Bereits seit seiner Jugend interessiert sich David für Technik und begann schon früh damit, allerlei Elektrogeräte zu reparieren. Da überrascht es nicht, dass er seit 2021 Elektrotechnik studiert und sich vor allem mit Computern und 3D-Druckern beschäftigt. Seit 2024 schreibt er als Freelancer für heise bestenlisten by TechStage, vor allem über Mini-PCs oder Smartphones. Wenn er nicht gerade am nächsten Projekt arbeitet, begeistert er sich fürs Radfahren und Krafttraining.
Der Geekom GT1 Mega ist das Topmodell der Intel-basierten GT-Reihe, dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Wie gut der GT1 Mega tatsächlich ist, zeigt unser Test.
Geekom ist mittlerweile vorrangig durch seine enorm leistungsstarken Mini-PCs im Premium-Segment bekannt. Der GT1 Mega soll das jedoch noch einmal zur Spitze treiben und der beste Mini-PC der Marke mit Intel-Prozessor sein. Daher bietet er einen Intel Core 9 Ultra mit ARC iGPU (integrated GPU), 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und eine 2 TB große SSD. Wie gut der GT1 Mega sich in der Praxis schlägt und wo er auch der Konkurrenz nachsteht, zeigt unser Test.
Update (26. Dezember 2025): Der Geekom GT1 Mega ist im Zuge der RAM-Krise nicht von einer Preiserhöhung verschont geblieben. Nachdem die Variante mit 32 GB RAM und 2 TB SSD zuletzt für 764 Euro verfügbar war, gibt es nun nur noch die 16-GB-Ausführung mit 1 TB – und das zum leicht höheren Preis von 799 Euro. Das ist nicht nur 35 Euro teurer, sondern es haben sich auch RAM und Speicher halbiert. Eine Variante mit 32 GB RAM und 1 TB SSD kostet beim Hersteller selbst aktuell 854 Euro mit dem Code GK22J5.
Beim Geekom GT1 Mega setzt man mit dem Intel Core Ultra 9 185H auf die Speerspitze der ersten Core-Ultra-Generation. Dessen 22 Threads speisen sich aus sechs Performance-, acht Effizienz- und zwei Low-Power-Kernen. Hier lässt sich schon vermuten, dass die CPU ein wahrer Stromfresser ist. Schon die Grundleistungsaufnahme liegt zwischen 28 und 45 Watt. Geekom wirbt mit einer Leistungsaufnahme von nur 64 Watt, tatsächlich sind bis zu 115 Watt möglich. Die iGPU ist eine Intel ARC mit 2,35 GHz und acht Kernen. Außerdem verfügt der Chip noch über eine integrierte NPU für KI-Anwendungen.
Beim RAM gibt es 32 GB mit 5600 MT/s (Mega Transfers per Second) in Form von zwei SO-DIMM-Modulen mit DDR5-Standard. Diese können laut Hersteller maximal auf 64 GB Gesamtspeicher aufgerüstet werden. Wir haben den Betrieb mit 96 GB RAM getestet, was problemlos funktionierte, nachdem sich der Mini-PC eine lange Denkminute beim ersten Booten genommen hat. Die ab Werk verbauten Module stammen von Crucial.
Die verwendete SSD im Formfaktor M.2-2280 ist 2 TB groß und kommt ebenfalls von Crucial. Genauer handelt es sich hier um das Modell Crucial P3 Plus. Diese kann problemlos ausgetauscht werden, zudem gibt es noch einen freien Steckplatz für eine kürzere M.2-2242-SSD. Beim Test mit dem Speicher-Benchmark Crystaldiskmark schneidet die SSD mit 3510 MB/s im Lesen und 3190 MB/s im Schreiben gut ab, ist aber keinesfalls eines der schnellsten Modelle.
Mit der Größe des GT1 Mega hat Geekom die Chance genutzt, um dem PC etliche Anschlüsse zu spendieren. Darunter finden sich zweimal 2,5-Gigabit-Ethernet, zweimal USB 4.0 mit Typ-C sowie zwei HDMI-2.0-Ports. Gerade in dieser Preis- und Leistungs-Klasse wäre unserer Meinung nach zumindest ein Displayport-Anschluss sinnvoll gewesen, der höhere Bildwiederholraten zuließe.
Für die Stromversorgung verwendet der PC ein 120-Watt-Netzteil mit DC-Hohlrundstecker. Das kleine Stromstecker-Symbol über dem Thunderbolt-Port bedeutet tatsächlich nicht, dass dieser für die Stromversorgung des Geräts genutzt werden kann. Versucht man dies nämlich mit einem Netzteil oder einer Powerbank, in unserem Fall der Sharge 170 Powerbank von Shargeek, schaltet sich der PC spätestens beim Erreichen des Anmeldebildschirms ab. Stattdessen unterstützt dieser USB-Anschluss Typ-C-Power-on mit maximal 15 Watt. So bleiben alle Geräte an diesem Port auch nach Ausschalten des Mini-PCs mit Strom versorgt.
Bei den Drahtlos-Schnittstellen glänzt der GT1 Mega mit den neusten verfügbaren Standards: Wifi 7 und Bluetooth 5.4. Dies ist aufgrund der Intel-CPU möglich, da die einzigen Wifi-7-Chipsätze bisher von Intel oder Mediatek kommen. Während letztere kaum verfügbar sind, können die Intel-BE200-Chipsätze aktuell nur mit Intel-Prozessoren genutzt werden.
Mit 22 Threads bei bis zu 5,1 GHz bringt der Core 9 Ultra auf dem Papier brachiale Leistung, die unsere Benchmarks nur bestätigen können. Bei PCmark10 erreicht der GT1 Mega ein Top-Ergebnis mit durchschnittlich 8062 Punkten. So auch im Cinebench R24 mit 113 Punkten in Single- und 927 Punkten im Multi-Core. Ausgezeichnet sind auch die 4099 Punkte bei 3Dmark Time Spy, zusammengesetzt aus 11858 CPU- und 3675 Grafik-Punkten. Zum Abschluss noch der Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6. Der attestiert dem GT1 Mega 2571 Single- und 13878 Multi-Core-Punkte sowie einen Score von 39946 im OpenCL-Benchmark für die iGPU.
In der Vergangenheit hat sich aber immer wieder gezeigt, dass ein gutes Ergebnis in Benchmarks noch nicht für eine gute Alltagsleistung oder Performance in Spielen stehen muss. Bei so viel Leistung können wir daher unsere Spieletests in Anno 1800 und Cities Skylines 2 natürlich nicht außen vor lassen. In Anno 1800 schaffen wir durchschnittlich 53 FPS (Frames per Second) in einem fortgeschrittenen Endlosspiel bei niedrigen Einstellungen und aktiviertem FSR (FidelityFx Super Resolution) im Modus „Ausgeglichen“. Daher haben wir die Grafikeinstellungen noch ein wenig hochgeschraubt. Bei hohen Grafikeinstellungen mit weiterhin aktiviertem FSR erhalten wir immer noch gute 23 FPS im Durchschnitt. Es lässt sich also sagen, dass Intel hier deutlich zu AMD aufgeholt hat und die integrierte Grafik jetzt auch langsam „Gaming-tauglich“ wird.
In Cities Skylines 2 starten wir mit einem neuen Spiel im mittleren Grafikeinstellungs-Preset und dynamischer Auflösungsskalierung im Modus „Automatisch“. Wir erreichen zwar nur stabile 17 FPS, das ist aber für diese Art Spiel noch ausreichend flüssig. Dafür kommen die schönen Details des Spiels einfach besser zur Geltung.
Alle Tests haben wir im voreingestellten Leistungsmodus „Normal“ durchgeführt. Dieser kann im BIOS geändert werden, dazu kann man den Weg über das erweiterte Startmenü in Windows nehmen.
Der Takt der CPU liegt so im Boost bei maximal 5,1 GHz und fällt dann nach kurzer Zeit erst auf 2,6 und dann auf 1,5 GHz ab. Der Verbrauch liegt unter Last zuerst bei 111 Watt und sinkt mit dem Takt dann auf etwa 78 Watt. Die CPU allein genehmigt sich unter Last bis zu 70 Watt. Das ist für einen Mini-PC schon sehr hoch, zumal AMD-Ryzen-Chips in Systemen für die Hälfte des Preises eine vergleichbare Leistung bei deutlich geringerem Stromverbrauch bieten. Insofern erkauft sich der Intel Ultra 9 im GT1 Mega seine gute Leistung gleich in mehrfacher Hinsicht teuer. Die Höchsttemperaturen liegen auch bei längerer Auslastung unter 90 °C und sind daher vollkommen unbedenklich.
Im Performance-Modus bleibt der Takt dauerhaft zwischen 2,6 und 2,9 GHz, der Lüfter ist aber auch dementsprechend lauter. Bei Stromverbrauch ändert sich mit maximal 114 Watt kaum noch etwas. Hier laufen wir dann auch schon in das Limit des mitgelieferten 120-Watt-Netzteils. Die Temperaturen erhöhen sich in diesem Modus nur um wenige Grad und überschreiten kurzzeitig auch die 90-Grad-Marke.
Im Eco-Modus startet der CPU-Takt direkt nur bei 2,6 GHz und fällt dann auf 1,5 GHz ab. Der Verbrauch liegt hier nur bei maximal 85 Watt.
Nutzt man den Mini-PC normal und hat ein paar Programme geöffnet, liegt der Verbrauch etwa bei 30 Watt.
Der Mini-PC kommt mit Windows 11 Pro und den üblichen, vorinstallierten Programmen. Ein vollständiger Systemscan mit Windows Defender spürte keine Viren auf. Die Installation von Linux dürfte ebenfalls für den Einen oder Anderen von Interesse sein. Wir konnten Proxmox problemlos auf der verbauten SSD, über die Auswahl des USB-Sticks im erweiterten Startmenü, installieren und nutzen.
Wie bereits erwähnt verfügt der GT1 Mega über drei verschiedene Leistungsprofile: Eco, Normal und Performance. Ab Werk ist der Modus „Normal“ eingestellt, was aus unserer Sicht uns auch die beste Wahl ist. Wir können unter Last eine Lautstärke von 23 dB(A) in einem Meter Entfernung und 37 dB(A) am Gehäuse messen. Wir nutzen Aida64 für die Last-Tests und messen mit dem Smartphone. Im Idle sind es etwa 18 dB(A) und der Lüfter ist aus. Bei normaler Nutzung mit ein paar geöffneten Programmen kann der GT1 Mega auch kurzzeitig bis zu 30 dB(A) am Gehäuse erreichen. Der Mini-PC zieht im Performance-Modus etwas mehr Leistung und muss daher die CPU auch besser kühlen. Daher dreht der Lüfter deutlich stärker auf und wir messen eine Lautstärke von 45 dB(A) am Gehäuse. Der Eco-Modus ist allen mit empfindlichem Gehör zu empfehlen, hier liegt die Lautstärke unter Volllast bei 34 dB(A). Wir sind generell positiv überrascht, dass der GT1 Mega für seine außerordentlich hohe Leistungsaufnahme vergleichsweise leise ist.
Der GT1 Mega misst 135 × 132,2 × 47,1 mm und ist 685 g schwer. Damit ist das Standard-Gehäuse der GT-Serie in allen Dimensionen ein Stück gewachsen. Es ist weiterhin matt-grau und aus Metall, die Bodenplatte und Rückseite sind aus schwarzem Kunststoff. Die Verarbeitung ist hervorragend und das Design erinnert stark an einen Mac Mini von Apple.
Beim GT1 Mega kann man jedoch leicht RAM und SSD aufrüsten, hierzu muss man nur die verklebten Gummifüße und die darunter liegenden Schrauben entfernen. Bei der danach folgenden Metallplatte mit den WLAN- und Bluetooth-Antennen ist wie schon bei den Vorgängern Vorsicht geboten, um die Koaxialkabel nicht von dem PCIe-Modul zu kappen.
Im Shop von Geekom gibt es den GT1 Mega mit Core 9 Ultra für 854 Euro mit 32/1000 GB. Um auf den Preis zu kommen, muss man unseren Code GK22J5 an der Kasse einfügen. Bei Amazon gibt es nur noch eine Variante mit 16/1000 GB zum Preis von 799 Euro. Beide Ausführungen bieten damit eine geringe Speicherausstattung als die zuvor angebotene Konfiguration mit 32/2000 GB. Damit ist der GT1 Mega im Umkehrschluss ebenfalls deutlich im Preis gestiegen infolge der Kostenexplosion bei DDR5-Speicher. Dennoch liegt der Preis unter dem zum Testzeitpunkt im März 2025 aufgerufenen Kurs von knapp 980 Euro.
Der GT1 Mega ist ein starker Mini-PC, der viel CPU-Leistung bietet. Problemkind bleibt bei Intel nach wie vor die Grafikeinheit, die zwar zu AMD aufschließt, aber in der Praxis noch Defizite hat. Hier wird auch deutlich, dass Benchmark-Ergebnisse nicht alles sind, denn dort performt der Intel Core Ultra 9 185H absolut lobenswert. Neben diesen Dingen bietet der -Mini-PC außerdem eine hervorragende Konnektivität, egal ob kabelgebunden oder drahtlos. Kleinere Mankos sind der etwas laute Lüfter – wenn auch nur unter Last – sowie die SSD-Geschwindigkeit. Gerade in diesem Preisbereich sind wir besonders von Geekom schon schnelleres gewohnt, wobei die Performance-Unterschiede im Alltag kaum spürbar sind.
Der Preis ist auch ein gutes Stichwort, denn das System ist mit fast 1000 Euro sehr teuer. Bei Mini-PCs mit AMD-Prozessoren gibt es zum Teil für die Hälfte der Kosten eine nahezu gleichwertige CPU-Leistung und eine nach wie vor bessere GPU-Leistung. Hier muss man sich ehrlich fragen, warum man den GT1 Mega kaufen sollte, zumal sich dieser im Unterschied zu AMD seine gute CPU-Leistung durch massive Einbußen beim Stromverbrauch erkauft – unter Last genehmigt sich das System etwa 111 Watt.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.