Der E-Scooter Leqismart A11 kostet unter 400 Euro. Dazu ist er einer der ganz wenigen E-Scooter direkt aus China, die mit einer deutschen Straßenzulassung kommen. Im Test zeigen wir, für wen sich der Kauf lohnt.
Schonmal von der E-Scooter-Marke Leqismart gehört? Nein? Wir auch nicht. Macht nichts. Leqismart ist einer der wenigen chinesischen E-Scooter-Hersteller, der elektrische Tretroller mit ABE-Straßenzulassung verkauft. Damit dürfen diese – eine entsprechende Versicherungsplakette vorausgesetzt – in Deutschland legal auf der Straße fahren.
Der hier getestete Leqismart A11 kostet bei Amazon 269 Euro. Auch in der Vergangenheit hatten wir schon richtig günstige E-Scooter im Test. Dazu gehört etwa der Doc Green Explorer ESA 1919 (Testbericht) für 330 Euro oder der jüngst getestete E-Scooter E9 Max (Testbericht) für unter 400 Euro. Der Xiaomi Mi 1S (Testbericht) kostet regulär gut 400 Euro, ist im Angebot teilweise aber auch auf etwa 350 Euro reduziert. Viel billiger wird es, wenn man auf die deutsche Straßenzulassung verzichten kann. So kostet etwa der Kugoo Kirin S1 Pro (Testbericht) nur 220 Euro. Dieser Test soll klären, ob sich der Kauf des günstigen E-Scooter Leqismart A11 lohnt.
Der Aufbau funktioniert wie bei den meisten E-Scootern äußerst unkompliziert. Im Grunde muss lediglich der Lenker mit vier Schrauben über das beiliegende Werkzeug fixiert werden. Danach noch den Akku vollladen, das Versicherungskennzeichen aufkleben und los geht’s. Wir empfehlen dringend das Tragen eines Helms (Ratgeber).
Der Leqismart A11 ist überwiegend in Grau/Schwarz gehalten. Seine geschwungene Form verleiht ihm ein dynamisches Äußeres. An der Lenkstange steht in großen weißen Lettern der Markenname. Optisch zeigt sich der A11 unauffällig, fast schon minimalistisch. Uns gefällt das.
Auch bezüglich der Verarbeitung gibt es keine offensichtlichen Mängel. Der Lenker sitzt fest und wackelt nicht. Das Trittbrett bietet dank Gummierung eine passable Haftung. Auch der hintere Bereich verzeiht, wenn man etwa während der Fahrt seinen Fuß darauf abstellt. Der etwa 16,5 Kilogramm schwere E-Scooter ist für eine Zuladung von maximal 100 Kilogramm zugelassen. Das schließt schwerere Fahrer aus. Der A11 ist nach IPX5 gegen Spritzwasser geschützt.
Der Klappmechanismus geht einfach von der Hand. Dafür muss der Fahrer lediglich den Sicherungshebel am unteren Ende der Lenkstange umlegen, die Lenkstange nach hinten klappen und in die dafür vorgesehene Öse schieben. So darf man ihn an der Lenkstange anheben und etwa eine Treppe hinauftragen.
Der nicht besonders breite Lenker wirkt aufgeräumt. Auf der linken Seite sitzt der Bremsgriff mit schick integrierter Klingel, auf der rechten Seite der Daumenhebel zum Beschleunigen. Dieser lässt sich ohne viel Kraftaufwand betätigen, so sollte auch bei längeren Fahrten der Daumen nicht zu sehr belastet werden. Die Haltegriffe sind gummiert und ausreichend groß.
Mittig sitzt über dem Ein- / Ausschalter das für diese Preiskategorie ungewöhnlich große und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbare Display. Es zeigt unter anderem die gewählte Unterstützungsstufe, die aktuelle Geschwindigkeit und die verbleibende Restkapazität des Akkus in fünf Balken an. Eine App gibt es nicht.
Der einzige Knopf am E-Scooter regelt auch die Unterstützungsstufe und das Front-, sowie das Hecklicht. Das Frontlicht ist schick integriert und ausreichend hell. Es kann nicht in der Höhe variiert werden. Allerdings ist der fixe Abstrahlwinkel gut gewählt. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen auf.
Der Motor sitzt am Hinterrad – eine Position, die wir der am Vorderrad aufgrund des besseren Fahrgefühls vorziehen. Er hat 350 Watt mit einer angeblichen Spitzenleistung von 630 Watt, eine Angabe der Newton-Meter finden wir nicht. Im Test schwächelt der Motor etwas. Er schafft es zwar uns unseren Testhügel noch oben zu schieben. Mit den besten E-Scootern (Bestenliste) kann er jedoch nicht annähernd mithalten. Leichten Fahrern sollte die Motor-Power ausreichen. Wer mehr wiegt, benötigt mit diesem E-Tretroller jedoch recht lang, bis er die maximale Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde erreicht. Apropos maximale Geschwindigkeit: Wir haben per GPS-App nachgemessen. Statt der erlaubten 20 Kilometer pro Stunde plus 10 Prozent Toleranz erreicht der Leqismart A11 meist nur um die 19 Stundenkilometer.
Das Fahrgefühl selbst ist super. Das liegt neben der Position des Motors und dem tief liegendem Trittbrett auch an den 10 Zoll großen Luftreifen, die einen Großteil der Unebenheit auffangen. Derart große Luftreifen sind bei einem E-Scooter des unteren Preissegments selten.
Der Bremsgriff aktiviert die elektrische Motorbremse und die Trommelbremse. Letztere benötigt ein paar Kilometer und einige Bremsungen, bis sie richtig greift. Danach haben wir jedoch nichts mehr zu beanstanden. Die elektrische und damit verlustfreie Motorbremse kann einzeln aktiviert werden, wenn der Fahrer den Bremsgriff nur ganz leicht anzieht. Wir bevorzugen es jedoch, wenn die mechanische und die elektrische Bremse über zwei getrennte Vorrichtungen angesprochen werden kann. Das ist jedoch nicht einmal im mittleren Preissegment immer gegeben. Insgesamt ist die Bremsleistung des Leqismart A11 ausreichend.
Am Akku sparen die Hersteller günstiger E-Scooter gerne. Das ist auch beim Leqismart A11 der Fall. So ist der Stromspeicher nur 280 Wattstunden groß. Wer etwas mehr investiert, bekommt beim E-Scooter E9 Max (Testbericht) satte 360 Wattstunden. Insgesamt ist die Akkukapazität des A11 aber dem günstigen Preis angemessen. Leqismart spricht von 20 bis 30 Kilometer Reichweite. 20 Kilometer könnten je nach Gewicht des Fahrers, der Fahrweise und weiteren Faktoren durchaus drin sein.
Wer mehr zum Thema Akkus in E-Scootern erfahren will, sollte sich unseren Beitrag Top 10: E-Scooter mit größtem Akku im Reichweiten-Test durchlesen. Dort belegt der Eleglide D1 Master (Testbericht) mit einem 1056-Wattstunden-Akku den ersten Platz.
Der Leqismart A11 kostet bei Amazon 269 Euro.
Der Leqismart A11 bietet ziemlich viel für seinen schlanken Preis. Positiv überrascht haben uns seine guten Fahreigenschaften. Das liegt unter anderem an den mit 10 Zoll für die Preisklasse ungewöhnlich großen Luftreifen. Gelungen ist auch das minimalistische Design, der Klappmechanismus, das große Display und die gute Integration des Lichts. Auch die Bremsen sind ausreichend. Weniger gefällt uns der doch recht schwache Motor. Zumindest leichte Fahrer sollten mit ihm aber keine Probleme haben. Auch die Größe des Akkus ist wie in dieser Preiskategorie üblich vergleichsweise gering. Um die 20 Kilometer sollten einige Fahrer dennoch erreichen.
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