Wir testen die KFA2 RTX 3070 Ti, eine der neuen Grafikkarten der Ampere-Generation. In den Benchmarks muss sie zeigen, wie sie sich gegen andere Karten schlägt.
Mit der RTX 3070 Ti liefert Nvidia die nächste Auflage der Ampere-Grafikkarten. Die Ti-Serie löst die vorherige RTX 3070 nicht ab, sie bringt aber mehr Power auf dem Papier. Mit Benchmarks testen wir die neue GPU und prüfen, wie sich die neue Generation gegenüber den Vorgängern verhält.
Die KFA2 RTX 3070 Ti orientiert sich nah an den Vorgaben von Nvidia. Dabei sind die Änderungen zur RTX 3070 (Testbericht) auf den ersten Blick gar nicht mal so riesig. Sie setzt auf die Ampere-Architektur und bietet 8 GByte Grafik-RAM. Der Unterschied steckt im Detail: Die RTX 3070 Ti verwendet mehr CUDA Recheneinheiten (61449) und taktet höher. Dazu benötigt sie mehr Strom. Die Tabelle zeigt die Unterschiede:
| GPU | RTX 3070 | RTX 3070 Ti |
|---|---|---|
| NVIDIA CUDA-Recheneinheiten | 5888 | 6144 |
| Boost-Taktung (GHz) | 1,73 | 1,77 |
| Basistaktung (GHz | 1,50 | 1,58 |
| Leistungsaufnahme der Grafikkarte (W) | 220 | 290 |
| Empfohlene Systemleistung (W) | 650 | 750 |
| Stromanschlüsse | 1x PCIe 8-polig | 2x PCIe 8-polig |
Sprich, wer eine RTX 3070 Ti nutzen möchte, der sollte ein potentes Netzteil einplanen. Dazu empfehlen wir dringend ein Mainboard mit mindestens PCIe 4.0 im x16-Slot. Denn wir haben bei den Tests der RTX 3070 bereits klar gesehen, dass langsamere PCI Express Anschlüsse hier drosseln – das kostet Leistung. Die neue KFA2 RTX 3070 Ti haben wir deswegen in der neuen Version unserer TechStage Testplattform getestet. Dank PCI Express 5.0 haben wir hier keinen Flaschenhals zu befürchten. Details zum neuen System sind im Test zu KFA2 RTX 3080 Ti zu finden. Aufgrund des Wechsels der Plattform sind die Daten nur bedingt mit den älteren Grafikkarten zu vergleichen, wir markieren die neuen Tests in den Grafiken mit einem Stern.
Wenig überraschend reiht sich die RTX 3070 Ti brav hinter der RTX 3080 Ti am oberen Ende unseres Testfelds ein. Das sieht man bei den synthetischen Benchmarks aus dem 3D Mark sehr gut. Die RTX 3080 Ti bleibt unser Leistungsmonster, die RTX 3070 Ti schleicht sich sogar an eine RTX 3090 heran – wobei Letztere durch unser altes Testsystem massiv ausgebremst wurde.
Bei den einzelnen Benchmarks von Spielen zeigt sich sehr gut, dass die Karte vor allem für WQHD-Spieler gedacht ist, die Grafik und Raytracing voll aufdrehen wollen. Spannend ist dabei auch, wie viel die DLSS-Technik herausholen kann.
Im Benchmark von Cyberpunk 2077 lag die RTX 3070 Ti mit aktiviertem DLSS bei UHD-Auflösung, hohen Grafikdetails und Ultra Raytracing bei sehr guten 28 bis 41 Bildern pro Sekunde. Ohne DLSS schafft sie diese Bildraten nicht einmal bei WQHD. Kurz erklärt: DLSS rendert Grafikeffekte in einer niedrigeren Auflösung und skaliert diese dann auf die jeweilige Auflösung hoch – Ungenauigkeiten werden von der Grafikkarte quasi live behoben. Das funktioniert vor allem bei Auflösungen zwischen WQHD und UHD sehr gut, darunter merkt man es kaum. Zudem müssen die Spiele die Technik unterstützen.
AMD nutzt mit FSR 2.0 (FidelityFX Super Resolution) eine ähnliche Technik, die ebenfalls überraschend gute Ergebnisse liefert. Wer in WQHD oder UHD spielt, der sollte mit den Einstellungen rund um DLSS oder FSR in jedem Fall experimentieren, es kann sich in besserer Grafik und flüssigerem Spielen niederschlagen.
In unseren Tests und Benchmarks lieferte die Grafikkarte durch die Bank eine gute bis sehr gute Figur ab. Sie ist kein so brachiales Monster wie die RTX 3080 Ti, aber für jeden Gamer eine gute Alternative und deutlich über der 3060 Ti.
Bis zu 405 Watt zog das Gesamtsystem unter Last. Zum Vergleich, die RTX 3070 in der alten Testumgebung lag da bei fast harmlosen 300 Watt, die RTX 3060 Ti ist sogar darunter. Die Leistung hat ihren Preis, nach knapp 5 Minuten unter Volllast sind die Lüfter deutlich zu hören.
Nach 15 Minuten steigt die Temperatur der GPU auf 82 Grad. Insgesamt ist das für eine aktuelle Nvidia GPU zu erwarten und man sollte die Empfehlung für das Netzteil ernst nehmen.
Bei der ersten RTX 3070 waren wir uns nicht so ganz sicher, wer sie kaufen sollte. Zu nahe war die Leistung an der RTX 3060 Ti, zu nah die UVP an der RTX 3080. Bei der RTX 3070 Ti hat sich das geändert. Die Leistung ist gut bis sehr gut und der Preis ist deutlich unter der RTX 3080 Ti. Zugleich ist die Lage am Markt besser, dank fallender Preise für Crypto-Währungen lohnt es sich nicht mehr, die Karten zu horten.
Die Leistung der KFA2 RTX 3070 Ti und anderen GPUs der Baureihe überraschte uns. Full-HD-Gaming ist damit mit hohen FPS-Zahlen möglich, auch bei WQHD-Auflösungen bekommt man ordentliche Bildraten mit hohen/sehr hohen Details. Dazu kommt DLSS, was wir bei allen kompatiblen Spielen empfehlen würden.
Der Test zur KFA2 RTX 3070 Ti erscheint in unserer Themenwelt Grafikkarten. Dort haben wir neben weiteren Tests auch unsere Top 10 der Grafikkarten veröffentlicht. Passende weitere Ratgeber sind etwa die Bestenliste NVME-M.2-SSDs, unsere Tipps fürs perfekte Gaming-PC-Gehäuse oder den Ratgeber zum Monitor-Kauf.
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