Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Mit dem Magic 5 Pro liefert Honor ein starkes Flagship, das es mit dem Samsung Galaxy S23 Ultra aufnehmen kann. Wie gut das neue Smartphone ist, zeigt der Test.
Dieses Frühjahr purzelt es Flagship-Smartphones. Mit dem Samsung Galaxy S23 Ultra (Testbericht) haben die Koreaner die Messlatte verdammt hoch gesetzt. Die Antwort der chinesischen Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Xiaomi 13 Pro (Testbericht) sowie der preiswerteren Alternative Motorola Edge 40 Pro (Testbericht) sind kürzlich zwei starke Smartphones mit Snapdragon 8 Gen 2 erschienen. Jetzt hat Honor sein neues Flagship enthüllt und das hat es in sich. Das Magic 5 Pro folgt auf das Honor Magic 4 Pro (Testbericht) aus dem Vorjahr. Schon der Vorgänger überzeugte mit guter Ausstattung und exzellenten Kamera. Dem steht der Nachfolger in nichts nach.
Wo das Magic 5 Pro glänzt und ob es überhaupt nennenswerte Schwächen gibt, offenbart unser Test aus der Themenwelt Smartphone. Weitere erstklassige Mobilgeräte zeigt unsere Top 10: Die besten Smartphones 2023.
Optisch orientiert sich das Magic 5 Pro am Vorgänger. Das Display ist an den Seiten stark abgerundet. Links oben befindet sich eine ovale Notch für die beiden Linsen der Frontkamera. Neu gestaltet ist die Kamera auf der Rückseite. Die drei Linsen, der Laser-Autofokus und der LED-Blitz befinden sich in einem großen, kreisrunden Element, das sich wie ein Vulkan fließend aus dem Gehäuse erhebt. Das verleiht dem Smartphone einen organischen Charakter.
Die Verarbeitung ist erstklassig. Das Magic 5 Pro sieht sehr edel aus, sämtliche Elemente fließen harmonisch ineinander. Der Rahmen aus Metall unterstreicht den hochwertigen Charakter. Die Rückseite ist wie das Display ebenfalls an den Seiten gebogen. Die seidenmatte Oberfläche aus Glas ist dabei erfreulich unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Sehr edel sieht etwa der gelaserte Schriftzug des Herstellers aus. Spaltmaße finden sich keine, der Druckpunkt der Power-Taste und Lautstärkewippe ist solide – wie man es von einem Top-Smartphone erwarten würde.
Wie schon der Vorgänger ist das Magic 5 Pro ziemlich wuchtig geraten. Die Maße (162,9 × 76,7 × 8,8 Millimeter) entsprechen fast dem ebenfalls sehr großen Galaxy S23 Ultra. An einhändige Bedienung ist da nicht zu denken, dafür bekommt man ein richtig großes Display mit 6,81 Zoll in der Diagonale. Mit 219 Gramm ist es etwas leichter als der Konkurrent aus Korea – aber definitiv kein Leichtgewicht. Gut geschützt ist das Magic 5 Pro ebenfalls: Dank IP68 ist es staubdicht und übersteht auch einen längeren Aufenthalt in Süßwasser bis 1 Meter Tiefe. Eine transparente Schutzhülle aus Silikon liegt bei, die das teurere Handy zusätzlich schützen soll.
Das 6,81-Zoll-Display mit OLED-Panel lost mit 2848 × 1312 Pixel auf. Das führt zu einem messerscharfen Bild mit hoher Pixeldichte von 460 ppi (Pixel pro Zoll). Pixel sind hier keine zu erkennen, etwas höher fällt aber die Auflösung mit knapp 500 ppi beim Samsung Galaxy S23 Ultra (Testbericht) aus. Wahlweise regelt eine Automatik die benötigte Auflösung, zusätzlich kann man diese manuell auf 2492 × 1148 Pixel oder 2136 × 984 Pixel herunterschrauben.
Das Display flimmert wahlweise mit bis zu 120 Hz, was für geschmeidige Animationen auf dem Display sorgt. Standardmäßig regelt das eine Automatik von 1 bis 120 Hz, manuell stehen 60, 90 oder 120 Hz zur Auswahl.
Ein Always-on-Display steht beim Magic 5 Pro ebenfalls zur Verfügung. Dieses zeigt standardmäßig nach einem Antippen des Screens die Uhrzeit, das Datum, den Ladestand sowie eine kleine Grafik. Optional kann man dafür auch bestimmte Uhrzeiten festlegen oder es permanent eingeschaltet lassen. Laut Honor verringert das die Akkulaufzeit um etwa 10 Prozent.
Die Bildqualität ist erstklassig, die Blickwinkelstabilität sehr ausgeprägt. Zudem ist das Display verdammt hell. Laut Honor soll es bis zu 1300 cd/m² erreichen, mit HDR sogar 1800 cd/m². Nachmessen konnten wir etwa 900 cd/m² – allerdings unter Zuhilfenahme einer Tageslichtlampe, weil das Wetter zum Testzeitpunkt wenig Sonnenschein zu bieten hatte. Auch bei heller Umgebung bleibt es stets gut ablesbar.
Im Magic 5 Pro kommt eine Triple-Kamera auf der Rückseite und eine Dual-Kamera vorne für Selfies und Gesichtserkennung zum Einsatz. Wirklich stark: Alle drei Linsen bietet die gleiche Auflösung von 50 Megapixel. Das gilt fürs Hauptobjektiv (f/1.6), das Periskop-Teleobjektiv (f/3.0) sowie die Weitwinkellinse (f/2.0), die auch für Makroaufnahmen zuständig ist. Eine optische Bildstabilisierung (OIS) bieten die Haupt- und Telelinse. Sämtliche Linsen fassen vier Pixel zu einem größeren zusammen, um bei schwächeren Lichtverhältnissen mehr Informationen nutzen zu können.
Schon der Vorgänger schoss prächtige Bilder, nicht anders ist es beim Magic 5 Pro. Die Fotos sehen fast immer klasse aus, sowohl bei Sonnenschein als auch trübem Wetter oder in der Abenddämmerung. Bilddetails sind sehr ausgeprägt, auch der Dynamikumfang ist stimmig und sorgt für eine lebendige und naturgetreue Wiedergabe von Landschaften und Objekten. Weitwinkelaufnahmen sehen ebenfalls sehr gut aus und weichen qualitativ nur minimal von der Hauptlinse ab.
Selbst Aufnahmen mit 3,5-fachem Zoom bieten einen hohen Detailgrad. Erst bei 10-facher Vergrößerung macht sich ein leichtes Bildrauschen bemerkbar, liefert aber noch immer ordentliche Fotos. Was die Hauptlinse angeht, gelingen Aufnahmen auch bei Nacht hervorragend – zusätzlich hilft hier der Nachtmodus, den es aber bei genügend Restlicht gar nicht benötigt. Hier macht sie die OIS positiv bemerkbar, welche besonders scharfe Bilder ermöglicht. Nur bei der Telelinse ist Bildrauschen bei Dunkelheit spürbar zu erkennen. Der Zoom reicht theoretisch bis zur 100-fachen Vergrößerung. Das Ergebnis ist dann aber wenig überraschend sehr pixelig.
Videoaufnahmen sehen knackscharf aus und sind dank OIS sehr stabil. Bis 4K mit 60 fps (Frames pro Sekunde) sind mit der Hauptkamera möglich, die Selfie-Kamera bietet 4K bei maximal 30 fps oder Full-HD mit 60 fps.
Mit dem Snapdragon 8 Gen 2 läuft im Magic 5 Pro der derzeit beste Prozessor aus dem Android-Kosmos. Dieser bietet jederzeit bärenstarke Leistungsreserven. Das System reagiert äußerst flott und läuft geschmeidig. Zögern ist beim Magic 5 Pro ein Fremdwort, hier geht alles schnell. Das gilt sowohl beim Gaming als auch bei anderen Aufgaben. Unter hoher Last wird das Magic 5 Pro zwar warm, aber nicht übermäßig heiß.
Die Benchmarks belegen die hohe Performance: knapp 15000 Punkte bei Work 3.0 von PCmark sowie 3600 Punkte bei Wild Life Extreme von 3Dmark gehören zu den Top-Ergebnissen aus unseren Tests. In der Tat ist das Galaxy S23 im Vergleich noch einen Ticken flotter bei 3Dmark – hier wurde der Prozessor von Qualcomm und Samsung gemeinsam für das Gerät angepasst und optimiert.
Üppig sind auch RAM und interner Speicher mit jeweils 12 GByte sowie 512 GByte. Der Speicher nutzt den schnellsten Standard UFS 4.0. Eine Erweiterung ist allerdings nicht möglich. Möglich ist der Betrieb mit eSIM sowie Dual-SIM (per Nano-SIM). Der Typ-C-Steckplatz unterstützt USB 3.1. Selbstredend bietet das Magic 5 Pro Support für 5G-Netzwerke, aber auch Wifi 7 in heimischen Netzwerken. Zur Ortung stehen ein Kompass sowie GPS, Glonass, Beidou und Galileo zur Auswahl, die Genauigkeit ist mit etwa 3 Metern laut GPS-Test hinreichend genau. Die Stereolautsprecher bieten einen fülligen und klaren Sound, die Telefonqualität ist ebenfalls überzeugend.
Der Fingerabdruckscanner sitzt unten mittig im Display und reagiert flott und zuverlässig. Dank 3D-Technologie der beiden Linsen im Display ist die Entsperrung per Gesichtserkennung sicherer gegen Täuschungsversuche und eine valide Option. In der Praxis klappt es ebenfalls gut.
Als Betriebssystem läuft Android 13 mit der Bedienoberfläche Magic OS 7.1. Wer mit Endgeräten von Huawei oder Honor vertraut ist, findet sich mit der Bedienoberfläche schnell zurecht. Standardmäßig kommt diese ohne App-Drawer zum Einsatz und setzt auf Gestensteuerung statt Android-Icons, was an eine Kopie von iOS erinnert. Das bedeutet, sämtliche Apps landen auf dem Bildschirm. Wer Stock-Android gewohnt ist, muss sich hier etwas umstellen. Letzten Endes bleibt es eine Geschmacksfrage.
Der Sicherheits-Patch stammt aus Februar 2023 und ist somit nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, aber auch nicht maßlos veraltet. Nutzer müssen zudem mit viel Bloatware von Honor leben. Für nahezu jeden Google-Dienst bietet hier Honor eine eigene Lösung an inklusive App-Store. Rund 30 GByte sind von Haus aus belegt.
Gegenüber dem Vorgänger nachgebessert hat Honor bei seiner Update-Politik. Das Magic 5 Pro soll drei Android-Upgrades bekommen – also bis einschließlich Version 16. Sicherheits-Patches soll es für fünf Jahre geben – das ist lobenswert, bietet Samsung aber schon länger.
Der Akku bietet eine stattliche Kapazität von 5100 mAh. Das lässt auf eine lange Akkulaufzeit hoffen. Das Ergebnis hat uns im Vergleich zur Galaxy-S23-Reihe (Ratgeber) dann doch etwas enttäuscht: Knapp 11,5 Stunden sind an sich ein guter Wert, die S23-Handys von Samsung kommen hier aber auf rund 13 Stunden – trotz geringere Akkukapazität. Im Alltag sollte das Magic 5 Pro problemlos einen oder gar zwei Tage durchhalten – sofern man nicht viel zockt oder Videos schaut.
Etwas überrascht waren wir beim Ladegerät. Dieses bietet mit 66 Watt zwar mehr als Samsung, aber verglichen mit den 120 Watt beim Xiaomi 13 Pro (Testbericht) sowie Motorola Edge 40 Pro (Testbericht) wirkt das mittlerweile schon „altbacken“ für ein chinesisches Handy. Es ist aber Jammern auf hohem Niveau, der Akku ist von 20 auf 100 Prozent in knapp 45 Minuten aufgeladen.
Vorbildlicher zeigt sich Honor beim kabellosen Laden per Induktion – auch Qi genannt. Das Honor Magic 50 Pro unterstützt kabellose Laden mit bis zu 50 Watt. Das ist wirklich schnell, Samsung bietet hier nur 15 Watt. Allerdings setzt das auch einen Honor Wireless Charger voraus.
Ein Schnäppchen ist das Honor Magic 5 Pro nicht. Die UVP liegt bei stolzen 1200 Euro. Es gibt nur eine Speichervariante mit 512 GByte, als Farben stehen Grün und Schwarz zur Auswahl.
Das Honor Magic 5 Pro gehört zu den derzeit besten Android-Smartphones. Sowohl Display als auch Leistung sind top. Die Kamera überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie, sowohl bei Tag wie bei Nacht. Stimmig und hochwertig sind auch das Design und die Verarbeitung.
Größere Schwächen gibt es kaum. Die Akkulaufzeit konnte im Benchmark nicht ganz das Niveau der Galaxy-S23-Reihe erreichen. Honor packt außerdem eine Menge eigener Apps aufs Gerät und die Bedienoberfläche wirkt etwas zu stark von iOS inspiriert. Das Ladegerät bricht mit 66 Watt keine Rekorde, dafür lädt es auch kabellos sehr flott.
Insgesamt muss sich das Magic 5 Pro weder vor einem Xiaomi 13 Pro (Testbericht) noch Motorola Edge 40 Pro (Testbericht) verstecken. Es kann locker mit dem Samsung Galaxy S23+ (Testbericht) mithalten und muss sich nur sehr knapp dem Samsung Galaxy S23 Ultra (Testbericht) geschlagen geben. Weitere Spitzen-Smartphones finden sich in unserer Top 10: Die besten Smartphones 2023.
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