Seine erste Bauanleitung veröffentlichte er mit 16, mit 30 testete er die ersten "Schleppis" (tragbare 8-W-D-Netz-Funktelefone) und dann Handys bei der Traditionszeitschrift Funkschau. Danach kümmerte er sich bei einem Provider um die mobile Datenübertragung in D- und E-Netz mit damals immerhin…
Der Harman Kardon Citation Oasis DAB ist ein Smart Speaker, der auch Radiowecker sein will. Wie gut das funktioniert, zeigt unser Testbericht.
So ganz konnten trotz Google-Weckfunktion Smart Speaker bislang den klassischen Radiowecker bis jetzt nicht ersetzen, obwohl einige Modelle inzwischen auch die Uhrzeit anzeigen. Zudem vermisst man bei einem Smart Speaker den klassischen Radioempfang, der auch ohne Internet funktioniert.
Radiowecker mit Multiroom- und Streaming-Optionen finden sich gelegentlich, doch sind sie entweder teuer, klingen nicht gut oder stehen als Auslaufmodelle für einen Test gar nicht zur Verfügung. Sprachassistenten enthalten sie üblicherweise auch nicht, sie können sie nur steuern, doch so praktisch es ist, „Google, wie spät ist es?“ fragen zu können oder mit „Google, wie kalt ist es?“ zu klären, ob man lieber etwas eher aufstehen sollte, um das Auto freizukratzen, will man sich nur dafür nicht auch noch ein Smartphone oder Tablet an den Nachttisch legen.
Mit dem Oasis DAB als neuestem Smart Speaker aus der Citation-Serie hat Harman Kardon nun die Lücke geschlossen und bietet als Lösung für Küche und Schlafzimmer einen Smart Speaker mit Google Assistant und DAB-Empfang an.
Weitere Geräte für das Digitalradio zeigen wir im Ratgeber DAB+ für zu Hause: Digitalradios und Kompaktanlagen mit CD, WLAN und Bluetooth. Mehr über den Empfang im Notfall erklären wir im Artikel Katastrophenwarnung ohne Handynetz: Diese DAB-Radios unterstützen EWF.
Ja, Küchenradios haben oft das flache Format klassischer Radiowecker. Dieser hat sogar zusätzlich ein Ablagefeld zum drahtlosen Handy-Laden. In der Küche kann zumindest der Tester sich den Harman Kardon Oasis DAB aber nur bedingt vorstellen: Die Stoffbespannung dürfte im Küchendunst auf Dauer unansehnlich werden und meist werden diese Radios mit einer Halterung unter einem Küchenschrank montiert, womit das Bedienfeld unzugänglich würde. Im Schlafzimmer können so dagegen gleich zwei Geräte ersetzt werden. Der Oasis DAB steht mit 218 × 66 × 148 mm und 1,2 kg stabil und kann nicht versehentlich im Halbschlaf vom Nachttisch geschubst werden.
Das Gerät wird direkt mit 230 V Netzspannung versorgt, kein „Netzklops“ verstopft die Steckdose. Die Wurfantenne ist eher kurz, was für den Empfang eventuell nicht optimal ist. Dafür wird sie allerdings, was selten geworden ist, mit einem regulären Antennenanschluss angesteckt; man kann also auch eine Außenantenne anschließen. Zusätzlich kann ein Smartphone oder E-Book-Reader über einen USB-Port geladen werden, das Smartphone zudem auch drahtlos.
Ob man ein Smartphone im Schlafzimmer haben will, ist natürlich die Frage: Den einen stört die Lauschgefahr, den anderen die Funkbelastung, den dritten die mögliche Störung und Ablenkung. Wen die Lauschgefahr stört, wird allerdings auch keinen Smart Speaker im Schlafzimmer haben wollen.
Gegen die Funkbelastung kann das Gerät mit einem Schalter auf der Rückseite zwischen Mitternacht und 6 Uhr (über Google Assistant auch anders wählbar) automatisch vom WLAN getrennt werden, Radioempfang und (dann allerdings vorher zu programmierender) Alarm funktionieren trotzdem. Google-Assistant-Abfragen allerdings nicht, dafür kann Google dann aber auch nicht mithören. Das geht auch durch manuelles Abschalten des Mikrofons mit einem zweiten Schalter auf der Rückseite, dann muss man mit Aktivitäten, bei denen man keine Mithörer will, nicht bis Mitternacht warten. Ein dritter Schalter erlaubt es, die Helligkeit der Anzeige in drei Schritten zu dimmen oder diese ganz abzuschalten – bei einem Gerät im Schlafzimmer eine essenzielle Funktion. Das drahtlose Ladepad, das ja elektromagnetische Wellen erzeugt, lässt sich dagegen nicht abschalten.
Musik Start/Stop, Lauter/Leiser, vier DAB-Senderspeicher, Senderwechsel, Abruf der programmierten Weckzeiten und die Umschaltung der Signalquelle sind als Bedienelemente oben am Lautsprecher, ebenso wie die der Sprachsteuerung dienenden Mikrofone. Leider als etwas dunklere Symbole auf silbernem Hintergrund nicht so gut erkennbar, wenn man den Kopf nicht über dem Radio hat oder es dunkel im Zimmer ist. Sie leuchten zwar auf, wenn man mit den Fingern in die Nähe kommt, nur löst man dabei leicht bereits ungewollt etwas aus, fühlbare Knöpfe wären hier schöner gewesen. Doch es gibt noch die Sprachsteuerung!
Die Einrichtung des Sprachassistenten ist wie üblich in Google Home zu erledigen, dann startet auch ein DAB+-Suchlauf. Sollte es nicht auf Anhieb klappen, kann man das Gerät auch resetten. Danach sollte man die Isolierung aus dem Batteriefach ziehen, sonst gibt es Low Battery-Warnungen, und die vier bevorzugten DAB+-Sender auf den Tasten 1 bis 4 abspeichern. DAB+-Sender über die Up/Down-Tasten zu suchen, ist umständlich, da sie der Frequenz nach gelistet werden, nicht alphabetisch.
Man sollte sich vor dem Kauf sicher sein, dass DAB+-Empfang gegeben ist: Das Harman Kardon Citation Oasis DAB ist das erste Radio, das mir begegnet ist, das wirklich nur DAB+ empfängt und nicht außerdem UKW als Fallback. Im Normalfall ist dies aber kein Nachteil; für diejenigen, die empfangsseitig absolut nicht mit DAB+ versorgt sind, gibt es ersatzweise noch das Harman Kardon Citation Oasis FM mit UKW statt DAB+.
Der Vorteil des DAB+-Betriebs ist, dass kein Internet-Traffic erzeugt wird. Leider ist der DAB+-Empfang aber natürlich nicht über Google Assistant bedienbar, nur die Wiedergabe von Internet-Radio oder Streaming-Diensten. Die Lautstärke kann aber immerhin mit Kommandos wie „Ok Google – lauter“ oder auch „Ok Google – Lautstärke 2“ in 10-Prozent-Schritten variiert und über einen Trick – erst auf Internet-Radio umschalten, dann ausschalten – kann der DAB+-Radiobetrieb auch per Sprachkommando beendet werden. Dabei sind die per Sprachkommando möglichen 10 Lautstärkestufen brauchbar aufgeteilt, was bei einem Smart Speaker keineswegs immer der Fall ist.
Das Radio kann in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen eingerichtet werden. Auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung. Stereo kann das Harman Kardon Citation Oasis DAB trotz seiner Kompaktheit von Natur aus wiedergeben, sowohl im DAB+- als auch im Internet-Betrieb. Hierzu wird also keine Multiroom-Konfiguration benötigt.
Das Abspielen von Musik aus dem Internet ist dank der Google-Spracherkennung unkompliziert möglich, ob Radiosender über das vorinstallierte Tune-In oder Konserven über Youtube Music, Spotify und andere Streamingdienste. Die eingebauten Mikrofone für die Spracherkennung funktionieren akkurat. Lokale Dateien lassen sich über Bluetooth und mit Chromecast übers WLAN abspielen. Die beiden Übertragungswege werden dabei nahtlos ineinander überblendet, dem Nutzer fällt dies nicht ohne Weiteres auf.
Der Wecker wird über den Sprachassistenten programmiert, kann aber auch das DAB-Radio einschalten. Wer das WLAN nachts abschaltet, muss also nicht befürchten, erst ab 6 Uhr geweckt werden zu können. Er sollte dazu dann nur keine Internet-Musikquelle auswählen.
Auch eine Einschlaffunktion mit Musikbegleitung ist verfügbar. Tatsächlich wird man bei einem Smart Speaker aber bei Einschlafproblemen wohl eher per Sprachkommando eine Einschlafmusik auswählen und auch wieder abschalten. Die zweite Zeile des Uhrzeit-Displays zeigt in Betrieb Station, Sendung oder Titel an.
Das Citation Oasis DAB+ liefert mit zwei 45-mm-Lautsprechern und 2 × 6 W Verstärkerleistung zwar keine Partylautstärke, doch deutlich mehr, als man von Küchenradios und Radioweckern sonst so gewohnt ist. Bässe und Höhen sind weniger intensiv als bei typischen Smart Speakern, doch am Nachttisch angenehmer als insbesondere das dröhnende Bose Waveradio. Noch dazu ist Stereo geboten!
Auch wenn dem Citation Oasis DAB leider wieder einmal apt-X für guten Klang via Bluetooth an Android-Geräten fehlt, ist die Klangqualität über Spotify, Tune-In (Webradio) sowie Bluetooth und Chromecast für lokale Dateien vergleichbar. Nicht perfekt, die Höhen im Intro von Al Stewarts On the border sind nicht transparent, aber über Bluetooth zumindest ohne die heftigen Artefakte des Citation One [https://www.techstage.de/test/citation-one-mk-ii-im-test-multiroom-von-harman-kardon/c7ls21t]. Bluetooth ist natürlich trotzdem zweite Wahl zum Musik hören, weil es keinen Multiroom-Betrieb ermöglicht.
Analog über AUX ist der Klang natürlich besser, Multiroom ist hier aber nicht vorgesehen. Spotify über WLAN klingt schon besser und ist auch per Sprachassistent bedienbar, ein HiFi-Streaming-Dienst wie Qobuz oder Tidal liefert die beste Qualität.
Mit einer UVP von 250 Euro ist der Harman Kardon Citation Oasis DAB nicht gerade günstig, aber noch erschwinglich. Derzeit bekommt man den Smart Speaker mit DAB-Radio schon ab 180 Euro.
Der Harman Kardon Citation Oasis DAB bietet das Beste aus beiden Welten und in Stereo: terrestrischer DAB+-Digitalradio-Empfang ebenso wie Google Assistant, Musik über Internet-Radio und Streaming-Dienste. Unser Fazit: ein vielseitiges Gerät mit gutem Klang zu einem fairen Preis und ein würdiger Nachfolger des klassischen Radioweckers.
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