Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Krasse Optik, krasse Leistung: Das Acemagic M2A Starship bietet mit i9 und mobiler Nvidia 3080 echte Gaming-Hardware und ist ein Hingucker. Wir haben den spacigen Mini-Gaming-PC einem ausführlichen Test unterzogen.
Das Acemagic M2A Starship hebt nicht nur optisch in höhere Sphären ab, sondern auch bei der Leistung. Denn dieser Mini-Gaming-PC setzt auf absolute Spitzenhardware: Neben einem Intel Core i9 der zwölften Generation gibt es hier eine starke Nvidia RTX 3080M als Grafikkarte, die Gaming in hohen Einstellungen ermöglicht. Wir haben getestet, ob das Starship sein Geld wert ist und ob es die Konkurrenz zum klassischen Tower-Gaming-PC scheuen muss.
Als Prozessor kommt im Acemagic M2A Starship ein Intel Core i9-12900H zum Einsatz, also ein Chip der zwölften Generation aus 2022. Diesem stehen für seine Arbeit insgesamt 14 physische Kerne bei 20 Threads zur Verfügung, davon sind sechs Performance-Kerne und acht Effizienz-Kerne. Die maximale Boost-Taktfrequenz liegt bei 5,0 GHz, wobei die Effizienz-Kerne maximal auf 3,8 GHz takten dürfen. Die Grundleistungsaufnahme der CPU liegt bei 45 Watt, im Turbo-Takt bei 115 Watt.
Zusätzlich zur im i9 integrierten Iris-Xe-Grafik mit 96 Ausführungseinheiten bietet das Starship aber auch noch eine dedizierte Grafikkarte aus Nvidias 30er-Serie. In unserem Testgerät steckt eine RTX 3080M, genauer gesagt 3080 Mobile, mit 16 GB GDDR6-VRAM, die Basisausstattung verwendet die 3060M mit 12 GB GDDR6-VRAM. Dabei handelt es sich um eine Notebook-Grafikkarte, vorweggenommen sei, dass ihre Leistung aber deutlich unter der Desktop-3080 liegt. Die 3080M taktet dabei mit bis 1,71 GHz und arbeitet mit einer TDP von 115 Watt. Sie wurde bereits 2021 auf den Markt gebracht und ist nach heutigen Standards eher der Mittelklasse zuzuordnen. Für einen Mini-PC, die sonst nur mit integrierten Grafikeinheiten kommen, ist die Leistung dennoch gut. Generell sind Mini-PCs mit dedizierten Grafikkarten selten.
Was den Arbeitsspeicher (RAM) anbelangt, gibt es zwei SODIMM-Steckplätze mit DDR5-Standard zum Einsatz. Sie sind bis zu 64 GB belegbar. Ab Werk kommen zwei Module im Dual-Channel-Betrieb mit 4800 MT/s. Beim Systemspeicher kommt eine 1 TB große PCIe-3.0-NVMe-SSD im Formfaktor M.2-2280 zum Einsatz. Ein weiterer M.2-SATA-Steckplatz bietet zusätzlichen Platz für eine SSD. Insgesamt spezifiziert der Hersteller die maximal einsetzbare Speichergröße auf 4 TB. Die integrierte SSD erreicht beim Speicher-Benchmark Crystaldiskmark Schreibwerte von 4410 MB/s und Leseraten von 4788 MB/s.
Unter den Anschlüssen stehen sechs USB-A-Buchsen mit USB 3.2 zur Verfügung. Für die Bildübertragung bietet er USB-C 4.0 (8K bei 60 Hz) sowie HDMI 2.0 und Displayport 1.4. Die Internetverbindung gelingt über zwei 2,5-GHz-Ethernet-Buchsen. Drahtlos funkt er mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 leider schon etwas veraltet, gerade wenn man den Fokus auf Gaming und den hohen Preis betrachtet. Wenigstens Wi-Fi 6E wäre einer stabileren Verbindung zuträglich.
Die Performance des Acemagic M2A Starship ist so gut wie erwartbar bei einem Mini-Gaming-PC. Wir testen wie gewohnt zunächst mittels Benchmark. Bei PCmark 10 erreicht er durchschnittlich 7801 Punkte innerhalb von sieben Durchläufen. Der beste Wert sind 7927 Punkte, der niedrigste 7577 Punkte. Damit liegt die generelle Systemleistung auf hohem Niveau und ist vergleichbar mit aktuellen Mini-PCs mit integrierter Grafik. Allerdings erreicht das Konkurrenz-System von Minisforum G7 Pt (Bestenliste) in unserem Test über 9000 Punkte, hier ist der Intel-Chip also langsamer. Um die CPU gezielt zu testen, nutzen wir Cinebench 2024. Im Single-Core-Test erreicht der i9-12900H 111 Punkte, im Multi-Core sind es 581 Punkte. Das sind allesamt sehr solide Werte, die Single-Core-Leistung ist etwas über dem Desktop-Chip Ryzen 7 5800X.
Seine eigentliche Speerspitze fährt das System erst bei der Grafik auf, die wir unter anderem mit 3Dmark Time Spy testen. Dort erreicht der PC einen Gesamtwert von 10485 Punkten, die sich aus 10265 Punkten für die Grafik sowie 11939 Punkten für die CPU zusammensetzen. Die CPU liegt damit in Time Spy fast 2000 Punkte hinter dem G7 Pt mit Ryzen 9 7945HX. Die Nvidia-3080M-Grafik schafft mit 10265 Punkten ebenfalls weniger als der G7 Pt, der mit seiner Radeon RX 7600M XT auf 11084 Punkte kommt.
Das Wichtigste an einem Mini-Gaming-PC ist natürlich, wie sich das System eben beim Gaming schlägt. Wir testen mit unseren typischen Spielen Anno 1800, Counter Strike 2 und Cities Skylines 2. Bei Anno 1800 erreichen wir in Full-HD mit ultrahohen Einstellungen, 4-facher Kantenglättung, aktiviertem FSR (ultrahohe Qualität) und DirectX12 etwa 45 bis 60 FPS, wenn wir auf unsere Stadt mit 15.000 Einwohnern blicken. Die Qualität ist mit diesen Einstellungen wahrlich beeindruckend und das Spiel dennoch sehr flüssig spielbar. Noch besser läuft natürlich Counter Strike mit teils weiter über 200 FPS in hohen Grafikoptionen. Cities Skylines 2 bekommen wir mit durchschnittlich 35 FPS bei hohen Einstellungen in Full-HD zum Laufen, die Grafik wirkt so ausgesprochen knackig und die Szenerie ist sehr ansehnlich. Viele Details bleiben erhalten, die an Mini-PCs mit integrierter Grafikeinheit üblicherweise mangels Performance verloren gehen. Insgesamt eine absolut würdige Leistung.
Die Lautstärke der Lüfter im M2A Starship ist für die gebotene Hardware erstaunlich gering. In den Stresstests von Aida64 oder Prime95 können wir unter Volllast kaum mehr als 40 dB(A) entlocken, gemessen am Gehäuse. Bei einem Meter Abstand sind es noch knapp 34 dB(A). Bei ruhendem Desktop sinken die Lautstärke-Emissionen auf unter 30 dB(A) bei einem Meter Abstand. Die Leistungsaufnahme liegt beim Spielen unter Volllast bei knapp 192 Watt. Bei geringer Last sinkt der Verbrauch in der Regel auf 40 Watt im normalen Betrieb mit einzelnen geöffneten Programmen.
Im Test kommt es wiederholt zu Thermal Throtteling bei der CPU. Sie erreicht schnell Temperaturen von 89 °C. Der CPU-Takt fällt beim Zocken nach wenigen Minuten auf 2,7 GHz. Aida64 meldet ebenfalls CPU-Throtteling um bis zu 15 Prozent.
Das Acemagic M2A Starship kommt mit Windows 11 Pro und dem Funktionsupdate 23H4. Die Aktualisierung auf das zum Testzeitpunkt aktuellste Update 24H4 nimmt über 30 Minuten in Anspruch. Hier empfiehlt sich im Zweifel die gänzliche Neuinstallation von Windows per USB-Stick, was schneller vonstattengeht, als die langsam mahlenden Mühlen von Windows-Update zu ertragen. Neben den klassischen vorinstallierten Anwendungen von Windows installiert Acemagic noch zwei Steuerungsapplikationen für die RGB-Beleuchtung sowie den kleinen Beamer im Gehäuse – dazu im nächsten Absatz mehr.
Die Optik des Acemagic M2A Starship liegt schon im Produktnamen angelegt: Ein Spaceship mit Flügeln links und rechts und schicker RGB-Beleuchtung. Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff. Vorn ist hinter einem transparenten Visier ein Statusdisplay mit Angaben zu den aktuellen Betriebsdaten untergebracht, etwa CPU-Geschwindigkeit, Temperatur und Ähnlichem. Zusätzlich zeigt es die Uhrzeit an, auch im Stand-by. In welcher Anordnung und Optik diese Informationen dargeboten werden, kann man nach Geschmack über die angesprochene Applikation anpassen. Im Unterboden befindet sich zudem eine Art Beamer, der etwa das Herstellerlogo auf die Schreibtischplatte projiziert – ein nettes Gimmick, mehr aber auch nicht. Die Funktion lässt sich geringfügig über eine der angesprochenen, vorinstallierten Anwendungen von Acemagic steuern.
Die Verarbeitung ist solide, für einen je nach Ausstattung aber über 1000 Euro teuren Mini-PC aber ausbaufähig. So sind die Kunststoffelemente sehr anfällig für Kratzer und Macken. Auch sind die Übergänge zwischen den milchig-durchsichtigen RGB-Elementen und dem Gehäuse der Flügel nicht gerade gelungen, sodass man einen deutlichen Spalt sieht. Der dreieckige Ein-/Aus-Knopf macht ebenfalls einen nicht so guten Eindruck, sitzt nicht perfekt im Gehäuse und reagiert nicht hundertprozentig. Wir haben schon für weit weniger Geld hochwertigere Gehäuse bekommen, ganz davon abgesehen, dass das Gehäuse gerne aus Aluminium bestehen dürfte. Vermutlich ist das aber mit der exotischen Formgebung schwerlich umsetzbar.
Die Maße des PCs betragen 315 x 255 x 198 mm, das Gewicht liegt bei enormen 2,1 kg. Zur Stromversorgung kommt ein Netzteil mit DC-Rundstecker zum Einsatz, das mit 19,1 V bei 15,79 A arbeitet, also über 300 Watt verfügt. Es ist ein richtiger Klopper und wiegt stolze 1,1 kg, was mehr ist als zwei normale Mini-PCs wiegen. Das Gehäuseinnere ist ungemein schwer erreichbar. Hierzu muss man nicht nur acht Schrauben im Unterboden lösen, sondern auch noch je zwei Schrauben unter den Flügeln. Diese sitzen aber so tief im Gehäuse, dass man sie mit gewöhnlichen Schraubenziehern nicht erreichen kann. Hier braucht es Feinwerkzeug mit besonders langen, dünnen Aufsätzen.
In der Basisausstattung mit einem Intel i7-12700H, Nvidia RTX 3060M, 32 GB RAM und 1 TB SSD kostet der Acemagic M2A Starship normalerweise 1699 Euro. Aktuell bekommt man ihn für 1199 Euro. Unsere Testvariante ist die High-End-Ausstattung mit i9-12900H, Nvidia RTX 3080M, 32 GB RAM und 1 TB SSD. Sie kostet normalerweise 1999 Euro. Sie ist aber nur noch gebraucht erhältlich für 807 Euro bei Amazon.
Das M2A Starship von Acemagic gehört zweifellos zu einem der außergewöhnlichsten Mini-Gaming-PCs, allein durch seine spektakuläre Optik im Raumgleiter-Look. Besonders ist daneben die Verwendung der dedizierten Nvidia-Grafikkarte RTX 3080M, die zwar von 2021 ist, aber für einen Mini-PC eine sehr gute Leistung bietet.
Der Intel-Chip i9-12900H ist ebenfalls bereits etwas älter, was man der Systemperformance auch etwas anmerkt. Im Vergleich zum G7 Pt von Minisforum, der auf eine nicht allzu bekannte AMD-Grafik setzt, ist das System nicht ganz so schnell. Dem Spaß beim Gaming tut das aber keinen Abbruch und so können wir auch anspruchsvolle, aktuelle Spiele-Titel flüssig in hohen Einstellungen spielen. Noch dazu erweist sich das Starship als vergleichsweise leise, wenn man die Spitzenhardware und die benötigte Kühlungsleistung bedenkt. Einziges Manko ist neben dem hohen Preis auch die Verarbeitungsqualität, die stellenweise ausbaufähig ist. Zudem ist das Gerät kaum noch verfügbar, Interessenten sollten also schnell sein.
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