Etwas günstiger als der schicke A7 mit Aluminiumgehäuse, weiß auch der Mini-PC Geekom AE7 mit einer Top-Leistung und einem günstigeren Preis zu überzeugen. Es gibt aber auch Nachteile.
Mit dem AE7 bietet Geekom einen weiteren Mini-PC auf Basis einer AMD-CPU. Der Ryzen 9 7940HS wird bei TSMC im 4-Nanometer-Verfahren gefertigt und taktet mit 4 GHz. Die integrierte Grafikeinheit AMD Radeon 780M ist fast so schnell wie eine diskrete GPU vom Typ Nvidia GTX1650TI. Letztere macht den Unterschied zu vergleichbaren Mini-PCs mit Intel-Prozessoren aus, die zwar in puncto Rechenleistung mit den AMD-Pendants mithalten können, aber in puncto Grafikleistung auch mit dem neuen Core Ultra 7 155H (Testbericht) unterlegen sind.
Bis auf das Gehäuse und das Kühlsystem unterscheidet sich der AE7 technisch kaum vom Geekom A7 (Testbericht). Statt Aluminium beim A7 setzt Geekom beim Gehäuse auf Silber lackiertes Plastik. Da sich dadurch die Wärmeableitung verschlechtert, fällt das Gehäuse um 1,2 cm höher aus. Bei nahezu gleicher Grundfläche der beiden Mini-PC steigt das Gehäusevolumen dadurch von 0,47 Liter auf 0,64 Liter. Dafür fällt der AE7 mit einem Preis von aktuell 712 Euro (Code: GKFH5) etwas günstiger aus.
Im Geekom AE7 werkelt AMDs Ryzen 9 7940HS mit acht Kernen und 16 Threads bei maximal 5,2 GHz. Die flotte APU der siebten Generation basiert auf der Zen-4-Architektur, die die iGPU Radeon 780M integriert.
Beim Arbeitsspeicher kommen starke 32 GB an DDR5-5600-RAM von Crucial im SODIMM-Formfaktor zum Einsatz. Man kann den RAM also austauschen, wobei die beiden Slots maximal 64 GB Kitgröße unterstützen. Die integrierte 1 TB große M.2-SSD rennt auf Spitzenniveau, im Test mit Crystal Disk Mark liest sie bei 4937 MB/s und schreibt mit 4255 MB/s. Dank Wärmeleitpaste und Kühlblech bleibt die Temperatur der SSD auch bei intensiver Belastung so niedrig, dass keine Drosselung einsetzt. Einen weiteren M.2-SSD bietet der AE7 aber nicht. Wer die SSD etwa mit einem Modell mit integriertem Heatsink, wie der WD Black SN850X, austauschen möchte, muss das mit der Gehäuseunterseite verbundene Kühlblech demontieren, da sich ansonsten das Gehäuse nicht mehr schließen lässt. Größere SSDs, etwa mit 4 TB, sind laut Geekom nicht für den Einsatz im AE7 spezifiziert.
An Anschlüssen bietet der Geekom AE7 an der Rückseite einen 2,5-GB/s-Ethernet-Port, zwei USB-C-Anschlüsse, wobei einer USB 4 Gen3 mit 40 Gbps und der andere USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbps bietet. Außerdem gibt es noch einen normalen USB-A-Anschluss sowie zwei HDMI-2.0-Buchsen und einen Stromanschluss für das 120-Watt-Netzteil. Letzteres fällt nicht durch unangenehmes Fiepen, wie manch anderes Modell, negativ auf.
An der Vorderseite gibt es zusätzlich noch zwei USB-A-Slots mit USB 3.2 Gen 2 (10 Gbps) sowie einen Kopfhöreranschluss. An der linken Seite befindet sich zudem noch ein SD-Card-Reader und auf der rechten Seite ein Kensington-Schloss.
Drahtlos spricht der Mini-PC mit Wi-Fi 6e und Bluetooth 5.2 erfreulicherweise über recht aktuelle Schnittstellen.
Erwartungsgemäß liefert der AE7 mit Ryzen-CPU Top-Resultate bei den Benchmarks. Im Benchmarktest PCmark 10 erreicht er 7513 Punkte, beim 3Dmark Time Spy sind es ausgezeichnete 3435 Punkte. Die sehr guten Performancewerte zeigen sich auch in der Praxis: Counter Strike lässt sich mit 100 bis 120 FPS gut spielen, auch Anno 1800 macht mit 75 FPS bei mittleren bis hohen Einstellungen und aktiviertem Fidelity FX Super Resolution Spaß. Ressourcen-hungrige Spiele, wie Cities Skylines 2 laufen unter mittleren Einstellungen butterweich mit teilweise weit über 60 FPS.
Das System kommt mit der üblichen, von Microsoft bei Windows 11 vorinstallierten Bloatware. Auf zusätzliche Software verzichtet Geekom erfreulicherweise. Auch Trojaner finden wir nicht, wie ein vollständiger Systemscan mit Windows Defender zeigt.
Im alltäglichen Desktop-Betrieb liegt der Stromverbrauch zwischen 11 und 40 Watt, im Mittel meist 25 Watt. Bei maximaler Belastung mit Prime95 sind es etwa 85 Watt. Während eines Durchlaufs im Time-Spy-Benchmark beträgt die Leistungsaufnahme knapp 40 Watt. Im Ruhe-Modus sind es bei ausgeschaltetem Display weniger als 6 Watt.
Ausgeliefert wird der Geekom AE7 mit Windows 11 Pro. Wer in puncto Spyware ganz sichergehen will, installiert das Betriebssystem über einen USB-Stick komplett neu. Wer diesen mit dem Tool Rufus (Heise Download) erstellt, kann damit auch den Online-Konto-Zwang des Standard-Setups deaktivieren.
Im Test mit Windows 11 Pro 24H2 werden allerdings nicht alle Komponenten erkannt. Doch nach der Installation der AMD-Chipsatztreiber ist dieses Manko behoben. Zudem müssen wir noch Treiber für die WLAN-Karte installieren. Zwar bietet Geekom für den AE7 noch keinen Treiber-Download an, doch dafür gibt es Treiber für den bis auf das Gehäuse fast baugleichen A7.
Den Geekom AE7 ist kompatibel zu gängigen Linux-Distributionen. Wir konnten Ubuntu 24.04, Kubuntu 24.04 und Deepin V23 RC2 (Debian) auf dem Mini-PC problemlos installieren.
Im normalen Betrieb mit Office-Anwendungen und Browser arbeitet der Geekom AE7 nahezu geräuschlos. Bei stärkerer Beanspruchung durch 3D-Spiele und Benchmarks macht sich die verbaute Kühlung Ice Blast 1.5 aber deutlich bemerkbar. Beim technisch fast baugleichen Modell A7 (Testbericht) verwendet Geekom mit Geek-Cool 4.0 eine andere Kühlung, die zusammen mit dem Aluminiumgehäuse Wärme offensichtlich besser abführt, sodass der A7 bei Volllast deutlich leiser zu Werke geht als der AE7.
Im Bios, in das man während des Startvorgangs mit Drücken der Entfernen-Taste gelangt, kann man die Geräuschkulisse des Mini-PCs etwas minimieren, indem man die Einstellung Silent-Mode statt Performance wählt.
Die Verarbeitung des Geekom AE7 ist gut. Das Netzteil fiept nicht und die Schnittstellen schließen sauber mit dem Gehäuse ab. Das Plastikgehäuse in Silbermetallic misst 117 × 112 × 49,2 mm, sieht gut aus und ist dank der abschraubbaren Unterseite leicht zugänglich, falls man SSD oder Speicher austauschen möchte. Mit der mitgelieferten Vesa-Halterung kann man den Mini-PC leicht hinter einem Monitor anbringen.
Der Geekom AE7 kostet beim Hersteller in unserer Ausstattungsvariante 712 Euro (Code: GKFH5). Bei Amazon ist er für 779 Euro erhältlich. Zum Testzeitpunkt am 23. Juli 2024 lag der Preis bei 749 Euro.
Der Geekom AE7 hat uns im Test überzeugt. Die Performance lässt dank Ryzen 9, iGPU Radeon 780M, 32 GB RAM und NVMe-SSD kaum zu wünschen übrig. Klar, Hardcore-Gamer werden mit dem Gerät nicht glücklich. Abgesehen von diesem Einsatzzweck ist der Geekom AE7 mit seiner gebotenen Leistung für nahezu sämtliche Anwendungen mehr als gut geeignet. Bei typischen Office-Anwendungen ist er die meiste Zeit sogar praktisch nicht zu hören. Erst bei stärkerer Belastung macht sich der interne Lüfter bemerkbar. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem AE7 einen erstklassigen Mini-PC.
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