Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Der Lenovo Xiaoxin 100 LED-Beamer bietet neben der 1080p-Auflösung und einer beeindruckenden Helligkeit von 700 Ansi-Lumen außerdem ein umfangreiches Software-Paket sowie ordentliche Lautsprecher für nur gut 200 Euro. Wir machen den Test.
Wer sich nach einem günstigen Full-HD-Beamer umschaut, wird von der Fülle an Angeboten geradezu überwältigt. Für fast jeden Bedarf gibt es vermeintlich das passende Modell. Egal, ob man ein kompaktes Gerät mit Akku für unterwegs wie den Xgimi Halo+ (Testbericht) oder einen Projektor mit möglichst großem Bild und Widevine L1 sucht, wie es der Emotn N1 (Testbericht) bietet.
Lenovo verkauft mit dem Xiaoxin 100 Projektor einen Beamer, der neben einer nativen Auflösung von 1080p noch eine hohe Helligkeit mit 700 Ansi-Lumen bietet. Eine automatische Trapezkorrektur und HDR10-Support versprechen ein hervorragendes Bild zum Schnäppchenpreis. Auch der Klang, der aus den zwei 5-Watt-Lautsprechern kommt, soll überzeugen und unterstützt Dolby Audio.
Der Lenovo Xiaoxin 100 gehört mit Abmessungen von 31 cm x 30 cm x 16 cm zu den eher größeren Beamern und bringt mit 3,85 kg auch ordentlich Gewicht auf die Waage. Das dürfte unter anderem der Hardware geschuldet sein, die neben der LCD-Lampe auch noch eine Quadcore-CPU, 2 GB RAM und 16 GB ROM-Speicherplatz umfasst. Eine Tragetasche ist im Lieferumfang leider nicht enthalten, sodass Nutzer selbst für die passende Aufbewahrung sorgen müssen. Der Lenovo Xiaoxin 100 kostet bei Geekmaxi 200 Euro.
Obwohl es sich beim Lenovo Xiaoxin 100 um ein sehr günstiges Angebot handelt, überrascht die Verarbeitung im Test positiv. Das Design wirkt elegant und macht einen wertigen Eindruck, während die einzelnen Bauteile gut aufeinander abgestimmt sind. Alle Kanten und Schweißnähte sind sauber angepasst. Ein Bedienpanel gibt es nicht, lediglich der Ein- und Ausschaltknopf ist vorhanden. Auf der Unterseite des Gehäuses befindet sich ein Gewinde, mit dessen Hilfe sich der Beamer auf einem Stativ befestigen lässt. Aufgrund des Gewichts und der Größe des Projektors sollte man aber ein entsprechend robustes Modell wählen.
Lenovo liefert den Beamer ohne Tragetasche aus. Ebenfalls verzichten müssen Käufer auf eine Abdeckung der Linse. Wer den Xiaoxin 100 transportieren möchte, sollte also auf einen entsprechenden Schutz des Geräts vor Staub und Schmutz achten.
Bei der Bedienung des Xiaxon 100 Projektors hat sich Lenovo für eine eher ungewöhnliche Option entschieden. Denn neben der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung können Nutzer den Beamer nicht über ein Bedienpanel am Gehäuse steuern. Stattdessen gibt es die Möglichkeit, Funktionen des Geräts über eine Smartphone-App anzuwählen.
Die Fernbedienung orientiert sich am Standard vergleichbarer Geräte und erinnert ein wenig an das Design von Amazons Fire TV Stick Lite. Neben einem Ein- und Ausschaltknopf gibt es Tasten für den Autofokus, die Sprachsteuerung, das Hauptmenü, die Optionen und die Lautstärke. Auf ein Nummern-Pad müssen wir allerdings verzichten, ebenso wie auf eine Beleuchtung der Tasten. Insgesamt überzeugt die Fernbedienung aber mit einer angenehmen Haptik und guten Bedienbarkeit.
Die App „Smart Lenovo“ lässt sich im Playstore von Google oder Apple herunterladen. Alternativ kann man aber auch den in der Bedienungsanleitung abgedruckten QR-Code scannen, um zur Download-Webseite weitergeleitet zu werden. Das Problem an der App ist allerdings, dass nur in chinesischer Sprache funktioniert. Eine Übersetzung ins Englische oder gar Deutsche sucht man vergebens, weshalb die Software quasi unbrauchbar wird (sofern man des Chinesischen nicht mächtig ist).
Der Lenovo Xiaoxin 100 kostet bei Geekmaxi 200 Euro.
Lenovo hat den Xiaoxin 100 mit einem Huawei Hisilicon 352 Quad-Core-Prozessor ausgestattet, außerdem sind im Gehäuse zusätzlich 2 GB RAM und 16 GB Speicher verbaut. Dementsprechend funktioniert der Beamer auch ohne externe Hardware und kann Streaming-Inhalte von Netflix, Youtube und Co. wiedergeben. Dabei setzt Lenovo auf eine eigene Version von Android-OS mit angepasstem Benutzerinterface.
Lenovo verspricht „Plug-and-play“ ohne aufwendige Konfiguration. Dieses Versprechen hält der Beamer im Test. Wichtige Streaming-Dienste wie Netflix, Prime Video und Disney+ sind ebenso wie Youtube vorinstalliert, sodass wir nur eine WLAN-Verbindung einrichten und dann direkt drauflos schauen können.
Wem die vorinstallierten Apps nicht ausreichen, kann über den integrierten Playstore zusätzliche Software installieren. Weil der Lenovo Xiaoxin 100 über eine HDMI-2.0- und eine USB-2.0-Schnittstelle verfügt, kann man den Beamer aber auch problemlos mit einem Streaming-Stick, einer Gaming-Konsole oder vergleichbarer Hardware betreiben.
Die zwei 5-Watt-Lautsprecher funktionieren unabhängig der gewählten Wiedergabequelle. Ihre Qualität geht in Anbetracht des günstigen Preises in Ordnung, allerdings sollte man beim Klang gerade auf höheren Lautstärken ein paar Abstriche beim Bass in Kauf nehmen. Wer eine Soundbar besitzt, kann diese via Bluetooth 5.0 mit dem Beamer verbinden.
Ein Punkt, der bei günstigen Beamern häufig für Frust sorgt, ist die Lautstärke der Lüfter. Während viele Projektoren unter 200 Euro mit deutlich hörbaren Störgeräuschen auffallen, macht der Lenovo Xiaoxin 100 in dieser Hinsicht eine passable Figur. Auch wenn wir den Herstellerwert von 30 dB im Test nicht bestätigen können. Wir messen im normalen Betrieb in einem Raum ohne Schallisolierung in einer Entfernung von 30 cm zum Gehäuse 55 dB, bei einer Entfernung von 100 cm 43 dB. Damit ist der Beamer bei geringer Wiedergabelautstärke deutlich hörbar, bewegt sich aber noch im erträglichen Rahmen. Wer geräuschempfindlich ist, sollte besser zum Xiaomi Wanbo T2R Max (Testbericht) greifen.
Lenovo hat den Xiaoxin 100 mit einer LED-Einheit versehen, die eine native Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixel wiedergibt. Bei einem Abstand von 1,7 m zur Leinwand liefert der Beamer ein Bild von 60 Zoll, maximal möglich sind 100 Zoll bei einem Abstand von 2,9 m. Damit liegt der Xiaoxin 100 im Mittelfeld vergleichbarer Beamer und benötigt entsprechend Platz bei der Positionierung im Raum.
Autofokus und digitale Trapezkorrektur hat der Lenovo-Beamer ebenfalls mit an Bord – die gehören bei den meisten aktuellen Projektoren zum Standard. Im Test überzeugen Autofokus und Trapezkorrektur: Merkliche Unschärfe-Effekte können wir auch dann nicht feststellen, wenn wir den Beamer in einem schrägen Winkel von etwa 40 Grad aufstellen. Wer ganz genau hinsieht, bemerkt aber marginal verwaschene Ränder bei Bildgrößen ab etwa 80 Zoll.
Das Bild selbst macht insgesamt einen sehr guten Eindruck und auch die Helligkeit kann überzeugen. Mit 700 Ansi-Lumen liegt der Xiaxin 100 vor vergleichbaren Beamern der Preiskategorie bis 250 Euro wie dem Xiaomi Wanbo T2R Max (Testbericht) mit 350 Ansi-Lumen oder dem Blitzwolf BW-V6 (Testbericht) mit 450 Ansi-Lumen. In abgedunkelten Räumen liefert der Projektor ein scharfes und helles Bild, allerdings nimmt die Qualität bei Lichteinfall merklich ab. Trotzdem bleibt die Helligkeit auch in Umgebungen mit leichtem Tageslicht ausreichend, sodass für einen angemessenen Filmgenuss kein speziell präparierter Raum erforderlich ist.
Das Bild des Lenovo Xiaoxin 100 ist hervorragend. Für den günstigen Preis gibt es wohl kaum einen anderen Beamer, der heller ist. Trapezkorrektur und Autofokus machen einen guten Job. Dass der Beamer sein Plug-&-Play-Versprechen einlöst, werten wir ebenfalls als Pluspunkt. Leider kennt der Beamer keine Widevine-Lizenz, etwa Netflix-Inhalte laufen also nur in SD-Qualität. Der Lüfter ist hörbar, viele andere Beamer dieser Preiskategorie sind aber lauter. Der Lenovo Xiaoxin 100 kostet bei Geekmaxi 200 Euro.
Schade: Die Smartphone-App kennt nur chinesisch und bleibt deshalb für die meisten deutsche Nutzer unbrauchbar. Für den Transport ist der Lenovo Xiaoxin 100 eher nicht geeignet. Dafür ist er zu groß und zu schwer. Zudem fehlt ihm eine Tasche und eine Linsenabdeckung.
Wer bereit ist, ein paar Euro mehr auszugeben, sollte sich den Emotn N1 (Testbericht) genauer anschauen. Dieser Beamer hat eine Widevine-L1-Zertifizierung und einen leisen Lüfter. Eine ähnliche Ausstattung wie Lenovos Projektor bietet der Xiaomi Wanbo T2R Max (Testbericht).
Wer wenig Geld ausgeben möchte, aber statt des wuchtigen Xiaoxin 100 eher nach einem kleinen und kompakten Beamer sucht, sollte sich den Blitzwolf W-VT2 (Testbericht) näher anschauen. Dieser Projektor kostet weniger als 200 Euro, bietet dafür aber einen integrierten Akku und ebenfalls 1080p-Unterstützung.
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