Der Isinwheel T4 ist ein geländetauglicher E-Scooter mit Vollfederung, dicken Luftreifen, kräftigem Motor und Blinker. Wir sind ihn in der Stadt und im Gelände gefahren und zeigen im Test, ob sich der Kauf des Offroad-E-Scooters lohnt.
E-Scooter entwickeln sich weiter. Neben klassischen Modellen für die Stadt gibt es zunehmend bezahlbare Modelle, die sich auch abseits von befestigten Straßen wohlfühlen. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Testsieger im Bereich Offroad-E-Scooter, der hervorragende Joyor Y8-S (Testbericht). Diesen zeichnet neben einer sehr guten Federung an beiden Rädern außerdem ein riesiger 1248 Wattstunden großer Akku, ein solider Klappmechanismus und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
Nun steht ihm der Isinwheel T4 gegenüber. Dieser soll ebenfalls eine gute Federung bieten und mit 569 Euro beim Hersteller etwas weniger kosten. Dafür kommt der Isinwheel T4 allerdings auch mit einem deutlich kleineren Akku von 600 Wattstunden. Lohnt sich der Kauf des geländetauglichen E-Rollers mit Straßenzulassung? Das zeigt unser Test.
Direkt nach dem Auspacken ist der Isinwheel T4 bereits komplett fahrbereit. Das ist ungewöhnlich, müssen E-Scooter gewöhnlich erst noch mit wenigen Schrauben montiert werden. Möglich macht dies ein durchdachter Klappmechanismus, bei dem sich auch die Lenkergriffe anlegen lassen. So passt er bereits komplett aufgebaut in den Versandkarton.
Natürlich sollten trotzdem alle Schraubverbindungen kontrolliert und gegebenenfalls nachgezogen und die Reifen aufgepumpt werden. Die Besten zeigen wir in unserer Top 10: Die beste elektrische Luftpumpe mit Akku. Beim Fahren empfehlen wir aus Sicherheitsgründen dringend das Tragen eines Helms. Eine spannende Alternative zu herkömmlichen Modellen zeigt unsere Bestenliste: Top 7: Der beste smarte Fahrradhelm.
Zusammengeklappt ist der E-Scooter nur 25 Zentimeter breit, was ihn interessant für alle macht, die ihn etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in kleinen Kofferräumen transportieren wollen. Allerdings funktioniert der Sicherungshebel zum Umklappen der Lenkstange etwas schwergängig. Hier ist Kraft nötig. Nach ein paar mal Benutzen geht das Umklappen schon mit weniger Kraftaufwand von der Hand. Zusammengeklappt lässt der 24 Kilogramm schwere E-Roller gut an der Lenkstange hochgehoben werden.
Optisch fällt der Isinwheel T4 wegen seiner extra breiten und dicken Reifen mit tiefem Profil auf. Dazu kommt die an den Enden des vorderen und hinteren Kotflügels sichtbare Federung, die massiv und stabil wirkt. Die Farbe des E-Scooters ist ein dezentes Mattschwarz, das lediglich von einigen dunkelroten Akzenten an der Lenkstange, dem Sicherungshebel und der hinteren Federung durchbrochen wird.
Insgesamt wirkt die Verarbeitung des Isinwheel T4 ordentlich. Lediglich das leichte Wackeln der Lenkstange, was zum einen durch deren Höhenverstellbarkeit (zwischen 100 Zentimeter und 130 Zentimeter) und zum anderen durch die Federung zustande kommt, stört den sonst sehr robusten Eindruck etwas. Dieses Wackeln kennen wir aber bereits von anderen vollgefederten E-Scootern wie dem Joyor Y8-S. Die zusätzliche Höhenverstellbarkeit der Lenkstange führt zu einem wilden Kabelmanagement hinter dem Lenker. Dieses Kabelchaos reduziert sich, wenn der Lenker voll ausgefahren ist.
Das sensible hintere Schutzblech wird von einer Metallplatte geschützt. Diese hat passende Aussparungen, um etwa ein Schloss zu befestigen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Fahrradschloss für E-Bike & E-Scooter: Smart, mit App, Alarm & GPS. Mit einer maximalen Zuladung von 150 Kilogramm gehört der Isinwheel T4 zu den E-Scootern mit der höchsten Belastbarkeit. Zudem ist er nach IP54 gegen Spritzwasser geschützt. Wir sind im Test durch tiefe Wasserpfützen gefahren. Dabei wurden unsere Füße trotz vorhandenem Schutzblech vorn und hinten etwas nass. Das meiste Wasser haben die Schutzbleche aber abgehalten – leicht nasse Füße sind bei solchen Manövern normal.
Die Lenkergriffe sind weich und bequem, wenn auch nicht ergonomisch geformt. In der Mitte des Lenkers sitzt ein großes, gut ablesbares Farb-Display. Es informiert über die gewählte Unterstützungsstufe, die Restkapazität des Akkus, die aktuelle Geschwindigkeit sowie gefahrene Tageskilometer und Gesamtkilometer. Daneben sitzt eine Steuerungseinheit mit fünf Tastern, wobei einer davon keine Funktion hat. Ein weiterer Taster schaltet zwischen der Anzeige von Kilometern und Meilen um. Dieses Feature nutzt man im Alltag eher selten; hier wäre kein dedizierter Knopf nötig gewesen.
Die Beleuchtung ist an den Stromkreislauf gekoppelt. Das vordere Licht ist ausreichend hell und in der Höhe verstellbar. Allerdings sitzt es recht weit unten an der Lenkstange, was die Sichtbarkeit beeinträchtigt. Je höher, desto besser. Das Rücklicht leuchtet eher etwas zu weit nach oben und könnte so den nachfolgenden Verkehr blenden. Leider leuchtet das hintere Licht beim Bremsen nicht heller auf – das wäre ein zusätzliches Sicherheitsplus. Neben dem Trittbrett gibt es eine seitliche Beleuchtung, die jedoch für den deutschen Markt deaktiviert wurde, damit der Isinwheel T4 eine Straßenzulassung (ABE) erhält.
Eine gern gesehene Zusatzausstattung des Isinwheel T4 sind die an den Enden des Lenkers angebrachten Blinker (leider nicht am Heck des E-Scooters), die über einen Kipptaster aktiviert werden. Der Blinker schaltet sich nicht automatisch wieder aus. Der Fahrer muss hier also aufpassen, das Abschalten nicht zu vergessen. Immerhin piept der Blinker als Erinnerungshilfe.
Dank der sehr guten Ergonomie fährt sich der Isinwheel T4 auch auf langen Strecken angenehm. Dazu tragen die bequemen Griffe und der dank Höhenverstellung optimal einstellbare Lenker maßgeblich bei.
Der im Hinterrad sitzende Motor hat eine Nennleistung von 500 und eine Spitzenleistung von 1000 Watt. Leider gibt der Hersteller keine Angabe zu den Newtonmetern. Dennoch beweist sich der Motor im Test als stark. Nach einer kurzen Verzögerung nach dem Betätigen des Daumengriffs gibt der Motor zügig sein volles Drehmoment frei und beschleunigt den E-Scooter in der höchsten Unterstützungsstufe flott auf die per Display angezeigte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Auch eine schnellere Fahrt zeigt es nur mit 20,0 km/h an. Bei unserer GPS-Messung schafft der Isinwheel T4 maximal 19 km/h. Das ist schade, denn bei E-Scootern wären laut Gesetzgeber bis zu 20 km/h plus Toleranz, also 22 km/h, erlaubt.
Die am Vorder- und Hinterrad eingebauten mechanischen Scheibenbremsen greifen im Test richtig gut. Auch eine elektrische Bremse ist integriert, die sich bei jeder Bremsung zuschaltet. Trotzdem lässt sich der E-Scooter aber auch sehr gefühlvoll abbremsen. Bei einer Vollbremsung kommt der T4 sehr schnell zum Stehen.
Richtig in seinem Element ist der Isinwheel T4 abseits der Straße im Gelände. Hier spielt die Vollfederung ihre Stärken aus. Während sie sich auf Asphalt manchmal etwas straff anfühlt, ist dies im Offroad-Bereich genau richtig. Auch die breiten, mit grobem Profil versehenen 10-Zoll-Luftreifen beißen sich förmlich in weichem Untergrund fest und vermitteln selbst bei schnelleren Fahrten über Stock und Stein ein sicheres Fahrgefühl. Feldwege, Waldpassagen und matschige Abschnitte überwindet der Isinwheel T4 mit Leichtigkeit. Die Fahrt abseits asphaltierter Wege macht mit diesem E-Scooter richtig Laune!
Der Akku hat eine Kapazität von 600 Wattstunden (Wh). Das ist für einen Offroad-E-Scooter dieser Preisklasse zwar ordentlich, reicht aber lange nicht an die Kapazität des Joyor Y8-S (Testbericht) mit riesigen 1248 Wh heran. Isinwheel bewirbt den T4 mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Dieser Wert dürfte aber nur unter absoluten Idealbedingungen erreicht werden. Entscheidend für die tatsächliche Reichweite sind Faktoren wie das Gewicht des Fahrers, die Umgebungstemperatur, die Bodenbeschaffenheit, der Reifendruck, der individuelle Fahrstil und die Topographie. Im Test kamen wir im realistischen Fahrbetrieb mit einer Akkuladung rund 25 bis 30 Kilometer weit. Insgesamt ist das ein guter Wert, der für die meisten innerstädtischen Entfernungen und auch kleinere Touren im Gelände locker ausreichen sollte. Wer einen E-Scooter für richtig lange Strecken sucht, sollte sich unsere Top 10: E-Scooter mit der besten Reichweite durchlesen.
Aktuell kostet der Isinwheel T4 im Onlineshop des Herstellers 569 Euro. Damit ist er für einen vollgefederten E-Scooter mit Straßenzulassung günstig. Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des Isinwheel T4 angesichts seiner Ausstattung und Performance als gut zu bezeichnen.
Der Isinwheel T4 ist ein gelungener Offroad-E-Scooter, der auch in der Stadt eine gute Figur macht. Er trumpft mit einer effektiven Vollfederung, griffigen Reifen, einem starken Motor, guten Bremsen und einem Blinker auf. Dazu kommt der durchdachte Klappmechanismus, der durch besonders schmale Faltmaße überzeugt. Auch die hohe maximale Zuladung ist ein dickes Plus.
Die Verarbeitung geht insgesamt in Ordnung, auch wenn die Lenkstange etwas wackelt. Einen Punktabzug gibt es für den vergleichsweise kleinen Akku. Dennoch ist das Feature-Paket des Isinwheel T4 mehr als ordentlich. Er ist ein vielseitiger Begleiter für Stadt, Land und Gelände.
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