Der Luftreiniger Levoit Vital 200S reinigt 416 m³ Luft pro Stunde. Sein dreistufiger Filter erfasst 99,97 % der luftübertragenen Allergene, Pollen, Feinstaub und sogar Gerüche.
Die Luftreiniger (Bestenliste) der Marke Levoit sind hierzulande noch wenig bekannt. Hergestellt und vermarktet werden sie von der an der Hongkonger Börse gelisteten Firma Vesync, die laut Analysen von NPD Group in den USA einen Marktanteil nach Umsatz von 23 Prozent erzielen. Nach verkauften Stückzahlen soll der Marktanteil sogar 33 Prozent betragen. Vesync ist also kein Neuling im Luftreiniger-Markt, sondern ein zumindest in den USA relativ erfolgreiches Unternehmen. Neben Luftreinigern vertreibt die Firma unter der Marke Levoit (Preisvergleich) noch Luftbefeuchter (Ratgeber) und Staubsauger (Themenwelt). Und mit Cosori (Preisvergleich) und Etekcity (Preisvergleich) gibt es zwei weitere Marken, unter denen Vesync smarte Produkte für den Gesundheitsbereich, Mess- und Küchengeräte wie Heißluftfritteusen verkauft. Viele der angebotenen Produkte können Anwender mit der Vesync-App fernsteuern und für Automatisierungen in einem Smart Home (Themenwelt) nutzen.
Dazu gehört auch der neue Luftreiniger Levoit Vital 200S. Das Gerät bietet eine Clean Air Delivery Rate (CADR) von 416 m³/h und ist damit laut Hersteller ideal für Räume bis 35 m² geeignet. In diesen reinigt er 5x die Luft pro Stunde. Bei 88 m² großen Räumen, die Levoit als Maximum angibt, reicht die Reinigungsleistung für einen zweifachen Luftaustausch innerhalb einer Stunde. Wie gut der Levoit Vital 200S in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
„Breit und schmal, statt eckig oder rund“. So könnte das Motto bei der Entwicklung des Vital 200S mit Abmessungen von 39,6 × 21,7 × 50,2 Zentimeter (B/T/H) gelautet haben. Statt einer runden Form legt Levoit beim Vital 200S Wert auf eine breite Front. Dadurch soll das Gerät Tierhaare besser aus der Luft holen als runde Modelle. Form und Aufbau erinnern an den Philips AC2889/10 (Testbericht). Wie dieser verwendet auch der Levoit einen abwaschbaren Vorfilter, der größere Partikel wie Staub, Fasern, Haare und Tierhaare einfängt. Dahinter sitzt der Hepa-Filter mit Aktivkohle-Schicht. Er filtert mindestens 99,97 Prozent aller Partikel mit einer Größe von 0,3 Mikron und kleine Partikel wie Feinstaub, Rauchpartikel und Allergene wie Pollen und Tierhaare. Statisch geladene Fasern fangen Viren und Bakterien ein. Mit der Aktivkohle-Schicht adsorbiert der Luftreiniger außerdem Rauch, Gerüche und Dämpfe und filtert Verbindungen wie Formaldehyd, Benzol, Ammoniak, Schwefelwasserstoff und flüchtige organische Verbindungen (VOCs). Alle zwei bis vier Wochen muss der Vorfilter mit Wasser gereinigt werden. Wie man dabei vorgeht, erläutert das mehrsprachige Handbuch auch auf Deutsch sehr detailliert in Form von Abbildungen und beschreibenden Texten. Der HEPA-Filter mit Aktivkohle-Schicht hält je nach Nutzungsdauer des Geräts bis zu 12 Monate. Die App informiert über Laufzeit respektive Reinigungsintervall. Einen Ersatzfilter können Anwender über die Vesync-App ordern. Aktuell kostet dieser für den Vital 200S knapp 60 Euro.
Wer das knapp 6 Kilogramm schwere Gerät transportieren muss, wird sich über die dezenten Einbuchtungen an den Seiten freuen, die man als Haltegriffe verwenden kann. An der rechten Seite befindet sich hinter einer Abdeckung ein Infrarot-Sensor, der 1.000 Mal pro Sekunde die Luft nach Verunreinigungen scannt. Damit dieser akkurate Messwerte liefern kann, soll man ihn alle ein bis zwei Monate mit einem Wattestäbchen reinigen.
Auf der Oberseite befindet sich ein beleuchtetes Bedienpanel, über das Anwender den Reiniger ein- und ausschalten sowie die Lüftergeschwindigkeit inklusive eines besonders geräuscharmen Nachtmodus steuern können. Um den Ein-/Ausschalter verläuft außerdem ein farbiges LED-Band, das je nach Verschmutzungsgrad der Luft in Blau (sehr gut), Grün (gut), Orange (mittelmäßig/moderat) und Rot (schlecht) leuchtet. Im Nachtmodus schaltet sich die Beleuchtung des Bedienpanels aus, sodass man den Levoit Vital 200S auch im Schlafzimmer verwenden kann, ohne dass man von der LED-Beleuchtung gestört wird.
Wie bereits erwähnt, bietet das mitgelieferte mehrsprachige Handbuch mit detaillierten Erläuterungen und Schaubildern ausgezeichnete Informationen rund um das Gerät inklusive technischen Daten. Erfahrenen Anwendern reicht für die Inbetriebnahme bereits die übersichtliche Kurzanleitung. Bevor das Gerät über das mitgelieferte Netzteil und einem etwa 1,70 fest verbundenen Anschlusskabel mit Strom versorgt und mit der Vesync-App gekoppelt wird, muss man zunächst den Hepa-Filter von der Plastikverpackung befreien. Hierzu zieht man die Frontabdeckung vom Gerät, drückt die beiden oberen Laschen des Vorfilters und baut ihn aus. Anschließend zeigt sich der noch in einer Plastikverpackung gehüllte Hepa-Filter, den man einfach herausnimmt. Nach dem Entfernen der Plastikverpackung setzt man diesen und anschließend den Vorfilter wieder ein und schließt die Frontabdeckung. Das ganze Prozedere sollte niemanden vor ein ernstes Problem stellen. Erfreulicherweise gehen von dem Hepa-Filter keine unangenehmen Gerüche aus.
Nun steckt man das Netzteil in die Steckdose und das Verbindungskabel in die runde Buchse unten an der Rückseite des Geräts und schaltet den Luftreiniger über die Ein-/Aus-Taste am Bedienpanel ein. Die Koppelung des Luftreinigers mit dem heimischen WLAN erfolgt mit der Vesync-App, für die eine Registrierung mit einer E-Mail-Adresse erforderlich ist. Nach dem ersten Einschalten befindet sich das Gerät im Kopplungsmodus, der durch das blinkende WLAN-Symbol über dem Ein-/Ausschalter am Bedienpanel signalisiert wird. Sollte das nicht der Fall sein, drückt man den Ein-/Ausschalter mehrere Sekunden, bis das WLAN-Symbol zu blinken beginnt. Jetzt tippt man in der App auf das Plus-Symbol rechts oben und wählt im nächsten Schritt den über Bluetooth erkannten Luftreiniger aus, der mit einem Symbol und der Bezeichnung Intelligenter True HEPA Luft... im oberen Bereich der App angezeigt wird. Im Test war die Bluetooth-Koppelung zunächst nicht erfolgreich, aber beim zweiten Versuch hat alles reibungslos funktioniert. Anschließend wählt man das WLAN-Netz aus, wobei nur 2,4-GHz-Netze unterstützt werden und gibt das dazu passende Passwort ein. Alles in allem ist der Einrichtungsprozess kinderleicht (siehe auch Bildergalerie).
Im Test überzeugt der Levoit Vital 200S mit einer Reinigungsleistung, die anderen Modellen mit einer ähnlich hohen CADR von etwa 400 m³/h wie dem Xiaomi Smart Air Purifier 4 (Testbericht) entspricht. Wie dieser beseitigt der Levoit dank der integrierten Aktivkohle-Schicht Kochgerüche zuverlässig und reinigt zügig die Luft von Feinstaub. Das konnten wir auch anhand des Air-Q-Luftqualitätsmessers (Ratgeber), der die Luft mithilfe von 14 Sensoren analysiert, nachvollziehen. Wie der Mitbewerb tut er sich aber bei der Beseitigung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) schwer. Hier dauert es teilweise sehr lange, bis ein Effekt beobachtet werden kann. Ganz ohne Lüften kommt man halt auch mit dem besten Luftreiniger nicht aus.
Wer auch während der Nacht im Schlafzimmer auf eine gute Luftqualität Wert legt, kann sich über das leise Betriebsgeräusch des Levoit Vital 200S freuen. Im sogenannten Nachtmodus geht der Luftreiniger sehr leise zu Werke. Ganz so leise wie der Philips AC3033/10 (Testbericht) ist er aber nicht. Dafür sind sämtliche LEDs des Bedienpanels ausgeschaltet. Ansonsten ist die Geräuschkulisse bei Stufe 1 und 2 noch bürotauglich, während die höheren Stufen dafür nicht mehr geeignet sind.
Die Leistungsaufnahme des Geräts liegt bei maximaler Lüfterdrehzahl (Stufe 4) bei 40,8 Watt, im Nachtmodus sind es 3,2 Watt und im Standby 0,6 Watt. Damit arbeitet das Gerät etwas weniger effizient als der Xiaomi Smart Purifier 4, der mit einem CADR-Wert von 400 m³/h eine ähnlich hohe Reinigungsleistung wie der Levoit bietet und maximal gut 28 Watt benötigt.
Die App lässt sich intuitiv bedienen und bietet auch Timerfunktion, Zeitpläne und Verlaufsgrafiken zur Raumluftqualität. Allerdings erläutert sie nicht, nach welchen Kriterien respektive Messwerten die Einstufung der Luftqualität in Sehr gut, Gut, Moderat et cetera erfolgt. Messwerte, etwa PM2.5 oder VOC, wie von anderen Luftreinigern gewohnt, zeigt sie ebenfalls nicht an.
Dafür integriert sie einen Modus, der sich speziell an Haustierbesitzer richtet und besonders effizient Katzen- und Hundehaare aus der Luft holen soll. Wenn der Haustiermodus aktiviert ist, läuft der Luftreiniger 15 Minuten lang mit hoher Geschwindigkeit (Stufe 3), dann 60 Minuten lang mit mittlerer Geschwindigkeit (Stufe 2) und wechselt anschließend zwischen den beiden Lüfterstufen. Bei Dunkelheit begrenzt der integrierte Lichtsensor den Haustier-Modus auf Lüfterstufe 2, um nicht so viel Lärm zu machen.
Wie viele andere Luftreiniger unterstützt der Levoit Vital 200S nur Amazon Alexa und Google Assistant. Damit kann er unter diesen Plattformen für einfache Routinen genutzt und per Sprache gesteuert werden. Aufwändigere, etwa an Luftqualitätsmesser (Ratgeber) wie Air-Q oder Awair gekoppelte Automatisierungen sind damit aber nicht möglich. Wer das wünscht, benötigt eine Smart-Home-Zentrale, die diese Sensoren und den Luftreiniger koppelt. Im Fall von Levoit Vital 200S scheiden aber auch leistungsfähige Lösungen wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) aus, da Vesync für die Levoit-Luftreiniger keine Integration oder API bietet. Die bislang verfügbaren Integrationen für einige ältere Levoit-Luftreiniger sind außerdem an den Clouddienst von Vesync gebunden und bieten somit keine lokale Steuerung. Wer also auf eine reibungslose Einbindung in eine Smart-Home-Zentrale Wert legt, ist mit Geräten von Philips besser bedient. Und wer lediglich für Homekit einen steuerbaren Luftreiniger sucht, kann zu einem Modell von Smartmi wie den Luftreiniger 2 oder Jya Fjord Pro greifen.
Vesync verlangt für den Luftreiniger Levoit Vital 200S regulär 240 Euro. Sein Tiefstpreis liegt bei knapp 180 Euro. Das Gerät zählt mit einer Leistung von 416 m³/h CADR zu den günstigsten Luftreinigern. Ein Ersatzfilter, der spätestens nach 12 Monaten fällig wird, ist mit 60 Euro aber relativ teuer.
Gerade für Allergiker ist ein Luftreiniger ein Segen. Er befreit nicht nur die Luft von gesundheitsschädlichen Feinstaubpartikeln, sondern auch von allergieauslösenden Pollen. Der Levoit Vital 200S bietet diesbezüglich gute Leistungswerte, die vergleichbar sind mit anderen Modellen seiner Leistungsklasse mit einem CADR-Wert von etwa 400 m³/h. Der leise Betrieb im Nachtmodus bei deaktivierter Beleuchtung prädestiniert das Gerät für den Einsatz im Schlafzimmer. Dank Bedienpanel lässt er sich auch ganz ohne App effektiv steuern.
Es gibt aber auch Aspekte, bei denen der Levoit Vital 200S nicht ganz so gut aussieht. Als Erstes ist der relativ hohe Preis für Ersatzfilter sowie die nur durchschnittliche Nutzungsdauer der Filter zu nennen. Diesbezüglich bieten andere Modelle, hauptsächlich von Philips, deutliche Vorteile. Auch bei der Integration in eine Smart-Home-Zentrale ist noch Luft nach oben. Abseits von Amazon Alexa und Google Assistant sieht es hier schlecht aus. Last but not least zeigen App und Luftreiniger zwar den Grad der Luftverschmutzung an, aber nicht die exakten Werte wie Feinstaubbelastung PM2.5 oder VOC. Ab wann die Luftqualität mit sehr gut bezeichnet wird, ist ebenfalls unklar.
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