Meross kombiniert beim MS600 einen mmWave- mit einem PIR-Sensor. Zudem erfasst das Gerät auch die Lichtstärke. Wie gut der Präsenzmelder in der Praxis funktioniert, zeigt der Testbericht.
Wer im smarten Heim Licht automatisch präzise steuern möchte, kommt um die Anschaffung eines Radar-Präsenzmelders nicht herum. Mit mmWave-Radar ausgestattete Präsenzmelder (Bestenliste) können die Anwesenheit von Personen auch dann erfassen, wenn diese sich nicht bewegen. Anders als bei klassischen Bewegungssensoren, die, wie der Name schon sagt, nur auf Bewegungen reagieren, geht das Licht bei Präsenzmeldern nicht mehr aus, wenn man still auf dem Sofa sitzt.
Meross setzt beim MS600 auf WLAN, sodass der Präsenzmelder keinen zusätzlichen HUB erfordert. Das Gerät ist kompatibel zum neuen Matter-Standard, sodass es sich problemlos in kompatible Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht), Homey Pro (Testbericht), Amazon Echo Hub (Testbericht), Apple Homekit (Testbericht) und Samsung Smartthings (Testbericht) einbinden lässt und somit für an diese Zentralen angeschlossenen Smart-Home-Geräte für Automatisierungen zur Verfügung steht.
Anders als der derzeit beste Präsenzmelder, der Aqara FP2, unterstützt der Meross MS600 keine Zonen. Dafür ist er aber mit rund 29 Euro deutlich günstiger als der FP2, der aktuell 63 Euro kostet. Ob der neue Meross-Präsenssensor die Anschaffung lohnt, zeigt unser Test.
Im Lieferumfang des MS600 befindet sich ein USB-Netzteil und ein 1,5 Meter langes USB-A-auf-USB-C-Kabel, inklusive drei Kabelführungen, die wie das Gerät selbst mit beiliegenden Klebepads montiert werden können. Dank eines abklappbaren Standfußes findet der MS600 auch auf einem Regal sicheren Halt. Die Stromversorgung hat im Test auch mit Steckdosen oder Zwischenstecker mit einem USB-A-Port (Ratgeber) funktioniert. Außerdem wird noch ein sogenanntes Haustierschutzschild mitgeliefert, mit dem Haustierbesitzer die untere Hälfte des PIR-Sensors abdecken können, um Fehlalarme durch die Vierbeiner zu verhindern.
Der MS600 ist mit einem 24-GHz-mmWave- und einem PIR-Sensor ausgestattet. Damit kombiniert Meross die Technik eines klassischen Bewegungssensors mit einem radargestützten Präsenzmelder. Ein ähnliches Konzept haben wir auch schon beim PS01 von Athom gesehen. Damit soll die Erkennung von Bewegungen schneller erfolgen als mit einem Präsenzmelder, der lediglich über einen mmWave-Sensor verfügt. Im Test konnten wir das bislang nicht verifizieren. So erkennt der Aqara FP2 Personen genauso schnell wie die mit einem zusätzlichen PIR-Sensor ausgestatteten Präsenzmelder.
Obendrein bietet der MS600 noch einen Lichtsensor. Damit können Anwender Automatisierungen zum Einschalten des Lichts in Abhängigkeit der aktuellen Helligkeit erstellen. Schließlich will man in den meisten Fällen die Beleuchtung nur bei Dunkelheit einschalten. Ohne Lichtsensor ließe sich das Problem durch Angabe der Zeit, in der der Sensor das Licht bei Anwesenheit einer Person automatisch anschaltet, umgehen. Doch diese muss man wegen des sich verändernden Sonnenstands dann alle paar Wochen anpassen. Auch mit der von vielen Smart-Home-Lösungen angebotenen Möglichkeit, eine Automatisierung an die Bedingung Sonnenuntergang zu knüpfen, kann man dieser Problematik begegnen. Doch eine präzise Lichtsteuerung ist damit nicht möglich. Schließlich kann es zum Zeitpunkt Sonnenuntergang je nach Bewölkung unterschiedlich hell sein. Je nachdem kann das Einschalten der Beleuchtung zum Zeitpunkt Sonnenuntergang manchmal nötig sein und manchmal nicht.
An der Vorderseite gibt es eine Status-LED, die je nach Zustand grün, rot oder gelb leuchtet, etwa, wenn der Zustand von unbesetzt auf besetzt wechselt, ein Firmware-Upgrade läuft oder keine Netzwerkverbindung zustande kommt. Mehr Details dazu finden sich im Handbuch, das auch auf Deutsch das Gerät erklärt. Wer auf diese Informationen verzichten kann, deaktiviert die LED-Leuchte in den Einstellungen der Meross-App.
Dort kann man außerdem die Distanz festlegen, bis zu der der MS600 Präsenz oder Bewegungen erfassen soll. Eine zuverlässige Bewegungserkennung bietet der MS600 bis zu einer Entfernung von 12 Metern, während die Anwesenheit einer Person nur bis zu 6 Meter Distanz erfolgt. Außerhalb der eingestellten Reichweite reagiert der Sensor nicht auf die Anwesenheit oder Bewegung einer Person. Die von der App angezeigten Distanzwerte entsprechen in etwa der Realität. Für eine genaue Einstellung stellt man sich am besten an einer bestimmten Stelle hin, etwa an der Grenze zwischen Wohnbereich und Küche, um sicherzustellen, dass der Sensor nicht in der Küche auslöst und das Licht im Wohnzimmer einschaltet.
Auch können Anwender unter der Option Abwesenheitsbestätigungszeit festlegen, ab wann der Sensor den Status abwesend registriert. Als Minimum kann dieser Wert auf 15 Sekunden eingestellt werden. Setzt man den MS600 zur Lichtsteuerung ein, schaltet sich dieses also erst aus, wenn 15 Sekunden niemand mehr im Raum ist. Standardmäßig sind 30 Sekunden voreingestellt.
Als Betriebsmodus bietet der MS600 zwei Optionen. Voreingestellt ist "Nur biologische Erkennungsmodus", bei dem der MS600 die Bewegungserkennung durch den PIR-Sensor vom Radarsensor bestätigt werden muss, um den Status auf anwesend zu setzen. In der Betriebsart "Sicherheit" wird jede registrierte Bewegung als anwesend interpretiert. Dieser Modus kann zu vielen Fehlalarmen führen, sodass die meisten Anwender an der Voreinstellung vermutlich nichts ändern werden.
Last but not least erlaubt der MS600 auch die Einstellung der Erkennungsempfindlichkeit. Zur Auswahl stehen die Optionen Reaktionsfähig, Bilanz (Balance) und Anti-Interferenz. Standardmäßig ist Bilanz, korrekt müsste es Balance heißen, voreingestellt. Hier muss man ausprobieren, welche Empfindlichkeitsstufe für den Raum respektive für die zuverlässige Erkennung von Personen am besten geeignet ist.
Im Test reagiert der Meross MS600 bei der Erkennung von Personen zuverlässig und schaltet in unserem Szenario eine Govee-LED-Leuchte unverzüglich ein. Mit der Standardeinstellung der Abwesenheitsbestätigungszeit von 30 Sekunden bleibt das Licht kontinuierlich an. Damit der Sensor schneller auf die Abwesenheit reagiert, stellen wir diesen Wert auf die minimal möglichen 15 Sekunden. Damit kommt es im Test aber bisweilen vor, dass das Licht ausgeschaltet wird, obwohl noch Personen im Raum sind. Eine Änderung der Erkennungsempfindlichkeit bringt leider kein anderes Ergebnis, sodass wir Abwesenheitsbestätigungszeit wieder auf 30 Sekunden setzen.
Ohne die Abdeckung für den Sensor löst auch unsere Hauskatze den MS600 aus. Mit der Abdeckung für den PIR-Sensor kann dieses Problem minimiert werden, solange die Katze nur am Boden herumläuft. Hüpft sie aber aufs Sofa, setzt der MS600 den Status auf anwesend und unsere Automatisierung schaltet das Licht ein.
Durch eine höhere Positionierung des Sensors sowie einer Kalibrierung des Erfassungsbereichs über gleichnamige Option in den Einstellungen lassen sich die nicht gewünschten Alarme durch die Katze zwar minimieren, aber eben nicht völlig ausschließen. Wer sichergehen will, dass Hund oder Katze nicht für eine nächtliche Lichtshow sorgen, schränkt die Ausführung der Automatisierung durch zusätzliche Bedingungen ein. So könnte man beispielsweise einstellen, dass die Präsenzerkennung des FP1E nach etwa 24 Uhr die Beleuchtung nicht mehr einschaltet.
Das Problem mit der nicht gewünschten Erkennung von Haustieren betrifft nahezu alle von uns getesteten Präsenzmelder. Lediglich der Aqara FP2 funktioniert auch mit Haustieren zuverlässig.
Wie eingangs erwähnt, ist der Meross MS600 kompatible zu Smart-Home-Systemen, wie Home Assistant oder Apple Homekit Matter. Allerdings werden über das Matter-Protokoll nur die Betriebszustände von Präsens- und Lichtsensor übermittelt. Das reicht zwar für die Erstellung von Automatisierungen aus. Aber Konfigurationsmöglichkeiten gibt es über das Matter-Protokoll keine. Daher muss man in der Regel zur Feineinstellung dafür die Meross-App verwenden. Ausnahme: Wer die Einbindung des Präsenzmelders unter Home Assistant nicht über Matter durchführt, sondern dafür die Community-Integration Meross LAN verwendet, kann den Meross MS600 unter Home Assistant auch konfigurieren.
Der Meross MS600 ist derzeit nur im Online-Shop des Herstellers für rund 29 Euro erhältlich, soll aber in Kürze auch bei Amazon zu diesem Preis verfügbar sein.
Eine empfehlenswerte Alternative ist etwa der Sonoff SNZB-06P (Preisvergleich), der Sensoren für Bewegung, Präsenz und Licht bietet. Wenn Haustiere zum Haushalt gehören, sollte man besser gleich auf den Aqara FP2 setzen. Dieser ist auch dann empfehlenswert, wenn man die Beleuchtung in einem großen Raum steuern möchte, der in Ess- und Wohnbereich unterteilt ist, da der FP2 die Aufteilung eines Raums in unterschiedliche Zonen unterstützt. Mehr Details dazu und weitere Alternativen bietet unsere Bestenliste Top 7: Die besten Radar-Präsenzmelder im Test – Beleuchtung präzise steuern.
Der Meross MS600 funktioniert im Test bei der Präsenzerkennung von Personen mit den voreingestellten Standardwerten zuverlässig. Setzt man jedoch die Abwesenheitsbestätigungszeit auf weniger als die standardmäßig eingestellten 30 Sekunden, kann es passieren, dass der MS600 den Status auf abwesend setzt und unsere Automatisierung das Licht ausschaltet. Kommen Haustiere ins Spiel, kommt es wie bei fast allen von uns getesteten Radar-Präsenzmelder ebenfalls zu Fehlalarme. Lediglich der Aqara FP2 kommt mit Vierbeinern zurecht.
Wer also keine Haustiere besitzt und sich nicht an der relativ langen Abwesenheitsbestätigungszeit von 30 Sekunden stört, erhält mit dem MS600 von Meross für rund 29 Euro einen Präsenzsensor, der dank Matter-Kompatibilität sich in nahezu jede moderne Smart-Home-Zentrale integriert und zur Steuerung der Beleuchtung und anderer Szenarien genutzt werden kann.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.