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LaserPecker 2 im Test: Lasern, gravieren & schneiden so einfach wie Drucken

LaserPecker 2
VORTEILE
  • erstklassige Ergebnisse
  • hochwertig verarbeitet
  • einfach zu bedienen
NACHTEILE
  • hoher Preis
  • Schneiden mit Einschränkungen
  • nicht ohne Weiteres kompatibel zu Software wie Lightburn

Schon der erste LaserPecker hat uns und die Leser begeistert: Obst, Holz, Acryl, Leder und vieles mehr per Laserstrahl gravieren – und das fast idiotensicher per Smartphone-App. Die neue Version ist stärker, besser verarbeitet und macht auch ansonsten alles besser. Wir haben sie ausführlich getestet.

5 Watt soll der Laser (Themenwelt) haben. Damit kann man nicht nur gravieren, sondern auch schneiden. Karton, Leder, Stoff, dünnes Holz. Und um quasi noch mal zu zeigen, was hier wirklich geht, liegt sogar ein Schlüsselanhänger aus Edelstahl im Karton. Den soll man auch bearbeiten können? Das prüfen wir am Schluss.

Wofür man so etwas braucht? Für vieles. Namen aufs Steak brennen oder das Obst für die Kinder in der Schule mit Figuren in der Schale aufhübschen. Selbstgebackenes mit Buchstaben versehen. Eigene Schilder für den Kräutergarten beschriften. Leder schneiden und gravieren, um daraus Schlüsselanhänger zu nähen oder die Fahrradgriffe mit neuem Material zu bestücken. Untersetzer für den runden Geburtstag der Eltern, Weihnachtsgeschenke, Hobbykeller.

Zugegeben: Wer den LaserPecker 2 nicht nutzt, um damit Geld zu verdienen, „braucht“ ihn vermutlich nicht. Und während der LaserPecker (Testbericht) der ersten Generation im Preisbereich von unter 250 Euro noch irgendwie für den Hobbyeinsatz bezahlbar war, ist das Investment hier schon deutlich höher. Knapp 800 Euro kostet das Gerät derzeit bei Geekbuying, die uns das Testgerät zur Verfügung gestellt haben; bei Versand aus Deutschland ist er noch etwas teurer. Aber wenn man ihn hat, wird man ihn permanent benutzen – etwa, um den Holzstiel zu markieren, bevor man die Axt verleiht.

Design

Der Karton ist ähnlich groß wie beim Vorgänger, aber der Inhalt ist deutlich schwerer. Im Inneren steckt ein auf den ersten Blick erwachsen gewordenes Gerät. Der LaserPecker 2, die eigentliche Laser-Einheit, ist fast doppelt so groß, von den Abmessungen her etwa so wie zwei Getränkedosen übereinander. Dazu gibt es einen Standfuß mit elektrischer Höhenverstellung und einen Schutz aus orangem Kunststoff mit integriertem Lüfter.

Schaut man sich das Produkt an, könnte es fast von Apple stammen. Grau eloxiertes Aluminium, perfekt verarbeitet. Hier und da ist noch etwas Luft nach oben, aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Lediglich die Montage des Peckers an der z-Achse wirkt ein wenig wackelig und will nicht zur restlichen Präzision passen, in der Praxis sind wir damit aber gut zurechtgekommen.

Der Aufbau ist durchdacht. Über den Rundstecker wird der Laserpecker mit Strom versorgt, über die beiden USB-Ports wird das Zubehör – in diesem Fall der motorisierte Standfuß und die Abdeckung mit Lüfter – angeschlossen. Der USB-C-Port ist der Datenanschluss für den Computer, wenn man die LaserPecker-Desktop-Anwendung benutzen möchte.

Der Aufbau ist in Minuten geschafft. Hat man alle Bestandteile aus dem vorbildlich gepackten Karten geangelt, muss man Arm und Bodenplatte verschrauben. Inbus-Schlüssel und Schrauben sind sauber in einer kleinen Zip-Beutel verpackt, und weil es dankenswerterweise sonst nichts zu bearbeiten gibt, braucht man nicht einmal die Anleitung. Der Laserkopf wird ähnlich wie eine Kamera auf einem Stativ mit einer Rändelschraube eingespannt. Eine zweite Schraube dieser Art erlaubt es, den Laserkopf zu neigen – um etwa im 45-Grad-Winkel lasern zu können.

Damit der Laser arbeiten kann, muss der Strahl richtig fokussiert sein. Bauartbedingt ist er das, wenn das Laser-Modul exakt 11 Zentimeter über dem Werkstück steht. Wie beim Vorgänger liegt für diesen Zweck ein einfaches Lineal bei, noch einfacher geht es aber mit einem ausklappbaren Abstandshalter am Standfuß oder über den Laser-Schutz-Trichter aus orangem Kunststoff: Per Tastendruck kann man den Laserkopf hoch- und runterfahren, und sobald der Abstandshalter oder das orange Plastik das Werkstück berühren, ist die Position perfekt.

Praktische Details: Ist dieser Haken heruntergeklappt, markiert er den richtigen Abstand zwischen Werkstück und Laser-Diode.

Wenn man unbedingt Kritik sucht: Statt mechanischer Knöpfe kommen Touch-Tasten zum Einsatz. Es sieht zwar schön und aufgeräumt aus, aber da fehlt das haptische Feedback.

App

Nach dem Aufbau des LaserPeckers installieren wir die App. Für den LaserPecker 2 gibt es eine eigene Anwendung kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store zu finden. Für die erste Nutzung muss man sich „registrieren“ – zum Glück nur durch die Eingabe einer E-Mail-Adresse, aber das Zusenden des vierstelligen Codes zum Aktivieren war schon beim ersten Modell etwas zäh. Wohl dem, der noch ein paar andere E-Mail-Adressen hat, falls es beim primären Anbieter mal nicht klappt.

Nach der Registrierung folgt ein aufdringlicher Assistent, der einen durch die App zwingt. Abbrechen kann man ihn erst, wenn man einmal durch ist. Bestandteil des Assistenten ist auch der Laser-Vorgang – in der Praxis, nicht in der Theorie. Hier würden wir uns ein optionales statt erzwungenes Verhalten wünschen.

Nervig, aber nur beim ersten Mal: Der Assistent ist nicht optional. Wer ihm nicht folgt, kommt nicht weiter.

Danach ist alles so einfach wie beim Vorgänger. Bilder oder Grafiken auswählen, Text eingeben oder Fotos und Screenshots importieren. Von Hand muss man dann das Werkstück platzieren und den Abstand justieren. Und dann wählt man aus, wie stark der Laser lasern soll. Hier stolpern wir gleich über den größten Unterschied zum Vorgänger: Der LaserPecker der ersten Generation brauchte je nach Material häufiger mehrere Durchgänge auch bei 100 Prozent Leistung. Klar, dass wir die Warnung "Holz besser nur bis 20 Prozent" erst mal ignorieren. Doch statt einer stilisierten Hundepfote auf dem Birkensperrholz hören wir ein Geräusch, das klingt wie ein heftiger Waldbrand und sehen Flammen am Ende des Strahls: Beim ersten Test mit 40 Prozent hat sich der Strahl schon mehrere Millimeter tief in unser Bastelsperrholz gebrannt. Man sieht direkt, das hier ist kein Spielzeug, und es verdient einen gewissen Respekt. Aber dazu später mehr.

Mit der einfachen App hat es der Hersteller wieder geschafft, einen Meilenstein zu setzen. Nein, die App ist nicht perfekt. Und nein, sie wirkt auch nicht perfekt durchdacht. Aber sie erfüllt ihren Zweck, und zwar erstklassig. Im Vergleich zu einem Desktop-Laser (Themenwelt) oder 3D-Drucker (Themenwelt) ist die Einstiegshürde ultraniedrig und die Lernkurve steil. Eigentlich muss man nur verschiedene Materialien einspannen und mit den Stärken experimentieren – alles andere ist selbsterklärend und zumindest so gut umgesetzt, dass keine offenen Fragen bleiben. Bestes Beispiel ist die Vorschau-Funktion: Während der Laser mit schwachem Licht die Umrandung des zu gravierenden Objekts auf das Werkstück zaubert, kann man die Position der Grafik per Drag & Drop auf dem Smartphone-Display verschieben und sieht ohne jegliche Verzögerung die Änderungen auf dem Werkstück.

Die LaserPecker-2-App ist einfach zu bedienen. Die Vorschau-Funktion ist vorbildlich. Experimente sind bei den Einstellungen für Stärke und Tiefe nötig, um die richtigen Einstellungen für das jeweilige Material zu finden.

Praxis

Wohl dem, der nur Holz bearbeiten will: Beim Betreten der Wohnung riecht es dann leicht nach Kaminfeuer. Kommen Acryl oder Leder unter den Strahl, wird die Geruchsbelästigung heftig. Aber von nichts kommt nichts. Die integrierten Lüfter und Filter helfen ein wenig gegen Rauch und Gestank, aber der LaserPecker 2 gehört in den Hobbykeller und nicht ins Schlafzimmer.

Tomate, Leder, Holz, Getränkedosen und Edelstahl: Die Gravuren können sich sehen lassen.

Auffallend im Vergleich zu (fast) allen anderen Lasern ist, dass man beim Pecker keine beweglichen Teile sieht. Hier fährt kein Laserkopf oder Spiegel auf dem Werkstück herum, stattdessen lenken kleine Spiegel im Inneren das gebündelte Licht. Das sieht gut aus und ist weniger anfällig; mit anderen Lasern hatten wir schon Probleme durch festhängende Kabel, verrutschende Laufräder und so weiter. Der Nachteil: Dadurch, dass die Lichtquelle mittig fix über dem Werkstück sitzt, ändern sich Abstand und Winkel mit der Entfernung von der Mitte. In der Praxis heißt das beispielsweise, dass das Schneiden von dickerem Sperrholz dann doch besser den Lasern vorbehalten bleibt, die gerade von oben nach unten schneiden – denn die Schnittkanten werden hier prinzipbedingt nicht gerade, sondern schräg. Je weiter weg von der Mitte, umso schiefer die Kante.

Obwohl das Schneiden dickerer Materialien – hier 4 mm Sperrholz – theoretisch möglich ist, ist das nicht die Stärke. Aufgrund der Bauart geraten die Schnittkanten schief, außerdem ist die Umsetzung in der Software nicht gut.

Ohnehin wird das Schneiden ein wenig stiefmütterlich behandelt. Andere Laser setzen oft auf Software wie Lightburn, die in mehreren Layern arbeiten kann – erst das Bild ins Holz gravieren, dann mit stärkerem Strahl die Kanten schneiden. Das kann der LaserPecker derzeit nicht – weder über die App, noch über eine Desktop-Applikation. Wer schneiden will, muss also zwei Bilder – für Gravur und Schnitt – anfertigen und nacheinander durchlaufen lassen. Das kann man schon mal machen, ist aber zu fummelig für den professionellen Einsatz. Das Schneiden von dünnen Materialien hingegen ist überhaupt kein Problem, nur das Gravieren im gleichen Arbeitsschritt klappt halt nicht.

Der Laser bei der Arbeit.

Die Desktop-Software ist für Windows und Mac zu haben. Hier ist professionelles Arbeiten besser möglich als bei der Hand-App, es gibt etwa ein Millimeter-Raster, an dem man sich bei der Ausrichtung orientieren kann. Die Verbindung zwischen Rechner und Laser erfolgt per USB-Kabel. Schade, dass andere Programme wie Lightburn derzeit nicht direkt mit dem LaserPecker sprechen können. Wie bei Apple: Gutes Produkt, aber nur so, wie es eben ist.

Die Graviervorgänge dauern je nach Stärke, Größe und Auflösung zwischen wenigen Minuten und einer guten halben Stunde. Die maximale Arbeitsfläche beträgt 10 mal 10 Zentimeter.

Preis und Varianten

Der LaserPecker 2 ist immer gleich ausgestattet. Unterschiede gibt es beim Zubehör. Aktuell gibt es den LaserPecker beim chinesischen Online-Händler Geekbuying für 779 Euro mit Code 6QUMAZYLN9 und mit Versand aus Deutschland.

Gegen Aufpreis gibt den LaserPecker auch mit Rotationswalze als vierte Achse, um etwa runde Hölzer oder Getränkedosen rundherum gravieren zu können; die Ausführung kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung knapp 1100 Euro. Die vierte Achse gibt es auch zum Nachkaufen. Kostenpunkt: knapp 250 Euro. Eine weitere Variante bringt die sogenannte Powerbank mit. Keine Stromversorgung für unterwegs, obwohl der LaserPecker tragbar ist, sondern ein Schlitten, mit dem der Laser über lange Flächen fahren kann – etwa lange Holzbretter.

Fazit

Was ist denn jetzt mit dem Edelstahl? Auf dem Foto oben kann man es schon sehen – es klappt. Unfassbar gut. Er braucht zwar ein paar Durchgänge, aber der Schlüsselanhänger hat keine fünf Minuten gedauert. Wie auch alles andere, was wir ausprobiert haben – Obst, Leder, Kunststoff, Sperrholz, Kork, Filz und so weiter. Am Anfang ist es nicht leicht, die richtigen Einstellungen zu treffen – zu schwach, und es ist nichts zu erkennen, zu stark, und alles verbrennt. Hier muss man wirklich ein wenig experimentieren und sich an die Materialien herantasten. Wenn man weiß, was wie reagiert, ist der LaserPecker einfach nur genial. Einfach zu bedienen, gut verarbeitet, tolle Ergebnisse.

Im Vergleich zu anderen Lasern ist er allerdings auch deutlich teurer, wobei kein anderes von uns getestetes Modell bislang Edelstahl gravieren konnte. Die Auflösung ist hoch, die Ergebnisse klasse, die Bedienung ist einfach – sofern man nur gravieren möchte. Daher klare Empfehlung: Wer einen Laser sucht und den LaserPecker 2 bezahlen kann, bekommt ein erstklassiges Produkt.