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Garmin Dash Cam X210 im Test: 1440p, Schutz beim Parken, Fahrassistenz & mehr

Garmin Dash Cam X210
VORTEILE
  • ordentliche Bildqualität dank 60 fps und 1440p
  • viele Sonderfunktionen
  • zusätzliche Assistenzsysteme
NACHTEILE
  • hoher Preis

Die Garmin Dash Cam X210 bietet eine hervorragende Bildqualität, eine einfache Handhabung und eine ganze Reihe an smarten Zusatzfunktionen. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion alles kann, zeigt der Test.

Der Einsatz von Dashcams ist in Deutschland wegen des Datenschutzes rechtlich umstritten, erleichtert aber im Zweifel die Klärung der Schuldfrage nach einem Unfall mit dem Pkw. Wichtig ist bei der Handhabung hierzulande, dass nicht permanent und ohne Anlass gefilmt wird – die benötigte Loop-Funktion ist nur eines der Ausstattungsmerkmale der neuen Garmin X-Serie. Das Mittelklasse-Modell Garmin Dash Cam X210 gehört als Nachfolger der Dash Cam 66W und 65W zu den besonders gut ausgestatteten Vertretern der Autokamerafamilie. Sie beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf das Filmen des Geschehens vor dem Fahrzeug, sie bietet neben Sprachsteuerung und Live-Übertragung zum Handy noch Assistenzsysteme wie einen Spurhalteassistenten und Zusatzfunktionen wie Park-Guard oder eine Zeitrafferfunktion. Wie sich die Dashcam für 230 Euro in der Praxis schlägt, verraten wir im Test.

Design

Die 62 Gramm leichte Garmin Dash Cam X210 ist mit Abmessungen von knapp 70 × 42 × 20 Millimeter zwar nicht winzig, aber trotzdem ausreichend kompakt, um das Sichtfeld nicht zu beeinträchtigen. Ihre auffällig in Aluminium gebettete Kameralinse ragt knapp einen Zentimeter aus dem ansonsten schlichten schwarzen Gehäuse heraus. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und entspricht dem gehobenen Preis – hier gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Auf der Vorderseite oben ist ein kleiner, kugelgelagerter Haltearm integriert mit einem starken Klebe-Pad am Ende. Zur Befestigung klebt die Kamera an der Innenseite der Windschutzscheibe. Vor dem Ankleben sollte man die Klebestelle an der Scheibe aber unbedingt von Schmutz und Fett befreien. Außerdem sollte bei moderaten Außentemperaturen gearbeitet werden, um einen zuverlässigen Halt zu garantieren. So befestigt, hält die X210 bombenfest und man muss sich keine Sorgen machen, dass die Kamera während der Fahrt herunterfällt. Bei einer Befestigung per Saugnapf kann das schneller passieren. Das rückstandsfreie Entfernen der angeklebten Kamera ist allerdings deutlich aufwendiger.

Rückseitig befindet sich das 2,4 Zoll große Farb-LCD. Auf eine Touch-Funktion zur Bedienung wurde hier verzichtet – die ist der teureren Dash Cam X310 vorbehalten. An der rechten Gehäuseseite sind die vier Taster für die Bedienung angebracht. Die obere Taste ist der An/Ausschalter und dient zur Navigation durch die Menüs, der untere Button fungiert zum manuellen Speichern einer Aufnahme oder zur Bestätigung im Menü. Der Schacht für eine benötigte, aber nicht im Lieferumfang enthaltene microSD-Karte befindet sich auf der Unterseite. Für den Einsatz für Fotos und Videoaufnahmen empfiehlt sich generell eine microSD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Nach dem Einlegen der Speicherkarte wird diese zunächst von der Kamera formatiert, bereits vorhandene Daten sollten entsprechend im Vorfeld gesichert werden.

Ausstattung

Im Lieferumfang enthalten sind neben der Kamera ein rund vier Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel und ein USB-Netzteil für den Zigarettenanzünder. Die enorme Länge und der geringe Durchmesser des Ladekabels helfen bei einer vernünftigen Verlegung im Innenraum. Es sollte weder das Sichtfeld beeinträchtigen noch sich verheddern können. Erfahrungsgemäß verlegt man entlang der Windschutzscheibe und führt es über den Fußraum des Beifahrers zum Zigarettenanzünder oder einer ansonsten vorhandenen USB-Stromversorgung. Der mitgelieferte Adapter bietet einen zweifachen USB-Anschluss für Stecker nach Typ A.

In der Dash Cam X210 ist ein Lithium-Ionen-Akku fest integriert. Der eignet sich zwar nicht für einen dauerhaften Betrieb, hilft aber nach einem heftigen Crash die Stromversorgung so lange aufrechtzuerhalten, bis die Aufzeichnungen tatsächlich gespeichert wurden. Selbst ohne externe Stromzufuhr zeichnete die Kamera in den Tests weitere 10 bis 15 Minuten auf.

Die Akkulaufzeit reicht auch aus, um die Kamera mitzunehmen und damit zu Hause Videos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen. Prinzipiell empfehlen wir aber aus Datenschutzgründen, die gespeicherten Aufnahmen regelmäßig zu löschen, wenn sie nicht benötigt werden.

Die Garmin Dash Cam X210 verfügt über GPS sowie Verbindungsmöglichkeiten über Bluetooth oder eine aktive WLAN-Verbindung mit einem Smartphone. Der integrierte Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wann das Fahrzeug anfährt, und beginnt dann zu filmen. Außerdem registriert der Sensor starke und plötzliche Verzögerungen, etwa beim scharfen Bremsen oder bei einem Crash. Ist dies der Fall, landet das gerade aufgezeichnete Video automatisch in einem geschützten Ordner auf dem Speicher, damit dieser von der Loop-Funktion nicht überschrieben wird. Dieses automatische Überschreiben alter Daten ist für den Gebrauch der Dashcam in Deutschland essenziell, da dauerhafte Aufnahmen ohne Anlass nicht zulässig sind.

Das Modell von Garmin bietet zwei Optionen für den Loop: Die Kamera erstellt fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die microSD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ zeichnet die Kamera immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, welches dann permanent überschrieben wird. Ausnahme sind Clips, bei denen der G-Sensor eine Gefahrensituation festgestellt hat. Diese Videos werden dann nicht überschrieben.

Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, eine einzelne Aufnahme fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich sollte man regelmäßig die durch den Sensor gespeicherten Clips prüfen. Auch die sollte man zeitnah löschen, wenn man sie nicht zur Klärung eines Schadensfalls benötigt.

Bedienung

Die Bedienung der Garmin Dash Cam X210 mit den vier Tasten ist intuitiv und einfach. Die beiden mittleren Tasten dienen zum Durchblättern der Menüoptionen, der unterste zum Bestätigen und zur manuellen Sicherung der aktuellen Aufnahme. Der obere Taster dient zum Ein- und Ausschalten und als Zurück-Taster im Menü.

Auch wenn es verlockend ist: Während der Fahrt verbietet sich der Griff zur Dashcam. Sollte man doch mal das Bedürfnis haben, eine Situation in Video oder Foto festzuhalten, reicht der Ausspruch „Ok, Garmin“ und die Sprachsteuerung ist aktiv. Wählbar sind die Optionen „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“, „Zeitraffer starten“. Letztere Funktion nennt Garmin „Travelapse“. Hier nimmt die Dashcam ein Zeitraffervideo der gesamten Fahrt auf – spannend, etwa bei der Fahrt in den Urlaub. Die eigentliche Aufzeichnung beeinflusst die Sonderfunktion nicht.

Sonderfunktionen

Die Dash Cam X210 bietet zudem einige Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehört ein Losfahralarm, der den Fahrer daran erinnert, dass etwa an der Ampel ein davorstehendes Auto wieder anfährt. Ferner gibt es einen Spurhalteassistenten sowie eine Kollisionswarnung bei zu geringem Sicherheitsabstand. Trotz verschiedener Einstellungsmöglichkeiten haben wir diese Assistenten allerdings nur kurz benutzt, da uns die ständigen Warnungen bei beabsichtigten Spurwechseln genervt haben.

Bei aktiver Verbindung mit dem Handy per Garmin Drive ist zudem ein Annäherungsalarm möglich. Dieser informiert die Fahrerin oder den Fahrer an personalisierte POIs (Point of interest) oder etwa Ampelblitzanlagen.

Als praktisch empfinden wir den integrierten Park-Guard. Ist der aktiv, erkennt die Dashcam Erschütterungen auch im Parkzustand und aktiviert dann eine Aufnahme. Kommt es zu einem Parkrempler hat man so immerhin eine gewisse Chance, den Park-Rowdy identifizieren zu können. Wem das nicht ausreicht, der kann sich aus der Ferne per App sogar ein Livebild der Dashcam ansehen und prüfen, ob mit dem Pkw alles in Ordnung ist.

Bildqualität

Die Linse der Dashcam bietet eine Auflösung 1440p. Das erlaubt hochauflösende Videos mit einer maximalen Auflösung 2560 × 1440 Pixel (QHD) bei 60 fps (Bildern pro Sekunde) mit HDR. Dank hoher Bildwiederholrate werden selbst schnelle Bewegungen noch einigermaßen scharf aufgenommen. Der Sichtfeld (FOV) der Kamera ist mit 140 Grad zwar kleiner als bei der Garmin Dash Cam 65W, in der Praxis ist es aber ausreichend breit. Im direkten Vergleich ist dafür der Fischaugeneffekt deutlich geringer.

Garmin Dash Cam X210

Die Bildqualität der hochauflösenden Aufnahmen erscheint uns insgesamt besser als beim Vorgängermodell, welches teils etwas grobkörnig wirkte. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben wirken nun deutlich klarer und weniger verwaschen. Perfekt ist das Bild allerdings noch nicht. Gerade bei Gegenlicht und wenig Beleuchtung kommt der Dynamikumfang an seine Grenzen. Details sind in der Regel aber immer ausreichend gut erkennbar, lediglich bei Nacht gibt es Probleme mit reflektierenden Kennzeichen. Diese sind, wie auch bei der Konkurrenz, nicht immer lesbar. Insgesamt ist die Bildqualität aber auch bei Dunkelheit ordentlich.

Preis

Die UVP von Garmin für Dash Cam X210 liegt bei 299 Euro, die günstigsten Angebote laut Preisvergleich liegen bei knapp 230 Euro. Damit gehört die Garmin Dash Cam X210 zwar nicht zu den günstigen Vertretern ihrer Zunft – die satte Ausstattung, ordentliche Bildqualität und erfahrungsgemäß hohe Zuverlässigkeit rechtfertigen den Preis aber.

Fazit

Die Garmin Dash Cam X210 ist eine der am besten ausgestatteten Dashcams auf dem Markt. Neben einer hohen Bildqualität, einer hohen Zuverlässigkeit und zahlreichen mehr oder weniger nützlichen Assistenzfunktionen gefallen uns etwa die Zeitrafferfunktion und der Park-Guard. Dank der kompakten Abmessungen schränkt sie das Sichtfeld nur minimal ein und stört entsprechend nicht. Handhabung und Montage machen in der Praxis keine Probleme.

Die sehr ansehnliche Ausstattung resultiert allerdings in einem vergleichsweise hohen Preis. Mit 230 Euro ist diese Dashcam kein Schnäppchen. Hier stellt sich die Frage, ob man die gebotenen Funktionen wohl überhaupt nutzt. Ähnliche Bildqualität gibt es mittlerweile auch günstiger – hier muss man sich dann aber in der Regel bei den Sonderfunktionen einschränken.