Die Foscam B4 bietet eine Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln bei 20 Bildern pro Sekunde und eine farbige Nachtsicht. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt der Testbericht.
Die PTZ-Überwachungskamera Foscam B4 bietet ein schwenk- und neigbares Objektiv und kann solch einen Bereich von 355° horizontal und 90° vertikal überwachen. Videos zeichnet sie mit bis zu einer Auflösung von 2560 × 1440 Pixel bei 20 Bildern pro Sekunde auf. Die Foscam B4 bietet eine Bewegungserkennung, die auch Personen identifiziert, sodass Fehlalarme praktisch ausgeschlossen sind.
Mit Strom wird sie per Akku (5000 mAh) versorgt, der über ein kleines 3-Watt-Solarpanel geladen wird. Dank integrierten LEDs kann sie auch bei Dunkelheit Videos in Farbe aufzeichnen. Und mit einem integriertem Mikrofon und Lautsprecher realisiert die B4 auch eine Gegensprechfunktion. Eine automatische Bewegungsverfolgung hat sie allerdings nicht zu bieten.
Die 770 Gramm schwere Foscam B4 ist laut Hersteller für den Einsatz im Außenbereich zwischen -20° und 60° vorgesehen. Im Lieferumfang der 212,1 × 185,9 × 142 mm großen PTZ-Kamera sind Schrauben und Dübel für Kamera und Solarpanelhalterung enthalten. Ein Band, mit der man die Kamera einfach an einer Säule oder Baum befestigen kann, gehört anders als bei den Reolink-Kameras (Testbericht) nicht zum Lieferumfang. Außerdem kommt noch ein 3-Watt-Solarpanel dazu, das den integrierten Akku bei Sonnenschein lädt.
Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Foscam-App, die für iOS und Android zur Verfügung steht und eine Registrierung per E-Mail-Adresse erfordert. Neben der App gibt es mit Foscam VMS noch eine Desktop-Anwendung, die für Windows und macOS vorliegt. Anders als bei der Foscam CM5 (Testbericht) ist eine Verbindung zur B4 nicht über ein lokales Konto möglich. Stattdessen wird das Cloud-Konto benötigt.
Videos kann die Foscam B4 auf einer microSD-Karte speichern, die allerdings nicht zum Lieferumfang zählt. Wir setzen daher vor der Inbetriebnahme eine microSD-Karte an den dafür vorgesehenen Slot hinter einer Abdeckung auf der Rückseite der Kamera ein. Optional gibt es auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo, das für 35 Euro jährlich Aufnahmen für bis zu sieben Tage in der Cloud speichert.
Auf der Startseite zeigt die Foscam-App ein Vorschaubild des Livestreams. Drückt man auf das Wiedergabe-Symbol, wird der Livestream aktiviert. Bis dieser erscheint, ist im Test Geduld gefragt. Manchmal steht der Livestream sofort parat, ein anderes Mal müssen wir jedoch bis zu zehn Sekunden darauf warten. Oft wird er auch gar nicht angezeigt, stattdessen erscheint eine Fehlermeldung in der App (siehe auch Bildergalerie). WLAN-Verbindungsprobleme können wir ausschließen, schließlich steht unser Router nur wenige Meter von der Kamera entfernt. Auch mit einem anderen WLAN-Router zeigt die B4 dieses Verhalten. Und wenn die Verbindung zustande kommt, signalisiert die App einen optimalen WLAN-Empfang.
Zuverlässiger erfolgt die Wiedergabe des Livestreams mit der Desktop-Anwendung und mit einem smarten Display (Ratgeber) wie Echo Show. Hierfür muss man in der App die entsprechende Integration Alexa oder Google-Assistent unter Konto aktivieren.
Der Bewegungsmelder der Kamera bietet eine Personenerkennung, sodass Fehlalarme durch umher fliegende Blätter praktisch ausgeschlossen sind. Sollte es trotz aktivierter Personenerkennung zu Fehlalarmen kommen, können Anwender unter Alarm-Einstellungen die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung justieren. Eine Einschränkung des Erkennungsbereichs bietet die B4 anders als die Foscam CM5 jedoch nicht.
Für einen DSGVO-konformen Betrieb kann man unter Einstellungen – Datenschutzmaske einen Bildbereich konfigurieren, der bei der Aufnahme automatisch geschwärzt wird. Das ist etwa erforderlich, wenn die Überwachungskamera auf ein fremdes Grundstück oder öffentlichen Bereich ausgerichtet ist. Wenn man allerdings die Kamera über die PTZ-Tasten in der App schwenkt oder neigt, folgt der geschwärzte Bereich.
Die Gegensprechfunktion funktioniert im Test einwandfrei, sofern man keine Hi-Fi-Qualität erwartet. Darin unterscheidet sich die B4 nicht von anderen Modellen. Weniger gut haben allerdings die Benachrichtigungen funktioniert. Sie erreichen nur selten den Adressaten. Und wenn, kommen sie erst mit einer gut einminütigen Verspätung an, wie man an den Warnmeldungen in der App zur B4 erkennen kann. Dass die dort gespeicherten Alarme zur zum Teil als Pushnachricht versendet werden, könnte daran liegen, dass der Push-Service cloudbasiert ist.
Außerdem scheint die Kamera nicht alle Ereignisse zu erkennen. Wir waren wesentlich häufiger im Erkennungsbereich der Kamera, als die Warnmeldungen in der App suggerieren. Überprüfen lässt sich das auch anhand der auf der microSD-Karte gespeicherten Videos. Dort sind etwa für einen bestimmten Tag 28 Videos gelistet, während die App nur fünf Warnmeldungen registriert und davon nur zwei per Push den Adressaten erreichen.
Zunächst haben wir die Foscam B4 bei vollgeladenem Akku ohne Solarpanel betrieben. Nach gut einem Tag hat sie bei über 20 Videoaufnahmen etwa 6 Prozent Akkukapazität verloren. Mit angeschlossenem Solarpanel bleibt die Akkukapazität nahezu konstant auf 100 Prozent, und das, obwohl es während der Testperiode nicht jeden Tag sonnig war.
Dank einer hohen Auflösung zeigen tagsüber aufgenommene Videos viele Details. Wie üblich gehen bei Infrarotaufnahmen nachts einige Details verloren. Für mehr Details sorgen die integrierten LED-Leuchten, dann gibt es auch bei Dunkelheit farbige Aufnahmen mit vielen Details. Weniger gut ist die Qualität der Aufnahmen bei Gegenlicht und einem hohen Dynamikumfang. Teile des Bildes sind dann über- oder unterbelichtet. Hier liefern Kameras mit Unterstützung für Wide Dynamic Range (WDR) wie die Foscam CM5 bessere Ergebnisse.
Die Foscam B4 unterstützt Amazon Alexa und Google Assistant. Damit können Anwender etwa den Livestream auf einem smarten Display wie Echo Show ausgeben. Weitere Smart-Home-Plattformen wie Home Assistant oder die Steuerung über Drittanbieter-Lösungen wie Synology Surveillance Station unterstützt die Foscam B4 mangels Onvif-Support anders als die CM5 jedoch nicht. Das ist allerdings nicht untypische für eine akkubetriebene Überwachungskamera, da diese den Onvif-Standard generell nicht unterstützen.
Die Foscam B4 kostet regulär 120 Euro. Im Handel ist sie ohne Versand aber für 76 Euro (Preisvergleich) erhältlich.
Als Alternative kommen auch Modelle aus unserer Bestenliste Top 10: Die besten autarken Überwachungskameras mit WLAN, Akku & Solar im Test infrage, die wir in folgender Tabelle integriert haben.
Eine Alternative zu PTZ-Kameras können starre Varianten mit einem Dual-Objektiv (Bestenliste) sein, die damit einen großen Sichtbereich von 180° bieten. Anders als PTZ-Varianten schaffen sie damit zwar keine Rundumsicht, aber mit der Hälfte des Sichtbereichs von PTZ-Kameras sind sie in vielen Situationen mehr als ausreichend. Mit einer Auflösung von 5120 × 1440 Pixeln und einer fantastischen Nachtsicht zeigt sich die Annke NCD800 (Testbericht) besonders leistungsfähig.
Wenn höchste Auflösung und eine farbige Nachtsicht ganz ohne Zusatzbeleuchtung keine Rolle spielen, reicht auch die Annke FCD600 (Testbericht), die aktuell für nur 74 Euro den Besitzer wechselt. Und auch die Reolink 2 Wi-Fi (Testbericht) für 140 Euro kann mit einem 180°-Sichtfeld in bestimmten Situationen ein PTZ-Modell ersetzen.
Die Foscam B4 hat im Test nicht überzeugt. Die PTZ-Überwachungskamera bietet zwar eine hohe Auflösung und eine passable Bildqualität, doch Benachrichtigungen über Ereignisse erreichen den Adressaten nur sporadisch. Auch die Warnmeldungen in der App über aufgenommenen Videos unterschlagen zahlreiche Aufnahmen, die auf der microSD-Karte gespeichert sind. Hinzu kommen Probleme bei der Anzeige des Livestreams, obwohl die App einen einwandfreien WLAN-Empfang signalisiert.
Sollte Foscam die offensichtlichen Mängel, die nicht nur wir bemerkt haben, sondern von denen auch Anwender auf Amazon berichten, in den Griff bekommen, ist die B4 empfehlenswert. Denn der Preis für eine Akku-betriebene PTZ-Überwachungskamera ist mit 82 Euro attraktiv.
Überwachungskameras gibt es viele. Zahlreiche Tests, Ratgeber und weitere Informationen finden TechStage-Leser in unserer Themenwelt Überwachungskameras. Eine gute erste Anlaufstelle ist der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Und wer sich für Überwachungskameras mit Beleuchtung interessiert, findet in unserem Ratgeber Außenleuchten, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 60 Euro alle relevanten Produktkategorien mit den besten Angeboten. Im Ratgeber Überwachungskameras ohne Cloud zeigen wir, wie man Überwachungskameras lokal ansteuert und damit Kosten spart und mehr Datenschutz umsetzen kann. Ein Blick auf unsere Überwachungskameras-Bestenlisten ist ebenfalls empfehlenswert:
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.