Thomas Joos ist Autor von mehr als 100 Fachbüchern und tausenden Texten. Er ist erfolgreicher Autor zahlreicher IT-Bücher für Microsoft Press, Addison Wesley, Markt und Technik, Data Becker, Springer-Vieweg und außerdem freiberuflicher Journalist für die Deutsche Presseagentur (dpa) sowie zahlreiche Zeitschriften und Portale. Thomas ist zudem Online-Trainer bei LinkedIn Learning. Mehr Informationen finden sich auf seinem Blog unter thomas-joos.com
Wertig, leise, schnell: Der Mini-PC Geekom Mini IT11 bietet alles, was für Büro & Homeoffice nötig ist. Wir zeigen in diesem Testbericht alle Stärken und Schwächen des handlichen Computers.
Mini-PCs sind handliche Rechner mit zumeist Laptop-Prozessoren. Diese zeichnen sich vor allem durch einen geringen Energieverbrauch und damit auch geringeren Kühlbedarf aus. Im Sommer kann man sie einsetzen, ohne den Raum stark aufzuheizen, wie mit einem Gaming-PC, außerdem ist im Alltag meist kein Lüfter zu hören. Im Vergleich zu den klappbaren Notebooks sind Mini-PCs durch ihre Bauform für den stationären Einsatz vorgesehen. Sie bieten sich vor allem da an, wo PCs nicht auffallen sollen, beispielsweise in Empfangsbereichen oder Arztpraxen, aber auch bei Kiosk-Anwendungen, Info-Monitoren oder als Smart-Home-Server.
Der Geekom IT11 Mini-PC ist ein leistungsstarker Vertreter der Mini-PCs und bringt eine Intel Core i7 CPU der 11. Generation mit. Die integrierte Grafik bietet sogar ausreichend Leistung für Spiele mit 1080p und 60 FPS, sofern diese nicht allzu leistungshungrig sind. Das Modell richtet sich aber auch an den Einsatz im Büro oder Homeoffice. Dazu ist der Anschluss von bis zu vier Monitoren mit einer 8K-Auflösung möglich. Wir haben den Mini IT11 von Geekom zur Verfügung gestellt bekommen.
Der Geekom IT11-Mini-PC hat ein quadratisches Design mit verschiedenen Lüftungsöffnungen zur Wärmeabfuhr. Seitlich rechts und links ist dazu ein durchlässiges Mesh-Gitter angebracht, das zudem noch schick aussieht. Die Verarbeitung ist hochwertig, das Gehäuse besteht aus blau-grauem Metall und fühlt sich damit wertig an. Generell sind die Mini-PCs von Geekom stabil verarbeitet. Die Abmessungen des Gerätes betragen 117 × 112 × 45,6 mm. Der Mini-PC wiegt 565 Gramm und lässt sich daher auch recht leicht transportieren. Beigelegt sind ein entsprechendes Netzteil sowie ein HDMI-Kabel.
Das Gerät ist in mehreren Varianten erhältlich. Prozessorseitig hat man die Wahl zwischen einem schwächeren Intel Core i5-1155G7 oder einem stärkeren i7-11390H (bis zu Kerne, 8 Threads, 12M Cache, bis zu 5.00 GHz).
In der Ausstattung unseres Testgeräts, das auf den Intel Core i7-Prozessor, 16 GByte Arbeitsspeicher (Dual Channel DDR4 SO-DIMM) und eine 512 GByte große SSD (M.2 NVMe/PCIe SSD) setzt, kostete der Mini-PC zum Testzeitpunkt im September 2023 rund 449 Euro. Aktuell ist nur die Variante mit 32 GByte RAM und Core i7 zu haben.
Falls notwendig, lässt sich die integrierte m.2-NVMe-SSD durch eine andere mit bis zu 2 TByte austauschen. Außerdem gibt es einen zusätzlichen und unbelegten Slot für eine Festplatte im 2,5-Zoll-Format, der sich ebenfalls mit bis zu 2 TByte Speicher bestücken lässt.
Mit 32 GByte Arbeitsspeicher und 2 TByte SSD kostet der Mini-PC dann rund 650 Euro. Aktuell ist diese Ausstattung reduziert auf 600 Euro. Im Benchmark PCMark 10 erreicht unser Testgerät mit der 16/512-GByte-Ausstattung und Intel Core i7 einen Wert von knapp 4.700 Punkten. Im Bereich Fotobearbeitung erreicht das Modell fast 7900 Punkte. Mit 16 oder 32 GByte Arbeitsspeicher ist der Mini-PC in allen Varianten ausreichend gerüstet, dennoch ist Erweitern auch hier auf bis zu 64 GByte möglich.
Die Grafikkarte (Ratgeber) ist in beiden Ausstattungsvarianten fest im Prozessor integriert und muss ohne eigenen Videospeicher zurechtkommen. Somit greift der verbaute Intel Iris Xe-Chip auf den Arbeitsspeicher zurück. Zwar ist die Grafikleistung des Chips deutlich geringer als bei der AMD-Konkurrenz, deren integrierte Grafikkarten mitunter um 80 Prozent stärker sind. Dennoch reicht die Leistung für den Anschluss von bis zu vier Monitoren mit einer 8K-Auflösung und für den Büroalltag vollkommen aus. Der WLAN-Chip unterstützt Wi-Fi 6 mit Dualband 2.4 GHz/5 GHz, der LAN-Chip (RJ45) bietet 2.5G.
Der Mini-PC hat eine Vielzahl an verschiedenen Schnittstellen, die vorne, hinten und an der Seite montiert sind. Vorne sind folgende Schnittstellen zu finden:
Die Rückseite hat folgende Anschlüsse:
An der Seite befinden sich noch eine Schnittstelle für ein Kensington-Schloss sowie ein SD-Karten-Slot.
Das Betriebssystem ist vorinstalliert und alle nötigen Treiber sind auf dem System zu finden. Da kein Datenträger beigelegt ist, ist es sinnvoll, sich nach der Einrichtung des Betriebssystems die Seriennummer für Windows 11 Pro zu sichern. Dazu gibt es im Internet verschiedene Tools, etwa der Magical Jelly Bean Keyfinder (Herunterladen bei heise Download). Dieser ist notwendig, um Windows 11 (Link zu heise Download) im Notfall neu installieren zu können. Die Installationsdateien lassen sich zwar bei Microsoft oder über das Windows Media Creation Tool (Link zu heise Download) beschaffen, für die Installation ist aber immer der Produkt-Schlüssel notwendig.
Die Treiber für den Computer lassen sich direkt auf der Webseite von Geekom herunterladen. Es ist sinnvoll, die Installationsdateien für die Treiber direkt zu speichern, damit bei einer Wiederherstellung des Windows-Systems alle notwendigen Dateien vorhanden sind.
Was den Einsatzzweck angeht, so eignet sich der Mini-PC für das Surfen im Internet sowie für das Streaming von Musik oder Videos. Zum Spielen kann man den PC ebenfalls nutzen, jedoch nicht für High End Spiele. Selbst einfacher Videoschnitt ist möglich. Allerdings ist der Mini-PC kein High-End-PC, sondern viel mehr ein sehr gut ausgestatteter Büro-PC, der im Alltag großen Spaß durch die gute Performance bereitet.
Generell ist der Einsatz vor allem im Homeoffice sinnvoll und auch leistungshungrige Anwendungen laufen gut darauf. Der Mini IT11 ist für alle geeignet, die keinen großen und auffälligen PC nutzen wollen, aber dennoch im Alltag durchwegs hohe Leistung benötigen. Simple Bildbearbeitung mit Photoshop ist ebenfalls möglich, professionelles Arbeiten ist aber bei dieser Ausstattung und Gehäusegröße nicht denkbar.
Abgesehen davon kann man den Mini-PC aber auch als Smarthome-Zentrale (Bestenliste) mit Home Assistant einsetzen. Wie das funktioniert und was man dafür benötigt, zeigen wir in unserem Ratgeber Zigbee, Thread & Matter: Smart-Home-Zentrale Home Assistant auf Mini-PC im Test.
Der Geekom Mini IT11 war zum beim Hersteller zum Testzeitpunkt am 18. September 2023 für 439 Euro erhältlich, zum letzten Update am 23. Januar 2024 lag der Preis mit dem Intel Core i5 bei 419 Euro. Die Variante mit Intel Core i7-11390H und 32 GByte RAM mit 1 TByte SSD kostete nur 449 Euro. Inzwischen ist das System aber ausverkauft, da es bereits die dritte Nachfolge-Generation von Geekom gibt.
Der Mini-PC IT11 von Geekom bietet insgesamt eine hochwertige Verarbeitung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit der gebotenen Leistung stellt er zwar keine Rekorde auf und High-End-Anwendungen wie Videoschnitt oder aufwendige Spiele sind nur mit starken Einschränkungen oder gar nicht möglich.
Für einen Mini-PC in handlichem Gehäuse ist die Leistung aber mehr als ausreichend. Gerade die üppige Menge an Arbeitsspeicher schafft Zukunftssicherheit und sorgt für einen flotten und flexiblen Einsatz im Alltag. Hier helfen auch die vielen Anschlüsse des Modells. Zudem stellte sich der kleine Rechner als erstaunlich leise im Test heraus, beim Surfen und Tippen ist er kaum wahrnehmbar. Wer also einen schnellen Mini-PC für das Homeoffice sucht, hat mit dem Geekom Mini IT 11 eine hervorragende Lösung, weshalb wir das Modell für unter 500 Euro jederzeit empfehlen.
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