Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Größer, leichter, besser – so bewirbt Huawei das Band 8, die jüngste Inkarnation des beliebten Fitness-Trackers. Doch wie gut ist das Produkt im Praxistest?
Kürzlich war es wieder so weit: Der chinesische Hersteller Huawei hat mit dem Band 8 die neuste Version seines bekannten Fitness-Trackers auf den Markt gebracht. Der Nachfolger des Huawei Band 7 (Testbericht) will alles „größer, leichter, besser“ machen – aber kann der Fitness-Tracker dieses Versprechen wirklich einlösen?
Wir haben das Huawei Band 8 in unserem Test auf Herz und Nieren getestet, mit der direkten Konkurrenz am Markt verglichen und geprüft, was sich im Vergleich zum Vorgängermodell getan hat.
In Bezug auf das Design hat sich beim Huawei Band 8 im Vergleich zum Vorgänger nicht viel verändert. Das Always-On-AMOLED-Display ist mit 1,47 Zoll gleich groß geblieben, lediglich die Gehäusedicke und damit auch das Gewicht sind geringfügig geschrumpft. Das fällt in der Praxis aber nicht weiter auf.
Eine Änderung gibt es dann aber doch, und die betrifft das Armband. Zwar setzt Huawei erneut auf das bekannte Silikonarmband mit einer Schließe aus Kunststoff, aber der Wechselmechanismus ist jetzt ein anderer. Anstelle eines Federhebels wie beim Band 7 gibt es jetzt einen Button auf der Gehäuserückseite, über den sich das Armband lösen und ersetzen lässt. Dadurch gestaltet sich das Wechseln des Armbands etwas einfacher als bislang.
Allerdings hat Huawei auch einen kleinen Rückschritt beim Design gemacht: Denn das Huawei Band 8 gibt es nur in den Farben Schwarz, Grün und Pink, aber nicht mehr in Rot (wie ursprünglich das Band 7).
Ansonsten konnten wir beim Display keine merklichen Unterschiede zwischen dem Huawei Band 8 und dem Huawei Band 7 feststellen. Der Bildschirm des Band 8 reagiert zuverlässig auf Touch-Eingaben und bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar, auch wenn wir die Helligkeit dafür auf den maximalen Wert einstellen müssen. Wer bereits ein vergleichbares Wearable getragen hat, findet sich mit der intuitiven Bedienung des Trackers schnell zurecht.
Auch bei der Einrichtung des Huawei Band 8 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel verändert. Wegen des US-Banns gegen das chinesische Unternehmen steht die App nicht im Play Store von Google zur Verfügung.
Demzufolge ist bei den meisten Android-Handys ein Sideload der Appgallery von Huawei vonnöten, um die Health App zu installieren. Dafür steht beim ersten Start des Trackers ein QR–Code zur Verfügung, den wir mit dem Smartphone einscannen können und der uns dann zur App weiterleitet. Besitzer eines Smartphones von Samsung können die Health App weiterhin regulär aus dem Galaxy Store herunterladen, iPhone-Nutzer bekommen diese ebenfalls ganz normal über den Appstore.
Die Verknüpfung des Geräts mit der App funktioniert dann wie gewohnt per Bluetooth. Wir richten ein Benutzerkonto bei Huawei Health ein, wählen das gewünschte Gerät für die Kopplung in der App und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm. Der ganze Prozess dauert nur ein paar Minuten.
Die App selbst haben wir bereits in vergangenen Tests besprochen, deshalb beschränken wir uns an dieser Stelle auf ein kurzes Fazit: Alle Funktionen sind übersichtlich aufbereitet und Nutzer bekommen auf einen Blick die wichtigsten Daten ihres Trackers mitgeteilt. Benachrichtigungen lassen sich ebenso steuern, wie verschiedene Gesundheitsfeatures. Auch die Übersetzung der App ist gut gelungen.
Wer unseren Test zum Huawei Band 7 gelesen hat, weiß, dass der Hersteller in Hinblick auf Aktivitätstracking viel richtig macht. Das ist auch beim Huawei Band 8 wieder der Fall, denn im Vergleich zum Vorgänger gibt es hier keine nennenswerten Änderungen.
Die Aufzeichnung der zurückgelegten Schritte funktioniert immer noch hervorragend und ohne Probleme. Kalorien, Aktivitätsminuten, Trainingseinheiten und Schlafdaten leitet das Huawei Band 8 wie gewohnt an die Huawei Health App weiter, wo die Messungen dann als übersichtliche Diagramme angezeigt und im sogenannten Health–Kleeblatt eingepflegt werden. Nutzer können damit auf einen Blick die eigene gesundheitliche Entwicklung und den Fortschritt bei den täglichen Zielen ablesen.
Letztere lassen sich in der App übrigens auch wieder festlegen: Wie beim Vorgängermodell gibt es sogenannte Gesundheitspläne, in denen wir spezifische Ziele für Schritte, Atmung, Schlaf, Flüssigkeitszufuhr und Aktivitäten spezifizieren. Erfüllen wir diese Ziele, erhalten wir Punkte, die uns für die Kleeblattanzeige gutgeschrieben werden – das motiviert und hilft dabei, neue Routinen zu etablieren. Wer möchte, kann zusätzlich eine Erinnerung für das jeweilige Ziel aktivieren (Uhrzeit), einen Bewegungsalarm nach einer gewissen Zeit an Inaktivität gibt es ebenfalls.
Gleich vorweg: Auch beim Band 8 verzichtet Huawei wieder auf ein eigenes GPS. Ihr müsst also zwangsläufig euer Smartphone dabeihaben, wenn ihr etwa beim Lauftraining eine spezifische Strecke aufzeichnen wollt. Zwar könnt ihr Tempo und Streckenlänge auch über den integrierten Bewegungssensor aufzeichnen, der lässt allerdings etwas an Genauigkeit vermissen.
Dafür hat Huawei allerdings bei den Trainingsfunktionen ein paar Verbesserungen gegenüber dem Band 7 eingebaut. Denn das Huawei Band 8 verfügt im Gegensatz zum Vorgängermodell nicht nur über einen integrierten Kompass, sondern auch über einen Multisport-Modus, der den einfachen Wechsel zwischen mehreren Sportarten erlaubt. Das ist gerade für Einheiten nützlich, in denen man verschiedene Trainingsprofile kombinieren möchte. Apropos Profile: Davon gibt es beim Huawei Band 8 auch ein paar mehr als beim Huawei Band 7, nämlich insgesamt 100 statt 96.
Der Rest bleibt aber bei beiden Geräten gleich: Der Tracker liefert Informationen zu Kalorien, Strecke, VO2Max, Lauffähigkeitsindex (Leistung im Vergleich mit dem Durchschnittswert anderer Läufer), die Erholungszeit und den Trainingseffekt. Die Daten lassen sich sowohl in der App als auch in gesonderten Menüs auf dem Display des Huawei Band 8 ablesen. Ihr habt also alle relevanten Daten ganz nach eurem Bedarf jederzeit im Blick.
Wo Huawei leider ebenfalls die Chance für Verbesserungen verstreichen lässt, sind die Kalorienbedarfsmessung sowie der optische Pulssensor. Letzter leidet nämlich unter denselben Problemen wie beim Vorgängermodell: Zwar misst er zuverlässig die Herzfrequenz bei gleichbleibender Belastung, mit HIIT-Workouts oder Krafttraining und entsprechend schnell wechselnden Pulswerten kommt er aber nicht gut zurecht. Dementsprechend ist auch die Angabe des Kalorienbedarfs pro Tag eher wenig aussagekräftig.
Anders als das Huawei Band 7 setzt das Huawei Band 8 auf das neue System Trusleep 3.0, das neben der reinen Aufzeichnung der Schlafdaten (Phasen, Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt) eine Reihe zusätzlicher Features bietet. Ein spezieller DND-Modus verringert Ablenkungen vor dem Schlafengehen, während ein Anheben der Uhr nach dem Aufwachen ausreicht, um die Daten zur vergangenen Nacht direkt auf dem Display anzeigen zu lassen. Detaillierte Informationen zum Schlaf findet man außerdem direkt in der App.
Neben dem Schlaftracking bietet das Huawei Band 8 auch wieder einige zusätzliche Gesundheitsfunktionen. Die Messung der Blutsauerstoffsättigung ist ebenso wieder mit an Bord wie das Tracking des eigenen Stresslevels inklusive Optionen für Entspannungs- sowie Atemübungen. Schließlich gibt es noch eine Funktion für Frauen, um den eigenen Zyklus zu tracken – allerdings gibt es hier keine Möglichkeit, zusätzliche Merkmale wie die Körpertemperatur einzutragen.
Bei den zusätzlichen Features wie Benachrichtigungen, Musiksteuerung und Co. gibt es keine Unterschiede zwischen Huawei Band 7 und Huawei Band 8. Wir können wie gewohnt Benachrichtigungen auf dem Display des Trackers anzeigen lassen und in der App festlegen, von welchen Apps wir Benachrichtigungen empfangen wollen.
Wir haben obendrein die Möglichkeit, unser Smartphone via Bluetooth suchen zu lassen, die Smartphone-Kamera per Fernauslöser zu aktivieren oder auf eingehende Nachrichten per Schnellantwort zu reagieren. Alle diese Features funktionierten im Test einwandfrei. Eine Telefoniefunktion oder Support für Sprachassistenz gibt es allerdings nicht.
Huawei gibt die Akkulaufzeit des Band 8 je nach Nutzungsszenario mit bis zu 14 Tagen an. Bei eingeschaltetem Always-On-Display, 60 Minuten Training pro Woche und aktiver Schlaf- sowie SpO2-Überwachung hält der Akku bis zu drei Tage durch. Damit entspricht die Kapazität desjenigen Akkus, den Huawei beim Vorgängermodell verbaut hatte. Auch bei der schnellen Ladedauer hat sich nichts geändert: 5 Minuten Ladezeit reichen aus, damit der Akku für zwei Tage ausreichend Saft hat.
In unserem Test konnten wir die Angaben des Herstellers übrigens größtenteils bestätigen: Bei aktivierter Herzfrequenzmessung und Schlafüberwachung sowie drei anderthalbstündigen Trainingseinheiten in einer Woche hielt der Akku des Huawei Band 8 knapp 13 Tage durch. Das ist ein guter Wert für ein Wearable dieser Preiskategorie.
Huawei verkauft das Band 8 auf der offiziellen Webseite mit einer UVP von je 59 Euro. Der Straßenpreis für das neueste Modell liegt bei 49 Euro, während der Vorgänger Huawei Band 7 bereits für knapp 42 Euro zu haben ist.
Das Huawei Band 8 müsste eigentlich Huawei Band 7.1 heißen, denn wirklich viele nennenswerte Neuerungen hat das aktuelle Tracker-Modell nicht zu bieten. Dementsprechend lohnt sich der Kauf auch nur bedingt: Wer bislang keinen Fitnesstracker besitzt oder noch mit einem alten Huawei Band der Vor-Vorgänger-Generation unterwegs ist, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Das Huawei Band 8 gehört nämlich definitiv zu den besten und preiswertesten Fitness-Trackern, die aktuell am Markt verfügbar sind.
Huawei-Nutzer, die aber bereits das Huawei Band 7 (Testbericht) besitzen, können getrost auf den Kauf des neuesten Modells verzichten. Das Huawei Band 8 bietet gegenüber dem Vorgänger einfach zu wenige Neuerungen, geschweige denn Verbesserungen, als dass sich eine Neuanschaffung lohnen würde.
Wer sich den Ärger mit der App-Installation sparen kann, sollte sich das neue Honor Band 7 (Testbericht) ansehen. Technisch ist das Produkt der einstigen Konzerntochter sehr ähnlich, kommt aber mittlerweile mit einer eigenen App aus, die es auch im Play Store zu finden gibt. Eine preiswerte Alternative ist das Xiaomi Smart Band 7 (Testbericht) aus dem Vorjahr. Wer auf GPS nicht verzichten möchte, sollte zum Testsieger Xiaomi Smart Band 7 Pro (Testbericht) greifen.
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