Mit einer Auflösung von 2304 × 1296 Pixel und 15 FPS liefert die Imou Cell 3C nur Durchschnitt. Dafür ist sie günstig und hat auch sonst noch einiges zu bieten.
Imou bringt mit der Cell 3C eine kabellose Überwachungskamera (Bestenliste), die über einen 5000 mAh starken Akku mit Energie versorgt wird. Ein Solarpanel sorgt bei genügend Sonnenschein für ein automatisches Aufladen des Energiespeichers. Dank einer integrierten LED-Leuchte kann sie auch bei wenig Licht Aufnahmen in Farbe erzeugen. Eine farbige Nachtsicht ohne Zusatzbeleuchtung, wie sie Überwachungskameras mit einem besonders lichtstarken Objektiv (Bestenliste) bieten, beherrscht die Imou Cell 3C allerdings nicht. Der 1/2.8-Zoll-Sensor der Kamera ermöglicht Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 2304 × 1296 Pixel bei höchstens 15 Bilder pro Sekunde (FPS).
Regulär kostet die Imou Cell 3C mit Solarpanel 61 Euro. Aktuell wird sie aber mit einem Rabatt von 30 Prozent für 43 Euro angeboten.
Wie gut die günstige Überwachungskamera in der Praxis funktioniert und was sie ansonsten noch zu bieten hat, verrät unser Testbericht.
Die 270 Gramm schwere Imou Cell 3C ist wetterbeständig nach IP66 und im Temperaturbereich zwischen –20 °C und 50 °C einsatzfähig. Die Kameratechnik steckt in einem weißen Gehäuse, das mit den Abmessungen 16,8 × 7,2 × 6,1 cm relativ kompakt ausfällt. Neben dem Objektiv befindet sich ein PIR-Sensor, der auf die Infrarotstrahlung von Menschen reagiert und so Fehlalarme durch umherfliegende Blätter oder Insekten verhindert.
An der Vorderseite gibt es neben Objektiv und PIR-Sensor noch einen Helligkeitssensor, ein Mikrofon, eine Betriebs-LED sowie zwei LED-Strahler, die automatisch oder manuell eingeschaltet werden und für eine farbige Nachtsicht sorgen.
An der Unterseite befinden sich hinter einer Gummiabdeckung ein microSD-Card-Slot, der entsprechende Speicherkarten mit bis zu einer Größe von bis zu 256 GB aufnimmt. Außerdem gibt es dort auch einen Einschalter, der gleichzeitig als Reset-Taste fungiert. Daneben befindet sich der Lautsprecher. Dieser kann nicht nur Alarmtöne von sich geben, sondern fungiert mit dem eingebauten Mikrofon auch als Gegensprechanlage. Letzteres bietet eine gute Qualität: Beide Gesprächspartner verstehen sich ausgezeichnet. Und die Lautstärke der Sirene ist im Vergleich zu anderen Lösungen äußerst laut.
An der Rückseite schützt eine Gummiabdeckung den darunter liegenden USB-C-Anschluss, mit der man den Akku der Überwachungskamera laden kann. Die Akkulaufzeit gibt Imou bei Aufnahme von zwanzig 15-Sekunden-Videos mit bis zu 120 Tage an. In der Mitte der Rückseite gibt es ein Plastikgewinde, in das man die Kamerahalterung verschraubt. Diese ist drehbar, sodass man die Imou Cell 3C nicht nur an einer Wand, sondern auch an einer Decke montieren kann. Bohrschablonen und Schrauben sind im Lieferumfang enthalten. Dort befindet sich auch eine verschraubbare Halterung für das mitgelieferte Solarpanel, das den Akku bei Sonnenschein lädt. Letzteres gelingt allerdings nur, wenn die Temperatur über 0 °C liegt. Dank eines vier Meter langen Verbindungskabels sollte die optimale Ausrichtung des Solarpanels in der Praxis unproblematisch sein.
Eine alternative Befestigungsmöglichkeit mit einem Haltegurt, wie sie etwa Reolink für seine Überwachungskameras und Solarpanels bietet, gibt es leider nicht. Auch eine magnetische Halterung, wie man sie etwa von einigen Eufy-, Ezviv- und Instar-Modellen kennt, gibt es nicht.
Durch den Akkubetrieb ist man bei der Montage etwas flexibler als bei kabelgebundenen Modellen. Einzige Voraussetzung: Den Montageort muss das heimische WLAN abdecken, wobei nur das reichweitenstarke 2,4-GHz-Band von der Imou Cell 3C unterstützt wird.
Als alternative Speichermöglichkeit zu microSD-Karte steht zudem die Imou-Cloud zur Verfügung. Das Basis-Abo für 29 Euro pro Jahr bietet einen Videoverlauf für bis zu sieben Tage und beinhaltet auch einen Sicherheitsbericht, während das 70 Euro teure Plus-Abo 30 Tage Cloud-Speicherung sowie zusätzliche Erkennungsfunktionen wie Linienüberschreitung umfasst. Das Basis-Abo können Anwender 30 Tage lang kostenlos testen, während das Plus-Abo 70 Cent die ersten 30 Tage kostet.
Die Inbetriebnahme der Imou Cell 3C erfolgt mit der App Imou Life, die für Android und iOS vorliegt, aber anders als Apps von Reolink und Eufy nicht für Tablets optimiert ist. Außerdem ist eine Registrierung beim Hersteller nötig. Für Windows gibt es noch eine Desktop-Anwendung (siehe Bildergalerie). Auch hier läuft ohne Registrierung nichts.
Die Inbetriebnahme bereitet keine Schwierigkeiten und ist nach wenigen Minuten erledigt. Mehr Details dazu zeigt die Bildergalerie.
Die App ist übersichtlich und erlaubt einen einfachen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie Livestream, Wiedergabe von Ereignissen, Aufnahme von Videos, Zeitraffer-Videos, Auflösungswechsel, Erkennung et cetera. Manche Einstellungen wie die Aktivierung von HDR sind allerdings nur schwer zugänglich.
Anders als die meisten kabellosen Überwachungskameras unterstützt die Imou Cell 3C die kontinuierliche Aufnahme von Videos. Allerdings warnt die App, dass diese Betriebsart sehr viel Energie benötigt und die Kamera dauerhaft mit dem Stromnetz verbunden werden sollte. Standardmäßig ist Hohe Leistung als Betriebsmodus voreingestellt. Das Erkennungsintervall liegt dabei bei 30 Sekunden und die Aufnahmelänge bei bis zu 15 Sekunden. Mit der Einstellung Extremes Energiesparen nimmt die Kamera von sich aus keine Videos auf. Mit der Option Angepasst können Anwender ein eigenes Arbeisprofil definieren und Aufnahmelänge zwischen 10 und 60 Sekunden sowie Erkennungsintervall zwischen 5 und 60 Sekunden einstellen. Die App warnt allerdings, dass ein Erkennungsintervall kürzer als 30 Sekunden die Akkulaufzeit stark verringert.
Bei den Erkennungseinstellungen können Anwender zwischen BewegErkenn und Erkennung der menschlichen Form auswählen. Erstere Option führt dazu, dass bereits umher fliegende Blätter einen Alarm auslösen. Mit der zweiten Möglichkeit werden hingegen nur Personen erkannt. Im Test hat letzteres zuverlässig funktioniert. Personen wurden zuverlässig erkannt, Fehlalarme durch Haustiere haben wir keine registriert.
Die Alarmierung erfolgt per Push. Optional blinken die integrierten LED-Leuchten auf, sobald eine Person erkannt ist. Auch das Aufheulen der Sirene können Anwender aktivieren, sobald eine Person erkannt worden ist. Pushnachrichten kommen am Smartphone zeitnah an.
Anders als bei Überwachungskameras von Reolink (Testbericht) und Instar (Testbericht) unterstützt die Imou Cell 3C keine Alarmierung per E-Mail. Auch wird ein automatischer Upload von aufgenommenen Videos auf einen FTP-Server nicht unterstützt.
Den zu überwachenden Bereich können Anwender bei der Imou Cell 3C über die Option Aktivitätszone einschränken. Eine Datenschutzzone, bei der bestimmte Teile des Bilds geschwärzt werden, unterstützt die Imou Cell 3C nicht. Das ist für einen datenschutzkonformen Einsatz der Kamera nötig, wenn diese auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist.
Die Bildqualität der Videos mit einer maximalen Auflösung von 2304 × 1296 bei 15 Frames pro Sekunde (FPS) ist insgesamt gut. In der Regel liefert die Imou Cell 3C bei tagsüber detailreiche und scharfe Bilder mit einem ausreichenden Kontrast. Allerdings erscheinen Farben etwas zu grell. Leider erlaubt die Überwachungskamera keine Anpassung der Bilddarstellung. Die Nachtaufnahmen mit Infrarot- oder LED-Beleuchtung gelingen der Imou Cell 3C ebenfalls gut.
Bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht oder einem hohen Dynamikumfang kämpft sie aber teilweise mit ungenauer Belichtung, was in der Preisklasse allerdings der Standard ist. Nur teurere Profi-Kameras wie die Annke NCD800 (Testbericht) bieten zahlreiche Bildverbesserungstechniken, die sich zudem abhängig von der Tageszeit für eine optimale Bilddarstellung aktivieren lassen. Immerhin unterstützt die Imou Cell 3C HDR, doch fallen die Unterschiede bei Aufnahmen mit aktiviertem HDR und ohne dieses Feature nur minimal aus.
Das Sichtfeld zählt mit 98° horizontal, 54° vertikal und 121° diagonal nicht zu den größten, aber auch nicht zu den kleinsten. Guter Durchschnitt.
Die Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) ist dank Unterstützung von Amazon Alexa möglich. Der Livestream erscheint im Test relativ zügig, weist aber einen Versatz von mehr als 10 Sekunden auf. Wer also einen Echo Show als Ausgabemedium nutzen möchte, sollte besser auf Modelle von Ring setzen. Bei der Amazon-Tochter erfolgt die Ausgabe nahezu ohne Versatz.
Ansonsten bietet Imou keine weiteren Möglichkeiten, die 3C direkt in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro (Test) oder Home Assistant (Testbericht) einzubinden. Für letzteres existiert zwar eine Integration, doch die gelingt nur über die Cloud. Außerdem ist der Konfigurationsaufwand relativ hoch. Auch zu Smart-Home-Diensten wie IFTTT ist sie inkompatibel. Das Gleiche gilt für den Standard Open Network Video Interface (Onvif), den die Imou Cell 3C wie andere Akku-betriebenen Überwachungskameras nicht unterstützt.
Wie Reolink unterstützt auch Imou die Aufnahme von Zeitraffer Videos. Die Funktion steht in der App prominent direkt unter der Liveansicht parat und bietet Profile für bestimmte Aufnahmen wie Wolkenbewegungen, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Bauausführung und Blühende Blumen. Anwender können auch ein eigenes Profil definieren. Zu beachten ist allerdings, dass die Funktion den Akku stark beansprucht.
Imou verkauft die Cell 3C inklusive Solarpanel regulär für 61 Euro. Aktuelle gewährt der Hersteller einen Rabatt in Höhe von 30 Prozent, sodass die Überwachungskamera für 43 Euro den Besitzer wechselt. Wer sie ohne Solarpanel ordert, zahlt aktuell 32 Euro. Die Imou Cell 3C gibt es außerdem noch in einer Variante, bei der das Solarpanel direkt auf der Kamera montiert ist. Sie ist ab 48 Euro (Preisvergleich) erhältlich.
Weitere Alternativen zeigen wir im Artikel Die besten Überwachungskameras mit Dual-Objektiv im Test – einfach mehr sehen sowie in folgender Tabelle.
Wer auf der Suche nach einer kabellosen Überwachungskamera mit Solarpanel ist, findet mit der Imou Cell 3C mit einem Preis von 43 Euro ein attraktives Angebot. Kaum eine andere Überwachungskamera mit Akku und Solarpanel ist dafür erhältlich. Allerdings ist die Auflösung mit 2304 × 1296 Pixel auch nicht sonderlich hoch. Wer eine höhere Auflösung wünscht, muss aber deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Doch der Akkubetrieb ist auch mit Kompromissen verbunden. Diese betreffen nicht nur die Laufzeit, die in der dunklen Jahreszeit vom mitgelieferten Solarpanel nur unter günstigen Umständen verlängert wird, sondern auch andere Bereiche. Wer etwa ein NAS oder ein NVR-System verwendet oder Überwachungskameras gerne mit einer Smart-Home-Zentrale koppelt, wird mit der Imou Cell 3C mangels Kompatibilität nicht glücklich.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert, damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
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