Das Google Pixel 7a will mit guter Kamera, schnellem Chip und bester Software die Mittelklasse aufrollen. Ob das gelingt und welche guten Alternativen es gibt, zeigt der Testbericht.
Google zeigt spätestens seit dem eigenen SoC-Design Tensor, dass sie es mit ihren Smartphones ernst meinen. So räumte das Ende 2022 auf dem Markt gebrachte Google Pixel 7 Pro (Testbericht) starke 5 von 5 Sterne ab. Wirklich zu bemängeln hatten wir die zu langsame Ladegeschwindigkeit. Auch der kleine Bruder, das Google Pixel 7 (Testbericht), bekommt die begehrten 5 von 5 Sterne. Zwar ist es bezüglich des Akkus und der fehlenden Telelinse etwas schwächer, bietet aber das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Traditionell bringt Google etwa ein halbes Jahr nach Veröffentlichung ihrer Flaggschiff-Modelle ein etwas abgespecktes Mittelklasse-Modell auf den Markt. Im vergangenen Jahr war dies das Google Pixel 6a (Testbericht). Pixel-Fans freuten sich besonders über das gleiche Kamera-Setup sowie den gleichen Prozessor wie im Google Pixel 6 (Testbericht) und Google Pixel 6 Pro (Testbericht). Der Preis des Pixel 6a lag zum Marktstart bei 450 Euro und ist mittlerweile auf 330 Euro gefallen. Das Pixel 6a ist nach wie vor auf dem Markt und ein echtes Pixel-Schnäppchen.
Nun zeigt Google das Pixel 7a. Diesmal kostet es zum Marktstart im Google Store 510 Euro und damit 60 Euro mehr als damals das Pixel 6a. Das ist eine fragwürdige Preisentscheidung, kostet doch das Pixel 7 aktuell ebenfalls um die 500 Euro. Wie sich das Pixel 7a und das Pixel 7 unterscheiden und ob man nicht vielleicht doch besser zum Pixel 6a greift, zeigt dieser Testbericht.
Google bleibt bei seinem Design der bereits bekannten Pixel-Optik treu. Über die Rückseite des Pixel 7a zieht sich wieder das etwas erhabene Visier, in dem das Kamera-Setup sowie der Blitz steckt. Damit liegt das Pixel 7a sicher auf dem Rücken und wackelt nicht wie andere Smartphones, deren Kamera auf nur einer Seite sitzt. Google setzt im Gegensatz zum Pixel 7 für die Rückseite auf Kunststoff statt auf Glas. Es kommt wahlweise in den Farben Weiß, Schwarz, Blau und Rot. Letzte gibt es nur im Google Store.
Das Pixel 7a ist im Vergleich zu vielen anderen Android-Smartphones mit seinen Abmessungen von 152 × 72,9 × 9 mm kompakt – in etwa vergleichbar mit dem Pixel 6a (152,2 x 71,8 x 8,9 mm). Das Pixel 7 (155,6 × 73,2 × 8,7 mm) ist länger, ansonsten fast gleich. Sein Gewicht beträgt 193,5 g (Pixel 7: 197 g, Pixel 6a: 178 g).
Insgesamt macht das Pixel 7a einen hervorragend verarbeiteten Eindruck. Der Metallrahmen sitzt fest, nichts knarzt, die Knöpfe haben einen sehr guten Druckpunkt, die Antennen sitzen an den richtigen Stellen und es gibt keine scharfen Kanten.
Wie bei den anderen aktuellen Pixel-Phones hat auch das 7a keinen Klinkenanschluss. Die Lautsprecher an der Unterseite sind ausreichend laut. Allerdings klingen sie ab einer gewissen Lautstärke blechern und fallen im direkten Vergleich zum Pixel 7 ab.
Das Display des 7a ist genauso wie das Display des 6a 6,1 Zoll groß. Das Display des Pixel 7 ist mit 6,3 Zoll etwas größer. Die Displayränder sind bei 7a breiter als beim 7er. Alle drei Smartphones bieten eine Auflösung von 2400 × 1080 Pixel und setzen auf OLED. Sehr schön: Das Pixel 7a unterstützt genauso wie das Pixel 7 eine Bildwiederholungsrate von 90 Hz, was seine Nutzung butterweich erscheinen lässt. Das Pixel 6a hat dagegen nur 60 Hz – das war damals im Pixel-6a-Testbericht ein dicker Minuspunkt. Achtung: Wer die 90 Hz beim Pixel 7a nutzen will, muss die Option erst in den Einstellungen unter Smooth Display aktivieren.
Die maximale Helligkeit des Displays ist ausgesprochen hoch und kann locker mit der des Pixel 7 mithalten. Überhaupt nutzt Google hier ein wirklich hervorragendes Display, welches sich höchsten durch die etwas zu dicken Ränder und die nicht ganz perfekten Blickwinkel von vielen Displays in High-End-Modellen unterscheidet.
Während das Pixel 6a noch das gleiche Kameramodul wie das Pixel 6 nutzt, baut Google beim Pixel 7a im Vergleich zum 7er eine neue Variante ein. Das ist das erste Mal seit Längerem, dass Google hier experimentiert. Umso gespannter sind wir auf den direkten Fotovergleich.
Als Hauptkamera kommt ein 64-Megapixel-Sensor zum Einsatz, unterstützt von einem 13-Megapixel-Weitwinkelobjektiv ohne Autofokus. Das Pixel 7 nutzt genauso wie das 7 Pro einen 50-Megapixel-Hauptsensor und eine 12-Megapixel-Weitwinkelkamera mit Autofokus. Auch an der Front hat sich etwas geändert. Hier knipst das Pixel 7a mit einem 13-Megapixel-Objektiv, das Pixel 7 mit einem 10,8-Megapixel-Sensor.
Insgesamt schießt das Pixel 7a gute Bilder, welche die typische Pixel-Ästhetik versprühen. Vor allem die Hauptkamera weiß zu überzeugen. Die Bilder sind scharf und realitätsnah. Auch ohne Autofokus des Weitwinkelobjektivs kommt man recht nah an Objekte heran, besonders wenn der Fotograf den doppelten digitalen Zoom aktiviert. Trotzdem lassen sich mit dem Pixel 7a nicht so gute Makroaufnahmen schießen wie mit dem Google Pixel 7 und dessen Autofokus der Weitwinkellinse.
Positiv überrascht sind wir beim Vergleich der mit der Selfie-Kamera geschossenen Bilder. Hier hat unserer Meinung nach das Pixel 7a die Nase vorn – wenn auch hauchdünn. Die Weitwinkellinse fällt im Vergleich zur Hauptlinse etwas ab. Deren Aufnahmen sind insgesamt weniger scharf, verwackeln vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen schneller und verziehen das Bild an den Rändern zum Teil deutlich. Hier hätten wir von Googles Software mehr erwartet. Im direkten Fotovergleich mit dem Pixel 7 fällt die Hauptkamera des 7a leicht und die Weitwinkelkamera merklich ab. Auch die Nachtaufnahmen gelingen mit dem Pixel 7 besser.
Trotzdem ist das Meckern auf hohem Niveau. Denn das Pixel 7a erzeugt für sich allein betrachtet hervorragende Bilder, die auch den Vergleich mit einigen teureren Modellen nicht scheuen müssen.
Wie beim Pixel 7 und 7 Pro kommt auch im Pixel 7a der Google-eigene SoC Tensor G2 zum Einsatz. Wieder stehen ihm 8 GByte RAM und die GPU Mali-G710 MP7 zur Seite. Auch die Speicherausstattung ist mit nicht erweiterbaren 128 GByte (UFS 3.1) identisch. Beim Pixel 7 gibt es jedoch einen 256-GByte-Option, beim 7a nicht. Wenig verwunderlich, schneiden die beiden Smartphones im Leistungsbenchmark vergleichbar ab. So kommt das 7a im 3Dmark Wild Life auf 6588 Punkte (Pixel 7: 6564 Punkte) und im 3Dmark Wild Life Extreme auf 1832 Punkte (Pixel 7: 1835 Punkte). Damit bewegt es sich in etwa auf dem Niveau anderer Smartphones mit Snapdragon 888 Prozessor. Insgesamt hat der Tensor G2 bereits beim Google Pixel 7 und 7 Pro bewiesen, dass er mehr ausreichend für alle Alltagssituationen ist.
Der Fingerabdrucksensor ist vergleichbar flott wie beim Pixel 7 und deutlich schneller als der des Pixel 6a. Das Pixel 7a unterstützt im Gegensatz zum Pixel 6a diesmal auch die Entsperrung über das Gesicht. Das Pixel 7a kennt Wifi 6E, NFC, 5G und Bluetooth 5.3 – einer der wenigen Punkte, in dem das 7a dem 7 voraus ist. Denn das Pixel 7 bringt lediglich Bluetooth 5.2. Im Telefontest überzeugt uns das Pixel 7a. Das Gegenüber ist klar zu verstehen, die Mikrofone filtern mit erstaunlicher Präzision Umgebungsgeräusche heraus und übermitteln ein klares Sprachbild.
Das Google Pixel 7a hat weitestgehend die identische Software wie das Pixel 7 und 7 Pro. Das ist eine richtig gute Nachricht, gehört das auf die Pixel-Phones optimierte Android doch so ziemlich mit zum Besten, was die Smartphone-Welt zu bieten hat. Nicht umsonst ist es für viele einer der wichtigsten Punkte, sich für ein Pixel-Handy zu entscheiden.
Die Software überzeugt uns dank vieler Anpassungsmöglichkeiten der Oberfläche, einer schnellen Sprache-zu-Text-Option, der Recorder-App, vielen nützlichen Funktionen, Bilder im Nachhinein zu bearbeiten, drei Jahren Major-Update-Garantie, Digital Wellbeing und vielem mehr. Für weitergehende Informationen zur Software empfehlen wir einen Blick in die Tests des Google Pixel 7 Pro und Google Pixel 7.
Der Akku des Pixel 7a fasst 4385 mAh und ist damit minimal größer als der Akku das Pixel 7 (4355 mAh) und kleiner als der des Pixel 6a (4410 mAh). Da die Hardware zum Pixel 7 nahezu identisch ist, jedoch ein etwas kleineres Display zum Einsatz kommt, fällt die Akkulaufzeit erwartungsgemäß höher aus. So erreicht das 7a im Battery Test knapp 12 Stunden, während das das Pixel 7 hier 11,4 Stunden erreicht. Das Pixel 6a läuft mit 13,5 Stunden aber länger.
Das Pixel 7a ist das erste Smartphone der a-Serie, welches induktives Laden unterstützt. Im Gegensatz zum Pixel 7 jedoch nur mit 7,5 Watt statt 20 Watt. Reversibles Laden ist nur beim Pixel 7 möglich. Auch beim Laden über USB-C bricht das Pixel 7a keine Geschwindigkeitsrekorde. So benötigt es für eine volle Ladung knapp zwei Stunden – das ist vergleichbar lang wie beim 7 und 6a.
Ein Netzteil legt Google nicht bei. Wir empfehlen dafür einen Blick in unsere Bestenliste Top 10: Die besten USB-C-Ladegeräte – billig lädt schneller als teuer.
Das Google Pixel 7a kostet aktuell um die 400 Euro. Zum Start wollte Google noch fast 500 Euro für das schlaue Smartphone.
Das Google Pixel 7a ist ein richtig gutes Smartphone. Es gehört sogar mit zum Besten, was man für um die 500 Euro kaufen kann. Es glänzt mit seiner fehlerfreien Verarbeitung, dem schnellen und hellen Display, den guten Kameras, der Hardware auf Flaggschiff-Niveau und der fantastischen Software. Auch Qi und Gesichtserkennung sind diesmal mit an Bord. Die Schwächen muss man fast schon mit der Lupe suchen. So ist die Ladegeschwindigkeit nicht sehr hoch und die Lautsprecher klingen zum Teil ziemlich dünn.
Der größte Minuspunkt versteckt sich jedoch in den Produkten der eigenen Pixel-Familie, mit denen sich Google selbst Konkurrenz macht. Denn tatsächlich gibt es kaum einen Grund, warum man sich statt des Pixel 7a nicht gleich das Pixel 7 kaufen sollte. Das Pixel 7 hat neben der Kamera in vielen weiteren kleineren Bereichen die Nase vorn und kostet dabei zumindest aktuell – wenn überhaupt – nur ein paar Euro mehr. Wir würden jedem empfehlen, besser gleich zum Google Pixel 7 (Testbericht) zu greifen. Wer dagegen sparen will, für den ist das Google Pixel 6a (Testbericht), welches nach wie vor verkauft wird, eine passende Budget-Alternative. Es kostet mit 330 Euro deutlich weniger und bietet dennoch eine in vielen Bereichen vergleichbare Android-Erfahrung und vielleicht sogar die minimal besseren Fotos.
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