Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Mähroboter ohne Begrenzungsdraht sind der absolute Trend seit 2023 und den will auch Worx nicht verschlafen. Darüber wurde offenbar die Entwicklungszeit des neuen Landroid Vision knapp und Kundenbeschwerden häufen sich. Doch es ist nicht alles schlecht.
Inzwischen haben wir mehrere Mähroboter der neuen Gattung getestet, die ohne Begrenzungskabel auskommen. Da wäre etwa der Segway Navimow (Testbericht), der wie Ecoflow Blade (Testbericht) und Marotronics Alfred (Testbericht) per GPS und RTK (Real Time Kinematic) navigiert. Oder der Ecovacs Goat G1 (Testbericht), der auf UWB-Beacons (Ultra Wide Band) im Garten setzt, um die Störanfälligkeit und die daraus resultierenden Ungenauigkeiten eines RTK-Systems zu minimieren. Und dann gibt es neben den alten Rasensensoren noch eine weitere Art der Navigation, die das Verlegen eines Begrenzungskabels überflüssig machen soll und auf die auch der Worx Landroid Vision setzt: eine KI-gestützte Kamera. Der Hersteller verspricht, dass der Nutzer quasi keine Arbeit in Form von Einrichtung des Gerätes hat – angeblich muss er den Mäher einfach auf den Rasen setzen und schon geht es los. Wir haben uns im Test angeschaut, wie gut das funktioniert.
Eins muss man Worx lassen: Der Landroid Vision wirkt bullig und modern, irgendwie wie eine Mischung aus Landwirtschaftsmaschine und Radpanzer aus einem Sifi-Film. Etwas aufgelockert wird das Ganze durch die orange-schwarze Farbmischung und einige Akzente in gebürstetem Aluminium – schick! Aus Alu sind dabei etwa der seitlich hinten links angebrachte Tragegriff, die massive Einfassung des hinteren Stützrades und die Halterung für die Kamera. Vorn ragen seitlich große Stollenräder fast bis zur Gehäuse-Oberkante auf und neben dem Kameraarm erinnern zwei Kunststoff-Spoiler wieder an Film-Requisiten aus einem Film, der in der Zukunft spielt. Das kräftige Orange gefällt uns wesentlich besser als der etwas blasse Farbton des Segway Navimow, dessen rundliches Design zudem weit weniger modern wirkt.
Zum Aussehen eines Fahrzeugs passen auch die beiden vorderen „Scheinwerfer“, bei denen es sich allerdings um die beiden Ladekontakte handelt, über die der Roboter in der Basisstation Strom bezieht. Licht gibt es auf Wunsch übrigens trotzdem, das muss allerdings zusätzlich gekauft werden. Damit soll der Vision auch bei Dunkelheit mähen können und trotzdem keine Gefahr für nachtaktive Tiere darstellen. Denn ohne ausreichende Beleuchtung sieht die Kamera nichts mehr und der Landroid Vision stellt den Dienst ein. Wenn übrigens vorhin die Rede von einem Stützrad war, so war das eine Untertreibung. Tatsächlich handelt es sich eher um eine Stützwalze, die an einen Autoreifen samt Profil erinnert – nicht ganz so groß natürlich, aber in Relation ziemlich breit. Das alles wirkt ziemlich robust und langlebig.
Oben auf dem Gerät installiert Worx wie von anderen Modellen gewohnt eine große rote Stopp-Taste, darüber einen Jogdial (drehbares Wahlrad mit Druckfunktion) sowie ein kleines Display. Mittels Jogdial und Display ist die Steuerung des Roboters auch direkt vor Ort möglich – und oft nötig, mehr dazu im weiteren Verlauf des Tests. Der Drehknopf aus Metall und Kunststoff fühlt sich dabei weitestgehend wertig und ausreichend präzise an, allerdings ist bei Nutzung immer ein gewisses Kratzen und Knirschen einer unter Spannung stehenden Feder zu hören. Neben Display, Stopp-Knopf und Steuerrad gibt es zudem noch einen Deckel für das Akkufach, das je nach Version des Vision (es gibt die Modelle M600, M800, L1300 und L1600, die Zahl steht für die Rasengröße) Power-Share-Akkus mit 20V und 2 Ah (nur M600) oder 4 Ah verwendet. Wer stärkere Akkus besitzt, kann diese ebenfalls verwenden. Für Nutzer von Akku-Gartengeräten des Herstellers ist das durchaus ein netter Mehrwert. Das Find-My-Landroid-Modul, mit dessen Hilfe ein gestohlener Landroid Vision per GPS und mobiler Datenübertragung wiedergefunden werden kann, wird vorn unter einem der erwähnten „Spoiler“ eingesetzt. Es muss wie schon die Lampe hinzugekauft werden - bei dem Preis des Vision ist das doch zumindest etwas störend.
Eine Besonderheit wartet unter dem Mähroboter. Denn während auf dessen rechter Seite groß „Cut to Edge“ zu lesen ist, ist das Mähwerk mit dem vergleichsweise kleinen Mähteller (je nach Modell 18 bis 22 cm) samt drei Klingen zwar leicht nach rechts versetzt, aber längst nicht ganz am Rand. Dabei suggeriert „Cut to Edge“ genau das – einen perfekten Randschnitt. Bei den kabelgebundenen Landroid-Modellen mit dieser Funktion klappt das tatsächlich ziemlich gut, sofern der Begrenzungsdraht richtig installiert ist. Und wie soll das beim neuen Landroid Vision gehen?
Die Verbindungsaufnahme mit unserem ersten Testmodell gestaltete sich schwierig bis unmöglich und wirft viele Fragen auf. Denn während Neulinge auf dem Gebiet der Rasenroboter wie Ecovacs, Ecoflow und Segway mit toller App samt zahlreichen Funktionen, toller Visualisierung, hilfreichen Bildern und sogar Animationen für eine einfache Einrichtung glänzen, spart sich Worx viele Worte und Erklärungen. Stattdessen wechselt die App nach dem entsprechenden Button zum Anlernen eines neuen Gerätes einfach in einen Scanmodus. Damit soll der winzige QR-Code im Inneren der Akkuabdeckung anvisiert werden, was entgegen der Darstellung in der App auch im Querformat funktioniert – anders kommt man mit größeren Smartphones auch gar nicht nah genug an den kleinen Pixel-Haufen heran. Was die App will, verrät sie aber nur indirekt, und zwar nur dann, wenn man auf den kleinen „Wo finde ich den QR-Code“-Button klickt. Dann kommt der Hinweis, dass der sich „je nach Modell“ auf dem Etikett auf der Rückseite oder „unter der Haube“ des Mähroboters befindet. Warum je nach Modell? Bei anderen Herstellern bekommt man präzise Anweisungen – warum nicht bei Worx? Ganz einfach: Weil die App mit nur minimalen Änderungen auch für die kabelgebundenen Mäher des Herstellers zuständig ist – und das merkt man an allen Ecken und Enden.
Unser erstes Testgerät wollte so oder so keine richtige Verbindung herstellen und schaffte dabei trotzdem das eigentlich Unmögliche. Denn die App konnte uns nach der angeblich erfolgreichen Verbindung zwar mitteilen, dass es ein Firmware-Update gibt (schon besser als zu Beginn unserer Tests vor einigen Wochen), aber unter dem Okay-Button versteckt sich nicht etwa der Go-Befehl zum Updaten, sondern ein Link, der in einen Hilfebereich führt. Dort wird dann noch einmal Schritt für Schritt erklärt, wie man den Mäher mit dem Smartphone verbindet, um ein Update machen zu können – angefangen damit, den QR-Code einzuscannen. Waren wir da nicht gerade? Und woher wusste die App, dass es ein Update für den Mäher gibt, wenn doch jetzt wieder das WLAN-Icon ein Ausrufezeichen zeigt und es nun doch keine Verbindung mehr gibt? Fragen über Fragen, die wir mit einem zweiten Testgerät beantworten wollten, das uns Hersteller Positec dankenswerterweise auch zur Verfügung stellte.
Damit klappte die Verbindungsaufnahme tatsächlich recht reibungslos. Nach dem Scannen des Codes folgt die Frage, ob der Nutzer seinen neu erstandenen Rasenhelfer per WLAN oder QR-Code anlernen möchte. Was nach dem Einscannen eines QR-Codes vor wenigen Sekunden irgendwie seltsam anmutet, ist vorerst ohnehin egal. Denn als Nächstes kommt in beiden Fällen die Frage nach dem Passwort des vom Smartphone gerade verwendeten WLANs. Außerdem folgt in beiden Fällen darauf eine immerhin in einfachen Worten plus Bildern verständlich ausgedrückte Anweisung, was man bei Mäher und App zu tun hat. Am Mäher soll man nämlich App Link starten und das dann auf dem Smartphone bestätigen – und schon soll der Mäher verbunden sein. Wählte der Nutzer zuvor den QR-Code, führt das dazu, dass auf dem Smartphone-Display zusätzlich noch ein QR-Code angezeigt wird, den die Kamera des Mähers dann einscannt. Warum es zwei weitgehend identische Wege gibt, verschweigt die App.
Die Verbindung klappt tatsächlich ziemlich direkt. Allerdings benötigte auch das zweite Testgerät zwei unaufgeforderte Neustarts während der Einrichtung, obwohl das Modell ja gerade erst gestartet wurde. Erst danach funktionierte der Vision zumindest zeitweise fehlerfrei. Wer ein modernes WLAN-Mesh-Netzwerk hat, das gleichzeitig 2,4 und 5 GHz aussendet, sollte das am besten ändern – obwohl sich der Mäher laut Handbuch eigentlich mit 2,4 und 5 GHz verbinden kann. Nur offenbar nicht beides gleichzeitig. Stattdessen verlangte der Vision bei uns für die erste Verbindung ein reines 2,4-GHz-Netz. Später konnten wir den Roboter dann auf unser gemischtes Netzwerk umlernen – warum nicht gleich? Ganz problemlos lief es aber auch dann nicht, es kam zu Verzögerungen bei der Übertragung von Befehlen und Pushnachrichten. Das blieb leider auch so, nachdem wir den Roboter wieder zurück ins 2,4-GHz-Netz brachten – ärgerlich! An der Abdeckung des WLANs kann das nicht gelegen haben. An der Ladestation, die durch nur 5 Meter und eine Wand vom nächsten Mesh-Router getrennt stand, lieferte ein Speed-Test auf einem Smartphone immer noch knapp 30 Mbit/s im Up- und Downsream. Der Roboter zeigte dabei in der App aber meist nur mittelmäßigen Empfang an.
Nach der Verbindungsaufnahme landet man in der gleichen App, die auch Nutzer anderer Landroid-Modelle mit App-Steuerung kennen und die - vorsichtig ausgedrückt - grafisch sparsam und bestenfalls zweckmäßig daherkommt. Immerhin gibt es hier das schon auf dem Roboter zu findende Corporate Design in Schwarz und Orange mit einem Bild des Landroid Vision in der Mitte. Eine Karte, die RTK-Mäher an dieser Stelle nach dem ersten Durchgang anzeigen würden, kann der Mäher schließlich nicht erstellen. Spannend am mittigen Bild: Daran visuell angeheftet ist der Begriff „Off Limits“. Angetippt führt der hinterlegte Link zu einer Hilfsseite, die den Besitzer seines neuen, mindestens 1500 Euro teuren, kabellosen Rasenroboters mit folgenden Zeilen begrüßt: „Shortcut verkürzt die Zeit, die Landroid benötigt, um zurück zur Ladestation zu fahren. Dazu müssen Magnetbandstreifen über dem Begrenzungskabel angebracht werden“. Wirklich, Worx? Auf dem Begrenzungskabel?! Und warum Shortcut?
Will man mehr wissen und drückt auf den entsprechenden Knopf, passiert erst einmal gar nichts. Der Nutzer sieht sekundenlang eine weiße Seite. Nach guten sieben oder acht Sekunden ploppt endlich die gesuchte Erklärung zur Off-Limits-Funktion auf. Hinter der verbirgt sich nichts anderes als eine temporäre Abgrenzungsmöglichkeit von bestimmten Bereichen oder Gegenständen in der Mähfläche per Magnetband. Auf der Erklär-Seite gibt es zwar auch nur Bilder von kabelgebundenen Landroid-Mähroboters zu sehen und entsprechend ist die Rede davon, dass man das optionale Off Limits Modul an seinem Mähroboter anbringen kann. Immerhin geht es in den Texten aber wirklich um Off Limits und nicht um die Shortcut-Funktion. Allerdings verbirgt sich hinter dem Jetzt-Kaufen-Link keine Kaufoption, sondern ein Erklärvideo zur Off-Limits-Thematik. Kaufen muss man für die Funktion sowieso nichts, denn im Gegensatz zu Licht und Diebstahlschutz ist der Off-Limits-Sensor samt 2x 5 Meter Magnetband bereits im Liefer- und Funktionsumfang enthalten. Warum das Band in einem hellen Giftgrün statt in einem passenderen, dunkleren Farbton gewählt wurde? Bei so vielen Fehlern in einer App ist das beinahe schon zweitrangig.
Doch zurück zu den Kernfunktionen der App – und die sind gefühlt wild durcheinandergewürfelt, insgesamt aber schnell zusammengefasst. Oben links gibt es das Android-typische Burger-Menü, über das die weiteren Optionen aufgerufen werden. Ganz oben auf der Liste mit elf Menüpunkten gibt es einen Button, um zur Startseite zurückzukehren – auch, wenn man direkt von der Startseite kommt. Der Button macht tatsächlich nichts anderes, als das gerade ausgeklappte Menü wieder zuzuklappen. Unter „Meine Landroids“ wechseln Nutzer zwischen den verschiedenen Geräten hin und her, in unserem Fall gab es hier im Verlauf tatsächlich zwei Vision-Modelle zu bestaunen, auch wenn eins davon eigentlich keine Verbindung zur App aufbauen wollte. Außerdem fügt man hier neue Modelle hinzu. Weiter geht’s mit „Mein Rasen“, wo den Nutzer eine nüchterne Kachel-Ansicht erwartet, von denen der Großteil ausgegraut ist. Nutzbar sind ausschließlich die Kacheln „Rasenfläche“, „Zeitplan“ und „Regenverzögerung“.
Hinter „Rasenfläche“ verbirgt sich ein Menü, in dem die Größe der Rasenfläche eingegeben oder samt Perimeterlänge ermittelt werden kann. Zu letzterem Zweck schreitet der Nutzer mit dem Handy und dessen über die Landroid-App aktivierte Kamera die Grenzen seiner Rasenfläche ab und die App berechnet damit dank GPS im Handy die Rasengröße. Anschließend gibt es sogar eine schematische Darstellung der Rasenfläche, die bei uns durchaus passend erschien. Klasse - schade nur, dass die später nie wieder irgendwo auftaucht. Weitere Bedienfelder: Der Nutzer darf Mähzeitpläne einrichten und in 30-Minuten-Schritten eine Regenverzögerung bis zu 12 Stunden für den Fall einstellen, dass der Worx Landroid Vision über seinen Regensensor Nässe feststellt. Und dann gibt es da noch den kleinen Schiebeknopf in der ausgegrauten Kachel, die mit „Automatischer Zeitplan“ betitelt ist. Obwohl ausgegraut, lässt sich der kleine Knopf tatsächlich aktivieren – und eröffnet plötzlich ganz neue Möglichkeiten.
Denn dann erwachen alle Kacheln zum Leben und der Nutzer darf die Grasarten, die Bodenart, vorhandene Bewässerung und die Düngung des Rasens angeben. Zusammen mit der bereits beschriebenen Größenermittlung der Rasenfläche erstellt der Landroid Vision dann angeblich einen an die genannten Umstände angepassten Mähplan - was ihn aber nicht daran hindert, in der Mittagssonne im Sommer zu mähen. Die Mähhäufigkeit lässt sich dabei in drei Stufen anpassen und anstelle der Kachel mit dem manuellen Mähplan erscheint endlich eine Möglichkeit, dem Mäher Pausen zu verordnen – etwa, wenn er an bestimmten Tagen nicht fahren soll. Außerdem lässt sich hier die Mähzeit auf Tageslichtzeiten beschränken, um nachtaktive Tiere zu schützen – was im Gegensatz zum LED-Licht steht, das Worx separat für den Vision verkauft.
Weitere Menüpunkte betreffen ein Protokoll, bei dem der Mäher – wie übrigens auch bei Pushnachrichten aufs Smartphone – den Nutzer gern mit doppelten und dreifachen Nachrichten vollspammt. Hinzu kommen Statistiken über Betriebszeit, zurückgelegte Entfernung oder Ladezyklen, ein eigener Menüpunkt, in dem man lediglich die Entfernungsmessung von metrischem System auf das imperiale umstellen kann und den Punkt „Einstellungen“. Darunter findet man nicht etwa Optionen wie etwa die zuvor genannte Umstellmöglichkeiten für Maßeinheiten und Ähnliches, sondern darf hier den Namen ändern (warum nicht unter „Meine Landroids“?) und den Standort des Mähers festlegen. Zudem lassen sich hier Benachrichtigungen aktivieren und deaktivieren sowie von „Hinweisen“ auf „Warnungen“ umstellen (was dann auch etwas weniger Spam-Nachrichten zufolge hat). Zusätzlich darf der Nutzer den Mäher daran hindern, Informationen des Bots zu Problemen und Produktverbesserungen an Positec zu senden.
Unter „Geräteinfo“ erhält man dann Hinweise zu Modell, Seriennummer, Mac-Adresse und Firmware-Version (warum nicht unter „Meine Landroids“?), ohne allerdings aktiv nach einem Firmware-Update suchen zu dürfen – warum nicht?! Abschließend gibt es noch den Punkt „Konto“, in dem sich entsprechende Daten wie Kennwort und Mailadresse anpassen lassen, darunter auch die Möglichkeiten, ob der Hersteller dem Nutzer Marketing-Mails und sonstige personalisierte Angebote schicken darf. Bleiben noch diverse Support-Dokumente mit Hinweisen, wie man seinen Landroid (natürlich wieder bezogen auf ALLE Landroid-Modelle, nicht nur auf den Vision…) bedient. Zu guter Letzt gibt es Hinweise zur App selbst inklusive Nutzungsbedingungen (natürlich nur auf Englisch) und Datenschutzvereinbarungen (ebenfalls nur auf Englisch) – beides unseres Wissens seit einem Urteil des Kammergerichtes Berlin im Fall Verbraucherzentralen gegen Whatsapp seit 2016 nicht mehr rechtsgültig, da die Dokumente nicht auf Deutsch vorliegen.
Auch der „Partymodus“ hat uns „richtig gut“ gefallen. Er lässt sich eigentlich aktivieren, wenn man auf der Startseite das kleine Kontextmenü neben den Buttons für Zurück, Start und Stopp anwählt. Eigentlich soll er bestehende Zeitpläne außer Kraft setzen, bis er wieder deaktiviert wird. Bei uns kam nur der Hinweis, dass es dafür ein Update braucht und die Buttons Abbrechen und Update. Ein Klick auf Update bringt uns in den Update-Bereich, wo uns die Meldung erwarte, dass es keine neue Firmware für unseren Mäher gibt. Danke fürs Gespräch…
Kommen wir zu etwas Erfreulichem nach dem ganzen Software-Desaster, schließlich verspricht Worx auf der Themenseite zum Vision: „Stellen Sie den Landroid Vision einfach auf eine beliebige Rasenfläche, drücken Sie den Knopf und sehen Sie ihm bei der Arbeit zu. Kein Begrenzungskabel, keine Antenne, kein Ärger“. Und tatsächlich: Das funktioniert! Der Mäher hält dabei ordentlichen Abstand zu Begrenzungen wie Mauern oder Wegplatten und zieht munter seinen Bahnen. Wobei „Bahnen“ missverständlich ist, denn Bahnen ziehen kann er gar nicht.
So oder so: Eine echte Einrichtung gibt es nicht, da verspricht Worx nicht zu viel. Der größte Aufwand – und der ist minimal – ist das Aufstellen der Ladestation. Die sollte unserer Erfahrung nach am besten parallel zum Rand stehen und dabei gegen den Uhrzeigersinn der Mähfläche aufgestellt sein. Denn dann kann der Vision bei der Rückkehr, bei der er dem Rand der Fläche gegen den Uhrzeigersinn folgt, optimal den QR-Code an der Ladestation sehen und „einparken“.
Kommen wir zur weiteren guten Nachricht: Im Alltag verhält sich der Worx Landroid Vision in allen Belangen unauffällig. Ist die Ladestation richtig positioniert, fährt der Vision zuverlässig los, mäht ohne Beanstandung und kehrt ebenso verlässlich wieder zurück. Seit dem Update auf die im Test verwendete Firmware (1.2.9+1 - 3.30.0+2) fuhr sich der Roboter nicht ein einziges Mal fest und erledigte seine Aufgaben richtig gut. Im Gegenzug hält er sich aber auch von Hindernissen (echten oder vermeintlichen) recht weit fern, gleiches gilt für Ränder – dazu später mehr.
Durch die Navigation nach dem Chaosprinzip entstehen keine Bahnen, ein sichtbares Schnittmuster gibt es also nicht. Stattdessen fährt er bis zu einem Hindernis oder zum Rand und dreht dann zufällig ab – ganz so, wie der Großteil an kabelgebundenen Mähern. Insgesamt gefiel uns das Schnittbild im Test wohl auch wegen des in der Höhe beweglichen Mähtellers, der Unebenheiten des Rasens ausgleichen soll, sehr gut. Die typischen Probleme von GPS-gesteuerten RTK-Mähern, die selbst unseren derzeitigen Primus Segway Navimow (Testbericht) hin und wieder auf unerwünschte Abwege und zum Festfahren am Rasenrand brachten, gibt es beim Vision nicht. Der erkennt mit der vorderen, nach unten gerichteten Weitwinkelkamera, was sich direkt vor ihm befindet. Dabei unterscheidet er grundsätzlich zwischen „Rasen“ und „nicht Rasen“, eine Künstliche Intelligenz entscheidet, ob der Mäher ausweicht oder weiterfährt. Im Test funktionierte das sehr gut. Schuhe, Wasserschläuche oder Tierstatuetten bemerkte die KI mittels der Kamera rund 40 Zentimeter vor dem Mäher und wich verlässlich und mit knappem, aber ausreichendem Abstand aus. Immer wieder kommt es aber auch vor, dass er auf der Testfläche plötzlich innehielt und dann unvermittelt abdrehte. Oft konnten wir dabei keinen Grund erkennen, bisweilen könnte der Roboter auch seine Liebe zu einzelnen Butterblümchen im Rasen entdeckt haben. Ganz perfekt läuft das zumindest noch nicht, ist in diesem Fall aber auch nicht weiter schlimm. Wie es im Hochsommer mit trockenem Rasen aussieht, ist hingegen fraglich.
Immerhin: Die Probleme der frühen Firmware-Versionen, bei denen der Roboter bei Mähflächen ohne sichtbare Abgrenzung mittels Randsteinen gerne aus seinem Aufgabengebiet ausbüxte, sofern im Beet neben dem Rasen auch Grashalme oder zumindest ähnlich grüne Pflanzen standen, scheinen behoben. Auch kleinere Schadstellen im Rasen ignoriert der Mäher inzwischen, ebenfalls einzelne Blätter. Größere Kahlstellen oder Blatthaufen umfährt er hingegen. Dabei wirkt der Rasenhelfer nie hektisch, das macht etwa der Ecoflow Blade (Testbericht) bisweilen ganz anders. Der versucht bisweilen, sich in schwieriger Umgebung beinahe jähzornig loszureißen. Und er ist lauter. Am lautesten am Landroid Vision ist hingegen das Geräusch der abgeraspelten Grashalme. Der Mäher selbst ist fast gar nicht zu hören – so soll es sein!
Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. Denn zu einem ordentlichen Rasenschnitt gehört auch ein vernünftiger Randschnitt – und davon ist der Vision zwar nicht meilen-, aber zumindest etliche Zentimeter weit entfernt. Wie bereits entfernt ist das Mähwerk von oben betrachtet zwar aus der Mitte nach rechts versetzt, reicht aber nicht bis an den Rand. Rund 5 Zentimeter dürften da schon bauartbedingt fehlen, in denen die Grashalme unberührt stehen bleiben – selbst wenn der Mäher mit den Rädern direkt an ein seitliches Hindernis oder die Rasenkante heranfahren würde. Das – und damit kommen wir zu einem der größten Probleme des Worx Landroid Vision – tut er aber nicht. Stattdessen hält er auch mit der aktuellen Firmware einen Abstand von 5 bis 20 Zentimetern, sodass am Rand immer gut 10 bis 25 Zentimeter Gras unangetastet bleibt. Und das ist schon besser als mit den ersten Firmware-Versionen seit Verkaufsstart. Hier muss Worx noch stark nacharbeiten. Im Optimalfall müsste der Landroid Vision mit dem äußeren Rad Randsteine befahren, um dann einen optimalen Randschnitt hinzubekommen. Zu höheren Hindernissen wird aber auch dann ein Rasenstreifen bleiben – das ist aber auch bei der Konkurrenz so und erfordert regelmäßiges händisches Nacharbeiten der Gartenbesitzer. Bei Worx ärgert das aber irgendwie noch mehr, schließlich wirbt der Hersteller gezielt mit „Cut to Edge“ – und da ist der Landroid Vision wortwörtlich nicht mal nah dran.
Und es gibt noch weitere Einschränkungen. Da der Worx Landroid Vision nicht weiß, wo genau er sich befindet, kann er auch nicht wie die anderen bislang getesteten Mäher ohne Begrenzungsdraht einfach so weitere Mähzonen anfahren. Das wird aber immer dann nötig, wenn es mehrere Rasenflächen auf einem Grundstück gibt, die nicht zusammenhängen. Als Lösung setzt Worx beim Vision dafür auf RFID-Chips, die der Nutzer an der Stelle im Rasen verankern muss, an der der Mäher das Grün verlassen und zum nächsten Teilstück wechseln soll. Zwei der Chips sind im Lieferumfang enthalten und ergeben zusammen immer einen Übergang. Die Chips sehen wie ein – erneut giftgrüner – flacher Reif aus und haben etwa die Größe eines der Antriebsräder des Roboters. Sie werden mit Erdnägeln auf dem Rasen in der Nähe des Randes fixiert. Dort sind sie zumindest die ersten Wochen deutlich sichtbar, später dürften sie zumindest teilweise einwachsen.
Findet der Roboter so einen Chip (dafür einmalig am Mäher Multizone Explore aktivieren) passiert Folgendes: Der Roboter dreht direkt nach dem Überfahren um 90 Grad nach rechts, ignoriert sein eigentliches Bestreben, nur auf Gras zu fahren und überwindet so auch maximal 6 Meter breite Wege. Sobald er wieder Rasen findet, dreht er erneut nach rechts. Anschließend fährt er auf der zweiten Zone den Rand bis zum zweiten RFID-Marker ab und wechselt dort wieder zurück auf die erste Zone. Das klappt übrigens ausschließlich, wenn sich zwei Rasenstücke weitgehend parallel zueinander befinden, da der Mäher außerhalb seiner grünen Arbeitsumgebung stur geradeaus fährt. Und es gibt weitere Tücken bei dieser etwas anachronistisch anmutenden Vorgehensweise. Wie genau der Roboter nach einem Chip abbiegt, lässt sich nur durch Ausprobieren herausfinden. Je länger die zu überwindende Strecke, desto stärker machen sich ein paar Grad Abweichung vom eigentlich angedachten Weg bemerkbar. Dann landet der Bot auch schnell vor einer Wand oder in einem Beet – das gilt für Hin- und auch Rückweg von der zweiten Zone. Wenn man sich dann vor Augen hält, dass der Mäher die Multi-Zonen-Erkundung ausschließlich von der Basisstation aus startet, anschließend gegen den Uhrzeigersinn den kompletten Rand bis zum RFID-Marker abfährt und dann beim geringsten Fehler zur Ladestation zurückgetragen werden will, kann man sich vorstellen, wie nervenaufreibend und zeitaufwendig das Ganze ist.
Zur Verdeutlichung: Auf unserem Testgrundstück wollten wir zwei teilweise parallele Rasenflächen miteinander verbinden. Zone 1 hat aber nur einen kleinen Teil von rund 1,5 Metern wirklich parallel zu Zone 2, sodass es vier Anläufe brauchte, bis der erste Wechsel von Zone 1 in Zone 2 gelang. An dieser Stelle war die mögliche Zufahrt zu Zone 2 rund 3 Meter breit. Jede Anfahrt bis zum ersten Marker dauerte knapp 10 Minuten. Anschließend brauchte es 3 Versuche, bis der Landroid Vision wieder nur fast Zone 1 fand – danach haben wir entnervt aufgegeben. Das potenzielle Erreichen von Zone 1 dauerte mit der Umrundung von Zone 2 jeweils rund 5 Minuten. Bis zum Abbruch der Aktion haben wir also fast 1,5 Stunden den Vision bei Fehlversuchen beobachtet, zurück zur Ladestation getragen und geflucht. Bedeutet im Klartext: Wer nicht einfach nur einen schmalen Weg überbrücken will, der mitten durch den Rasen führt, wird mit der von Worx gebotenen Lösung alles andere als glücklich. In unserem Fall etwa ist wegen dieser rudimentären Zonentechnik eine von drei Teilflächen überhaupt nicht erreichbar. Der Vision ist daher am besten etwas für Besitzer von Gärten mit nach Möglichkeit nur einer Rasenfläche. Das höchste der Gefühle sind zwei von einem geraden Weg getrennte Flächen. Für anforderndere Gärten mit mehr Teilflächen ist der Vision ungeeignet.
Der Worx Landroid Vision kostet je nach Version ab 1200 Euro bis 2200 Euro. Hauptunterschiede bei den Varianten sind neben den angedachten Mähflächengrößen und den mitgelieferten Akkus die Ladegeräte, die für unterschiedliche Ladegeschwindigkeiten liefern. So lädt das kleinste Modell WR206E (M600) trotz 2-Ah-Akku mit 85 Minuten am längsten, das größte Modell WR216E (L1600) mit nur 45 Minuten trotz 4-Ah-Akku am schnellsten. Die Schnittbreiten unterscheiden sich geringfügig, beim M600 liegt sie mit 18 cm am niedrigsten, die beiden L-Modelle kommen auf 22 cm. Zudem lässt sich bei diesen die Schnitthöhe elektronisch und nicht manuell am Roboter verstellen.
Wer sich lieber auf den guten alten Draht als Eingrenzung verlassen will, sollte sich hier umschauen:
Wir haben es bereits erwähnt: Der Worx Landroid Vision ist zu früh auf den Markt gekommen, der Hersteller wollte offensichtlich unbedingt schnell noch mitmischen, bevor alle Interessenten zu Konkurrenzprodukten wechseln. Jetzt reift der Mäher langsam beim Kunden und wenn man in entsprechende Foren schaut, hat sich Positec mit dieser überhasteten Aktion selbst ein Bein gestellt. Denn dort gibt es gehäuft Beschwerden über den Zustand des mindestens 1500 Euro teuren Mäher und schlechten Service sowie Kommunikation seitens des Herstellers. Dass einige Obi-Märkte den Vision noch etliche Tage vor offiziellem Marktstart mit einer unvollständigen Demo-Firmware verkauft haben, hat da sicherlich auch nicht geholfen. Das alles wäre wohl zu verschmerzen, wenn sich in unserem Test nicht nach wie vor bestehende, teils gravierende Probleme gezeigt hätten.
Unser zweites Testgerät verbindet sich zwar problemlos mit dem WLAN und dürfte daher physisch in Ordnung sein, kommt aber mit gemischten Mesh-Netzwerken mit 2,4- und 5 GHz nicht richtig klar. Als Folge gibt es immer etliche Minuten Verzögerung zwischen tatsächlichem Zustand des Bots und Anzeige in der App. Dazu spammt der Bot den Nutzer mit überflüssigen Nachrichten zu - niemand will wissen, dass er gerade in der „Ausgangsposition“ steht, wenn er offensichtlich gerade seit geraumer Zeit in der Ladestation lädt. Die App selbst ist nicht nur an etlichen Stellen fehlerhaft, sondern im Vergleich zur Konkurrenz optisch und auch bei der Funktionalität eine halbe Katastrophe.
Mehrere Zonen lassen sich nur mit großem zeitlichem und nervlichem Aufwand einrichten, in vielen Fällen ist das aufgrund der Gartenbeschaffenheit technisch schlichtweg nicht möglich. Und „Cut to Edge“ ist für den Randschnitt bestenfalls eine Übertreibung, tatsächlich ist das mit dem Vision aber selbst bei perfekter Software nur zum Teil erreichbar. Das macht die Konkurrenz zwar nicht besser, aber die bewirbt auch keine speziellen Randschnittfähigkeiten. Dass der Roboter aufgrund der Navigationsart per Kamera viele Funktionen wie Bahnenziehen, Sperrzonen per App und einiges mehr nicht bietet und nie können wird, sei da nur nebenher erwähnt. Liest man nur bis hier, ist das Wort „Frechheit“ für den Gesamtzustand des Worx Landroid Vision nicht ganz abwegig.
Das Erstaunliche: Wenn der Vision einmal eingerichtet und das Grundstück mit per Randsteinen eingefasster, zusammenhängender Rasenfläche ausgestattet ist, macht er seine Sache richtig gut. Selbst ein schmaler Weg, der zwei Rasenflächen voneinander trennt, ist dann kein Problem. Zur Not dürfen Nutzer temporäre Flächen mit dem Magnetband sperren – echt oldschool, aber wirksam. Und das Tolle daran ist, dass der Nutzer derzeit keinen von uns getesteten Mähroboter ohne Begrenzungsdraht finden wird, der weniger Arbeit bei der Einrichtung braucht. Wenn der Hersteller wenigstens noch das Problem mit dem unzureichenden Randschnitt in den Griff bekommt, ist das genau die Nische, in der der Landroid Vision brilliert: einfachste Einrichtung, zumindest bei einfachen Grundstücken. Dank guter Objekt- und Hinderniserkennung muss man sich dabei auch keine Sorgen um den Gartenschlauch oder Tiere auf dem Rasen machen.
Was moderne Mähroboter ohne Begrenzungsdraht können sollten, zeigen wir in unserem Ratgeber zum Thema. Eine regelmäßig aktualisierte Topliste der besten Mähroboter ohne Begrenzungskabel haben wir ebenfalls bereits erstellt. Wer sich lieber auf einen Draht als Rasengrenze verlassen, aber dennoch nicht selbst mähen will, sollte einen Blick in unseren Ratgeber Husqvarna, Gardena, Stihl: Der beste Mähroboter für jede Rasengröße werfen.
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