Das Himiway City Pedelec ist ein elektrisches Fahrrad mit einer großen Reichweite und vielen Anbaumöglichkeiten für Gepäck und Einkäufe. Wie gut es in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
E-Bikes von Himiway sind wie das Cruiser Step-Thru (Testbericht) und das Escape Pro (Testbericht) oft mit sehr breiten Reifen ausgestattet und damit ein echter Hingucker. Denn sogenannte Fat-Bikes findet man im Alltag noch immer recht selten. Beim Himiway City Pedelec setzt der Hersteller aber auf normale Alltagsbereifung mit 26" x 1,95". Damit ist klar, dass das Modell nicht fürs Gelände optimiert ist, sondern, wie der Name schon nahelegt, für den Einsatz in der Stadt konzipiert ist.
Das E-Bike verfügt über einen 655-Wh-Akku (36 Volt, 18,2 Ah), der einen 250 Watt starken Hinterradmotor mit einem maximalen Drehmoment von 45 Nm und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h antreibt und für eine Reichweite von bis zu 120 km Kilometer sorgen soll. Es bietet zudem eine gute Lichtanlage des deutschen Herstellers Büchel (Shiny 50), Schutzbleche, Gepäckträger, Vorderrad-Federung sowie hydraulische Bremsen. Laut Hersteller ist das 26 kg schwere und robust gebaute Pedelec auch für schwere Personen bis zu 120 kg geeignet.
Das Himiway City Pedelec kostet derzeit 1499 Euro beim Hersteller.
Geliefert wird das Himiway City Pedelec teilmontiert in einem großen Karton. Eigenes Werkzeug wird für den Aufbau nicht benötigt, sämtliche dafür erforderlichen Tools sind im Lieferumfang enthalten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, montiert das Rad mithilfe eines Drehmoment-Schlüssel-Sets und beachtet die im deutschsprachigen Handbuch angegebenen Werte.
Zunächst muss der Lenker fest an der Gabel angeschraubt und danach das Vorderrad eingesetzt werden. Dann geht es an das Montieren des vorderen Schutzblechs und der Frontleuchte. Zum Schluss verschrauben wir dann noch die Pedale. Der Aufbau hat bei uns etwa eine halbe Stunde gedauert. Vor der ersten Fahrt ziehen wir alle Schrauben nach und pumpen die Reifen auf, wahlweise elektrisch. Mehr dazu hier: Top 10: Die beste Akku-Luftpumpe für Fahrrad & Auto ab 22 Euro im Test. Wir empfehlen für die Fahrt einen Helm. Smarte Varianten zeigen wir in der Top 7: Der beste smarte Fahrradhelm mit Blinker, Bluetooth, SOS & Musik im Test.
Auf den ersten Blick hinterlässt das Himiway City Pedelec einen wertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist tadellos: Die Bremsen schleifen nicht und sind wie die 7-Gang-Shimano-Altus-Schaltung optimal eingestellt. Besonders auffällig ist der Gepäckträger mit schickem Holzelement, den Himiway auf ihrer Webseite als Rücksitz bezeichnet. Das Holzelement kann man auch abschrauben und einen Gepäckkorb montieren und für den Transport von bis zu 27 kg schweren Lasten verwenden. Für noch mehr Zuladung können Anwender an den seitlichen Halterungen des Gepäckträgers Satteltaschen und/oder an der Vorderseite ein Gepäckkorb montieren.
Als Tiefeinsteiger ist das Himiway City Pedelec besonders für kleine Personen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen geeignet, für die es oft mühsam ist auf ein Rad mit Querstange zu steigen. Laut Webseite des Herstellers ist das City Pedelec für Personen mit einer Körpergröße zwischen 155 und 195 cm geeignet. Das Handbuch spezifiziert die Größe der Personen hingegen zwischen 160 und 185 cm. Im Test fühlt sich eine Person mit einer Körpergröße von 156 cm sehr wohl auf dem Rad. Auch der Sitz wurde als besonders bequem und sicher empfunden. Dieser ist höhenverstellbar und bietet unserem Testfahrer mit einer Größe von 186 cm noch eine optimale Sitzposition. Größere Personen werden sich auf dem City Pedelec aber nicht wohlfühlen.
Das E-Bike gibt es in Schwarz oder in Weiß. Bei unserem weißen Testmodell bieten Lenkergriffe und Sattel mit braunem Kunstlederüberzug sowie die hellbraune Sitzfläche am Gepäckträger einen schönen Kontrast. Doch das Kabelmanagement wirkt etwas unaufgeräumt – vom Lenker führen zu viele Kabel nach unten.
Der Lenker ist leicht gebogen und kann gegebenenfalls per Schnellverschluss gelöst und für eine bessere Position anders eingestellt werden. Für eine größere Höhenverstellung des Lenkrads kann man außerdem noch bis zu drei Abstandshalter zwischen Lenkerstange und Gabel demontieren. Die Griffe sind ergonomisch und fühlen sich dank eines weichen Kunstleders angenehm an. Einen Gasgriff wie beim Himiway Escape Pro (Testbericht), der das Fahrrad auf 6 km/h beschleunigt und als Anfahrts- oder Schiebehilfe dient, gibt es beim City Pedelec nicht. Die Klingel sitzt leicht zugänglich auf der rechten Seite links neben der Gangschaltung.
Das Display ist recht groß, hintergrundbeleuchtet und auch bei Sonne noch ausreichend gut ablesbar. Neben der Geschwindigkeitsanzeige informiert es außerdem, mit wie viel Leistung (Watt) der Motor den Vortrieb aktuell unterstützt. Zudem integriert es einen Kilometerzähler (Trip, Gesamt) und einen USB-A-Anschluss zum Aufladen von Smartphones. Die Steuereinheit des Fahrrad-Computers sitzt auf der linken Seite des Lenkers. Hier kann der Fahrer über fünf Taster unter anderem die Unterstützungsstufe (1–5) des Motors, die Displayanzeige und das Licht regulieren. Das Frontlicht ist ausgesprochen hell und gerichtet. Auch das Rücklicht hängt am Antriebsakku und schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus.
Trotz seines relativ hohen Gewichts von 26 kg ist das Himiway City Pedelec vergleichsweise wendig. Zu jedem Zeitpunkt vermittelt es ein Gefühl von Sicherheit. Das liegt nicht nur an der robusten Bauweise, sondern auch an der exzellenten Bremsleistung der hydraulischen Bremsen. Die Reifen mit Reflektorstreifen rollen gut und sehr leise. Dank Vorderradfederung schmälern Unebenheiten auf Radwegen, aber auch im Gelände und im Park kaum den Fahrkomfort. So gut wie das Himiway Escape Pro, bei dem Vorder- und Hinterrad gefedert sind, gleicht es Unebenheiten aber nicht aus.
Der Heckmotor bietet kontinuierlich die erlaubten 250 Watt Nennleistung und ein Drehmoment von maximal 45 nm. Das ist zwar weit entfernt von den 80 Nm, die der Motor im Himiway Escape Pro bietet. Doch aufgrund des geringeren Gewichts sorgt die verbaute Antriebseinheit auch beim City Pedelec für einen ordentlichen Vortrieb. Auch bei leichten Steigungen schafft das Rad die erlaubten 25 km/h.
Die Übersetzung der 7-Gang-Shimano-Schaltung ist auf das City Pedelec optimal abgestimmt. Im Unterschied zu anderen E-Bikes, bei denen der größte Gang kaum eine Beschleunigung über 25 km/h erlaubt, können Fahrer beim City Pedelec noch gut reintreten und so höhere Geschwindigkeiten erzielen – dann aber ohne Motorunterstützung.
Beim Anfahren hat uns das Himiway City Pedelec positiv überrascht. Der Drehzahlsensor am vorderen Kettenblatt aktiviert den Hinterradnabenmotor unmittelbar, was gerade beim Anfahren eine enorme Erleichterung darstellt und für einen sicheren Start sorgt. Mit dem Betätigen der Bremsen stoppt der Motor sofort. Ein Nachlaufen wie beim Eleglide M1 29" (Testbericht) haben wir nicht bemerkt.
Weniger gut hat uns allerdings die Antriebsabstimmung während der Fahrt gefallen. Zwar beschleunigt das Rad zügig auf die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, doch hält es diese anders als etwa das Accolmile E-Road (Testbericht) nicht, sondern setzt erst nach einer Weile wieder ein. Anders ausgedrückt: Hat man aus dem Stand 25 km/h erreicht, endet die Trittunterstützung und setzt erst bei 20/21 km/h wieder ein. Nach einiger Zeit hat man sich an diesen Rhythmus gewöhnt und nimmt ihn im günstigsten Fall als Entschleunigung wahr. Für schnelle Kurztrips ist das Himiway City Pedelecs also nicht ausgelegt, sondern eher für entspannte Touren durch Park und Stadt.
Der über einen Schlüssel seitlich entnehmbare Akku hat eine hohe Kapazität von 655 Wh. Damit sollen Fahrer laut Himiway 80 bis 120 km weit kommen. Wie immer ist das unter Idealbedingungen mit leichtem Fahrer, gutem Wetter, gerader Stecke und so weiter gemessen. Im Test mit einer 90 kg schweren Person auf einer größtenteils flachen Strecke sind wir mit dem Himiway City Pedelec immerhin knapp 80 km weit gekommen. Somit bietet das Himiway City Pedelec eine überdurchschnittliche Reichweite.
Das Himiway City Pedelec kostet derzeit 1499 Euro beim Hersteller.
Das Himiway City Pedelec ist sehr gut ausgestattet, sauber verarbeitet und schön anzusehen. Dank 120 kg Zuladung, Montagemöglichkeiten für Satteltaschen und Gepäckkorb an der Vorderseite ist es für Einkäufe in der Stadt ideal geeignet. Und dank einer guten Lichtanlage und Schutzblechen ist man auch bei Dunkelheit und bei Regen auf der sicheren Seite.
Ein hohes Sicherheitsgefühl stellt sich auch wegen der gut zupackenden hydraulischen Bremsen ein. Dieses hält auch beim Ausflug auf Schotterwege im Park an. Das Rollgeräusch ist niedrig, der Fahrkomfort hoch.
Der Motor sorgt bei Anfahren sofort für Vortrieb, doch während der Fahrt legt er ein paar Denkpausen ein. Letzteres und das unorthodoxe Kabelmanagement trüben etwas den guten Gesamteindruck.
Hinweis: Der Testbericht ist erstmals am 2.8.2023 erschienen. Bei besonders attraktiven Angeboten wird er aktualisiert.
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