Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Ein Gaming-PC im Miniformat: Der Minisforum Atomman G7 Pt mit Top-Ausstattung ist ein absolutes Spitzenmodell unter den Mini-PCs. Wir testen sein Können.
Eigentlich ist er kein Mini-PC mehr, aber was sonst? Der Atomman G7 Pt aus dem Hause Minisforum sprengt bekannte Kategorien. Das Gehäuse schreit Gaming, ist deutlich größer als bei klassischen Mini-PCs, aber kleiner als bei Tower-PCs. Dank dedizierter AMD-Grafikkarte bietet er zudem eine beträchtliche Leistung. Er setzt weiterhin auf AMDs Spitzen-CPU Ryzen 7945HX gepaart mit 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 1 TB SSD-Speicher. Was dieser Mini-Gaming-PC noch so alles im Kasten hat, haben wir getestet.
Das Testgerät hat uns Minisforum zur Verfügung gestellt.
Im Minisforum Atomman G7 Pt werkelt AMDs mobile Premium-CPU der siebten Generation: der Ryzen 9 7945HX mit 16 Kernen und 32 Threads. Das erkennt man primär an den letzten beiden Buchstaben im Namen, die auf das Spitzenmodell hindeuten, wohingegen die aus bisherigen Mini-PCs bekannten HS-Modelle eine Stufe darunter liegen. Selbst diese sind aber immer noch schneller als die auf mehr Effizienz getrimmten U-Versionen. Der Unterschied liegt neben den Taktraten vorrangig bei der TDP (Thermal Design Power), die bei HX ausgereizt wird. So darf der Ryzen 9 in der HX-Version bis zu 75 Watt ziehen. Der Chip taktet im Boost-Modus maximal mit 5,4 GHz.
Den entscheidenden Unterschied zu anderen Mini-PCs gibt es bei der Grafik. Denn hier kommt neben der integrierten Radeon 610M eine dedizierte Grafikkarte zum Einsatz: die Radeon RX 7600M XT mit RDNA-3-Architektur. Sie taktet mit 2330 MHz und kann auf einen GDDR6-VRAM von 8 GB zurückgreifen. Das ist bei der immer noch gegebenen Kompaktheit beeindruckend; aber mehr dazu im Bereich Performance.
Neben diesen vielversprechenden Ausstattungsmerkmalen verfügt der Mini-Gaming-PC noch über satte 32 GB an DDR5-5200-RAM, die auf bis 64 GB nachrüstbar sind. Die verwendeten SODIMM-Module kommen von Kingston. Auch die M.2-2280-SSD von Kingston mit 1 TB ist austauschbar; der Anschluss unterstützt sogar PCIe-5.0. Beim Crystaldiskmark-Test schreibt sie mit 3919 MB/s und liest bei 4795 MB/s; das ist durchschnittlich schnell, wir hatten aber auch schon fast doppelt so schnelle Modelle. Daneben steht ein weiter M.2-2280-Slot für eine zusätzliche PCIe-4.0-SSD zur Verfügung.
Minisforum setzt auch bei den Anschlüssen auf das Beste: HDMI 2.1 und Displayport 2.0. Damit sind deutlich höhere Bildwiederholraten oder eine 8K-Auflösung möglich – sofern das Ausgabegerät dies unterstützt. Die beiden USB-C-Ports kommen leider nicht mit USB 4.0, sondern „nur“ mit USB 3.2 Gen 2. Zudem unterstützt nur der rückseitige USB-C-Anschluss Bildausgabe per DP-Protokoll. Weiterhin gibt es im Gehäuse ein Mikrofon, 3,5-mm-Klinkenbuchsen für Mikrofon und Kopfhörer/Lautsprecher sowie einen Button für den CMOS-Reset. Über einen Button auf der Vorderseite kann man zudem den Lüfter-/Leistungs-Modus ändern.
Um dem Stromhunger des Systems Rechnung zu tragen, liegt ein richtiger Klotz an Netzteil bei. Dass hierbei nicht USB-C, sondern ein eigener Anschluss zum Einsatz kommt, ist angesichts der hohen Leistung nachvollziehbar.
Für die Internetverbindung gibt es neben dem einzelnen 2,5-GBit-Ethernet-Port mit Wi-Fi 7 auch die aktuellste Schnittstellenversion – sofern der eigene Router dies unterstützt. Zum Vorteil gehört eine stabilere, weitreichendere sowie schnellere Internetverbindung. Für Zubehör steht überdies Bluetooth in der aktuellsten Version 5.4 bereit.
Mit Händereiben haben wir uns bei diesem Datenblatt den Praxistest herbeigesehnt. Die erwarteten Spitzenwerte kann der Atomman G7 Pt auch erfüllen. Es hagelt Rekordwerte im Mini-PC-Umfeld. So schließt PCmark durchschnittlich bei 9160 Punkten ab, 3Dmark Time Spy erreicht 11.267 Punkte und schreibt „legendär“ als Einschätzung darunter. Die CPU-Punkte betragen dabei 12.438 Punkte, die Grafikpunkte der dedizierten AMD-Grafik liegen bei 11.084 Punkte.
Vergleichen wir das einmal mit einem richtigen Gaming-PC: Unser privates System arbeitet mit einem AMD Ryzen 7 5800X3D, 32 GB RAM und einer Nvidia Geforce RTX 3070 Ti mit Aio-Wasserkühlung. Dieser erreicht insgesamt 13.261 Punkte, was er vorwiegend dem (erwartbar) starken Grafik-Ergebnis von 14.492 Punkten zu verdanken hat. Die CPU liegt hingegen mit 8954 Punkten unter dem Ergebnis des Atomman G7 Pt. Insgesamt zeigt sich: trotz kompaktem Gehäuse kann der Mini-PC weitestgehend mithalten.
Kommen wir nun zu dem für einen Mini-Gaming-PC entscheidenden Testfeld: den Spielen. Counter Strike läuft in Full-HD bei ultrahohen Einstellungen mit 150 bis 170 Frames pro Sekunde (FPS). Das etwas anspruchsvollere Anno 1800 mit großen Spielwelten schafft ebenfalls in ultrahohen Einstellungen rund 130 FPS. Das abermals anspruchsvollere, noch immer schlecht optimierte Cities Skylines 2 flimmert bei hohen Einstellungen mit immerhin 50 bis 70 FPS über den Bildschirm. Insgesamt ein Gaming-PC-würdiges Ergebnis.
Ähnlich einem Gaming-PC ist auch der Stromverbrauch. Zocken wir, klettert der Verbrauch auf über 270 Watt (gemessen per AC-Zwischenstecker). Im Idle aber liegt der Verbrauch mit 20 bis 40 Watt deutlich niedriger, als bei unserem Gaming-PC – der selbst dann 120 bis 150 Watt bezieht. Insofern hat der Atomman G7 Pt hier klar einen Vorteil und zeigt sich als wandelbar.
Das vorinstallierte Windows 11 Pro verlangt bei der Einrichtung keinen Microsoft-Account, sondern bietet von vornherein ein lokales Benutzerkonto an. Bloatware gibt es keine über die standardmäßig vorinstallierte Software. Unser Virentest findet keine Auffälligkeiten.
Als Gaming-Mini-PC produziert der Minisforum Atomman G7 Pt viel Abwärme, die entsprechend abtransportiert werden muss. Dabei feuert der Hersteller gleich aus allen Rohren und spendiert dem Rechner gleich vier Lüfter. So müssen die individuellen Lüfter nicht ganz so hoch drehen, auch wenn die Lautstärke mit bis zu 45 dB unter Last (am Gehäuse) und 32 dB im Idle (am Gehäuse) angesichts der Leistung mehr als in Ordnung ist.
Störgeräusche gibt es dabei keine, die Lüfter produzieren ein gleichmäßiges Rauschen und arbeiten sehr effektiv. Am Lüfterausgang messen wir maximal 57 °C. Ein Knopf auf der Vorderseite begrenzt oder erhöht die Lüfterdrehzahl zudem. So kann das System seine Leistung länger aufrechterhalten. Der Stresstest unter Prime95 mit Auswertung per HWMonitor zeigt, dass der Rechner zwar generell eine hohe Taktrate von mindestens 3,5 GHz beibehalten kann. Bei hoher Drehzahl wechseln aber mehr Kerne immer wieder auf höhere Taktraten. Insgesamt eine gut dimensionierte Kühlung für das Leistungsspektrum.
Das Gehäuse des Atomman G7 Pt ist mit Maßen von 269 × 64 × 155 mm zwar deutlich größer, als bei klassischen Mini-PCs im Vergleich zu Tower-Gehäusen von Gaming-PCs aber immer noch sehr kompakt. Das solide verarbeitete Gehäuse besteht aus Kunststoff, das Lüftergitter aus Metall auf der linken Seite sieht aus wie ein Spinnennetz.
Die Beleuchtung auf der rechten Seite ist nicht steuerbar, sondern lässt sich nur ein- oder ausschalten. Das Design ist von Anime-Künstlern erstellt. Auf den ersten Blick können wir mit dem Asaku-Ukasa-Schriftzug jedoch wenig anfangen – das ist aber Geschmackssache. Insgesamt bietet der Mini-PC einen typischen Gaming-Look. Dieses Seitenteil lässt sich dank magnetischer Befestigung auch abnehmen und offenbart neben den LED-Panels auch zwei Schrauben an der oberen Innenkante. Löst man sie, kann man die Panels einfach herausnehmen – sie sind unten nur eingehakt. Danach hat man Zugriff auf Lüfter, RAM und die SSD-Slots, die sich unter einem großen Kühler befinden. Auch die M.2-2230-WLAN-Karte ist erreichbar. Insgesamt eine sehr angenehm einfache Wartung.
Im Lieferumfang befindet sich neben dem oben angesprochenen riesigen Netzteil auch ein magnetischer Standfuß. So kann man den PC auch hochkant positionieren. An eine Aussparung für das Stromkabel hat Minisforum dabei gedacht. Eine Vesa-Halterung gibt es angesichts der Maße und des mit knapp 3 kg sehr hohen Gewichts nicht. Eine Montage am Monitor wäre also sprichwörtlich schwer darstellbar.
Normalerweise kostet der Atomman G7 Pt in der mit RAM und SSD ausgestatteten Variante bei Minisforum 1359 Euro. Aktuell bekommt man ihn bei Amazon für 1124 Euro, ein anderes Inserat liegt bei 1199 Euro. Der Preis der Barebone-Variante, also ohne RAM, SSD und Windows beträgt 999 Euro.
Der Atomman G7 Pt ist ein weiterer Mini-PC aus dem Hause Minisforum, der uns überzeugen kann. Gute Kühlung und hochwertige Verarbeitung sind wir vom Hersteller bereits gewohnt. Unter der neuen High-End-Serie Atomman bringt man nun die absolute Spitzenhardware der Mobile-Chips in kompakten Gehäusen unter. Der G7 Pt ist dabei schon ein absoluter Ausbruch aus dem klassischen Mini-PC-Bereich. Nicht nur wegen seiner Größe, sondern vor allem wegen der dedizierten Grafikkarte. Die macht ihn zum absoluten Gaming-Biest, und das trotzdem bei erträglicher Lautstärke. Top ist auch die einfache Zugänglichkeit zum Gehäuseinneren über das rechte Seitenteil. Im Vergleich zu anderen Mini-Gaming-PCs ist der G7 Pt aber nicht ganz so schnell unterwegs, reicht aber aus für Full-HD-Gaming in hohen Einstellungen. Insbesondere punktet er mit seinen fairen Preis von 999 Euro für die Barebone-Variante oder 1124 Euro für die ausgestattete Ausführung, was ihn zum Preis-Leistungs-Sieger macht. Insgesamt ein absoluter Top-Computer im noch recht kompakten Formfaktor.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
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