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Happymodel Mobula6 HD: Mini-Drohne mit 1080p im Test

Happymodel Mobula6 HD: Mini-Drohne mit 1080p im Test
VORTEILE
  • gute Flugeigenschaften
  • hohe Videoqualität
  • robuste Bauweise
NACHTEILE
  • kurze Flugzeit
  • kein Set mit Videobrille erhältlich
  • einfaches Ladegerät

Brushless-Antrieb, 1080p-Videos und FPV: Die Ausstattung aktueller Mini-Drohnen klingt interessant. TechStage hat das FPV-Modell Mobula6 HD getestet und erklärt, warum der Mini-Flitzer so viel Spaß macht.

Die winzige Drohne Happymodel Mobula6 HD gehört zur neuesten Generation einer ganzen Drohnen-Klasse: Den Tiny Whoops. Hierzu gehört beispielsweise auch der bereits getestete US65 von Eachine (Testbericht) . Anders als bei Mini-Drohnen der ersten Generation, beispielsweise dem Inductrix FPV (Testbericht) , kommen hier die stärkeren und verschleißfreien Brushless-Motor zum Einsatz. Neben dem von uns getesteten Mobula6 HD sind inzwischen zahlreiche nahezu identische Modelle erhältlich.

Die nur handtellergroßen Multicopter verfügen über die gleichen Komponenten wie die klassischen FPV-Drohnen, sind allerdings etwas langsamer. Von den beliebten Foto- und Videodrohen (Testsieger) unterscheidet sich diese Art von Copter durch den Verzicht auf unnötige Komfortfunktionen wie GPS, Gimbal oder automatische Flugmanöver. Diese Racer verfolgen nur eine Aufgabe: schnelles, präzises Fliegen. Dazu braucht es neben dem Copter noch eine Fernsteuerung und idealerweise eine Videobrille mit integriertem Empfangsmodul. Eine Übersicht zur notwendigen Ausrüstung haben wir in der Kaufberatung FPV-Racer zusammengestellt.

Lieferumfang und notwendiges Zubehör

Unser Testmodell, der Happymodel Mobula6 HD, wird in einem Set mit vier Akkus, einem USB-Ladegerät, einem Satz Ersatzpropeller und einem Schraubendreher geliefert. Auch ein Werkzeug für den Propellerwechsel und einige Ersatzschrauben sind im Lieferumfang enthalten. Für Einstellungen an der Kamera ist ein kleines Bedienteil beigepackt; dieses ist allerdings nicht notwendig, da die Einstellungen auch anders vorgenommen werden können. Um losfliegen zu können, fehlen allerdings noch einige Dinge.

Der Lieferumfang. Alternativ gibt es eine RTF-Version inklusive Handsender.

Neben einem USB-Netzteil für das Ladegerät werden eine Videobrille, ein Computer für die Konfiguration und eine Micro-SD zur Aufzeichnung von Videos benötigt. Der zur Bedienung notwendige Handsender kann, je nach gewählter Variante des Copters, über das Frsky-, Flysky- oder DSM-Protokoll verfügen. Alternativ kann man den Mobula6 HD auch ohne integrierten Empfänger bestellen und diesen selbst einbauen. Da wir einen Handsender mit Multiprotokoll-Modul nutzen, können wir alle drei Varianten ansteuern. Unser Testgerät ist mit einem Flysky-Modul ausgestattet, dazu passt beispielsweise die „Funke“ Turnigy Evolution oder solche mit Multiprotokoll, wie die Jumper T16.

Beim Fliegen sieht der Pilot die Strecke dank der frontal montierten Kamera aus Sicht der Drohne (First-Person View, FPV). Kamera und Videosender liefern hierzu ein annähernd verzögerungsfreies Live-Bild. Beim Mobula6 HD ist zusätzlich ein DVR integriert, welches die Flüge in 1080p aufzeichnet.

Unser Test-Setup.

Um das Videosignal empfangen zu können, braucht der Pilot eine FPV-Brille oder einen Monitor mit integriertem 5,8-GHz-Empfänger. Diese liegen dem Copter nicht bei. Günstige Einsteiger-Modelle kosten etwa 70 bis 90 Euro. Eine Qualitätsklasse höher sind Profibrillen wie die Skyzone Sky03 oder die Fatshark-Modelle. Sie kosten erheblich mehr, bieten aber besseren Empfang und sind im direkten Vergleich deutlich kompakter.

Bildqualität

Die Qualität des Livebildes ist zum Fliegen ausreichend – mehr aber auch nicht. Das ist allerdings bei allen analogen FPV-Drohnen so. Die Qualität ist nicht zuletzt wegen Störungen bei der Videoübertragung nicht besonders ansehnlich und eignet sich so zwar zum Steuern, nicht aber zum Aufzeichnen. Die Reichweite der Bildübertragung ist mit den in Deutschland zulässigen 25 mW auf etwa wenige hundert Meter auf freiem Feld begrenzt, das ist für den Mini-Racer aber mehr als genug. In Innenräumen ist die Reichweite zwar noch geringer, allerdings noch immer ausreichend.

Das Umschalten des Videokanals und -Bandes erfolgt bequem über das On-Screen-Display des Copters. Alternativ funktioniert der Senderwechsel mit Hilfe der Konfigurationssoftware Betaflight. Zwar ist der Kamerawinkel beim Mobula6 HD einstellbar, die Variationsmöglichkeiten sind aber auf wenige Grad limitiert.

Das wirklich fantastische am Mobula6 HD ist der integrierte DVR. Dieser zeichnet die Flugvideos ohne jegliche Störungen in Full-HD-Auflösung auf. Trotz fehlender Bildstabilisierung und Mini-Bildsensor sind die Aufnahmen überraschend gut. Neben dem sehr schnellen Weißabgleich überzeugen auch der Dynamikumfang und die Farbtreue der Videos. Eine bei großen FPV-Racern häufig eingesetzte Actioncam ist somit nicht nötig; abgesehen davon, dass der winzige Multicopter diese gar nicht tragen könnte.

Technische Ausstattung

Ein großer Pluspunkt des Copters ist seine Flugsteuerung. Statt einer proprietären Eigenentwicklung setzt der Hersteller auf einen 4-in1 F4-Flightcontroller mit integriertem Videosender, Motorenreglern und DVR. Dieser arbeitet mit der Open-Source-Software Betaflight. Das Vorgängermodell F3 kommt beispielsweise beim FPV-Racer Torrent 110 (Testbericht) oder dem US65 zum Einsatz.

Vor dem ersten Flug müssen Sender (Fernsteuerung) und Empfänger (im Copter) verbunden sein. Dazu braucht man zwar keine große Modellbauerfahrung, vor dem ersten Mal sollte man sich aber einlesen, um sich zurechtzufinden. Eine sehr gute Anlaufstelle mit zahlreichen Informationen für Einsteiger und erfahrene Piloten ist der Blog von Philipp Seidel . Der Mobula6 HD ist zwar bereits vorkonfiguriert, wer möchte, kann die Einstellungen nach seinen eigenen Vorstellungen anpassen. Mehr Informationen dazu gibt es auch im Wiki von Betaflight .

Während des Fluges werden Akku-Spannung und Empfangsstärke per Telemetrie an die Fernsteuerung geschickt. Unterschreitet die Spannung die eingestellte Warnschwelle, piept der Sender und erinnert den Piloten an die Landung. Insbesondere bei mehrzelligen Lipo-Akkus wäre dies extrem wichtig, um sie vor Beschädigungen durch Tiefenentladung zu schützen. Im Falle des Mobula6 HD mit seinen einzelligen Akkus ist dies nicht so wichtig, da diese einen Hardwareschutz integriert haben. Die Warnfunktion bei schlechtem Empfang ist hingegen auch beim Mini-Copter sehr sinnvoll.

Wer die Videoaufzeichnungen sieht, vermutet einen deutlich größeren Multicopter.

Während des Flugs bekommt der Pilot alle wichtige Daten zusätzlich auf seiner Videobrille eingeblendet. Welche Informationen auf dem OSD (On-Screen-Display) erscheinen, entscheidet der Nutzer über die Konfiguration in Betaflight.

Insgesamt erfordert der Mobula6 HD mehr Vorarbeit als ein einfacher Multicopter, etwa der Inductrix FPV oder der Eachine 013 (Testbericht) . Dafür bekommt der Nutzer einen echten FPV-Racer im Miniformat und nicht nur ein Spielzeug. Die Steuerung ist nicht nur knackig direkt, sondern auch deutlich zuverlässiger. Im Gegensatz zu Spielzeug-FPV-Modellen mit WLAN-Bildübertragung ist das Livebild hier verzögerungsfrei.

Flugmodi

Der Mobula6 HD hat, wie andere FPV-Copter, nur eine Lageerkennung. Andere Hilfsfunktionen wie Höhenmesser, GPS oder optische Positionierungssysteme gibt es nicht. Das bedeutet, dass der Quadcopter lediglich seine Fluglage stabilisiert. Konkret heißt das: Sobald die Drohne einen Luftzug abbekommt, beginnt sie abzudriften. Außerdem muss man die Kraft der Motoren sehr genau dosieren, um die Höhe zu halten, und permanent gegensteuern. Wer also eine Drohne erwartet, die wie eine DJI Mavic, automatisch stabil in der Luft steht, wird enttäuscht sein. In der Klasse der Race-Drohnen ist das aber ganz normales und gewolltes Verhalten, schließlich möchte man früher oder später Rennkurse abfliegen und Manöver wie Loopings oder Rollen durchführen.

Der F4-Flugcontroller ist der Quasi-Standard bei FPV-Coptern. Er ermöglicht stabilisiertes, halb-stabilisiertes und freies Fliegen. Im Stabilitätsmodus richtet sich der Mobula6 HD automatisch gerade aus, sobald er keine Befehle vom Sender erhält. Der maximale Neigungswinkel während des Fliegens – und damit die maximale Geschwindigkeit – ist in diesem Modus begrenzt.

Im halb-stabilisierten Modus verhält sich der Copter ähnlich. Bei vollen Steuerausschlägen ist er nun aber in der Lage, Loopings und Rollen zu fliegen. Im Unterschied zu den schwachen Modellen mit Bürstenmotoren schaffen es die kräftigeren bürstenlosen Motoren, den Quadcopter nach solchen Manövern abzufangen.

Der Mobula6 HD sieht trotz einiger harter Abstürze noch gut aus.

Im nicht-stabilisierten Modus muss der Pilot sein Fluggerät immer selbst gerade ausrichten, was zu Anfang nicht ganz einfach ist. Dafür sind in diesem Modus keinerlei Beschränkungen vorhanden. Geübte Piloten nutzen den sogenannten Acro-Mode, um die höchstmögliche Agilität zu erreichen. Dann sind faszinierende Flugmanöver in hohen Geschwindigkeiten möglich. Wer sich an diesen Modus langsam herantasten will, dem empfehlen wir das Üben an einem Simulator wie Freerider oder Velocidrone. Mehr dazu im Ratgeber Drohnen: FPV-Simulatoren zum Einsteigen und Trainieren .

Wer sich weiter mit den Feinheiten seines Copters auseinandersetzen möchte, installiert den Betaflight-Configurator. Hier lassen sich alle Einstellungen zu Steuerung und Flugverhalten einsehen und anpassen. Wir nutzen im Testbetrieb die Standardeinstellungen und sind damit überraschend zufrieden.

Flugverhalten der Drohne

Bereits mit den voreingestellten Settings reagiert der Mobula6 HD sportlich direkt. Wer das volle Potenzial ausschöpfen möchte, sollte die maximale Drehrate in der Software noch erhöhen und im manuellen Modus fliegen. Die sogenannte Drehrate legt fest, um wie viel Grad sich der Copter pro Sekunde bei Vollausschlag der Steuerknüppel dreht. Während Anfänger schon mit 360 Grad pro Sekunde an ihre Grenzen kommen, fliegen Profis mit viermal höheren Werten.

Verglichen mit der Leistung von Bürstenmotor-Drohnen hat der Mobula6 HD ausreichende Reserven, um auch einen Salto oder eine Rolle abzufangen. Damit dies klappt, muss man allerdings nach dem Manöver Vollgas geben. Enge Kurven, und Rennen durch Tore und zwischen Tischbeinen sind mit dem Mini-Racer ein Riesenspaß. Für Flüge in Vorgarten, Wohnung oder auf Parkplätzen ist der kleine Flitzer bestens geeignet. Die Power kostet allerdings Strom, und so ist die Flugzeit der 250 mAh-Akkus bei flotter Flugweise auf etwa drei bis dreieinhalb Minuten begrenzt. Wer Akkus mit höherer Kapazität (500 mAh) einsetzt, kommt auf bis zu fünf Minuten. Das Nachladen mit dem beigelegten Ladegerät dauert, je nach verwendetem Netzteil, etwa 25 bis 35 Minuten. Wem das zu lange ist, der verwendet alternativ ein Mehrfachladegerät .

Im Test verwenden wir ein Mehrfachladegerät und zusätzliche Akkus anderer Hersteller.

Die maximale Reichweite der Drohne liegt bei wenigen hundert Metern. Softwareseitig gibt es keinerlei Höhen- oder Reichweitenbeschränkung. In der Praxis bricht in der Regel das Videobild ab, bevor die Steuerung den Empfang verliert. Bricht das Funksignal zwischen Fernsteuerung und Empfänger trotzdem mal ab, schalten sich die Motoren aus und die Mini-Drohne fällt zu Boden. Abstürze und Crashes übersteht der Mobula6 HD meist unbeschadet. Bei sehr harten Einschlägen kann es allerdings passieren, dass der Rahmen um die Propeller bricht. Ein Tropfen Sekundenkleber reicht für eine temporäre Reparatur aus.

Dank des niedrigen Abfluggewichts von deutlich unter 250 Gramm ist für den Betrieb keine Namensplakette notwendig. Der Mobula6 HD wiegt inklusive Akku und Speicherkarte lediglich 27 Gramm. Zum Vergleich: Die kleinste brauchbare Videodrohne, die DJI Mavic Mini (Testbericht) bringt 249 Gramm auf die Waage. Eine Modellflugversicherung ist für den legalen Einsatz im Freien trotzdem zwingend erforderlich. Mehr Infos zur Drohnen-Verordnung finden sich hier .

Zubehör

In Sachen Zubehör und Ersatzteile gibt es für die Mini-Drohne eine reichliche Auswahl. Es sind alle Einzelteile wie Rahmen, Chassis, Motoren, Flugcontroller oder Propeller erhältlich. Wer möchte, kann auch Komponenten von anderen Herstellern verwenden.

Vielflieger sollten sich am besten gleich einen Stapel zusätzlicher Akkus kaufen. Da der Akku über einen Standard-Anschluss mit Jst-Ph-2-Stecker verfügt, sind zahlreiche vergleichbare Batterien von Drittherstellern kompatibel. Die originalen Akkus und die des vom US65 haben im Test gut und zuverlässig funktioniert.

Preis

Der Preis des Mobula6 HD liegt zum Recherchezeitpunkt bei etwa 160 Euro. Wer da Bundle zusammen mit einem einfachen Handsender kauft, zahlt knapp 200 Euro. Für den gebotenen Spaß und die sehr ordentliche Videoqualität erscheint uns das sehr fair.

Fazit

Gute Flugeigenschaften, genügend Kraftreserven, der Einsatz von Open-Source-Software und Standardkomponenten: Das macht den Mobula6 HD zu einem echten FPV-Racer im Mini-Format. Dank der überschaubaren Kosten eignet sich das Modell sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Piloten, die eine kleinen Multicopter für drinnen oder draußen suchen.

Allerdings kann sich der Copter hier nicht von günstigeren Modellen wie dem US65 von Eachine (Testbericht) abheben. Das Hauptargument für den Mobula6 HD ist ganz klar der Zusatz HD. Die Möglichkeit hochaufgelöste Videos mit einer guten Bildqualität aufzuzeichnen, ist schlicht großartig. Egal ob bei Flügen allein oder bei Rennen zusammen mit Freunden: das Videomaterial sieht einfach klasse aus und ermöglicht neue Anwendungsmöglichkeiten.

Falls es vorrangig um eine erstklassige Foto und Videoqualität geht, ist der Mini-Copter nicht das richtige Produkt. Wer sich für echte Video-Drohnen mit GPS-Unterstützung und stabilisierter Kamera interessiert, sollte sich unsere Testsieger aus dem Bereich Foto- und Viedodrohnen näher ansehen.