Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Samsung muss sich warm anziehen: Das Honor Magic 6 Pro ist ein Smartphone der Superlative. Ein großer Akku, Top-Performance und die exzellente Kamera machen es zum derzeit besten Smartphone 2024.
Honor zeigte mit den Smartphones Honor Magic 4 Pro (Testbericht) und Magic 5 Pro (Testbericht) bereits in der Vergangenheit, dass das Unternehmen seit der Unabhängigkeit der einstigen Konzernmutter Huawei bereit ist, im hart umkämpften Markt ordentlich mitzumischen. Beide Geräte überzeugten neben starker Hardware vorwiegend mit einer exzellenten Kamera und führten die Tradition hervorragender Kamera-Smartphones von Huawei nahtlos fort – allerdings inklusive Google-Diensten.
Im Test überzeugte das Honor Magic 6 Pro auf ganzer Linie. Hier müssen sich Konkurrenten wie das Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht) auf einiges gefasst machen. Das Magic 6 Pro bringt neben dem richtig großen Akku und rasantem Snapdragon 8 Gen 3 auch eine beeindruckende Telelinse mit 180 Megapixel mit.
Günstig ist es natürlich nicht, aber aktuell lohnt sich der Kauf: Mit dem Coupon-Code ACA300M6P kostet das Smartphone-Flagship direkt bei Honor derzeit nur 999 Euro statt 1299 Euro. Wie gut das Smartphone ist und ob es überhaupt Schwächen gibt, zeigt dieser Testbericht.
Weitere hochwertige Alternativen zeigen wir in der Top 10: Die besten Smartphones. Etwas preiswerter und dennoch gut sind die Mobilgeräte aus der Top 10: Die besten Smartphones bis 750 Euro.
Honor bleibt sich treu beim Design des Magic 6 Pro. Als großer Blickfang dient erneut das runde Kameramodul mit drei Linsen, das sich deutlich auf der Rückseite erhebt. Die Verarbeitung ist erstklassig und wirkt edel. Die Rückseite unseres Testgeräts in Grün setzt auf eine Oberfläche aus Kunstleder. Das fühlt sich nicht nur hochwertig an, sondern bietet auch einen guten Grip. Das schwarze Modell bietet hingegen eine Oberfläche aus Glas.
Für einen verlässlichen Schutz vor Staub und Wasser sorgt die IP68-Zertifizierung. Das Magic 6 Pro fällt erneut riesig und wuchtig aus, auch wenn das Design eher filigran wirkt. An eine einhändige Bedienung ist eher nicht zu denken. Wir raten zudem zu einer Schutzhülle – denn sehr stabil wirkt es nicht. Auch wenn es schade ist, das prächtige Smartphone damit teilweise zu verbergen. Eine Schutzhülle legt Honor dieses Mal nicht bei.
Das Display selbst ist an den Rändern abgerundet – hier schwimmt Honor gegen den Strom. Denn nach dem Hype der letzten Jahre setzen mittlerweile fast alle Hersteller auf ebene Bildschirme. Nicht so Honor, das weiterhin ein an den Seiten abgerundetes Display verbaut. Das sorgt einerseits für ein nahezu randloses Ergebnis an den Bildschirmrändern, anderseits erzeugen genau diese eine leichte Verzerrung der Darstellung, was manche Nutzer gehörig stört. Letzten Endes bleibt es aber eine Geschmackssache.
Die Anzeige fällt mit 6,8 Zoll enorm aus und bietet eine messerscharfe Auflösung von 2800 × 1280 Pixeln bei 453 PPI (Pixel per Inch). Neben Dolby Vision unterstützt es HDR10+. Die Aktualisierungsrate passt sich automatisch auf Werte von 1 bis 102 Hertz an, was eine geschmeidige Bildgebung beim Scrollen oder bei Animationen zufolge hat. Obendrein ist das Display verdammt hell – selbst bei starkem Sonnenschein kann man es gut ablesen. Honor spricht her sogar von bis zu 5000 Nits bei HDR-Inhalten.
Machen wir es kurz: Das Magic 6 Pro hat eine exzellente Smartphone-Kamera. Den Eindruck bestätigt auch etwa DXOMARK, bei dem das Magic 6 Pro den ersten Rang eingenommen hat. Ungewöhnlich ist das Setup der Linsen. Normalweise spendieren die Hersteller der Hauptlinse die höchste Auflösung, die Telelinsen müssen sich meistens mit weniger Megapixel begnügen. Honor geht hier einen anderen Weg.
Sowohl die Hauptlinse mit optischer Bildstabilisierung (OIS) als auch das Weitwinkelobjektiv ohne OIS bieten je 50 Megapixel. Die Periskop-Telelinse mit OIS hingegen kommt auf stolze 180 Megapixel. Die Front-Kamera für Selfies bietet gleich zwei Linsen: einmal 50 Megapixel, zusätzlich kommt ein Tof-Sensor (Time-of-flight) zum Einsatz. Das Magic 6 Pro bietet damit einen 3D-Gesichtsscanner – ein Feature, das es sonst nur beim Apple iPhone gibt.
Mit der Hauptlinse gelingen fantastische und lebendige Aufnahmen mit ausgeprägter Bilddynamik, hoher Bildschärfe und gut abgestimmten Kontrasten. Aufnahmen im Weitwinkel weichen farblich so gut wie gar nicht ab von der Hauptlinse und bieten ebenfalls hohe Bilddetails. Zusätzlich gibt es einen Makromodus über die Weitwinkellinse. Zwar bietet der optische Zoom der Telelinse „nur“ eine 2,5-fache Vergrößerung. In Kombination mit der hohen Auflösung sind aber Fotos auch mit fünffachem Zoom möglich – ganz ohne störende Pixel oder Bildrauschen.
Auch bei Dunkelheit gelingen tolle Aufnahmen. Lediglich bei fünffachem Hybrid-Zoom ist etwas Bildrauschen zu vernehmen. In dieser Disziplin können das Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht) und das Google Pixel 8 Pro (Testbericht) aber ebenfalls mithalten. 100-facher Zoom ist ebenfalls möglich, dient hier aber eher der Show und bringt keine sinnvoll nutzbaren Ergebnisse. Klasse sehen auch Selfies aus sowie Videoaufnahmen. Die Hauptkamera erlaubt damit hervorragend stabilisierte und scharfe 4K-Videos mit bis zu 60 FPS (Frames per Second), die Selfie-Kamera erreicht 4K mit 30 FPS oder Full-HD mit 60 FPS.
Als Antrieb dient der bärenstarke Snapdragon 8 Gen 3 von Qualcomm. Mehr Leistung gibt es derzeit nicht bei Android-Smartphones. Was die starken Benchmarks mit 16.000 Punkten bei PCmark Work 3.0 sowie 5200 Punkte bei 3Dmark Wild Life Extreme und 8900 Punkte bei Solar Bay verdeutlichen. Damit läuft das Magic 5 Pro immer geschmeidig und flüssig. Selbst High-End-Gaming ist damit möglich.
An Speicher mangelt es nicht: Standardmäßig kommen immer 12 GB RAM sowie 512 GB nach UFS 4.0 für den internen Speicher zum Einsatz. Bei der übrigen Ausstattung ist alles auf dem neuesten Stand: Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth 5.3, NFC, Infrarot-Port und USB-C 3.2. Zur präzisen Ortung greift das Smartphone auf A-GPS, Glonass, Beidou und Galileo zurück.
Ab Werk läuft Android 14. Die Bedienoberfläche Magic OS 8.0 erinnert stark an die UI von früheren Huawei-Smartphones. Standardmäßig kommt kein App-Drawer zum Einsatz, die Apps pflastern sich fortwährend auf den Desktop. Honor packt ähnlich wie Samsung eine Menge eigener Dienste auf das Gerät inklusive eigenem App Store oder Kalender-App. Zum Testzeitpunkt am 19. März 2024 stammt der Sicherheit-Patch aus Februar 2024. Honor garantiert vier große Android-Versionen sowie Sicherheits-Updates für 5 Jahre.
Die KI-Features sind nicht ganz so ausgeprägt wie bei Samsung. Praktisch ist etwa der KI-geschützte Anruf. Das Magic 6 Pro regelt die Lautstärke eines Anrufs herunter, damit Andere nicht so leicht mithören können. Ein spezieller KI-Ordner zeigt die vier am häufigsten genutzten Apps. Mit der Zeit sollten weitere KI-Features noch folgen, etwa ein lokaler Chatbot auf Basis eines Text-to-Text-Modells.
Praktisch ist zudem die als Portal bezeichnete Seitenleiste. Dorthin könne nahezu beliebig Inhalte gezogen werden, das Smartphone bietet dann automatisch passende Optionen an. Ein Beispiel wäre ein Bild aus Whatsapp, für das man dann eine Google-Suche bekommt oder das Hineinschieben einer Adresse, die direkt die Navigation aktiviert. Der Tof-Sensor ermöglicht zudem das Scrollen nur per Handgeste, zudem weiß das Smartphone, wann man auf das Display schaut.
Honor hat nochmals ordentlich an der Akku-Kapazität geschraubt. Das Magic 6 Pro bietet jetzt stolze 5600 Milliamperestunden (mAh). Das sind über 10 Prozent mehr als beim Galaxy S24 Ultra (Testbericht). Beim Battery Test von PCmark hielten wir damit fast 15 Stunden mit adaptiver Bildwiederholrate durch. Damit kommt das Smartphone locker über einen Tag, bei mäßiger Nutzung sind auch gut zwei Tage drin. Laden ist per Kabel mit 80 Watt und kabellos mit 66 Watt möglich.
Einziges größeres Ärgernis: Ein Netzteil legt Honor nicht bei. Verkauft wird es als Maßnahme zu mehr Nachhaltigkeit. Was bei einem Samsung vielleicht halb so wild ist, da die Koreaner ohnehin nur langsam laden, ist hier aber wirklich blöd. Denn um auf die volle Leistung von 80 Watt beim Laden zu kommen, bedarf es eines Netzteils von Honor. Wer das Smartphone kauft, bekommt das 100-Watt-Ladegerät immerhin reduziert für 17 Euro statt 50 Euro. Dennoch ist diese Maßnahme des „Green Wahsings“ bei dem Preis eigentlich nicht hinnehmbar.
Das Honor Magic 6 Pro hat eine stolze UVP von 1299 Euro. Das aktuell beste Angebot bietet der Hersteller auf seiner Webseite an: mit dem Coupon-Code ACA300M6P bekommt man das High-End-Smartphone für nur 999 Euro. Diverses Zubehör, wie ein Ladegerät, Earbuds oder ein Case gibt es vergünstigt dazu. Da sollte man schnell zugreifen.
Ein ebenfalls exzellentes Smartphone mit starker Performance, langer Akkulaufzeit, hervorragender Kamera und KI-Features ist das Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht). Bei Performance und Akkuleistung unterlegen, bei Kamera auf Augenhöhe ist zudem das Google Pixel 8 Pro (Testbericht).
Das Honor Magic 6 Pro ist ein fast perfektes Handy. Die Leistung ist top, die Akkulaufzeit sehr ausdauernd und die Kamera mit einzigartiger Telelinse wirklich grandios. Das Design sieht sehr hochwertig aus, auch wenn das Gerät etwa unhandlich geraten ist. Einige KI-Features finden sich ebenfalls, auch wenn diese bisher nicht so weit gehen wie bei Samsung. Wirklich gestört hat uns nur das Fehlen eines Netzteils – was bei der Schnellladefunktion wirklich unglücklich ist.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.