Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Die Huawei Watch Fit 3 ist quadratisch, praktisch und gut. Warum die leichte Smartwatch beim Sport und im Alltag gleichermaßen überzeugt, zeigt der Test.
Smartwatches sind längst angekommen im mobilen Markt und erweitern und ergänzen Handys um zusätzliche Funktionen. Varianten mit eSIM und Mobilfunk sowie GPS sind sogar in der Lage, autark ohne Smartphone zu funktionieren. Das bietet sich an, wenn man die Uhr im Urlaub zum Bezahlen mitnehmen möchte oder beim Joggen fürs Tracking und zur Wiedergabe von Musik.
Eine Alternative für alle, die eine Uhr als Ergänzung zum Smartphone nutzen möchten, sind Smartwatches mit proprietären Betriebssystemen. Diese bieten eine Akkulaufzeit von fast zwei Wochen, messen den Puls, überwachen den Schlaf, zählen Schritte und geben Benachrichtigungen vom Smartphone weiter. Zu dieser Kategorie gehört die Huawei Watch Fit 3. Die dritte Generation der Smartwatch zeichnet sich durch ein schlankes und leichtes Gehäuse aus. Die smarten Funktionen sind hingegen weniger ausgeprägt, sodass es sich eher um einen luxuriösen Fitness-Tracker handelt.
Im Test überzeugte die preiswerte, bequeme und dennoch schicke Uhr mit einem fairen Preis von 99 Euro im Huawei-Shop. Was die Smartwatch noch alles bietet, zeigt unser Testbericht.
Design und Verarbeitung sind hervorragend, die Uhr überzeugt primär mit einem schlanken und sehr leichten Gehäuse, das nur 26 Gramm wiegt. Optisch erinnert die Watch Fit 3 etwas an die Apple Watch, was dem rechteckigen Gehäuse geschuldet ist. Sie fällt minimal kleiner und schlanker aus als die Uhr von Apple. Wir haben das Modell mit grauem Nylonarmband getestet.
Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen sowie die Krone auf der rechten Seite. Eine programmierbare Taste ist ebenfalls vorhanden, die im Auslieferungszustand das Training startet. Sehr praktisch ist das flexible Nylonarmband mit Klettverschluss. Das An- und Abziehen der Uhr ist so sehr komfortabel. Dank des niedrigen Gewichts spürt man die Uhr kaum beim Tragen. Ebenfalls gut sitzen die Modelle mit Silikon- oder Lederarmband.
Absolut überzeugend ist der 1,82-Zoll-Bildschirm mit OLED-Panel. Huawei gibt eine sehr hohe Helligkeit von bis zu 1500 Nits an. In der Praxis führt das dazu, dass die Anzeige immer ablesbar ist – auch bei starkem Sonnenschein. Die Auflösung von 480 × 408 Pixel bietet ein ausreichend scharfes Bild, bei dem Pixel mit dem Auge so gut wie gar nicht zu erkennen sind. Bildqualität, Farben und Kontraste überzeugen ebenfalls.
Wie üblich kommt die Health App von Huawei zum Einsatz. Hier stolpern Nutzer gleich über die größte Schwäche der Uhr: Aufgrund der Sanktionen ist die Anwendung zum Beispiel nicht im Google Play Store vorhanden. Eine Ausnahme sind die Smartphones von Samsung und Honor sowie das iPhone, bei denen die App jeweils im Galaxy Store, Honor App Market oder Apple App Store für iOS zur Verfügung steht.
Bei anderen Android-Geräten muss man die App per QR-Code mit dem Android-Smartphone aus einer externen Quelle installieren – wozu man dem Smartphone bei der Installation die Berechtigung erteilen muss. Das erfordert einiges Fachwissen. Nach der Installation sollte man diese Berechtigung sicherheitshalber wieder entfernen. Zur Einrichtung muss man die Uhr mit der App per Bluetooth koppeln und ein Konto bei Huawei erstellen oder sich mit einem schon bestehenden Zugang anmelden.
Der Aufbau der App ist übersichtlich. Oben im Health-Reiter finden sich wie gewohnt drei Kreise für Aktivitäten (Bewegung, Trainieren, Stehen), die zeigen, wie weit man seine Tagesziele schon erreicht hat. Darunter folgen weitere Fenster mit Daten zu vergangenen Trainingseinheiten, Gesundheitsdaten wie Herzschlag oder Blutsauerstoff, Schlaf oder Stresslevel. Ferner gibt es einige Trainingspläne für etwa Laufen oder Krafttraining, einen Store mit Ziffernblättern (teils kostenlos, teils gebührenpflichtig) und diverse Einstellungsmöglichkeiten für Benachrichtigungen der Uhr.
Die App beinhaltet jetzt auch einen Kalorienzähler, mit dem man die zu sich genommenen Mahlzeiten festhält. Es gibt zudem die Möglichkeit, mithilfe der Uhr Intervallfasten zu betreiben. Für weitere Auswertungen und eine erweiterte Schlafanalyse sowie zusätzliche Trainings- und Ernährungs-Pläne können Nutzer ein Abonnement für Huawei Health Plus abschließen. Dieses kostet 8 Euro im Monat oder 60 Euro im Jahr. Mit dem Snack Assistant kann man den Barcode einer Verpackung fotografieren und bekommt dann die Nährstoffwerte und Kalorien des Produkts geliefert. Der Stay Fit Plan gibt dem Nutzer dann Tipps, wie mit Sport und Ernährung per Wochenplan ein Kaloriendefizit erzeugt wird, um abzunehmen. Achtung: Dieses Verfahren eignet sich weniger, um etwa Muskeln aufzubauen.
Die Huawei Watch Fit 3 bietet optische Sensoren zur Pulsmessung. Der Blutsauerstoffwert kann von der Uhr nur geschätzt werden – entspricht also keiner medizinischen Untersuchung. Im Alltag zählt die Watch Fit 3 die täglichen Schritte ziemlich genau und berechnet den groben Kalorienverbrauch anhand der Aktivitäten. Beim Sport erkennt sie zudem die maximale Sauerstoffaufnahme. Mangels Höhenmessung kann die Watch Fit 3 jedoch keine Stockwerke zählen.
Auf Wunsch überwacht die Uhr zudem den Schlaf. Die App gibt dann die Dauer der einzelnen Schlafphasen an sowie die Qualität und Frequenz der Atmung. Leider erkennt sie im Test nicht alle Wachphasen zuverlässig, ein Problem, das wir von vielen anderen Smartwatches her kennen. Frauen können zudem auf eine Zyklusüberwachung zurückgreifen. Die Huawei Watch Fit 3 ist zudem wasserdicht und kann beim Schwimmen getragen werden. Sitzt man für längere Zeit, erinnert die Watch Fit 3 den Träger automatisch daran, sich mal zu bewegen.
Wirklich smarte Funktionen und Anwendungen gibt es nur wenige. Dazu gehören lediglich ein Wetter-Widget, eine Stoppuhr- und Timer-Funktion sowie Musiksteuerung für die Ausgabe auf dem Smartphone. Die Installation von weiteren Apps ist nicht vorgesehen. Immerhin kann über die App Musik auf die Uhr übertragen werden, allerdings gibt es keinen Support für Dienste wie Spotify. Nachrichten können nur per Standardantworten oder Emojis beantwortet werden.
Einen NFC-Sensor gibt es nur bei der Variante mit Nylon- und Lederarmband. Zum Bezahlen ist die Smartwatch aber nicht geeignet. Man kann aber mit der Uhr telefonieren, wenn sie mit dem Handy gekoppelt ist. Ein Mikrofon und Lautsprecher sind vorhanden. Die Tonqualität ist eher nicht so gut, aber man versteht den Gesprächspartner halbwegs, zumindest bei einem kurzen Gespräch.
Mit einem Software-Update im Juli 2024 steht nun auch die Navigationslösung Petal Maps von Huawei zur Verfügung. Zum erstmaligen Testzeitpunkt im Mai 2024 stand das Feature noch nicht zur Verfügung. Hierzu muss man die App auch auf das Smartphone herunterladen (erhältlich im Google Play Store sowie im Apple App Store) und dort das gewünschte Ziel eingeben. Auf dem Ziffernblatt stehen dann Richtungsweiser zur Verfügung, ein ganz praktisches Feature, wie wir finden. Allerdings verstehen wir die Richtungsangaben nicht immer.
Beim Training entfaltet die Huawei Watch Fit 3 ihre wahren Stärken. Es stehen über 100 verschiedene Profile zur Verfügung. So kann die Uhr auch Schwimmzüge mit dem entsprechenden Trainingsprofil erkennen. Die Pulsmessung ist präzise für eine Uhr dieser Preisklasse, selbst bei starkem Wechsel der Belastung kommt die Uhr gut hinterher – auch wenn sie nicht ganz mit einem Pulsgurt mithalten kann. Für Hobby-Sportler bietet sie aber genügend Präzision.
Das Einzige, was uns wirklich genervt hat: Die Uhr ist beim Start des Trainings per Default auf laut gestellt und brüllt einen regelrecht an. Es ist zudem etwas umständlich, die Ansagen dann leise zu stellen. Die automatische Trainingserkennung reagiert auch nicht immer oder wenn, recht träge. Dafür gefällt die Übersucht der Daten beim Training mit der Darstellung des Herzschlags, der verbrauchten Kalorien, Dauer des Trainings und ob man sich im aeroben oder anaeroben Bereich befindet.
Eine der größten Stärken ist die Akkulaufzeit – ein Vorteil, wenn die Uhr weniger smart ausfällt. Huawei gibt hier bis zu 10 Tage an, was sich mit unseren Erfahrungen fast deckt. Im Test hielt die Uhr rund 9 Tage durch. Nutzt man das Always-on-Display und häufiger GPS, kommt die Watch Fit 3 auf rund 5 Tage. Zum Laden dient ein separates Kabel, das magnetisch haftet. Kabelloses Laden ist nicht möglich. Wer etwa eine andere Huawei-Uhr hat, kann das andere Ladegerät leider nicht nutzen.
Der Preis für die Variante mit Armband aus Nylon beträgt 78 Euro. Der Bestpreis für das Modell mit Fluorelastomer-Band in Schwarz liegt bei 79 Euro. Erhältlich ist dieses Modell in den Farben Schwarz, Rosa, Grün und Weiß. Die Variante mit goldenem Gehäuse und goldenem Milanese-Armband ist exklusiv im Huawei-Shop erhältlich und kostet aktuell 129 Euro.
Die Huawei Watch Fit 3 begeistert mit gutem Design, dem hohen Tragekomfort und niedrigem Gewicht. Wirklich klasse finden wir das scharfe und helle Display. Beim Training macht die wasserdichte Uhr eine gute Figur mit präziser Pulsmessung und zahlreichen Trainingsprofilen. Allerdings sind die smarten Funktionen etwas eingeschränkt – was aber zu einer sehr langen Akkulaufzeit führt. Wer im Alltag nicht mit der Uhr bezahlen möchte, bekommt hier eine schicke und leichte Uhr für Sport zum fairen Preis.
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