Matthias Semlinger hat nach dem Abitur den Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer und Dolmetscher gemacht und mehrere Jahre in dem Beruf gearbeitet. Da er sich schon seit dem 16. Lebensjahr gern und ausgiebig mit Computern beschäftigte, sattelte er 1998 kurzerhand um und fing als…
Der DAB-Tuner Imperial Dabman i400 versteht sich nicht nur auf die Wiedergabe von DAB+- Radio, sondern dient auch als digitale Audiozentrale. Was das Gerät leistet, zeigt der Test.
Überraschend vielfältig zeigte sich im Test der Imperial Dabman i400, der sich nicht nur auf den Empfang von DAB+ und natürlich dem älteren DAB-Standard versteht, sondern auch noch diverse andere digitale Medien – und sogar das gute alte UKW-Radio – wiedergibt. Auch sonst gefällt das kompakte Gerät mit durchdachtem Lieferumfang, einem ordentlichen Display und einfacher Bedienerführung samt kompakter, praktischer Fernbedienung.
Ein paar Schwächen hat das Gerät dennoch. Im Wesentlichen handelt es sich beim Imperial Dabman i400 um einen Tuner, Verstärker und Lautsprecher fehlen hier also. Wer damit Radio hören möchte, muss das Gerät zunächst per Cinch-Kabel mit Aktivboxen oder der heimischen Stereoanlage verbinden.
Ist das erledigt, darf man sich auf den Empfang von DAB+ freuen. Die moderne, rauschfreie Radiotechnik ist eine feine Sache und hat sich nach langen Jahren durchgesetzt. Entwickelt wurde die Technik schon in den 80er-Jahren, die Akzeptanz war jedoch lange Zeit gering.
Heute jedoch kann man deutschlandweit DAB+ empfangen, mit wenigen Ausnahmen auch in Gebäuden. Das geht aus der offiziellen Empfangs-Seite bei dabplus.de hervor. Im Test standen 76 regionale und lokale sowie 29 bundesweit empfangbare Stationen für den Empfang bereit. Unser Gerät fand beim Sendersuchlauf im Haus zwei Meter vom Fenster entfernt 62 Sender, da sollte für jeden was dabei sein. Die Empfangsposition des Radios spielt ähnlich wie beim UKW-Empfang nämlich eine gewichtige Rolle.
Hinweis: Die Telestar-Digital GmbH hat Ende 2024 ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Marken Telestar, Imperial und Revo wurden zunächst von der Commaxx Group übernommen. Anschließend ging die Marke Telestar an Megasat, wo der frühere Telestar-Geschäftsführer Sven Melzer die neue Telestar GmbH gründete. Den Vertrieb übernimmt die Commaxx-Tochter Nedis BV. Das ursprüngliche Unternehmen existiert nicht mehr – die Marke Telestar wird jedoch weitergeführt.
Das Design des Imperial Dabman i400 ist mit zwei silbernen Bereichen oben und unten sowie einem zentralen schwarzen Bereich, in dem mittig das Display angeordnet ist, grundsätzlich klassisch-neutral. Über die quadratische Form des Geräts lässt sich sicherlich streiten, gerade in Kombination mit einer klassischen quaderförmigen Stereoanlage mag das quadratische Design nicht von jedem als gelungen empfunden werden, doch das ist letztendlich Geschmackssache.
Die silbernen Gehäuseteile sehen gebürstetem Aluminium zum Verwechseln ähnlich, erst beim Anfassen merkt man, dass sie tatsächlich aus Kunststoff bestehen. Insgesamt ist der Look etwas eigen, aber in sich stimmig. Bedienelemente sind von vorn nicht sichtbar, an der Oberkante sitzt jedoch eine Tastenreihe, über die das Gerät gesteuert werden kann. Auch an eine Fernbedienung hat der Hersteller gedacht. Es handelt sich dabei nicht um eine klapprige Billigausführung mit fünf Tasten, sondern sie wirkt wertig und gut verarbeitet und besitzt stolze 36 Tasten. Sollte die Fernbedienung gerade nicht greifbar sein, kann man sämtliche Funktionen auch über die im Design an das Gerätemenü angepasste „Airmusic“-App des Herstellers bedienen. Alles in allem ist der Eindruck des Preises angemessen und wertig.
Beim Thema Ausstattung kann der Imperial Dabman i400 glänzen: Die auf der Rückseite in einer übersichtlichen Reihe angebrachten Anschlüsse umfassen eine Antennenbuchse, einen Cinch-Ausgang, einen USB-A-Port, eine Netzwerkbuchse (LAN) sowie eine Rundsteck-Buchse für die Stromversorgung – ein passender Adapter ist im Lieferumfang enthalten. Apropos Lieferumfang: Der Hersteller legt nicht nur eine Stabantenne, sondern auch eine zwei Meter lange Wurfantenne sowie ein Cinch-Cinch-Kabel und ein Cinch-Miniklinke-Kabel bei.
Softwareseitig bietet der Imperial Dabman i400 nicht nur den Empfang von DAB+ und DAB-Sendern, sondern auch von analogem FM-Funk (UKW) an. Daneben empfängt das Gerät auch Internetradio und spielt Musik per UPNP aus dem Netzwerk. Außerdem lässt sich der Imperial Dabman i400 per Bluetooth mit einem Handy koppeln und als Streaming-Client einsetzen. Das funktionierte im Test soweit einwandfrei.
Zu guter Letzt spielt der Imperial Dabman i400 Musik von angeschlossenen USB-Sticks ab. Eine Liste der unterstützten Dateiformate bietet der Hersteller nicht an, im Test konnten wir immerhin MP3, WAV, WMA und AAC abspielen. Das funktionierte allerdings erst, nachdem wir unseren (FAT32-formatierten) 32-GB-Stick kontrolliert und dafür gesorgt hatten, dass lediglich Musikdateien auf dem Stick zu finden waren.
Die Firmware scheint einen Bug zu haben, der dafür sorgt, dass der USB-Treiber sich aufhängt, wenn Dateien in nicht abspielbaren Formaten auf dem Stick gefunden werden. Um den Treiber wieder zur Mitarbeit zu bewegen, muss zwingend das Gerät vom Netz getrennt werden, es reicht dafür nicht aus, das Gerät per Fernbedienung auf Stand-by zu schalten. Erst dann erklang wirklich Musik aus den Lautsprechern.
Um es vorwegzunehmen: Die Bedienung über die am Gerät angebrachten Tasten ist sicherlich die schlechteste Wahl. Die Tasten sind nur von oben einsehbar, wenn man also nicht auswendig weiß, welche Taste wozu dient, sind Fehlbedienungen vorprogrammiert. Doch als Notlösung tun die Tasten ihren Dienst, vor allem, wenn genug Licht vorhanden ist, um die Symbole zu erkennen. Deutlich besser funktioniert die Bedienung mit der kleinen, aber ansehnlichen Fernbedienung mit 36 Tasten. Über diese lässt sich der Imperial Dabman i400 ausreichend bequem steuern.
Am besten hat uns eigentlich die Bedienung über die Airmusic-App gefallen, da das Menü hier schön übersichtlich dargestellt wird. Der Nachteil hierbei: Die App muss sich jedes Mal neu verbinden, das dauert. Außerdem darf sich der Imperial Dabman i400 nicht im Stand-by befinden, sonst kann die App abstürzen. Hat man die Verbindung erfolgreich hergestellt, lässt sich der Imperial Dabman i400 schön übersichtlich bedienen, es kommt aber anders als bei der Nutzung der Fernbedienung nach jeder Eingabe zu einer kleinen Pause. Das ist verschmerzbar, kann aber auf die Dauer nerven.
Gut gefallen hat uns das LCD in Farbe. Es ist mit einer Diagonale von 3,2 Zoll ausreichend groß und zeigt mit einer Auflösung von 320 × 200 Punkten die Menüs in guter Qualität. Die Helligkeit lässt sich obendrein in zwei Stufen einstellen. Von der Blickwinkelstabilität darf man aber keine Wunder erwarten, ab etwa 30 Grad verblassen die Farben recht deutlich.
Ein echter Pluspunkt: Der Hersteller liefert eine kompakte, aber hilfreiche Bedienungsanleitung in gedruckter Form mit. Alles deckt sie jedoch nicht ab, das Speichern von Favoriten etwa stellte uns vor Rätsel und wird im Handbuch lediglich gestreift. Die Lösung findet sich im Internet: Fav+-Taste auf der Fernbedienung fünf Sekunden lang gedrückt halten, dann wird der aktuelle Sender auf dem ersten verfügbaren Favoriten-Platz gespeichert. Oder man nutzt eine der drei Favoriten-Tasten am Gerät.
Insgesamt ist die Bedienung des Imperial Dabman i400 recht durchdacht. Die Menüs sind größtenteils logisch und es finden sich auch diverse Funktionen, die den Umgang mit dem Imperial Dabman i400 erleichtern, etwa die Einstellung der Suchlauf-Empfindlichkeit, ein Sleep-Timer oder die Anzeige von Wetterdaten im Stand-by. Am Klang hatten wir nichts zu mäkeln. Im Hörtest zeigte sich der Imperial Dabman i400 angenehm neutral und ausgewogen. Egal mit welchem Genre wir den Imperial Dabman i400 fütterten, von Pop und Rock bis Klassik und Techno, wir hatten nie den Eindruck, dass es am Klang etwas auszusetzen gäbe.
Unerwartete Schwierigkeiten ergaben sich beim Thema Firmware-Update. Es war uns nicht möglich, herauszufinden, ob die Geräteversion mit der kryptischen Bezeichnung „TT9THAC9-i822h-i825**ad-i725a-(DB:20231206)“ die aktuelle ist und ob unser Gerät ein Update benötigte. Der Hersteller scheint diese nur über die automatische Software-Download-Funktion zur Verfügung zu stellen und keinen öffentlichen Versionslog zu betreiben. Deshalb sollte man bei der Ersteinrichtung des Geräts unbedingt darauf achten, die neueste Software einzuspielen.
Direkt nach dem Herstellen der Internetverbindung sucht das Gerät nämlich nach der neuesten Software und bietet deren Installation an. Wer das verpasst, muss vor einem Update den Imperial Dabman i400 auf Werkseinstellungen zurücksetzen, vom Netz trennen, wieder einschalten und nach Herstellen der Internetverbindung das angebotene Update laden. Und dann wieder alles so einstellen, wie es gefällt. Nicht sehr erfreulich.
Der Imperial Dabman i400 kostet aktuell bei Amazon rund 128 Euro. Das ist nicht wahnsinnig günstig, doch für den Lieferumfang und die angebotene Funktionsfülle erscheint uns das fair.
Der Imperial Dabman i400 überzeugt mit neutralem Klang und vielen praktischen Funktionen sowie einem durchdachten Lieferumfang. Wer sich für das Gerät entscheidet, darf sich auf ein hübsches Display und viel Musik freuen.
Abstriche muss man jedoch bei der Bedienung machen, denn wie bei multifunktionalen Geräten häufig der Fall muss man auch hier damit rechnen, dass nicht alle Funktionen bis ins letzte Detail sauber funktionieren.
Wer also mit dem Gerät liebäugelt, um endlich seine sorgsam gehegten Audio-Schätze im FLAC-Format auf die Stereoanlage zu bekommen, sollte sich erst schlaumachen, ob das Gerät dieses Format sauber unterstützt (Spoiler: leider nein).
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