Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Die Wallbox Ion Basic von Obo Bettermann bietet für 515 Euro ein solides und vor allem zuverlässiges Gesamtpaket. Wir haben sie eineinhalb Monate getestet und zeigen, ob sich der Kauf lohnt.
Wallboxen sind meist stationäre Ladestationen für Elektroautos. Diese kommen auf Privatgrundstücken, aber auch in Tiefgaragen oder öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz. Je nach Ladestation und Aufnahmefähigkeit des Fahrzeugs ist eine Ladeleistung bis zu 22 Kilowatt (kW) möglich. Manche bieten Zusatzfunktionen, wie die Freischaltung per RFID-Karte, PIN oder App sowie in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage das sogenannte Überschussladen.
Mit der Ion Basic von Obo Bettermann haben wir bei TechStage unsere erste Wallbox überhaupt im Test. Sie liefert bis zu 22 kW, ist aber auf 11 kW voreingestellt. In der Basisausstattung mit dem 5-Meter-Kabel kostet sie derzeit im Preisvergleich 515 Euro. Damit ordnet sie sich preislich mittig zwischen teuren und günstigen Modellen ein. Wie sie im Alltag abschneidet, zeigen wir in diesem Testbericht.
Als Testautos nutzen wir neben einem Renault Zoe mit 52-kWh-Akku auch einen Hyundai Ioniq 5 mit 58 kWh. Während unser Renault-Modell mit maximal 22 kW lädt, könnte der Ioniq 5 immerhin bis zu 150 kW laden. An der Wallbox zu Hause aber spielt dies keine Rolle. Wir haben von Obo Bettermann die Ion Basic mit dem Zusatzpaket Protect zur Verfügung gestellt bekommen.
Tiefergehende Informationen, was es bei Wallboxen an Funktionen und zu beachten gibt, liefern wir im Ratgeber Wallboxen: Die beste E-Ladestation fürs Elektroauto ab 200 Euro kaufen.
Hinweis: Für die Verkabelung und Montage ist in jedem Fall ein Fachmann notwendig. In unseren Tests legt daher nicht der Redakteur selbst Hand an, sondern ein Elektriker.
Die Wallbox Ion Basic kommt in schlichtem Schwarz daher. Das Gehäuse, in dem die Elektronik steckt, besteht aus Kunststoff. Darüber wird eine Aluminium-Abdeckplatte eingehängt, welche vorrangig für die Optik, nicht aber die technische Funktion relevant ist. Die Verarbeitung ist in Ordnung, der Einhängemechanismus ist etwas schwergängig. Der darunter sitzende Kunststoffdeckel ist über Schrauben am Gehäuse befestigt, die jedoch sehr eng am Gehäuse anliegen. Das macht die Abnahme des Deckels unnötig schwer, da man sie so nur stückchenweise drehen kann.
Das Ladekabel misst bei unserem Testgerät 5 Meter, die Ion Basic ist aber auch mit 7,5 Meter langem Kabel erhältlich. Der Typ-2-Stecker ist gummiert, war bei unserem Alltagstest aber immer wieder recht schwergängig. Das trifft sowohl auf die Verschlusskappe zu, als auch das Einstecken im Elektroauto. Die Verarbeitung des Materials wirkt solide, aber nicht hochwertig. Gerade die Gummierung ist recht hart und fühlt sich damit etwas billig an. Insgesamt misst die Wallbox 300 × 330 × 127 Millimeter und wiegt 6,13 Kilogramm.
Was die Ausstattung angeht, ist die Ion Basic recht minimalistisch. Obo Bettermann versteht die Wallbox als modularen Baukasten, den man je nach Wunsch mit Erweiterungen, wie dem Protect-Paket kaufen kann. So gibt es in der Basisausstattung beispielsweise keine App. Ob die Wallbox eingeschaltet ist, lädt oder ein Fehler vorliegt, erkennt man an der mehrfarbigen LED im Gehäuse. Um zu laden, muss man über einen Druckknopf die Wallbox zunächst separat aktivieren. Das sorgt dafür, dass man wirklich kontrollieren kann, ob die Wallbox eingeschaltet ist oder nicht, im Alltag ist es auf Dauer aber lästig jedes Mal den Knopf drücken zu müssen.
Die Ladeleistung ist voreingestellt auf 11 kW, nach manueller Umstellung sind bis zu 22 kW möglich. Hier ist aber eine Genehmigung des EVU nötig. Die 3-phasige Wallbox liefert pro Phase maximal 32 Ampere. Integriert ist eine Schnittstelle mit RS-485 für das Modbus-RTU-Protokoll für eine bidirektionale Kommunikation. Darüber kann man die Wallbox für dynamisches Lastmanagement oder dynamisches PV-optimiertes Laden ansteuern. Außerdem kann man eine solche digitale Authentifizierung per Web oder App nutzen, mit der man die Wallbox vor Fremdzugriff schützen kann.
Weitere Ausstattungsmerkmale und technische Daten zeigen wir nachfolgend über unseren Preisvergleich:
Der Hersteller Obo Bettermann ist bereits aus dem Geschäft mit Schaltschränken ein bekannter Name. Unser Elektriker fühlte sich bei der Montage und Verkabelung an vielen Stellen daran erinnert. Dabei ist die Qualität der Verkabelung gut, es handelt sich um absoluten Industriestandard. Das ist zuverlässig, aber nichts Außergewöhnliches.
Obo Bettermann liefert der Ion Basic zwei unterschiedliche Schablonen für die Wandbohrung mit. Welche davon die richtige ist, muss man allerdings genau prüfen. Denn je nachdem, welche Ausstattungsvariante man wählt, passt nur eine der Schablonen.
Die Verkablung an unserem vorhandenen Anschluss war allerdings etwas kompliziert. Dazu wird das Kabel durch eine Aussparung ins Gehäuseinnere geführt und mit einer Muffe fixiert. Leider ist hier nur die kleine Durchführung beigelegt, sofern man eine Zwischengröße benötigt (wie wir im Test) kann man diese nicht ohne Werkzeug montieren. Für den dauerhaften Einsatz hilft hier nur der Nachkauf einer passenden Größe.
Wir hatten die Wallbox nun für über einen Monat im Einsatz und haben sie mehrmals in der Woche genutzt. Dabei hatten wir abgesehen von Hakeleien mit dem Typ-2-Stecker kaum Probleme. Im Test haben sowohl der Renault Zoe als auch der Hyundai Ioniq 5 ordnungsgemäß mit der eingestellten maximalen Ladeleistung laden können. Unangenehme Geräusche, Ladeabbrüche oder Ähnliches sind uns dabei nicht aufgefallen.
Als störend haben wir die Bedienung über den Druckknopf sowie die Einstellung der Ladeleistung empfunden. Spontan kann man diese kaum umstellen, da man dafür die gesamte Wallbox auseinandernehmen muss. Zudem ist die entsprechende Stellschraube schwer zu bedienen.
Aktuell kostet die Obo Bettermann Ion Basic in unserem Preisvergleich rund 515 Euro. Angesichts des Funktionsumfangs und des Preisverlaufs würden wir aber erst unter 500 Euro zuschlagen. Mit dem Zusatzpaket Protect, das einen Überspannungsschutz für Energie- und Datenleitungen integriert, kostet sie aktuell 744 Euro laut Preisvergleich.
Die Ion Basic ist eine technisch hochwertige Wallbox, was wir von Obo Bettermann als Hersteller aus dem Schaltschranksegment auch nicht anders erwartet haben. Die Montage war grundsätzlich gut zu erledigen, allerdings gibt es hier störende Kleinigkeiten, die das Bild trüben. So gibt es nur Verschlüsse mit m40 oder m25, die Kabel sind schwer zu befestigen und die Schrauben für den Deckel schwergängig.
Im Alltag die Ladeleistung spontan über die Wallbox zu verändern ist ebenso schwierig, da man dazu das gesamte Gehäuse öffnen muss. Dass die Wallbox zudem gesondert ein- und ausgeschaltet werden muss, stellte sich als lästig heraus. Die Verarbeitung des Typ-2-Steckers könnte hochwertiger sein.
Positiv zu bemerken ist der zuverlässige Betrieb und die Verfügbarkeit der Modbus-RTU-Schnittstelle. Alles in allem ist die Ion Basic eine gute, aber sehr rudimentäre Wallbox. Sie tut, was sie soll und das zuverlässig – mehr aber auch nicht. Zusatzfunktionen, wie App, Display oder RFID sucht man beim Basismodell vergeblich. Benötigt man das, muss man sich in anderen Preisbereichen, genauer gesagt anderen Modellen umsehen. Immerhin kann man gewisse Dinge über die Modbus-RTU-Schnittstelle umsetzen, wie Authentifizierung per App oder dynamisches PV-optimiertes Laden.
Am Ende können wir die Ion Basic empfehlen. Wir raten aber vom Kauf ab, solange das Modell über 500 Euro kostet, da die Ion Basic bereits günstiger zu bekommen war. Aktuell gibt es für weniger Geld andere Modelle mit mehr Funktionen.
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