Der kleine Kodak Mini 2 Retro nutzt eine Technik, die sonst nur in größeren Druckern zum Einsatz kommt. So gelingen ihm sehr farbenfrohe Bilder. Wir haben ihn im Test.
Das Angebot an Mini-Fotodrucker ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Mittlerweile gibt es dutzende brauchbare bis gute Drucker. Der Mini-Fotodrucker Kodak 2 Retro P210R ist nur unwesentlich größer als Zink-Drucker und nutzt dennoch ein dem Thermosublimationsverfahren verwandtes Prinzip. Ob die Bilder uns im Mini-Format überzeugen und wie Hard- und Software zusammenspielen, zeigt der Test des Kodak 2 Retro P210R.
Der Kodak Mini 2 Retro mit den Maßen 13,8, x 8 x 2,5 Zentimeter und einem maximalen Gewicht von 260 Gramm ist gerade noch klein genug, um in die meisten Hosentaschen zu passen. Er kommt wahlweise in den Farben Gelb, Weiß oder Schwarz und versprüht auch dank des an die 80er-Jahre erinnernden Aufdrucks einen herrlich nostalgischen Retro-Charme. Die uns vorliegende schwarze Version ist jedoch recht anfällig gegenüber Fingerabdrücken. An seiner Verarbeitung haben wir nichts auszusetzen. Allerdings würde er sich wahrscheinlich hochwertiger anfühlen, wenn Kodak auf matten statt auf Hochglanzkunststoff gesetzt hätte.
An seiner Rückseite sitzt der Micro-USB-Port (leider kein USB-Typ-C-Port) zum Laden des Mini-Fotodruckers. Außerdem sitzt dort ein nur mit einer Nadel erreichbarer Reset-Button und eine Lade-LED. Der Ein-/Austaster an der Seite ist gut erreichbar. Vielleicht etwas zu gut erreichbar, so betätigten wir ihn im Test versehentlich und schalteten den Kodak Mini 2 Retro ungewollt an. Neben dem Taster indiziert eine LED, ob das Gerät eingeschaltet ist. Eine weitere LED zeigt an, ob der Fotodrucker mit dem Smartphone verbunden ist.
Auf der gegenüberliegenden Seite verbirgt sich die Klappe zum Austauschen der Kartuschen. Ein Wechseln gelingt dabei schnell und unkompliziert. Einfach die leere Kartusche am Griff herausziehen, mit der frischen ersetzen und die Klappe schließen – fertig. Eine Kartusche druckt zehn Bilder. Kodak verkauft sie zu je 20, 30 und 50 Bildern für 13, 23 beziehungsweise 29 Euro. Damit zahlen Käufer pro Bild entweder 65, 76 oder 58 Cent. Kein Schnäppchen, die Bilder für Zink-Drucker sind etwas günstiger.
Kodak nennt ihr Druckverfahren 4 Pass D2T2 Thermodiffusionsverfahren. Dabei erinnert es stark an das Thermosublimationsverfahren, wie es in Canon Selphy CP1500 (Testbericht) vorkommt. In jeder frischen Kartusche stecken zehn Bilder zusammen mit den Farbrollen. Bei einem Druckvorgang schiebt der Kodak Mini 2 Retro die Bilder aus dem Drucker heraus und zieht sie anschließend wieder herein. So erhalten die Bilder die Farben Gelb, Magenta, Cyan und im letzten Schritt eine farblose Schicht, welche die Bilder vor Feuchtigkeit und Fett schützt. Der Vorgang dauert insgesamt etwa eine Minute.
Mit einer vollen Akkuladung konnten wir insgesamt zwölf Bilder ausdrucken, danach musste der Kodak Mini 2 Retro zum Laden ans Netz. Damit druckt er mit einer Ladung deutlich weniger als alle anderen von uns getesteten Mini-Fotodruckern.
Die Bilder haben die Maße 5,3 x 8,6 Zentimeter. Damit sind sie etwas größer als die weit verbreiteten Zink-Drucker, die normalerweise Bilder mit den Maßen 5 x 7,6 Zentimeter ausdrucken. Vor allem aber gefällt uns das Format, was sich mehr dem breiten 16:9-Format annähert. So muss beim Ausdrucken weniger Rand abgeschnitten werden. Die Bilder sind sofort nach dem Ausdrucken fertig. Allerdings gibt es an einer Seite einen etwa einen Zentimeter breiten, perforierten Streifen, den man einfach entfernen kann.
Vor allem im Vergleich zu mit dem Zink-Verfahren gedruckten Bildern fällt auf, dass sie sehr farbenfroh sind. Egal, ob Rot, Blau oder Grün – die Farben leuchten uns beim Betrachten geradezu an. Auch die Schwarzwerte sind hervorragend und kein Vergleich zum unruhigen und verwaschenen Grau vieler Zink-Drucker. Schwächen sehen wir in feinen Farbverläufen sowie in der allgemeinen Schärfe. Hier hat der Canon Selphy CP1500 die Nase vorne. Die beiden Mini-Fotodrucker mit OLED-Belichtung Fujifilm Instax Mini Link 3 (Testbericht) und Fujifilm Instax Square Link (Testbericht) bieten ähnlich gute Bilder, sind aber teurer.
Beim Herunterladen der korrespondierenden App Kodak Fotodrucker für Android schwante uns böses. Denn bei 291 Bewertungen gaben die Nutzer im Schnitt nur 2 von 5 Sternen. Tatsächlich funktioniert zunächst aber alles tadellos. Nach dem Starten der App erkennt sie automatisch das Bluetooth-Signal des Druckers und verbindet sich mit ihm.
Im Anschluss zieht sich die App Bilder aus dem Speicher des Mobilgeräts. Die Alben erkennt sie automatisch. Unter dem Punkt SNS bietet sie die Verknüpfung mit Instagram, Facebook und Google Fotos an. Außerdem kann man direkt aus der App heraus Bilder aufnehmen und sie mit mehr oder eher weniger witzigen AR-Elementen wie Hasenohren oder einer Fake-Brille versehen. Wir empfehlen davon Abstand zu nehmen. Die Qualität der so aufgenommenen Bilder ist deutlich schlechter als die Qualität der nativen Kamera-App.
Hat man sich für ein Bild entschieden, kann man es in der App noch anpassen. Die wichtigste Funktion, nämlich das Anpassen des Druckbereiches, passiert einfach und zuverlässig per Pinch-to-Zoom-Geste. Allerdings druckt der Kodak Mini 2 Retro dann einen etwas kleineren Bereich aus, als zuvor in der App angezeigt.
Zusätzlich können Nutzer Farbe, Schärfe, Helligkeit und Kontrast anpassen. Es stehen fünf Filter, 13 Rahmen und ein paar Schönheitsfilter zur Verfügung, mit denen man etwa das Gesicht strecken oder die Augen vergrößern kann. Auch eine Collage-Funktion gibt es. Allerdings ist sie umständlich zu bedienen.
So weit, so okay. Zunächst fanden wir keinen Grund, der die schlechte Bewertung rechtfertigt. Dann allerdings versuchten wir für den Test 20 Bilder zu drucken – und benötigten dafür deutlich länger als eigentlich nötig gewesen wäre. Zum einen schaltet sich der Drucker mit fünf Minuten zu früh ab. Häufig, wenn wir noch nach Bildern zum Ausdrucken suchten – und das kann sich gerade beim Herausfischen älterer Bilder lange hinziehen – schaltet sich der Drucker zwischenzeitlich aus. Ein schnelles Wiederverbinden gelang nur in den seltensten Fällen.
Aber auch sonst verlor der Drucker andauernd und ohne ersichtlichen Grund seine Bluetooth-Verbindung zum Handy. Uns gelang es kein einziges Mal, drei Bilder am Stück zu drucken, ohne dass eine Fehlermeldung auftrat. Um den Kodak Mini 2 Retro dann zum Wiederverbinden zu bewegen, half nur, die App komplett zu schließen und neu zu öffnen. Ob der Fehler nur bei uns mit dem Google Pixel 6 als Testgerät auftritt oder auch auf anderen Smartphones reproduzierbar ist, können wir nicht sagen. Auch könnte es sein, dass iOS-Nutzer weniger Probleme haben.
Der Kodak Mini 2 Retro kostet in verschiedenen Farben mit 68 Fotos bei Amazon 90 Euro. Für ein 30er-Pack Bilder fallen bei Amazon 16 Euro an. Das entspricht 53 Cent pro Bild.
Der Kodak Mini 2 Retro druckt farbenfroh und mit schicken Kontrasten. Sie sind allen Zink-Druckern überlegen, müssen sich aber dem großen Canon Selphy CP1500 (Testbericht) geschlagen geben. OLED-Drucker der Instax-Reihe drucken ähnlich gut wie der Kodak.
Ein Druckvorgang dauert mit etwa einer Minute etwas lang und die Akkulaufzeit ist mit etwa zwölf Bildern zu kurz. Insgesamt ist der Drucker nicht teuer, die einzelnen Bilder mit mindestens 53 Cent aber schon. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn wir nicht ständige Verbindungsprobleme erfahren hätten.
Abgesehen davon können wir den Kodak Mini 2 Retro empfehlen. Jedoch sollte man dringend die Rechnung aufbewahren, um den Drucker zurückgeben zu können, sollten ähnliche Verbindungsprobleme wie bei uns auftreten.
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