Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
500 Ansi-Lumen, natives Full-HD und Android 12 für 200 Euro: Was der Geleipu X5 Beamer verspricht, klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Was der Projektor taugt, klären wir im Test.
Der Markt für günstige Beamer um die 200 Euro ist hart umkämpft. Wer sich hier gegen die Konkurrenz durchsetzen will, muss mehr bieten als nur einen günstigen Preis. Der Hersteller Geleipu versucht es unter anderem mit einer hohen Helligkeit, nativem Full-HD, Widevine L1 und Android 12.
Der Beamer bewegt sich in einer ähnlichen Kategorie wie der Lenovo Xiaoxin 100 (Testbericht) für 225 Euro bei Geekmaxi. Der X5 für 133 Euro bei Banggood bietet eine Full-HD-Auflösung mit nativen 1080p, eine Widevine-L1-Zertifizierung für Netflix und eine Autofokus-Funktion. Anders als viele andere China-Beamer kommt beim X5 nicht etwa Android 9.0, sondern das deutlich aktuellere Android 12.0 zum Einsatz. Wir haben uns den Geleipu X5 im Test genauer angeschaut und klären, ob das Gesamtpaket im Praxisgebrauch überzeugen kann.
Der Geleipu X5 gehört zu den Beamer-Modellen mit besonders großem Gehäuse. Seine Maße liegen mit 28,6 cm x 25,1 cm x 10,7 cm auf dem Niveau eines dicken Aktenordners. Auch das Gewicht ist mit 2,4 kg eher im oberen Segment anzusiedeln. Wer den Beamer aber trotz seines hohen Gewichts und Packmaßes regelmäßig transportieren möchte, kann von der beiliegenden Transporttasche Gebrauch machen.
Diese sieht nicht nur schick aus, sondern bietet auch ausreichend Platz für das eigentliche Gerät sowie das beliegende Zubehör. Davon besitzt der Geleipu X5 nämlich einiges: Es sind sowohl eine separate TV-Box inklusive Fernbedienung als auch ein Cinch- sowie ein HDMI-Kabel im Preis inbegriffen. Insbesondere das HDMI-Kabel lassen andere China-Beamer gerne vermissen.
Die Zeiten, in denen Hardware aus China mit schlechter Verarbeitungsqualität gleichzusetzen war, sind vorbei. Das beweist neben den Beamern von Herstellern wie Blitzwolf und Xiaomi auch der Geleipi X5. Denn beim Hands-On konnten wir im Test keinerlei Mängel am Gehäuse, den Bedienelementen oder dem Zubehör feststellen. Klapprige Einzelteile oder unsaubere Kanten sind uns nicht aufgefallen. Stattdessen wirkt der Beamer mit der matten Oberfläche wertig.
Was dem Geleipi X5 allerdings im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Beamer fehlt, ist ein Gewinde für die Montage des Geräts auf einem Stativ. Das ist zwar schade, in Anbetracht der Größe und des Gewichts, das der X5 auf die Waage bringt, aber nicht wirklich verwunderlich. Wir können uns jedenfalls nicht vorstellen, dass ein handelsübliches Dreibein ausreichend Stabilität für die Montage des Beamers bieten würde.
Demgegenüber fallen uns das Zubehör und die Ausstattung des Geleipi X5 positiv auf. Ähnlich wie der Beamer selbst ist auch die beliegende Transporttasche gut verarbeitet und macht einen soliden Eindruck. Schön ist auch, dass der Hersteller den Beamer inklusive Linsenabdeckung ausliefert, was das empfindliche Bauteil zusätzlich vor Schmutz und Stößen schützt.
Geleipu liefert beim X5 hinsichtlich der Bedienung absolute Standardkost. An der Oberseite des Beamer-Gehäuses befindet sich zusätzlich zum Power-Button ein Bedienpanel, wo wir das Menü steuern können. Zusätzlich gibt es an der Rückseite des Gehäuses ein Rädchen, mit dem wir manuell den horizontalen Winkel des projizierten Bildes anpassen können. Die beliegende Fernbedienung funktioniert in Kombination mit dem ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Hako mini Android TV und wird mit zwei AAA-Batterien betrieben. Das Design der Fernbedienung ähnelt dem von Amazons Fire TV Stick und umfasst neben einem Ein- und Ausschaltknopf weitere Bedientasten für Lautstärke, das Options- und Hauptmenü sowie die direkte Anwahl von Netflix und Prime Video.
Weder die Fernbedienung noch das Bedienpanel am Beamer selbst verfügen über eine integrierte Beleuchtung, allerdings funktionierte die Bedienung in unserem Test einwandfrei und ohne Eingabeverzögerung. Bei den Anschlüssen liefert Geleipu ebenfalls ab: Der Beamer besitzt einen HDMI-2.1-Port und unterstützt USB 3.0 sowie Dolby Vision, was ihn sowohl für Film- und Serienfans als auch für Gamer interessant macht. Für die Stromversorgung integriert Geleipu das Netzteil im Beamer und legt ein Standard-DC-Netzkabel bei, welches sich bei Verlust leicht ersetzen lässt.
Anders als die meisten anderen China-Beamer verfügt der Geleipi X5 nicht über ein integriertes Android-Betriebssystem, sondern setzt auf die separate TV-Box Hako Mini mit Android 12. Für diesen kleinen Kasten ist am Gehäuse des Beamers eine Aussparung vorhanden, in die sich die TV-Box einsetzen und mit innen liegenden Kabeln verbindet. Zusätzlich hat der Hersteller der Hako Mini separate Kabel beigelegt, mit der wir bei Bedarf die TV-Box auch an einen Fernseher oder vergleichbares Display anschließen können.
Hardwareseitig ist die Hako Mini TV-Box mit einem Amlogic S905Y2 Prozessor, 2 GB RAM und 8 GB Speicher ausgestattet. Der Prozessor läuft mit vier Kernen und 850 MHz, was zwar ein ordentlicher Wert ist, mit der neuesten Version des Amazon Fire TVs Sticks (1,7 GHz) aber nicht mithalten kann. Auch der integrierte Speicherplatz von 8 GB ist relativ wenig.
Bei der Software kann die Hako Mini dafür punkten: Denn Geleipu verspricht Android 12.0 und Widevine L1, wodurch wir sowohl den Google Play Store nutzen als auch Inhalte von Pay-to-Watch-Anbietern wie Amazon Prime Video und Netflix in Full HD anschauen können. In der Praxis funktioniert das gut. Besonders angenehm empfanden wir, dass sich die TV-Box komplett über Google Assistent einrichten lässt. Wer ein Google-Konto besitzt, kann entsprechende Daten wie WLAN-Kennung und Youtube-Account einfach per Smartphone importieren. Auch Apps wie Netflix lassen sich einfach über das Smartphone einrichten, sodass lästiges Getippe auf der Fernbedienung entfällt. Dass die Hardware der Hako Mini für Android 12 zu schwachbrüstig sein könnte, hat sich in unserem Test übrigens nicht bestätigt. Das Laden von Netflix dauerte zwar eine Weile, aber merkliche Ruckler oder Verzögerungen bei der Wiedergabe konnten wir nicht feststellen.
Was uns im Test schließlich kaum überrascht hat, war die Qualität der beiden 5-Watt-Lautsprecher, die im Geleipu X5 verbaut sind. Die geben den Ton abgespielter Inhalte zwar ordentlich wieder, wirkliche Glanzleistungen sollte man hier aber nicht erwarten. Gerade bei hoher Lautstärke beginnen insbesondere die Hochtöner zu schwächeln, teilweise beginnt der Sound auch zu klirren. Hier lohnt sich die Anschaffung eines Bluetooth-Lautsprechers oder einer Soundbar, die dann in Kombination mit dem Beamer das Heimkino-Setup vervollständigt. Einen Klinke-Anschluss für Kopfhörer oder eine Soundanlage gibt es übrigens ebenfalls.
Zu guter Letzt macht der Geleipu X5 im Praxistest ähnlich wie beim Sound auch bei der Lüfterlautstärke eine passable, aber nicht überragende Figur. Der Hersteller gibt die Lautstärke des Lüfters mit 35 Dezibel an. Das ist zwar hörbar, aber im normalen Betrieb kaum ein Störfaktor.
Geleipu bewirbt den X5 mit einer Helligkeit von 500 Ansi-Lumen und einer Auflösung von nativem Full-HD (1080p). Die maximale Bildgröße soll laut Hersteller bei bis zu 250 Zoll liegen, wobei die empfohlene Diagonale zwischen 40 und 150 Zoll liegt. In der Praxis beträgt die kleinstmögliche Bildgröße allerdings 48 Zoll bei einem Abstand von etwa 1,3 Metern zur Projektionsfläche. Ein geringerer Abstand führt dazu, dass der Beamer das Bild nicht mehr scharf stellen kann.
Die Helligkeit des Beamers hat uns im Test überzeugt: Im abgedunkelten Raum liefert der Geleipu X5 ein scharfes, sehr helles und farbenfrohes Bild, das auch bei einer Größe von über 100 Zoll noch überzeugen kann. Betreibt man den Beamer in einer Umgebung, die Tageslicht eindringt, reicht die Helligkeit noch für Bilddiagonalen von bis zu 65 Zoll aus. Damit liegt der X5 bei der Helligkeit trotz geringerem Lumen-Wert auf einem ähnlichen Niveau wie der Lenovo Xiaxin 100 und übertrifft in der Preiskategorie bis 250 Euro sowohl den Xiaomi Wanbo T2R Max (Testbericht) mit 350 Ansi-Lumen als auch den Blitzwolf BW-V6 (Testbericht) mit 450 Ansi-Lumen.
Seltsamerweise verzichtet Geleipu beim X5 auf eine automatische Trapezkorrektur. Obwohl der Beamer also über einen integrierten und verstellbaren Fuß zur Regulierung des Neigungswinkels verfügt, gibt es keine Möglichkeit, ein verzerrtes Bild bei schräger Aufstellung des X5 zu korrigieren. Ein wenig Feinjustierung im Bereich von bis zu 10 Grad ist aber über das an der Gehäuserückseite verbaute Rädchen möglich. Man muss allerdings ein wenig Geduld an den Tag legen, bis man das Bild so eingestellt hat, dass es an den Rändern keine nennenswerten Unschärfe-Effekte mehr gibt.
Der Geleipu X5 kostet auf der Webseite des Herstellers offiziell 299 Euro, allerdings bekommt man ihn etwa bei Banggood bereits für 133 Euro.
Beim Geleipu X5 liegen Licht und Schatten recht nahe beieinander: Die Bildqualität und Helligkeit des Beamers sind gemessen am günstigen Preis hervorragend. Doch leider muss der X5 oder die Hako Mini TV Box in Hinblick auf die Bedienbarkeit der Software ein paar Federn lassen. Trotz oder gerade wegen Android 12 ist der Umgang mit den Menüs oft mühsam.
Wer über die Mängel der TV Box hinwegsehen kann oder stattdessen ohnehin eine andere TV-Lösung an den Beamer anschließen möchte, bekommt mit dem X5 aber ein empfehlenswertes Gesamtpaket geboten. Das umfangreiche Zubehör, der günstige Preis und die gute Bildqualität überzeugen. Legt ihr hingegen Wert auf ein kompaktes Design und eine automatische Trapezkorrektur, empfehlen wir als Alternative den Xiaomi Wanbo T2R Max (Testbericht).
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