Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Ein großes Tablet mit OLED-Bildschirm für unter 500 Euro? Das Honor Magic Pad 2 scheint ein echtes Schnäppchen zu sein. Ob es einen Haken gibt, zeigt der Test.
Lange Zeit gab es das Magic Pad 2 von Honor nur in China, seit Ende des letzten Jahres wird es aber auch in Europa angeboten. Größte Auffälligkeit: Das 12,3-Zoll-Tablet bietet ein OLED-Display für einen Preis von unter 500 Euro. In der Preisklasse gibt es diese Display-Technologie abseits von alten Modellen kaum zu finden. Auch ein Blick auf die Hardware lässt einiges erhoffen. Ob das Magic Pad 2 ein echter Geheimtipp ist oder doch nur eine Mogelpackung, zeigen wir in diesem Test.
Das Honor Magic Pad 2 bietet ein elegantes Design und eine hochwertige Verarbeitung. Es setzt wie die meisten Premium-Tablets auf ein kantig geformtes Gehäuse aus Aluminium. Als Farbe steht Schwarz oder Weiß zur Auswahl. Ein IP-Rating besitzt das Magic Pad 2 aber nicht, hier ist Vorsicht angesagt im Umgang mit Flüssigkeiten.
Trotz seiner Größe ist das Magic Pad 2 mit 555 g vergleichsweise leicht und mit 5,8 mm ziemlich dünn. Mit Abmessungen von 274,5 × 180,5 mm fällt es etwas kompakter aus als ein Samsung Galaxy Tab S10+, obwohl beide fast gleich große Displays haben. Es ist rund 10 mm schmaler und 5 mm niedriger. Das Kameramodul auf der Rückseite steht etwas hervor, stört aber kaum.
Das größte Highlight des Magic Pad 2 ist das OLED-Display. Die Bildschirmränder sind hauchdünn, womit das Gerät sehr viel Fläche für den Bildschirm bietet. Das Seitenverhältnis beträgt 5:3. Ziemlich üppig ist die messerscharfe Auflösung von 3000 × 1920 Pixeln bei 290 PPI, die sogar das Galaxy Tab S10+ übertrifft. Spitze ist auch die maximale Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz, die sich dynamisch anpasst – oder auf Wunsch manuell festgelegt werden kann.
Die Bildqualität überzeugt auf ganzer Linie mit einer hohen Farbtreue und gut abgestimmten Kontrasten. Der Bildschirm ist hell genug, um auch noch im Freien ablesbar zu sein. Wir konnten bis zu 650 Nits messen – was außer bei starkem Sonnenschein ausreicht. Im HDR-Modus sind bis über 1500 Nits drin. Ohne Helligkeitsautomatik erreicht das Magic Pad 2 rund 600 Nits.
Die Kameraausstattung des Magic Pad 2 ist eher einfach gehalten. Auf der Rückseite sitzt eine 13-Megapixel-Hauptkamera, die auf den ersten Blick wie eine Dual-Kamera wirkt – tatsächlich handelt es sich jedoch nur um eine einzelne Linse, ergänzt durch einen LED-Blitz. Die Frontkamera löst mit 9 Megapixeln auf. Insgesamt entspricht das eher einem Einsteiger-Smartphone.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera ansehnliche Aufnahmen mit warmen Farben und solider Dynamik. Doch sobald das Licht schwindet, steigt das Bildrauschen, und feine Details gehen verloren. Die Selfie-Kamera eignet sich gut für Videochats, zeigt aber deutlich weniger Details als die Hauptkamera und wirkt selbst bei guter Beleuchtung etwas grobkörnig. 4K-Videoaufnahmen sind mit beiden Linsen möglich, jedoch nur mit maximal 30 FPS.
Als Antrieb dient zwar nicht Qualcomms schnellster Chip, doch der Snapdragon 8s Gen 3 bietet mehr als genug Leistung für die nächsten Jahre. Bei PCmark Work 3.0 erreicht das Tablet 18.000 Punkte, und im 3Dmark Wild Life Extreme sind es 3300 Punkte – ein starker Wert für ein Tablet dieser Preisklasse.
Mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher ist die Ausstattung üppig, eine Erweiterung per microSD ist jedoch nicht möglich. Bei den Schnittstellen gibt es Licht und Schatten: Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3 sind auf halbwegs aktuellem Stand, doch der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0 – was die kabelgebundene Datenübertragung deutlich ausbremst. Eine Variante mit Mobilfunkmodul gibt es nicht. Ein GPS-Modul fehlt ebenfalls.
Das Honor Magic Pad 2 kann beim Soundpunkten: Die acht Lautsprecher liefern kräftigen und ausgewogenen Klang – ideal für Videostreaming. Dank Widevine Level 1 sind Netflix & Co. in Full-HD problemlos möglich. Der Eingabestift Magic Pencil 3 lag unserem Muster allerdings nicht bei. Diesen muss man separat dazukaufen für 79 Euro.
Ausgeliefert wird das Magic Pad 2 mit Magic OS 8 auf Basis von Android 14. Stand März 2025 war ein Update auf Android 15 mit Magic OS 9 bisher nicht verfügbar. Der Sicherheits-Patch stammte zum Testzeitpunkt aus Januar 2025 – nicht gänzlich veraltet, aber auch nicht mehr ganz aktuell. Updates gibt es nur quartalsweise und maximal für drei Jahre. Es soll dabei höchsten ein Upgrade auf Android 15 geben.
Immerhin erlaubt das Tablet, mehrere Nutzerprofile anzulegen – darunter auch eingeschränkte Profile mit begrenztem Zugriff auf bestimmte Apps. Das kann besonders für Familien nützlich sein.
Der Akku fällt mit einer Kapazität von 10.050 mAh groß aus. Beim Battery Test von PCmark konnten wir eine simulierte Laufzeit von knapp unter 8 Stunden feststellen – das liegt auf dem Niveau des Galaxy Tab S10+. Schaut man mit dem Gerät nur Videos, fällt die Laufzeit nahezu doppelt so lange aus. Über den Tag sollte man auch bei Dauernutzung damit gut kommen. Dank 66 Watt lädt es für ein großes Tablet ziemlich schnell, so ist der Akku nach zwei Stunden voll aufgeladen. Ein Netzteil lag unserem Testmuster bei, allerdings wird es teilweise auch ohne verkauft. Kabelloses Laden beherrscht es nicht.
Bei Marktstart lag die UVP bei 600 Euro. Mittlerweile gibt es das Tablet ab 400 Euro. Das ist ein guter Preis, insbesondere für ein Tablet mit OLED-Bidlschirm.
Das Honor Magic Pad 2 bietet ein nahezu unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Das große OLED-Display überzeugt mit brillanter Bildqualität und hoher Helligkeit – für ein Tablet dieser Preisklasse eine Seltenheit. Auch der Prozessor liefert ordentlich Power, während Verarbeitung und Design punkten: Das extrem dünne Gehäuse und die schmalen Display-Ränder wirken edel und modern.
Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0, was die Datenübertragung limitiert. Ein Fingerabdrucksensor fehlt ebenso wie ein microSD-Slot oder eine Mobilfunk-Option. Zudem gibt es nur drei Jahre Software-Updates – und lediglich ein einziges Android-Upgrade. Wer ein hochwertiges OLED-Display zu einem unschlagbaren Preis sucht, findet derzeit jedoch kaum eine bessere und günstigere Alternative.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.