Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Die Lokmat Attack Pro wirkt auf den ersten Blick wie ein perfektes Schnäppchen: günstiger Preis, viele Funktionen, sportliches Design. Aber kann die Sportuhr für rund 30 Euro überzeugen?
Wir haben uns die Lokmat Smartwatch im Test genauer angeschaut – und haben auf diese Fragen eine eindeutige Antwort parat. Unser Test der Lokmat Attack Pro (Kauflink) erscheint im Rahmen der Themenwelt Sportuhren, wo wir bereits etliche Modelle getestet haben. Wer jedoch auf der Suche nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ist, sollte einen Blick auf unsere Top 10: Die besten Sportuhren – Smartwatches für Training & Wandern werfen.
Wer sich zum Kauf der Lokmat Attack Pro entscheidet, bekommt die Uhr in einer schicken Verpackung geliefert. Im Lieferumfang enthalten sind neben der Uhr selbst eine Bedienungsanleitung sowie eine Display-Schutzfolie, die den Touch-Bildschirm vor Kratzern schützen soll.
Beim Auspacken der Uhr fällt direkt auf, dass das Gehäuse sehr groß und klobig daherkommt. Die Lokmat Attack Pro soll offensichtlich an eine Militäruhr erinnern und verfügt deshalb über einen großen runden Knopf an der Außenseite, der aber keinerlei Funktion hat. Seltsam: Zwei der Buttons auf der linken Gehäuseseite sind beschriftet, die beiden Tasten auf der rechten Seite sind es aber nicht.
Die Verarbeitung der Uhr macht aber einen recht ordentlichen Eindruck, auch wenn der Großteil des Gehäuses aus Kunststoff besteht. Ebenfalls ordentlich funktioniert das Touch-Display, das zuverlässig auf unsere Eingaben reagiert und auch bei hoher Sonneneinstrahlung gut ablesbar bleibt. Wer möchte, kann die Helligkeit außerdem per stufenlosem Regler nach eigenen Wünschen anpassen.
Ebenfalls positiv: Die Lokmat Attack Pro ist bis zu einer Tiefe von 50 Metern wasserdicht und übersteht dementsprechend nicht nur den Gang unter die Dusche, sondern auch Einheiten mit diversen Wassersportarten. Wir haben die Dichtigkeit unter anderem beim Schwimmen getestet und konnten keine Probleme feststellen. Einziger Nachteil: Das Display registriert Touch-Eingaben teils ungenau, wenn wir nasse Finger haben.
Um die Lokmat Attack Pro mit unserem Smartphone zu verbinden, müssen wir die Da-Fit-App aus dem Google Play Store oder Apple App Store herunterladen und den Gerätereiter aufrufen. Hier lassen wir die App nach Geräten in der Nähe suchen. Nach wenigen Sekunden Wartezeit können wir dann die Uhr an unser Smartphone koppeln.
Obwohl die Lokmat Attack Pro von der Aufmachung her wie ein Klon beliebter Outdoor-Smartwatches von Garmin oder Polar wirkt, sollten Käufer in Bezug auf die Ausstattung der Uhr keine allzu großen Sprünge erwarten. Die Lokmat Attack Pro misst die zurückgelegten Schritte, zeichnet durchgängig die Herzfrequenz auf und sammelt Daten zum Blutdruck und Blutsauerstoff.
Dass die Lokmat Attack Pro, die der Hersteller explizit als Sportuhr bewirbt, nur über 25 verschiedene Trainingsprofile verfügt, wundert uns ein wenig. Immerhin sind klassische Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern, Kraftsport und diverse Ballsportarten vertreten. Nennenswerte Unterschiede zwischen den Profilen gibt es aber kaum und wichtige Funktionen wie ein Zähler für Wiederholungen oder geschwommene Bahnen fehlen komplett.
Wer möchte, kann tägliche Ziele für bestimmte Sportarten und den Schrittzähler in der App festlegen. Der Fortschritt wird dann sowohl in der Uhr als auch in der App dokumentiert. Dabei haben wir festgestellt, dass der Schrittzähler sehr ungenau arbeitet und Schritte oft gar nicht registriert. Während unseres Tests lag die gemessene Schrittzahl nach einem halben Tag auf der Lokmat Attack Pro bei knapp 4000 Schritten, während unser Kontrollgerät fast 6000 Schritte anzeigte.
Auch der Herzfrequenzsensor, der wenig überraschend mit einem optischen Pulssensor arbeitet, hatte in unserem Test mit Aussetzern zu kämpfen. Obwohl die Uhr unsere Herzfrequenz durchgängig messen sollte, zeigte das Gerät teils gar keinen Puls an. Zu einem anderen Zeitpunkt, als wir die Herzfrequenzmessung explizit anwählten, zeigte die Lokmat Attack Pro erst einen Puls von mehr als 30 Schlägen über dem Wert unseres Kontrollgeräts an, bevor der Messwert stetig sank und bei rund zehn Schlägen über der Messung des Kontrollgeräts stehen blieb. Teilweise überraschte der Sensor im Training aber auch mit einer ordentlichen Genauigkeit – während einer rund einstündigen Crossfit-Einheit kam es im Test lediglich zu geringen Abweichungen gegenüber dem Kontrollgerät. Trotzdem lässt die Zuverlässigkeit der Messungen insgesamt etwas zu wünschen übrig.
Weil die Lokmat Attack Pro außerdem über kein eigenes GPS-Tracking verfügt und Nutzer zudem auf Funktionen wie ein Höhenbarometer oder einen Kompass verzichten müssen, erschließt sich die Bewerbung des Geräts als Sportuhr zu keinem Zeitpunkt. Wer auf der Suche nach einer brauchbaren Smartwatch für sportliche Aktivitäten mit einem Kauf der Lokmat Attack Pro liebäugelt, sollte davon also lieber Abstand nehmen.
Über die App „Da Fit“ haben wir in unserem Test zur Rogbid King (Testbericht) bereits ausführlich berichtet, deshalb sagen wir dazu an dieser Stelle nur so viel: Die Software leidet unter zahlreichen Übersetzungsfehlern und auch die Bedienbarkeit lässt zu wünschen übrig. Zwar schränken die Fehler die eigentlichen Funktionen der Uhr nicht maßgeblich ein, allerdings empfanden wir sie im Alltag immer wieder als störend.
Dass die Schlafmessung bei Smartwatches und Fitness-Trackern nur begrenzt aussagekräftig ist, dürfte den meisten Nutzern solcher Geräte mittlerweile bewusst sein. Häufig lassen die gemessenen Daten aber zumindest allgemeine Rückschlüsse auf die Schlafhygiene zu. Bei der Lokmat Attack Pro ist das aber nicht der Fall. Denn die Uhr hat in unserem Test sehr seltsame Ergebnisse in Bezug auf die Schlafphasen registriert: Während einer Nacht mit zwei Wachphasen, von denen eine rund 15 Minuten dauerte, zeichnete die Lokmat Attack Pro keine einzige auf, sondern vermerkte die eine Phase als „flachen Schlaf“ und die andere Phase als „Schnelle Augenbewegung“.
Auch die Bewertung der Schlafqualität in derselben Nacht mit 97 von 100 Punkten entsprach ganz und gar nicht unserem subjektiven Empfinden einer Nacht, deren Schlaf wir selbst eher als mittelmäßig bewerteten. Immerhin wurden Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt korrekt vermerkt. Zudem entsprach die gemessene Dauer der Tiefschlafphase bis auf wenige Minuten Unterschied der Messung unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 6).
Was uns wiederum negativ auffiel, war die Größe der Uhr, die beim Schlafen mitunter störte. Empfindliche Schläfer wachen möglicherweise durch den Druck des Gehäuses am Handgelenk auf. Außerdem können wir direkt an der Uhr keine Funktion für „Nicht stören“ aktivieren, sondern nur entsprechende Zeiträume in der App festlegen.
Bei der Benachrichtigungs- und Telefonfunktion haben wir aber nicht viel zu meckern. In der App wählen wir aus, welche Benachrichtigungen wir erhalten wollen. Eine Schnellantwort-Funktion gibt es nicht, dafür unterstützt die Uhr eine KI-Sprachsteuerung und das Telefonieren über einen integrierten Lautsprecher. Beides funktioniert passabel via Bluetooth und in dem Preis der Lokmat Attack Pro angemessener Qualität.
Laut Herstellerangaben ist in der Lokmat Attack Pro ein Akku mit einer Kapazität von 270 mAh verbaut. Damit liegt die Uhr im oberen Mittelfeld vergleichbarer Sportuhren. Die Akkulaufzeit der Smartwatch soll 15 Tage betragen. Unter welchen Bedingungen diese Angabe gilt, verrät der Hersteller allerdings nicht.
In unserem Test hielt die Uhr bei durchschnittlicher Nutzung mit drei Trainingseinheiten pro Woche, dauerhafter Herzfrequenzmessung und aktivierten Benachrichtigungen 13 Tage durch. Das Aufladen der Uhr mithilfe der magnetischen Ladeschale war teils etwas fummelig, weil der Magnet der Ladeschale relativ schwach war und sich schnell vom Gehäuse der Uhr löste. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl ließ sich das Problem aber beheben.
Der Preis für die Lokmat Attack Pro liegt bei knapp unter 30 Euro (Kauflink) bei Banggood mit dem Coupon-Code BGTSHD003. Gemessen daran, was die Uhr kann und bietet, empfanden wir das als faires Angebot.
Wer einen Blick in die Beschreibung der Lokmat Attack Pro wirft, könnte meinen, der Hersteller hätte einfach alles aufgeschrieben, was seiner Meinung nach zum Standard einer Outdoor-Sportuhr gehört – ohne dabei auf Qualität oder Alleinstellungsmerkmale zu achten. Denn die Lokmat Attack Pro kostet zwar nur rund 30 Euro, aber das merkt man ihr eben an allen Ecken und Enden an.
Denn abgesehen von der ordentlichen Akkulaufzeit, einer soliden Auswahl an Sportprofilen sowie der integrierten Telefonfunktion hat die Sportuhr nicht allzu viel zu bieten. Die Bezeichnung als Sportuhr hat sie darüber hinaus eigentlich nicht verdient, weil sie keinerlei Features bietet, die wir nicht auch bei anderen Smartwatches oder Fitness-Trackern bekommen.
Viele Funktionen der Lokmat Attack Pro, wie der optische Pulssensor oder das Schlaf-Tracking, lassen zu wünschen übrig. Die Übersetzungsfehler in der App und im Betriebssystem der Uhr selbst tragen ihr Übriges dazu bei, dass wir für diese Sportuhr trotz des günstigen Preises nur eine sehr begrenzte Kaufempfehlung aussprechen können. Ist man bereit etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, lohnt sich ein Blick auf unsere Top 10: Die besten Smartwatches 2023 - Apple Watch & Galaxy Watch führen sowie Top 10: Die besten Sportuhren – Smartwatches für Training & Wandern.
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