Die Owltron Cam O1 bietet eine automatische Bewegungsverfolgung sowie eine Personenerkennung. Wie gut die Überwachungskamera in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
PTZ-Überwachungskameras für den Außenbereich (Bestenliste) kommen primär dann zum Einsatz, wenn ein größerer Bereich überwacht werden soll, den starr ausgerichtete Varianten mit einem begrenzten Sichtfeld nicht überblicken können. Praktisch ist dabei eine Bewegungsverfolgung, die das Objektiv automatisch auf ein erfasstes Objekt ausrichtet. So verliert die PTZ-Überwachungskameras ungebetene Gäste nicht mehr aus den „Augen“.
Mit der Cam O1 bietet Owltron eine PTZ-Überwachungskamera, die eben beschriebene Funktion. Videos zeichnet sie maximal mit 2560 × 1440 und 20 fps im datensparsamen HEVC-Format alias H.265 auf. Dabei können Anwender zwischen einer ereignisbasierten oder kontinuierlichen Videoaufnahme auswählen. Die Speicherung der Videos erfolgt auf einer microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang zählt. Alternativ steht auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo bereit.
Die Cam O1 kann dank zwölf weiß leuchtenden LEDs auch nachts Videos in Farbe aufnehmen. Alternativ sorgen sechs Infrarot-LEDs für Schwarz-Weiß-Aufnahmen bei Nacht. Inzwischen sind auch Überwachungskameras erhältlich, die ohne Zuhilfenahme eines LED-Zusatzscheinwerfers dank eines lichtstarken Objektivs auch nachts Videos in Farbe aufnehmen. Weitere Informationen zu diesen Varianten bietet unsere Bestenliste Top 5: Die besten Überwachungskameras mit perfekter Nachtsicht im Test.
Dank Mikrofon und Lautsprecher können Anwender die Cam 01 auch als Gegensprechanlage verwenden und so etwa mit dem Postboten die Ablage eines Pakets besprechen, wenn sie in der Nähe des Hauseingangs platziert ist. Die Stromversorgung übernimmt ein 5-Volt-USB-Netzteil und Kontakt mit dem heimischen Router nimmt sie über ein 2,4-GHz-Funknetz auf.
Dass eine derart ausgestattete Überwachungskamera keine Unsummen mehr kosten muss, beweist Owltron mit einem aktuell sehr attraktiven Preis von etwa 31 Euro für die Cam O1. Allerdings gilt dieses Angebot nur für Prime-Kunden. Immerhin kann man das Amazon-Angebot 30 Tage kostenlos testen. Für die Owltron Cam O1 spricht auch, dass sie kompatibel zur Tuya-Plattform (Testbericht) ist und man sie mit kompatiblen Smart-Home-Komponenten für Automatisierungen nutzen kann, etwa zum Aufbau eines umfassenden Sicherheitssystems. Wie gut die PTZ-Überwachungskamera in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Das aus Kunststoff gefertigte und in Weiß gehaltene Gehäuse der Owltron Cam O1 misst 23 x 14 x 10 cm. Damit fällt die PTZ-Überwachungskamera relativ kompakt aus. Rein haptisch hinterlässt sie einen stabilen Eindruck.
Auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Der obere und drehbare Teil dockt an eine damit verbundene Halterung aus Plastik, an der zwei Antennen herausragen. Damit nimmt die Kamera Kontakt zum heimischen WLAN auf. Allerdings funkt sie nur im 2,4-GHz-Band, was eine bessere Reichweite als 5-GHz-Netze bietet, dafür aber weniger Bandbreite zur Verfügung stellt.
Mit Strom wird die PTZ-Überwachungskamera über ein mitgeliefertes USB-Netzteil mit 5 Watt und ein 2,3 Meter langes Kabel versorgt. Ein Anschluss an eine USB-Steckdose in Form eines Zwischensteckers (Ratgeber) oder als klassische Unterputz-Steckdose (Ratgeber) ist ebenfalls möglich.
Mit der integrierten Halterung kann die 365 Gramm schwere PTZ-Kamera an einer Wand oder einer Decke montiert werden. Auch eine Kopf-Über-Montage ist möglich, da man in der App das Bild umdrehen kann. Hierfür muss man in der App in Einstellungen der Grundfunktion die Option Bild-Flip aktivieren. Befestigungsmaterial in Form von Schrauben ist im Lieferumfang enthalten. Vor der Inbetriebnahme legen wir zunächst eine microSD-Karte in den mit einer Gummiabdeckung geschützten Slot über dem Objektiv ein.
Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Owltron-App, für die ein Nutzerkonto erforderlich ist. Mit den Tuya-kompatiblen Apps Smartlife oder Tuya Smart kann man die Cam O1 wie auch die Owltron Cam W1 (Testbericht) hingegen nicht in Betrieb nehmen. Nach dem Anschluss an die Stromversorgung startet die Kamera im Kopplungsmodus, was durch eine blinkende Statusleuchte im Standfuß und mit der Sprachausgabe „Ready to connect“ signalisiert wird.
Jetzt ruft man die Owltron-App auf und beginnt mit dem Hinzufügen der Kamera über das Plus-Zeichen rechts oben und wählt Cam O1. Anschließend erfolgt die Koppelung mit dem heimischen WLAN, für das man das Passwort in der App eingeben muss. Dann generiert die App einen QR-Code, den man im Abstand von 10 bis 15 Zentimeter vor die Linse hält. Sobald die Kamera den QR-Code erkannt hat, erfolgt eine Sprachausgabe „Scan code success“ und im Anschluss die Verbindungsaufnahme zum WLAN (Wi-Fi connection success). Das erfolgreiche Koppeln mit der App quittiert die Kamera mit „Device pairing success and ready for use“.
Ein Wechsel des WLANs ist per Reset möglich. Hierfür drückt man den Pin neben der microSD-Karte für ein paar Sekunden, bis eine Sprachnachricht (Reset success) zu hören ist. Einen Reset können Anwender auch über das Entfernen der Kamera in der App auslösen.
Nach dem Einbinden der PTZ-Überwachungskamera in die Owltron-App erfolgt zunächst eine Abfrage, wie die Videoaufnahmen auf der eingelegten microSD-Karte erfolgen sollen. Zur Auswahl stehen die Optionen „Ereignisaufnahme“ und „Kontinuierliche Aufnahme“. Für die weitere Konfiguration tippt man zunächst auf das Drei-Punkte-Symbol rechts oben und anschließend auf Einstellung der Grundfunktionen. Eine Änderung der Option-Audio-Modus auf die Einstellung Zwei-Wege-Audio aktiviert die Gegensprechfunktion. Der Alarm sowie die Bewegungsverfolgung werden im Bereich Einstellung des Erkennungsalarms aktiviert. Hier können Anwender auch die Empfindlichkeit (Niedrig, Mittel und Hoch) sowie die Personenerkennung (Menschliche Erkennung) aktivieren. Letzteres ist vor allem dann sinnvoll, wenn ohne Aktivierung der Personenerkennungen Fehlalarme auftreten.
Mit der standardmäßig eingestellten niedrigen Empfindlichkeit entgeht der Kamera keine Bewegung und es kommt im Test bei aktivierter Personenerkennung auch zu keinen Fehlalarmen. Die Cam O1 bietet auch eine Geräuscherkennung, die aber im Außeneinsatz nicht zu gebrauchen ist. Bei niedrigster Empfindlichkeit reagiert die Überwachungskamera bereits auf sehr leise Geräusche mit einem Alarm.
Den Überwachungsbereich können Anwender über die Option Aktivitätsbereich einschränken. Eine Datenschutzzone zu definieren, erlaubt die Cam W hingegen nicht. Letzteres ist für Überwachungskameras im Außenbereich sinnvoll, wenn sie etwa auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist. Ohne Datenschutzzone lässt sich die Cam 01 in diesem Szenario nicht DSGVO-konform einsetzen.
Im Test reagiert die Kamera auf Nutzereingaben sofort. Der Livestream steht fast verzögerungsfrei parat. Und auch das Schwenken und Neigen der Kamera mittels der PTZ-Steuerung gelingt zügig. Dabei geht die interne Mechanik relativ geräuscharm zu Werke. Und auch die Bewegungsverfolgung gelingt einwandfrei.
Über die Option Patrouillen können Anwender Wegpunkte definieren, die die Cam W1 automatisch überwacht. Wegpunkt können Anwender über die nur unzureichend übersetzte Option Seite und Webseite hinzufügen definieren. Durch ein Tippen auf einen festgelegten Wegpunkt richtet sich die Überwachungskamera auf diesen aus. Eine automatische Ansteuerung der Wegpunkt, wie sie das Innenraummodell Owltron Cam W1 mit der Option Patrouille bietet, beherrscht die O1 leider nicht.
Über erkannte Bewegungen erhalten Anwender zeitnah eine Push-Benachrichtigung. Sie führt zu einem Foto der letzten Aufnahme. Ein weiterer Klick ist nötig, um die Videosequenz anzusehen. Eine Alarmierung per E-Mail und ein Upload der letzten Aufnahme auf ein NAS oder einen FTP-Server bietet die Cam O1 hingegen nicht.
Mit der integrierten Gegensprechfunktion, die über das Hörersymbol unterhalb des Livestreams aktiviert wird, kann man sich gut mit Personen vor der Kamera verständigen. Der Lautsprecher ist laut und das Mikrofon empfindlich genug. Beides lässt sich in den Einstellungen zudem noch anpassen.
Videos zeichnet die Kamera mit der Einstellung HD mit der maximal möglichen Auflösung von 2560 × 1440 Pixel bei 20 fps (Frames per Second) im datensparsamen Codec H.265 alias HEVC auf. Wechselt man auf SD, reduziert sich die Auflösung auf 640 × 360 Pixel und die Aufnahme erfolgt mit H.264. Die Videoqualität geht tagsüber in puncto Farbdarstellung und Kontrast in Ordnung.
Auch mit starkem Gegenlicht kommt die Überwachungskamera halbwegs gut zurecht. Für eine verbesserte Darstellung bei schwierigen Lichtverhältnissen steht außerdem die Option HDR zur Verfügung. Sie kann man über leicht über eine Schaltfläche unterhalb des Livestreams aktivieren. Nachts nimmt die Kamera dank integrierter LED-Beleuchtung Videos auch in Farbe auf. Das sorgt für klare und detailreiche Bilder. Mit den integrierten Infrarot-LEDs sind auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen möglich. Allerdings bieten sie wie üblich weniger Details als Bilder in Farbe.
Leider ist die Owltron inkompatibel zum Onvif-Standard (Ratgeber), sodass Anwender die Cam O1 nicht mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) steuern und Videos auf einem NAS (Ratgeber) abspeichern können. Bis auf die Tuya-Plattform unterstützt sie auch keine andere Smart-Home-Zentrale (Bestenliste) wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht). Auch zu Homekit ist die PTZ-Überwachungskamera inkompatibel.
Immerhin versteht sie sich mit Google Assistant und Amazon Alexa, sodass man die Cam O1 per Sprache steuern kann. Die Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) wie Amazon Echo Show und Google Nest Hub ist ebenfalls möglich und gelingt im Vergleich zu anderen Lösungen ausgesprochen schnell und stabil.
Die PTZ-Überwachungskamera Owltron Cam O1 kostet regulär 60 Euro (TechStage-Preisvergleich). Aktuell gibt es einen Rabatt von 22 Prozent sowie einen Coupon, der den Preis um weitere 16 Euro reduziert, sodass die Cam O1 bereits für 31 Euro den Besitzer wechselt. Das Angebot gilt allerdings nur für Prime-Kunden.
Für die lokale Speicherung von Videos ist zudem eine microSD-Karte nötig. Daher listen wir in folgender Tabelle auch Angebote zu entsprechenden Modellen. Maximal unterstützt die Cam O1 bis zu 128 GByte große microSD-Karten.
Die Leistung der PTZ-Überwachungskamera Owltron Cam O1 kann sich für 31 Euro mehr als sehen lassen. Die Auflösung liegt mit 2560 × 1440 Pixel fast doppelt so hoch wie bei Full-HD-Varianten. Damit liefert auch der digitale Zoom noch brauchbare Ergebnisse. Alarmierungen erfolgen zeitnah und zuverlässig, wobei es dank Personenerkennung praktisch keine Fehlalarme gibt. Dank Kompatibilität zur Tuya-Plattform (Testbericht) lässt sich die Owltron O1 auch für Automatisierungen, etwa zum Aufbau eines umfangreichen Sicherheitssystems, mit anderen Tuya-kompatiblen Geräten verwenden.
Die Bildqualität der Videos geht in Ordnung. Tagsüber überzeugen die Aufnahmen mit vielen Details, die bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen und Dunkelheit naturgemäß etwas geringer ausfallen. Im Unterschied zu vielen anderen Überwachungskameras, vorrangig in dieser Preisklasse, sind diese allerdings nicht überbelichtet, sodass man auch nachts Gesichter noch gut erkennen kann.
Praktisch ist auch, dass die Cam O1 über ein herkömmliches USB-Netzteil mit Strom versorgt wird. So kann man sie auch an einer USB-Steckdose (Ratgeber) betreiben. Das Verbindungskabel mit einer Länge von 2,3 Meter grenzt den Montageort aber etwas ein. Unabhängiger sind akkubetriebene Überwachungskameras. Mehr Details zu diesen Geräten bietet unsere Bestenliste hTop 10: Die besten autarken Überwachungskameras mit WLAN, Akku & Solar im Test.
Den Anschluss an andere Smart-Home-Zentralen ist wegen fehlender Onvif-Kompatibilität allerdings nicht möglich. Auch das Anlegen einer Datenschutzzone vermissen wir. So ist ein DSGVO-konformer Betrieb der Kamera bei Ausrichtung auf ein fremdes Grundstück oder öffentlichen Bereich nicht möglich.
Wer mit diesen Einschränkungen klarkommt, erhält mit der Owltron Cam O1 eine mit 31 Euro erschwingliche und gute PTZ-Überwachungskamera.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Und wer sich für Überwachungskameras mit Beleuchtung interessiert, findet in unserem Ratgeber Außenleuchten, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 60 Euro alle relevanten Produktkategorien mit den besten Angeboten. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert und damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere anderen Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
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