Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Formovie bietet mit dem Xming Episode One einen Full-HD-Beamer mit Google TV für aktuell 199 Euro an. Wir klären im Test, ob der Projektor sein Geld wert ist.
Günstige Full-HD-Beamer haben häufig zwei Probleme: erstens eine niedrige Helligkeit und zweitens mangelnde Full-HD-Unterstützung für Netflix und Co. Der Xming Episode One von Formovie umgeht dank Google TV zumindest eines dieser beiden Probleme. Die Helligkeit bleibt bei dem Projektor zwar begrenzt, dafür punktet der Beamer aber mit einem Preis von unter 300 Euro. Aktuell kostet er auf Amazon gar 199 Euro.
Wir haben den Xming Episode One im Test genauer unter die Lupe genommen und verraten, ob der Beamer sein Geld wert ist.
Beim Xming Episode One zeigt sich, was wir bereits in anderen Tests günstiger Full-HD-Beamer festgestellt haben: Die Tage schlecht verarbeiteter, billiger Gehäuse und Bauteile gehören der Vergangenheit an. Formovie hat ganze Arbeit geleistet und dem Xming Episode One ein schickes und individuelles Äußeres verpasst. Die mattgraue Oberfläche wirkt elegant und hat den Vorteil, dass sie unempfindlich gegenüber Kratzern, Fingerabdrücken und Verschmutzungen bleibt.
Mit einem Gewicht von 1,25 kg und Abmessungen von 12,2 × 14,1 × 17,5 cm kommt der Beamer kompakt und wertig zugleich daher. Leider verzichtet der Hersteller darauf, die Linse und das Panel mit den Anschlüssen für USB, HDMI und AUX mit einer Abdeckung zu versehen. Eine Transporttasche liegt dem Lieferumfang ebenfalls nicht bei.
Wer möchte, kann den Xming Episode One über das im Gehäuse eingelassene Gewinde auf einem Stativ festschrauben. Das Gewinde ist mittig auf der Unterseite des Beamers platziert, sodass eine ausreichende Standfestigkeit bei einem entsprechend hochwertigen Stativ problemlos gegeben ist. Eine Möglichkeit, die Neigung der Linse oder die Höhe des Geräts an sich zu verstellen, bietet der Xming Episode One aber nicht.
Ähnlich wie beim Xgimi Mogo 3 Pro müssen Nutzer auch beim Xming Episode One auf ein Bedienpanel am Gehäuse des Beamers verzichten. Lediglich ist ein Einschalt-Button auf der Oberseite des Gehäuses vorhanden. Die Steuerung des Beamers erfolgt ansonsten ausschließlich über die beiliegende Fernbedienung, die an das Eingabegerät eines Amazon Fire TV Sticks erinnert.
Die Fernbedienung verfügt über eine Standardauswahl an Tasten zur Menünavigation, Anpassung der Lautstärke, Aktivierung des Google Sprachassistenten und zur Schnellanwahl von Netflix und Youtube. Im Test gefällt uns die Verarbeitung der Fernbedienung, Batterien liegen allerdings nicht bei. Immerhin tut die Fernbedienung das, was sie soll, sehr zuverlässig und ohne merkliche Eingabeverzögerungen.
Ein Nummern-Pad fehlt auf der Fernbedienung übrigens, allerdings ist das auch nicht unbedingt erforderlich. Immerhin läuft der Xming Episode One mit Google TV, das bereits vorinstalliert ist und das sich über das eigene Smartphone bequem konfigurieren lässt.
Die Bedienung des Beamers funktioniert in der Praxis einwandfrei. Wer Google TV bereits genutzt hat, findet sich schnell zurecht. Aber auch Anwender von Amazon Fire TV oder Prime Video profitieren vom intuitiven Aufbau der Menüs. Die im Xming Episode One eingebaute Hardware (MT9630 CPU und 2 GB RAM) reichen aus, um eine Nutzung von Google TV ohne nennenswerte Ruckler oder sonstige Verzögerungen zu garantieren.
Auch der Sprachassistent funktioniert in unserem Test einwandfrei: Ein Druck auf die Taste der Fernbedienung genügt, damit unsere Eingaben erkannt und anschließend direkt ausgeführt werden. Wer möchte, kann dadurch direkt auf bestimmte Streaming-Inhalte zugreifen oder eine spezifische App anwählen.
Ergänzend zu Google TV bietet der Xming Episode One die Option des Seamless Screen Casting. Dadurch lassen sich Inhalte direkt vom Smartphone auf den Beamer streamen. Android-Nutzer können dazu einfach über das Schnellzugriffs-Menü einen Stream starten und an den Beamer übertragen. Die Verbindung zum Beamer funktioniert in unserem Test einwandfrei und ohne Verzögerung.
Wer einen Beamer für 200 Euro kauft, der mit zwei 3-Watt-Lautsprechern ausgestattet ist, sollte trotz Dolby-Audio-Support kein Klangwunder erwarten. Der Sound der integrierten Speaker des Xming Episode One fällt zwar solide aus, lässt aber gerade auf höheren Lautstärken an Wumms vermissen. Möchte man den Beamer für regelmäßige Filmabende nutzen, ist die Anschaffung einer Soundbar (Bestenliste) oder eines Bluetooth-Lautsprechers (Bestenliste) sinnvoll.
Formovie bewirbt den Xming Episode One explizit mit einer geringen Lüfterlautstärke, aber wie laut ist der Lüfter in der Praxis wirklich? Entwarnung: Trotz des günstigen Preises und der kompakten Bauweise bleibt der Beamer im Betrieb angenehm ruhig und erreicht in einem Abstand von 30 cm (gemessen in natürlicher Umgebung) gerade einmal eine Lautstärke von 30 dB. Damit ist er nur minimal hörbar.
Ein Knackpunkt bei günstigen Beamer-Modellen ist häufig die Bildqualität. Der Xming Episode One bietet auf dem Papier nur eine Helligkeit von 150 CVIA-Lumen, also knapp unter 200 Ansi-Lumen. Bei einem Preis von knapp über 200 Euro kann man zwar keine Höhenflüge in Hinblick auf Helligkeit erwarten, aber die Daten dieses Modells wirken doch arg mickrig.
Umso erfreulicher ist es da, dass der Xming Episode One im Praxistest trotzdem ordentlich abschneidet. Zwar ist der Beamer bei Tageslicht fast nicht brauchbar, weil das Bild einfach zu dunkel bleibt, aber in einem abgedunkelten Raum kann er mit einem scharfen und kontrastreichen Bild punkten.
Die Bildgröße kann bei einem Wandabstand von einem bis drei Metern zwischen 40 und 120 Zoll variiert werden, allerdings lässt die Helligkeit ab circa 100 Zoll doch arg nach. Zugutehalten muss man dem Xming Episode One aber die guten Farben und die automatische Bildanpassung: Der Autofokus des Beamers funktioniert einwandfrei, wobei das Gerät auch im Weg befindliche Regale oder Vorhänge erkennt und das Bild entsprechend verkleinert. Zudem bleibt es auch an den Rändern gleichmäßig scharf und kontrastreich, sodass wir mit bloßem Auge keine nennenswerten Verluste an Bildqualität zu den Kanten und Ecken der Projektion hin erkennen konnten.
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Xming Episode One liegt bei 300 Euro, allerdings ist der Beamer aktuell auf Amazon für nur 199 Euro erhältlich.
Ein klarer Pluspunkt des Xming Episode One ist Google TV und die gute Bildqualität. Allerdings muss man die geringe Helligkeit des Beamers in Kauf nehmen, so lässt sich die beste Bildqualität nur in ordentlich abgedunkelten Räumen erreichen. Auch die fehlende Linsenabdeckung, die wenigen Extras und die eher mäßigen Lautsprecher fallen in unserem Test negativ ins Gewicht. Trotzdem erhält der Xming Episode One von uns eine Kaufempfehlung, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen ist.
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