewegen. Zumindest letztes entschärft ein Motor. Wie viel Spaß E-Fatbikes machen, haben wir unter anderem etwa mit den Himiway Cruiser (Testbericht), Engwe E26 (Testbericht) und Engwe L20 (Testbericht) ausprobieren können.
Doch das Himiway D7 Cobra toppt sie alle. Es ist mit 210 cm Länge größer, mit 40 kg schwerer, mit einer Reifenbreite von 4,6 Zoll fetter und mit einer Akkukapazität von 960 Wh reichweitenstärker als alles, was wir bisher im Test hatten. Zudem hat es an beiden Rädern eine Federung, es ist also ein echtes E-Fully, der Motor schafft brutale 86 Newtonmeter und es nutzt einen Drehmomentsensor sowie hydraulische Scheibenbremsen. Superlative, wohin man auch schaut. Für das gebotene scheint der aktuelle Preis von 2999 Euro angemessen. Mit dem Gutscheincode TECHSTAGE reduziert sich der Preis um 50 Euro. Wir testen, ob das Himiway Cobra hält, was das Datenblatt verspricht.
Das Himiway Cobra kommt in zwei Farbvarianten: Schwarz und in einer Art Schlangenlederoptik, Himiway nennt es Forrest. Wir haben letztere Variante vorliegen. Die Optik polarisiert, wir finden jedoch, dass sie zum ohnehin auffälligen Monster-E-Fatbike passt. Dessen Maße sind extrem.
Himiway gibt an, dass das E-Bike für Personen mit einer Körpergröße von 165 cm bis 195 cm geeignet ist. Die ergonomischen Anforderungen des 186 cm großen Testfahrers erfüllte es jedoch dennoch nicht ganz, dafür sitzt der nicht höhenverstellbare Lenker zu tief. Wir empfehlen größeren Personen, den Lenker zu tauschen oder einen anderen Lenkervorbau zu installieren. Einen passenden Fahrradvorbau verkauft Himiway für 39 Euro.
Bei der Zuladung von hohen 140 kg sollte es jedoch auch bei schwereren Personen zu keinen Problemen kommen. Mit dem Eigengewicht des E-Fatbikes von 40 kg ergibt das ein irres maximales Gesamtgewicht von 180 kg. Dies suggeriert bereits eine hohe Verarbeitungsqualität des Himiway Cobra. Wir sind mit dem E-Bike etwa 150 km gefahren, in denen es keine Probleme gab.
Mittig am Lenker prangt ein großes LC-Display, welches uns stark an das Display des E-Fatbikes Himiway Cruiser (Testbericht) erinnert. Dieses ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen. Es zeigt neben der aktuellen Geschwindigkeit, der Akkukapazität, der gewählten Unterstützungsstufe und der Leistung des Motors in Watt auf Wunsch zusätzlich unter anderem die gefahrenen Kilometer, die Gesamtkilometer oder die Trip-Zeit an. Unterhalb des Displays versteckt sich ein USB-Port zum Laden eines Smartphones.
Rechts am Lenker sitzt die einfache 7-Gang-Schaltung von Shimano, rechts die Steuereinheit mit fünf Tastern und ein Gashebel. Der ist in diesem Fall legal auf deutschen Straßen nutzbar, handelt es sich doch um eine Anfahrhilfe, die nur bis 6 km/h beschleunigt. Eine gute Idee, bei einem derart schweren elektrischen Fahrrad. Allerdings geht die Anfahrhilfe für unseren Geschmack nicht direkt genug. Sie benötigt eine gute Sekunde, bis sie das Fahrrad von Fleck bewegt. Gut gefallen uns die Handgriffe. Sie sind ausreichend groß und ergonomisch geformt.
Das Frontlicht ist hell und im Abstrahlwinkel variabel. Ein batteriebetriebenes Rücklicht liegt bei und hält unter dem Sattel. Der große und weiche Selle-Royal-Sattel ist bequem, passt jedoch nicht zur martialischen Optik des Himiway Cobra.
An den hydraulischen Tektro-Scheibenremsen mit 180 mm haben wir nichts auszusetzen. Sie greifen beherzt zu und lassen sich sehr gut dosieren. Die 7-Gang-Kettenschaltung (Shimano-14-28T Brown/BK) gehört zu den Schwachstellen des Cobra. Sie passen eher zu einem einfachen E-Citybike (Bestenliste) als zu diesem extravaganten Offroad-E-Fatbike. Wir hätten uns mehr Gänge gewünscht.
Bei unserer ersten Testfahrt hatten wir das Glück, gleich durch den Münchner Rekordschneefall von 44 cm pflügen zu dürfen. Dabei zeigt sich: Wenn man schon bei solch irren Wetterverhältnissen mit dem Fahrrad unterwegs sein will, dann mit einem E-Fatbike wie dem Himiway Cobra. Zwar setzt es in vielen Situationen einiges an Geschick voraus, doch die fetten Reifen greifen viel besser als ihre normalen Mountainbike-Varianten. Das Profil der 4,8 Zoll (12,2 cm) breiten Fatbike-Reifen von CST auf ihren 26-Zoll-Felgen ist tief und frisst sich zuverlässig im weichen Schnee fest. Wer auf Eis oder Schneematsch fährt, rutscht trotzdem seitlich weg. Leider liegen dem Cobra keine Schutzbleche bei, diese kosten zusammen mit einem Gepäckträger 175 Euro. Ein genereller Nachteil von Fatbikes trifft auch auf das Himiway Cobra zu: Es ist weniger wendig als Fahrräder mit schmalen Reifen.
Das Himiway D7 Cobra federn nicht nur die Frontgabel, sondern auch das Hinterrad. Damit handelt es sich hier um ein waschechtes E-Fully. Die Federung funktioniert prima. Sie fängt die meisten groben Unebenheiten ab und sorgt dafür, dass das Cobra in so gut wie allen Situationen Bodenkontakt hält.
Der Hinterradmotor des Himiway Cobra gehört zu den stärksten, die wir bisher testen durften. Er ist auf eine Nennleistung von 250 Watt gedrosselt, geht aber in der Spitze bis 750 Watt hoch. Nettes Nerd-Detail ist die Live-Watt-Anzeige im Display. Als Drehmoment gibt Himiway 86 nm an. Apropos Drehmoment: Das Himiway kommt mit einem entsprechenden Sensor, der erfasst, wie stark der Fahrer in die Pedale tritt. Das ist bei einem Heckmotor wichtig, um annähernd das Fahrgefühl eines E-Bikes mit Mittelmotor (Kaufberatung) zu erreichen. Glücklicherweise kommen immer mehr günstige E-Bikes mit einem Drehmomentsensor. Dazu gehören etwa die sehr guten Fiido C21 (Testbericht) und Urtopia Carbon 1 (Testbericht). Dank des starken Motors beschleunigt der 40-kg-Koloss leichtfüßig wie ein sehr leichtes E-Bike (Bestenliste). In Nullkommanichts erreicht es die maximal in Deutschland erlaubten 25 km/h. Auffällig: Für die volle Kraft des Motors muss der Fahrer hier kräftiger in die Pedale treten als bei anderen E-Bikes. Gut so!
Der entnehmbare Akku im Himiway D7 Cobra passt zu den weiteren Superlativen: Er hat eine wahnsinnig hohe Kapazität von 960 Wattstunden. Laut Himiway soll damit eine Reichweite von 96 bis 128 km drin sein – gemessen unter Idealbedingungen, mit leichtem Fahrer und moderater Geschwindigkeit. Im echten Leben kommt das Cobra mit Motorunterstützung nicht so weit. Wir gehen von 50 bis 80 Kilometer aus. Klar kann man das E-Fatbike auch ohne Motorunterstützung bewegen. Dann erübrigt sich zumindest der Besuch des Fitnessstudios.
Das Himiway D7Cobra kostet direkt beim Hersteller 2999 Euro. Mit dem Gutscheincode TECHSTAGE reduziert sich der Preis um 50 Euro. Auf der Webseite gibt es auch optionales Zubehör wie den Heckgepäckträger inklusive Schutzblech für 175 Euro oder den passenden Fahrradvorbau für 39 Euro.
Was ein Monster! Das Himiway D7 Cobra gehört zu den größten und schwersten E-Bikes überhaupt. Dazu hat es einen ausgesprochen starken Motor, superbreite Reifen, gute hydraulische Bremsen, einen Drehmomentsensor und eine hohe maximale Zuladung von 140 kg. Das Fahren bereitet mit ihm nicht nur im urbanen Umfeld, sondern ganz besonders unter extremen Bedingungen großen Spaß.
Schade, dass Himiway beim D7 Cobra auf eine sehr einfache 7-Gang-Schaltung setzt. Dem E-Bike der Superlative hätten mehr Gänge gut zu Gesicht gestanden. Auch hätten wir uns gefreut, wenn im Lieferumfang gleich ein Schutzblech und ein höhenverstellbarer Vorbau enthalten wäre. So wird bei Matsch der Popo des Fahrers nass und die Ergonomie ist für größere Personen nur mäßig. Immerhin können Käufer beides auf der Himiway-Homepage dazu ordern. Die martialische Optik kann man gut oder schlecht finden. Eines ist jedoch sicher: Sie polarisiert.
Im ursprünglichen Beitrag war die Rede von 180 kg Zuladung, allerdings hat das Himiway D7 Cobra eine maximale Zuladung von 140 kg. Vielen Dank an den Leser für den freundlichen Hinweis. Der Fehler wurde am 09.07.25 korrigiert.
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