Mit dem Monitor III ANC will Marshall mit den besten Over-Ear-Kopfhörern mithalten – und macht dabei eine exzellente Figur. Wir haben ihn getestet.
Marshall ist eine Marke mit langer Tradition als Ausstatter von Bühnen mit Verstärkern und Lautsprechern. Im Bereich Kopfhörer ist der Hersteller dagegen eher weniger bekannt.
Wir haben bereits die portable Bluetooth-Box Marshall Emberton III (Testbericht) getestet, die richtig gut war. Nun legen wir mit dem Over-Ear-Kopfhörer Marshall Monitor III ANC nach und schauen, ob er mit den ganz Großen der Branche mithalten kann.
Der Marshall Monitor III ANC kommt im typischen Marshall-Look daher: Kunstleder in Schwarz, mattes Metall und ein goldenes Logo verleihen ihm einen rockigen Charme. Das flache Kopfband und die kaum abstehenden Ohrteile sorgen dafür, dass er am Kopf kompakt anliegt. Ein cooles Detail ist das deutlich sichtbare Spiralkabel zwischen Ohrteil und Kopfband. Wir feiern den markigen Rocker-Look!
Die Verarbeitung bewegt sich auf hohem Niveau. Trotz des vielen Metalls ist der Monitor III ANC mit 246 Gramm angenehm leicht. Auch nach stundenlangem Tragen drückt und schmerzt nichts, was auch an den weichen und bequemen Ohrpolstern liegt. In einer früheren Version dieses Tests haben wir geschrieben, dass sich die Ohrpolster nicht wechseln lassen. Das stimmt nicht, sie lösen sich nach einer Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn.
Der Kopfhörer passt sich flexibel an kleine und große Köpfe an. Praktisch ist auch, dass sich die Ohrteile drehen und einklappen lassen. So erreicht der Monitor III schmale Faltmaße.
Das mitgelieferte Case ist sehr kompakt und eher rundlich/oval. Innen ist es mit rotem Samt ausgekleidet – das soll an Gitarrenkoffer erinnern, ist aber sicher nicht jedermanns Geschmack. Im Case finden auch das Ladekabel und ein Audiokabel Platz.
Klanglich überzeugt der Marshall Monitor III ANC auf ganzer Linie. Er klingt sehr warm und etwas rau – perfekt für gitarrenlastige Musik. Gesang ist stets klar und deutlich zu verstehen. Die Bässe sind präsent, aber nicht übertrieben. Die Höhen können auf Wunsch superklar wiedergegeben werden.
Beeindruckend ist die feine Auflösung, mit der die verschiedenen Instrumente eines Songs dargestellt werden. Selbst bei hoher Lautstärke verzerrt der Kopfhörer kaum. Hi-Res-Codecs wie LDAC oder aptX Adaptive werden allerdings nicht unterstützt. An Bord sind lediglich SBC, AAC und LC3.
Beim Telefonieren verstanden wir das Gegenüber stets sehr gut. Allerdings wurde die eigene Stimme nicht in allen Situationen perfekt übermittelt.
Marshall spendiert dem Monitor III ANC eine umfangreiche App mit vielen sinnvollen Optionen. Dazu gehört ein Equalizer mit diversen Presets sowie der Möglichkeit, den Klang mit fünf Bändern selbst anzupassen.
Eine Soundstage-Option wirkt sich dezent aber spürbar auf den Raumklang aus. Der Sound kommt zwar nicht aus einer Richtung, aber die Bühne wird vergrößert – ein schöner Effekt.
Um die Akku-Lebensdauer zu schonen, kann die maximale Ladung in der App auf 90 Prozent reduziert werden. Auch die Ladegeschwindigkeit und die Temperatur werden berücksichtigt. Praktisch ist die Option für eine adaptive Lautstärke.
Über die App lässt sich zudem die M-Taste am Kopfhörer frei belegen, etwa mit Spotify Tap, Equalizer, Soundstage oder dem Sprachassistenten.
Wir empfinden es als einwandfrei, dass Marshall beim Monitor III ANC komplett auf Touch-Bedienung verzichtet. Stattdessen steuert man die wichtigsten Funktionen über einen goldenen Joystick sowie zwei zusätzliche Taster.
Der Joystick regelt die Lautstärke, springt zum nächsten oder vorherigen Song und startet oder stoppt die Wiedergabe. Das funktioniert hervorragend und präzise.
Die beiden zusätzlichen Taster sind für die ANC-Steuerung und die frei belegbare M-Taste zuständig. Sie sind sehr gut erreichbar, wenn auch zunächst etwas versteckt. Der Druckpunkt ist toll. Insgesamt gefällt uns die Bedienung des Marshall Monitor III ANC sehr gut.
Das aktive Noise-Cancelling des Monitor III ANC ist richtig gut. Es reicht zwar nicht ganz an das Niveau von Platzhirschen wie Sony oder Bose heran, filtert Umgebungsgeräusche aber zuverlässig und effektiv heraus.
Auch der Transparenzmodus funktioniert gut, allerdings ist hier stets ein leichtes Grundrauschen zu hören.
Der Marshall Monitor III ANC glänzt mit einer Rekord-Akkulaufzeit. Mit aktiviertem ANC hält er bis zu 70 Stunden durch, ohne ANC sogar bis zu 100 Stunden. Das ist deutlich mehr als beim Vorgänger mit 40 Stunden. Die tatsächliche Laufzeit ist stark von der Lautstärke abhängig.
Dieses Mal sitzt in jedem Ohrteil ein eigener Akku. Erstaunlich, dass der Kopfhörer dennoch so leicht und kompakt geblieben ist.
Der Marshall Monitor III ANC hat eine UVP von 350 Euro. Aktuell ist er etwa auf Amazon für rund 260 Euro erhältlich.
Der Marshall Monitor III ANC ist dank seiner umfangreichen Ausstattung ein echtes Multitalent. Sowohl für unterwegs als auch zu Hause macht er eine exzellente Figur. Besonders der rockige, gitarrenfreundliche Klang begeistert. Aber auch das effektive Noise-Cancelling, die vielen App-Funktionen und die extrem lange Akkulaufzeit überzeugen.
Verarbeitung und Tragekomfort bewegen sich ebenfalls auf einem hohen Niveau. Die Bedienung über Joystick und Taster ist vorbildlich gelöst.
Kritikpunkte sind das Fehlen von Hi-Res-Bluetooth-Codecs und das leichte Rauschen im Aware-Modus. Ansonsten gibt es am Marshall Monitor III ANC nichts auszusetzen. Er ist ein rundum gelungener Over-Ear-Kopfhörer für anspruchsvolle Musikfans.
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