Jochen hat schon vor seinem Studium damit begonnen, technische Neuheiten für diverse Printobjekte unter die Lupe zu nehmen. Später setzte er alles, was digital ist, unter anderem auch für die 3sat-Sendung „Neues“ als Autor in Szene. Sein Spezialgebiet sind mittlerweile Flachbildfernseher, von denen…
Selbst James Bond bekäme beim Anblick der Huawei Watch Buds glänzende Augen: Denn im Inneren der Smartwatch ist ein Paar In-Ear-Kopfhörer versteckt, ein pfiffiges und innovatives Feature. Wie die Kopfhörer-Winzlinge klingen und was die Huawei-Uhr sonst noch alles kann, klärt unser Test.
Huawei gehen die Ideen nicht aus: Nachdem der chinesische Hersteller seine Watch D (Testbericht) mit einer Blutdruckmanschette im Armband ausgestattet hatte, integriert die Watch Buds zwei vollwertige True-Wireless-Earbuds. Die Uhr dient dabei als Ladeschale.
Damit vereint Huawei erstmals zwei Gerätegattungen, nämlich eine klassische Smartwatch und Kopfhörer. Das hat einen deutlichen Vorteil: Jogger oder Reisende haben ihre In-Ears immer dabei, um beim Sport oder unterwegs Musik zu hören oder zu telefonieren. Vorbei sind ebenfalls die Zeiten, als man die kleinen Kopfhörer im Rucksack suchen musste.
Ob das Konzept der Huawei Watch Buds ausgereift ist und ob die integrierten Kopfhörer möglicherweise nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile haben, klärt unser Test im Rahmen unserer Themenwelt Smartwatch. Dort finden sich auch Testberichte zur Apple Watch 8 (Testbericht) und zur Samsung Galaxy Watch 5 (Testbericht).
Weitere hervorragende Wearables zeigt unsere Top 10: Die besten Smartwatches 2023. Wer auf sein Herz achteten möchte, dem raten wir zu einer Uhr aus der Top 10: Die besten Smartwatches mit EKG. Und weitere Earbuds zeigen wir in der Top 10: Die besten In-Ear-Kopfhörer mit ANC aus unseren Tests – Apple vor Bose.
Die Huawei Watch Buds gibt es lediglich in einer Version, nämlich mit einem 1,43 Zoll großen AMOLED-Display. Das Gehäuse besteht aus schwarzem Edelstahl, das Armband aus schwarzem Leder. Alternative Farb- oder Materialoptionen hat Huawei nicht im Sortiment. Eine Variante mit Mobilfunkunterstützung, um autark zu telefonieren und im Internet zu surfen, ist ebenfalls nicht verfügbar.
Es überrascht nicht, dass die Watch Buds mit einer Gehäusehöhe von knapp 1,5 Zentimeter alles andere als eine schlanke Smartwatch ist. Schließlich müssen die Earbuds untergebracht werden. So hat die Uhr eine recht klobige Optik. Ihr besonderes Geheimnis sieht man der Uhr dennoch nicht an.
Ein kurzer Druck auf einen Taster an der Gehäusevorderseite genügt, und schon blendet das Display animierte Kopfhörer ein und klappt an zwei stabilen Scharnieren nach oben. Zum Vorschein kommen zwei winzige In-Ears, die per Magnet sicher in zwei kleinen Vertiefungen sitzen. Der Mechanismus soll mindestens 100.000 Öffnungs- und Schließvorgänge aushalten.
Beim Armband setzt Huawei ganz klassisch auf schwarzes Leder, das sich angenehm auf der Haut anfühlt. Mit knapp 80 Gramm ist die Smartwatch kein Leichtgewicht. Trotzdem stört sie nicht. Man spürt sie bisweilen, aber sie macht sich zu keinem Zeitpunkt negativ bemerkbar. Huawei bietet separate Armbänder aus Kunststoff, Leder und Edelstahl an.
Ein Nachteil der integrierten Kopfhörer: Aufgrund des Klappmechanismus ist die Uhr anfällig für das Eindringen von Feuchtigkeit. Der Einsatz beim Schwimmen oder Tauchen verbietet sich daher. Und selbst beim Duschen und Händewaschen ist Vorsicht geboten. Wenige Tropfen genügen, und schon meldet sich die Watch Buds mit dem Hinweis, dass im Bereich der Ladeschalen Feuchtigkeit eingedrungen ist. Es genügt, das bisschen Wasser wegzupusten oder abzuwischen, in diesen homöopathischen Dosen ist Wasser für die Uhr kein Problem.
Das 1,43 Zoll große AMOLED-Display der Watch Buds löst mit 466 × 466 Pixeln auf. Schriften und Symbole sind scharf, Farben leuchten satt, Schwarz ist stockdunkel und die Blickwinkelstabilität ist top. Die Helligkeit lässt sich manuell steuern oder wird automatisch per Sensor angepasst, die Maximalhelligkeit reicht auch im Freien problemlos aus, um die Uhrzeit und andere Informationen in direktem Sonnenlicht unangestrengt abzulesen. Das Display lässt sich bis zu 20 Minuten lang dauerhaft aktivieren.
Mit gerade mal 4 Gramm pro Kopfhörer sind die Earbuds extreme Leichtgewichte, die zudem nur die Größe einer Fingerkuppe haben. Zum Lieferumfang gehören verschiedene Ohrhöreraufsätze. Welchen Kopfhörer man in welches Ohr steckt, ist egal: Jeder Earbud erkennt seine Position in Eigenregie.
Geladen werden die Kopfhörer im Bauch der Uhr. Der Akku der Watch Buds hat eine Kapazität von 410 mAh, die Buds werkeln mit 30-mAh-Akkus. Huawei zufolge kann man mit voll aufgeladenen Earbuds 4 Stunden Musik hören und 2,5 Stunden telefonieren, wenn die Rauschunterdrückung deaktiviert ist. Bei aktivierter Rauschunterdrückung reduziert sich die Akkuleistung auf zwei Stunden Musikwiedergabe und zwei Stunden telefonieren. Im Test dauerte unsere musikalische Berieselung mit den Huawei-Buds etwas mehr als 3 Stunden, dann waren deren Akkus leer. Das Aufladen der Kopfhörer in der Smartwatch lässt sich bei Bedarf auch abschalten, wenn man die Laufzeit der Uhr verlängern möchte.
Ist die Smartwatch einmal eingerichtet, koppeln sich Buds und Uhr automatisch. Praktisch: Lautstärke, Rauschunterdrückung und Equalizer-Effekte kann man bequem über die Huawei-Uhr steuern, ebenso die Song-Auswahl. Dies gelingt intuitiv über ein Schnellmenü oder per Shortcut. Als Zuspiel-Quelle eignet sich neben der Uhr auch ein Smartphone oder ein anderes Bluetooth-Gerät.
Die Buds sitzen perfekt im Ohr und fallen durch ihr geringes Gewicht praktisch nicht auf. Der Klang ist ordentlich. Bässe sind für die Winzlinge vernünftig ausgeprägt, Höhen sind recht klar, nur im Mittenbereich sind die Earbuds etwas schwachbrüstig. Als Immer-und-Überall-Dabei-Kopfhörer ist ihre Performance jedoch löblich. Die Restkapazität der Minis kann man je nach Zifferblatt direkt von der Uhr ablesen.
Die Huawei-Uhr ist mit Beschleunigungs- und Gyroskopsensor, optischem Herzfrequenzsensor, Umgebungssensor, WLAN, Bluetooth, GPS und NFC ausgestattet. Außerdem kann sie den Sauerstoffgehalt im Blut messen. Es fehlen EKG-Funktion, Barometer und Kompass.
Als Apps hat die Watch Buds unter anderem Atemübungen, eine Wettervorhersage, Stoppuhr, Timer, Wecker und eine Taschenlampe hinterlegt. Anwendungen lassen sich entweder per Raster oder in einer Listenansicht darstellen. Natürlich erfasst die Uhr die zurückgelegten Schritte und kontrolliert den Schlaf. Auf das Feature der Musikwiedergabe sind wir bei den Earbuds bereits eingegangen.
Das Betriebssystem Harmony OS unterstützt Android-Smartphones (ab Version 6.0) und iPhones (ab iOS 12.0). Nur Besitzer eines Android-Smartphones können auf eingehende Nachrichten antworten und das überschaubare App-Angebot um einige wenige Anwendungen erweitern. Prinzipiell sind die smarten Funktionen abseits der zahlreichen Gesundheits- und Fitness-Features eher dürftig.
Die Bedienung der Watch Buds gelingt intuitiv und einfach per Wisch- und Touchgesten über das Display. Durch einen Druck auf die Krone gelangt man zurück zum Startbildschirm, noch ein Druck und man ist bei den Apps. Ein Blättern durch Menüs unterstützt die Krone allerdings nicht.
Das Arbeitstempo der Huawei-Uhr ist gut. Programme starten schnell, Menüs lassen sich flott wechseln. Auch Erstbenutzer einer Smartwatch finden sich in der übersichtlichen und logischen Menüstruktur schnell zurecht.
Wie viele Schritte hat man bereits zurückgelegt, wie viele Minuten war man aktiv? Plakative Aktivitätsringe verdeutlichen auf einen Blick, wie weit man von seinen Tageszielen noch entfernt ist.
Die Watch Buds hat mehr als 70 Trainingsprogramme hinterlegt, unter anderem Disziplinen wie Gehen, Laufen, Radfahren, Seilspringen, Crosstrainer und Rudergerät. Per GPS lassen sich zurückgelegte Routen aufzeichnen und nachher in der „Health“-App von Huawei darstellen.
Der „Training Ability Index“ vergleicht die eigene Laufleistung mit der Performance anderer Läufer. Jogger profitieren zudem unter anderem von Coach-Funktionen und Laufplänen. Außerdem zeigt die Uhr die Trainingsbelastung der vergangenen sieben Tage an und verrät den Erholungslevel und die Regenerationszeit.
Um die Akkulaufzeit mit anderen Smartwatches zu vergleichen, haben wir für diese Testrubrik die integrierten Earbuds nicht über die Uhr geladen. Bei deaktiviertem GPS, Displayhelligkeit nicht mehr als 50 Prozent sowie mit Schlaf-Tracking und Herzfrequenzanalyse hielt die Watch Buds rund eine Woche lang durch. Das ist ein sehr ordentlicher Wert. Das Laden auf der Schale dauerte etwa 80 Minuten, um einen leeren Akku wieder auf 100 Prozent zu bringen.
Huawei selbst verlangt auf seiner Homepage für die Watch Buds 499 Euro. Das derzeit beste Angebot bei Ebay beträgt 480 Euro.
Für das innovative Konzept der Huawei Watch Buds gibt es für uns einen Daumen nach oben. Diese Smartwatch ist wirklich originell. Earbuds in eine Uhr zu integrieren, auf diese Idee muss man erst mal kommen. Die Klangqualität der kleinen Kopfhörer ist in Ordnung und reicht für unterwegs vollkommen aus. Das Geheimversteck im Bauch der Uhr erkauft sich Huawei allerdings durch ein ziemlich klobiges Gehäuse und die Tatsache, dass die Watch Buds kein Wasser verträgt.
Die reine Smartwatch funktioniert tadellos ohne spannende Extras. Wer darauf verzichten kann, In-Ears in einer Smartwatch zu parken, kommt mit Einzelkomponenten wie der Watch GT 3 Pro (Testbericht) für rund 260 Euro oder den Freebuds Pro 2 (Testbericht) ab 149 Euro deutlich günstiger weg und erhält wahrscheinlich noch bessere Produkte.
Noch mehr exzellente Uhren zeigt unsere Top 10: Die besten Smartwatches 2023 - Apple Watch & Galaxy Watch führen und Top 10: Die besten Smartwatches mit EKG – Gesundheit immer im Blick. Empfehlenswerte True-Wireless-Kopfhörer finden sich in der Top 10: Die besten In-Ear-Kopfhörer mit ANC aus unseren Tests – Apple vor Bose.
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