Berti ist freier Technikjournalist. Seit 15 Jahren testet er alles Smarte und Digitale, das er in die Finger kriegt. Dazu nimmt er Stellung und gibt Tipps. So entstand sein Beiname "RatgeBerti". Seine Begeisterung für den Technikjournalismus hat er im Jahr 2005 während des Studiums der…
Er heißt Omni, aber kann der neue Smart-TV von Amazon auch wirklich „alles“? Ob Live-TV, Video-Streaming, Homekit, Smart-Home-Steuerung mit Alexa und Cloud-Gaming mit Luna überzeugen, klärt der Test.
Die 65-Zoll-Version des Fire TV Omni QLED gibt es in Deutschland seit April, im Juni starten auch die kleineren Varianten zwischen 43 und 55 Zoll in den Handel. Wir hatten die letztere Größenvariante im Test, weil wir wissen wollten, ob Amazons nächster Aufschlag im Fernsehsortiment einen Kauf wert ist.
Bisher tat sich der Online-Riese mit Herstellern wie Grundig (Testbericht) zusammen und ergänzte deren Modelle um eigene Software. Nun bringt Amazon erstmals Smart-TVs unter eigener Marke in die Regale und baut um seine Fire-TV-Sticks (Ratgeber) sozusagen ein großes Display herum.
Hinter dessen Deckglas steckt viel Oberklasse-Technik wie 4K-Auflösung, aktuelle HDR-Formate sowie Quantenpunkte für satte Farben. Das aber bieten auch gute Smart-TVs anderer Hersteller (Themenseite). Daher will Amazon vorwiegend mit Software-Features punkten. Dazu zählen eine bewegungsgesteuerte Bilderrahmen-Funktion, freihändige Alexa-Bedienung, Smart-Home-Steuerung mit HomeKit (Ratgeber) und Cloud-Gaming mit dem Spieledienst Luna. Der Verkaufspreis ist moderat angesetzt. Sind das schöne Aussichten? Das klärt unser Test des Amazon Fire TV Omni QLED in 55 Zoll.
Die Hardware-Montage ist erwartungsgemäß einfach. Vorausgesetzt, man richtet den 15 Kilogramm schweren 55-Zoll-Fernseher mit vier Händen statt alleine auf. Das 1,6 Meter lange Netzkabel einzustöpseln und zwei Metallständer anzuschrauben, reicht dann für den Betriebsstart. Wegen des Krähenfußdesigns des Ständers ist ungewolltes Kippeln kein Thema, sodass dem Display und schicken schmalen Rahmen in Metalloptik kein Sturzschaden droht. Die Fotorahmen-Funktion mag dazu verleiten, das TV-Gerät per VESA-Halterung an die Wand zu bohren. Doch der untere Teil des Gehäuses trägt mit acht Zentimetern Bautiefe recht dick auf. Daher steht der Fernseher dann deutlich weiter von der Tapete ab als ein gerahmtes Bild oder Samsungs TV-Modell The Frame, das sich optisch besser tarnt.
Das Netzkabel geht links hinten ab. Auf der rechten Seite lassen sich Zuspielgeräte mit zweimal HDMI 2.0 und einmal HDMI 2.1 mit eARC sowie Speichermedien mit USB 2.0 einstöpseln. Externe Tuner zu koppeln, ist nicht zwingend nötig. Empfänger für DVB-T/T2/C sowie DVB-S/S2 sind eingebaut. Ältere Soundbars finden per optischen Ausgang Anschluss. Für kabelgebundene Kopfhörer gibt es keine Buchse. Bluetooth 5 ist die einzige Option, Lauscher zu verbinden. Mit dem Internet nimmt der Fernseher Kontakt via Wi-Fi 5 oder Ethernet auf. Damit deckt Amazons Fire TV Omni QLED praktisch alle aktuellen Anschlussbedürfnisse ab.
Um die Software-Oberfläche einzurichten und zu bedienen, gehört eine Alexa-Sprachfernbedienung zum Lieferumfang. Die schlanke Bedienhilfe bietet neben der üblichen Mediensteuerung einen Ziffernblock sowie Direktzugriffe auf Alexa, Prime Video, Netflix, Amazon Music und die App-Übersicht. Die Knöpfe sind auch für breite Finger leicht zu ertasten. Hingegen hat Amazon bei der Anfassqualität und Optik des matten Plastiks gespart. Die Zweckmäßigkeit hat an dieser Stelle Vorrang vor Design-Chic.
Alternativ greift man zur Fire-TV-App für Android und iOS. Die TV-Bedienung damit ist wegen des fehlenden haptischen Feedbacks umständlicher. Dafür erleichtert sie die Kopplung mit dem WLAN-Heimnetz und einem persönlichen Amazon-Account. Nur mit letzterem lassen sich die Möglichkeiten des Fire TV sinnvoll ausreizen.
Im Fire TV Omni QLED steckt das gleiche Betriebssystem wie in Amazons Fire-TV-Stick und Fire TV Cube (Test). Deshalb bedient sich die Oberfläche auch sehr ähnlich. Allerdings hat Amazon die Software für die Aufgabe in einem Fernseher leicht angepasst. Daher zeigt sie auf dem Startbildschirm nicht nur Empfehlungen von Streamingdiensten, sondern auch welche für das Live-TV an, dessen Signal die internen Tuner durchreichen. Im Test reagierte die Oberfläche flott und ohne Bugs, das Zusammenspiel mit einem Kabelanschluss klappte reibungslos. Einzig die gemächlichen Umschaltzeichen sind nichts für ungeduldige Zapper.
Den löblichen Ansatz der Medienzentrale zunichtemacht zudem, dass sich Amazon mit den eigenen Diensten in den Vordergrund drängelt. Die zuerst sichtbaren Kachelreihen preisen plakativ Original-Serien von Prime Video an. App-Icons anderer Streamingdienste dürfen nur in der „Kürzlich verwendet“ und der Favoriten-Leiste eine Nebenrolle spielen. Ebenfalls nervig: Zwischen den Kachelreihen blendet der Fire TV Omni QLED Anzeigenbanner diverser Werbekunden ein.
Außer wie ein Fernseher gewordener Fire TV Stick funktioniert Amazons Neuzugang wie ein riesengroßer Echo Show, also ein Smart Speaker mit Display. Das bedeutet zuallererst: Er hört auf Alexa-Sprachbefehle, ohne dass man dazu zwingend eine Aktivierungstaste auf der Fernbedienung drückt. Wir empfehlen dazu auch unseren Ratgeber Displays fürs Smart Home: So gut sind Echo Show und Nest Hub als Schaltzentrale.
Mithilfe des Sprachdienstes ruft man Webwissen ab und steuert Smart-Home-Geräte, die zuvor per Alexa-App gekoppelt wurden. Zudem öffnet Amazons Quasselstrippe Apps und streamt Wunschinhalte, schaltet den Fernseher ein und aus, macht ihn lauter oder leiser und wechselt durch HDMI-Kanäle und TV-Sender. Sogar über die Bildschirmoberfläche lässt sich scrollen – das geht aber per Fernbedienung in der Praxis doch schneller.
Die Alexa-Mikrofone reagieren im Test einwandfrei, auch wenn der TV oder woanders laute Musik aufspielt. Soll der Sprachdienst der Privatsphäre wegen nicht aufs Aktivierungswort lauschen, hält man ihm mit einem Tastendruck an der TV-Frontblende die Ohren zu. Das Smart Home lässt sich dann weiterhin über den TV bedienen. Dafür gibt es ein grafisches Menü, das nach einem Druck der Alexa-Taste auf der Fernbedienung erscheint.
Wer will, steuert den Fire TV nicht nur mit Amazons, sondern auch mit Apples Smart-Home-Plattform. Darüber lässt er sich mit der Home-App und Siri auf dem gewünschten Eingang einschalten und auch ausschalten. HomeKit-Automatiken sind ebenfalls möglich. Sender, Apps oder bestimmte Inhalte aufrufen lässt sich mit Apples Software aber nicht.
Ist der Fernseher nicht in Gebrauch, wechselt er in den Ambient-Modus und zeigt statt gähnender Schwärze ein Kunstgemälde, Promo-Bilder von TV-Sendungen oder eigenhändig aufgespielte Privatfotos als Hintergrund an. Per Firmware-Update will Amazon im Laufe des Jahres „dynamische Kunst“ ergänzen. Das sind Bilder, deren Farbkomposition sich an die Tages- und Jahreszeit anpasst. Außerdem soll man per Alexa-Zuruf KI-generierte Bilder erstellen können. Während einer Produkt-Demo von Amazon wirkte das eindrucksvoll. Selbst testen konnten wir das bisher nicht.
Vor den Hintergrundbildern lassen sich Widgets mit nützlichen Informationen einblenden. Acht Info-Kärtchen stehen zur Auswahl, fünf passen gleichzeitig auf den Bildschirm. Sie zeigen wahlweise Kalendereinträge, Haftnotizen, Rezeptvorschläge, favorisierte Smart-Home-Geräte, die lokale Wettervorhersage sowie Empfehlungen für Live-TV, Prime Video und Amazon Music.
Für dieses Infotainment zieht sich der Fire TV Omni QLED im Test je nach Umgebungslicht 60 bis 100 Watt. Das ist deutlich mehr als im echten Stand-by, der unseren Messungen zufolge mit acht Watt zu Buche schlägt. Damit der Ambient-Modus nicht unnötig Energie vergeudet, dimmt ein Lichtsensor die Helligkeit, wenn es im Raum schummrig ist. Zudem schaltet sich der Ambient-Modus nur ein, wenn ein Bewegungssensor jemanden wahrnimmt. Fünf Minuten nach der letzten Begegnung schaltet der Fernseher von der Bilderrahmen-Ansicht in den Ruhezustand. Die Empfindlichkeit des Sensors lässt sich erhöhen oder senken, die Ausschaltverzögerung auf zehn oder 15 Minuten verlängern.
Anders als beim Echo Show 15 gibt es zusätzlich zum Bewegungssensor keine Kamera, die Gesichter unterscheidet. Daher zeigt der Fire TV Omni QLED allen das Gleiche und keine persönlich angepassten Widgets.
Technisch ist der Fire TV Omni QLED wie ein guter Oberklasse-TV ausgestattet. Es löst maximal 3840 ×
2160 Pixel (4K UHD) auf. Quantenpunkt-Leuchtdioden (QLED) sorgen für kräftigere und unverfälschtere Farben. Für möglichst sattes Schwarz und damit bessere Kontraste sind die LED des Hintergrundlichts dimmbar – allerdings nicht alle einzeln, sondern recht grob gebündelt in 64 Gruppen. Die 65-Zoll-Variante bietet 80, die 50-Zoll-Variante 48 Gruppen. Einzig die 43-Zoll-Variante hat gar kein Local Dimming in petto.
Die Farbwiedergabe gefällt im Test. Zudem fallen trotz der eher groben LED-Segmentierung keine unerwünscht aufgehellten dunklen Bereiche auf. Das Bild wirkt ausgewogen und neutral, im Werkszustand für unseren Geschmack geradezu fahl. Amazon steuert die LED-Gruppen offenbar clever genug an, um ausgefressene Lichter ebenso wie abgesoffene Schatten ohne Details zu verhindern. Mit den HDR-Formaten Dolby Vision und HDR10+ sind zudem Techniken an Bord, die Szene für Szene die Helligkeit anpassen, um den Kontrast zu optimieren.
Allerdings ist der Fernseher ohnehin nicht der allerhellste. Gegen gleißendes Tageslicht kann Amazons Neuer nicht anstrahlen, auch nicht bei HDR-Material und höchster Helligkeit. Diesem Manko lässt sich immerhin durch Zuziehen der Vorhänge entgegenwirken. Die flauen Grundeinstellungen wiederum sind durch Tuning im Bildmenü korrigierbar.
Auf jeden Fall sollte man den ab Werk aktivierten Energiesparmodus ausschalten. Er dimmt das Bild insgesamt zu stark und ruiniert damit die Sehfreude. Anschließend reicht ein simpler Kniff für eine deutliche Bildverbesserung. Es genügt, den Bildmodus je nach Geschmack auf „Film hell“ oder „Film dunkel“ zu setzen. Bei entsprechendem Quellmaterial steht stattdessen „Dolby Vision hell“ oder „Dolby Vision dunkel“ zur Auswahl. Geschmackssache ist dann, ob man das Local Dimming auf maximal oder niedrig und die Adaptive Helligkeit auf An oder Aus stellt. Jeweils die erste Option sorgt für ein klareres, die letztere auf ein satteres Bild.
Sind diese Einstellungen getätigt, überzeugt uns der Fire TV Omni QLED im Test tatsächlich mit Brillanz und Kontraststärke. Trotzdem übertreibt er es nicht mit dem Energieverbrauch. Er zieht sich bei HDR-Material je nach Helligkeitsanteil im Bild zwischen 70 und 140 Watt. Das fällt für einen TV dieser Größe nicht aus dem Rahmen.
Nichts machen lässt sich gegen die geringe Blickwinkelstabilität und das nur halbherzig entspiegelte Display. Aus zentraler Perspektive wirkt die Farbwiedergabe beeindruckend, doch bei seitlicher Sitzposition verliert sie zu den Rändern hin an Sättigung. Außerdem reflektiert das Display punktförmige Lichtquellen störend.
Den Fernseher zum Klingen bringen zwei Acht-Watt-Lautsprecher links und rechts auf der Unterseite, ebenso wie in den kleineren Varianten. Nur das große 65-Zoll-Gerät bietet mehr, nämlich zweimal zwölf Watt. Das Audiosystem ermöglicht eine hohe Lautstärke, ohne dass es schnell zum Scheppern kommt. Dennoch lässt der Sound das Heimkino nicht gerade beben. Typisch für einen flachen Fernseher fehlt es an Volumen. Gleichzeitig fehlt es den Höhen ab Werk an Klarheit.
„Untenrum“ kann man nichts machen, „obenrum“ sorgt ein in den Toneinstellungen aktivierbarer Dialogverstärker für Besserung. Wir finden die Stufe „mittel“ optimal, bei „hoch“ wirken Stimmen zu spitz. Den Klangmodus „Standard“ kann man eingestellt lassen, die Alternativen werten die Tonwiedergabe in unseren Ohren nicht wesentlich auf.
Der durchschnittliche Klang geht für einen TV dieser Bauart und Preisklasse in Ordnung. Für Nachrichten und Dokus reicht das Potenzial vollkommen aus. Für die Klanguntermalung im Heimkino und beim Gaming ist das natürlich zu wenig. Wer höhere Ansprüche hat, koppelt den Fernseher lieber mit einem leistungsstarken Klangriegel (Soundbar-Bestenliste). Ist der TV auf die Metallfüße gestellt, bleibt unter der herabragenden Frontblende mit Fernbedienungssensor und Alexa-Taste knapp über sieben Zentimeter Platz dafür. Bei einem Soundbar-Zusammenspiel ist sogar 3D-Raumklang möglich. Einer der drei HDMI-Anschlüsse bietet eARC und leitet daher Dolby Atmos an externe Lautsprecher weiter.
Mit einem Zusatztalent soll der Fire TV Omni QLED auch Gaming-Fans begeistern. Darauf lässt sich die App Luna ausführen, das ist Amazons Dienst für Cloud-Gaming. Anders als bei Computern oder Mobilgeräten ist kein Umweg über einen Browser nötig. Die Luna-App ist sofort startbereit, da der hinterlegte Amazon-Account auch für sie gültig ist.
Mit der Alexa-Fernbedienung lässt sich keines der bei Luna verfügbaren Spiele steuern. Der Dienst setzt einen Controller voraus. Dabei kann es sich etwa um das Modell der Xbox oder Playstation handeln. Amazon empfiehlt allerdings den speziell angepassten Luna-Controller zum Preis von 70 Euro. Dieser bedarf einer Einrichtung mit der Luna-App für Mobilgeräte. Die App findet den Controller per Bluetooth und verknüpft ihn per WLAN mit der Amazon-Cloud, die die Spielhilfe wiederum mit dem Fire TV Omni QLED verbindet. Alternativ dient die App auf Wunsch selbst als Touch-Steuerung für Luna-Spiele.
Der Controller liegt gut in der Hand. Das Layout entspricht nahezu dem der Xbox. Zusätzlich gibt es Amazon-spezifische Extra-Tasten, zum Beispiel eine, die die Alexa-Mikrofone am TV aktivieren. Mit dem Steuergerät haben wir in paar Stunden mit den in Amazons Prime-Abo inkludierten Spielen verbracht. Zum Testzeitpunkt sind Lego DC Super Villains, Resident Evil 2, Overcooked!, Time on Frog Island und Fortnite enthalten.
Wer ein größeres Angebot möchte, bucht das Zusatz-Abo Luna+ für monatlich 9,99 Euro. Es enthält Dutzende zum Teil hochwertige, allerdings auch gut abgehangene AAA-Titel wie Control oder Alien: Isolation. Die Abo-Variante Ubisoft+ schaltet populäre Kracher wie Assassin‘s Creed Origins oder Far Cry 6 frei, allerdings für happige 17,99 Euro monatlich.
Egal, wie viel Geld man ausgibt, die Auflösung ist auf 1080p begrenzt. Wer will, schraubt diese bei zu schmaler Bandbreite auf 720p runter oder lässt das Luna automatisch regeln. Im Test erleben wir keine Zwangsdrosselung, sondern durchgängig Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde. Weder Ruckler noch Spielabbrüche treten auf. Nur in seltenen Fällen benötigt ein Spielstart einen zweiten Anlauf. Der Testeindruck ist nahezu einwandfrei und damit deutlich besser als etwa beim Xbox Cloud-Gaming auf Computern und Mobilgeräten.
Amazons Versprechen einer lag-freien Steuerung hält der Luna Controller ebenfalls ein. Etwa bei Resident Evil 2 sorgt höchstens unsere eigene Ungeschicklichkeit für einen Fehlschuss, aber nicht die Controller-Verbindung. Was den Energieverbrauch betrifft, liegt das Cloud-Gaming meist auf dem Niveau von hellem HDR-Filmmaterial, in der Spitze mit bis zu 160 Watt aber leicht darüber.
Als Verkaufspreis setzt Amazon zum Marktstart 800 Euro für das getestete 55-Zoll-Modell des Fire TV Omni QLED an. Alternativ gibt es Varianten in 65 Zoll (1000 Euro), 50 Zoll (700 Euro) und 43 Zoll (600 Euro). In einer Einführungsphase rabattiert der Hersteller die Geräte um bis zu 200 Euro. Das ist für Fernseher mit dieser Bildschirmdiagonale nicht gerade wenig Geld. Angesichts der Ausstattung sind sie aber angemessen bepreist. Features wie QLED-Panel, Local Dimming, Ambient-Modus, Smart-Home-Steuerung und Cloud-Gaming sind in dieser Kombination sonst nicht so preiswert zu haben.
Wer in Amazons Streaming-Welt zu Hause ist und in einem Smart Home mit Alexa lebt, findet im Fire TV Omni QLED einen passenden Fernseher dafür. Zu den Stärken des Smart TV zählt zuallererst eine überzeugende Bildqualität mit satten Farben und – bei richtiger Einstellung – auch eine schön kontrastreiche Wiedergabe. Die Bedienung ist einfach, das App-Angebot sehr groß. Alexa ist einwandfrei integriert, der TV lässt sich nahezu vollständig mit Sprachbefehlen bedienen. Weitere smarte Qualitäten beweist der Fernseher mit den bei Bewegung eingeblendeten Bildern und Widgets.
Die nahtlose Einbindung von Amazons Cloud-Spielediensts ist ein Bonus für Gaming-Fans. Luna kann zwar nicht mit der Spieleauswahl und dem niedrigen Preis von Xbox Cloud-Gaming mithalten, bietet aber eine bessere Leistung. Und sollte sich der Amazon-Fernseher tatsächlich in ein Apple-Zuhause verirren, lässt er sich mit HomeKit automatisieren. Das ermöglichen immer noch wenige Smart TVs. Nennenswerte Bugs enthüllt der Test nicht. Erschien die 65-Zoll-Version noch unfertig, hat Amazon die Wartezeit bis zum Marktstart des 55-Zöllers sinnvoll genutzt und Softwarefehler beseitigt.
Die Schwächen lassen sich verkraften. Wegen des spiegelnden Displays und der geringen Maximalhelligkeit eignet sich der Fire TV Omni QLED eher fürs dunkle Heimkino als für die Hintergrundberieselung am helllichten Tag. Dass Amazon in der Bedienoberfläche eigene Dienste derart bevorzugt, nervt in Haushalten, die einen Mix aus Streaming-Abos nutzen. Daher erfüllt der Fernseher die Rolle als Medienzentrale sehr unausgewogen. Werbung im TV-Menü einzublenden, ist ebenfalls eine ärgerliche Unsitte. Doch insgesamt gibt es wenig am Amazon Fire TV Omni QLED auszusetzen, der im Ergebnis ein sehenswertes Gesamtpaket zu einem attraktiven Preis darstellt.
–
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.