Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Lautlos, durchdacht für nur 242 Euro: Der Minix Z100 überzeugt im Test mit guter Kühlung und solider Performance. Im Test zeigt sich, ob neben Kühlleistung und Geschwindigkeit auch die restliche Ausstattung stimmt.
Namensgebend mit dem Z ist die Lautstärke des Mini-PCs, die bei null (zero) liegt. Die 100 steht hingegen für den verbauten Prozessor – den bei günstigen Mini-PCs beliebten Intel N100. Zusammen mit 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB Speicher (SSD) liefert er ein ausgesprochen solides Gesamtpaket, gerade für einen lautlosen Mini-PC. Bei der Verarbeitung lässt man sich nicht lumpen. Noch dazu ist er mehr als fair bepreist. Standardmäßig liegt der Preis bei Geekmaxi bei 289 Euro. Bei Amazon bekommt man ihn aktuell für 242 Euro. Wir zeigen im Test, was er kann (Testzeitpunkt: 17. April 2024). Den Minix Z100 haben wir von Geekmaxi zur Verfügung gestellt bekommen.
Im Minix Z100 werkelt der uns bereits von vielen anderen, günstigen Mini-PCs bekannte Intel N100 – ein Quad-Core-Prozessor mit vier Threads und maximal 3,4 GHz. Mit einer TDP von schlappen 6 Watt eignet er sich hervorragend für einen passiv gekühlten Mini-PC, ist aber bei der Leistung entsprechend dezent unterwegs. Er ist ein Nachfahre im Geiste der leistungsschwächeren Celeron-Reihe, im Vergleich dann aber doch einen guten Sprung stärker und effizienter.
Daneben kommt ein RAM-Riegel mit 16 GB nach DDR4-3200-Standard zum Einsatz, der als SODIMM-Modul zwar tauschbar ist (maximal 32 GB), aber nur im Single-Channel-Modus läuft. Dual-Channel (zwei RAM-Sticks) beschleunigt in der Regel die Gesamtperformance. Zufrieden sind wir auch mit der Geschwindigkeit der 512 GB großen PCIe-4.0-SSD (M.2-2280), die beim Test im Speicher-Benchmark Crystaldiskmark auf solide Werte von 2062 MB/s (Lesen) und 1590 MB/s (Schreiben) kommt. Sie ist im Gehäuse gut erreichbar angebracht und mit einem separaten Kühlkörper versehen. Maximal kann man hier 4 TB einsetzen.
Auch das Anschlussangebot weiß uns zufriedenzustellen, denn nicht nur kommen zwei HDMI-2.1-Ports (4K bei 60 Hz) zum Einsatz, sondern auch ein USB-C-Anschluss, der sogar Bildübertragung unterstützt. Dadurch lassen sich bis zu drei Bildschirme nutzen. Der einzelne LAN-Anschluss ist mit 2,5 GBit angebunden, für die Nutzung als Firewall-Appliance wäre aber ein zweiter notwendig. Damit lässt sich der Mini-PC nicht ab Werk ohne Adapter (Ratgeber) für diesen Zweck nutzen.
Schön ist der Einsatz moderner drahtloser Schnittstellen, wie Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2. Die WLAN-Karte ist austauschbar und mit den beiden Anschlüssen für die außenliegenden Antennen verbunden. Somit ist trotz dickem Aluminiumgehäuse eine einwandfreie WLAN-Verbindung möglich, das Signal wird nicht vom Gehäuse selbst blockiert – gut mitgedacht.
Mit seinem soliden, aber doch schwächeren Prozessor Intel N100 reißt uns der Minix Z100 nicht vom Hocker. Die Benchmark-Ergebnisse fallen entsprechend nicht besonders hoch aus, wenn auch etwa 3210 Punkte in PCmark 10 nicht schlecht sind. Dieser Wert ist deutlich besser, als ähnliche, aber ältere Prozessoren der Celeron-Reihe, die in etwa 2200 bis 2500 Punkte erreichen. Mit der Leistung des Minix Z100 lässt sich einiges anfangen, für Anwendungen im Homeoffice-Bereich genügt die gebotene Leistung vollkommen. Durch den 16 GB großen RAM macht das Arbeiten am Mini-PC richtig Spaß. Von grafiklastigen Aufgaben, wie Rendering oder neuere Spiele, sollte man sich aber verabschieden – lautlose Mini-PCs sind hier nicht das Richtige.
Wie von Intel gewohnt, ist aber die integrierte Grafik (iGPU) eine große Schwachstelle. Den Beweis dafür liefert der Benchmark 3Dmark Time Spy. Hier kommt das System auf eine Gesamtpunktzahl von 366 Punkten. Die Grafikeinheit ist hier mit 320 Punkten klar darunter, die reine CPU-Leistung hingegen mit 2036 Punkten wesentlich besser. Bei Mini-PCs um 300 Euro mit integrierten Grafikeinheiten von AMD, wie dem Ouvis AMR5, kommt diese auf über 1200 Punkte – eine völlig andere Welt. Der Fairness halber gesagt sei aber auch, dass diese Mini-PCs dann auch nicht passiv gekühlt sind, ein Befund ist es dennoch. Im plattformübergreifenden Benchmark Geekbench landet das System bei 1218 Punkten im Single-Core und 3047 Punkten im Multi-Core. Zum Vergleich: Ein Raspberry Pi 5 mit ARM-Chip kommt auf nur 679 Punkte (Single-Core) und 1375 Punkte (Multi-Core).
Das vorinstallierte Windows 11 Pro kommt mit den typischen Bloatware-Apps, die Microsoft seinem Betriebssystem inzwischen standardmäßig hinzufügt, wie Spotify & Co. Die Einrichtung zieht sich durch zahlreiche Updates etwas länger. Ein nach Abschluss aller Sicherheits- und Systempatches durchgeführter vollständiger Virenscan mit Windows Defender endet ohne Auffälligkeit.
Lautstärke ist bei Mini-PCs ein ausgesprochen wichtiges und unterschätztes Kriterium. Für den einen ist das Säuseln eines Lüfters gar beruhigend, für den anderen ein nervtötendes Unding. Auf jeden Fall gibt es Orte, an denen Stille unerlässlich ist. Mit dem Minix Z100 bekommt man nun einen lautlosen Mini-PC ohne allzu viele Kompromisse, die Lautstärke ist bei null.
Das gesamte Aluminiumgehäuse fungiert als großflächiger Kühlkörper und leitet die Wärme sehr gut ab. Dazu befinden sich auf der Oberseite zahlreiche feine Lamellen, die Kühlfläche deutlich erweitern. Diese sorgen für einen großen Vorteil: Der Minix Z100 drosselt im Gegensatz zur CSL Narrow Box auch nach Stunden in Prime95 nicht die Prozessorgeschwindigkeit (Thermal Throtteling) – was für eine bessere Kühllösung spricht. Das liegt vor allem auch an der Materialwahl beim Gehäuse, denn CSL nutzt hier nur Kunststoff, der Wärme schlechter abführt.
Zwar ist das Gehäuse nach über zwei Stunden mit über 70 Grad so heiß, dass man fast Spiegeleier darauf braten kann. Für den Prozessor ist das unproblematisch, die Chips können selbst Temperaturen über 100 Grad ab – im Minix messen wir aber ohnehin maximal 88 Grad. Ein heißes Gehäuse mag für die Hände unangenehm sein, ist aber bei einem passiv gekühlten Mini-PC klar erwünscht zur Wärmeabfuhr.
Klar, durch die aufwendigere Konzeption eines passiven Kühlsystems steigt der Anschaffungspreis deutlich. Luftgekühlte Mini-PCs mit gleicher Ausstattung bekommt man bereits unter 180 Euro, muss aber je nach Modell mit einem mehr oder weniger lauten Schnaufgeräusch leben. Hier ist der Minix Z100 ein deutlicher Ausschlag nach oben, für einen lautlosen Mini-PC aber ausgesprochen fair bepreist. Denn Asus liefert im Asus Expertcenter PN42 zu einem ähnlichen Preis zwar auch den N100, aber nur mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher. Zudem schneidet der gleiche Prozessor im Asus-PC mit 2700 Punkten im Benchmark deutlich schlechter ab. Das spricht für den Minix Z100.
Die Verarbeitung des Gehäuses ist tadellos, das schwarze Aluminium sorgt direkt für einen wertigen Eindruck. Die Zugänglichkeit hat Minix ausgesprochen gut gestaltet, sodass sich RAM und SSD einfach tauschen lassen. Besonderheit ist zudem, dass auch die CMOS-Batterie fürs BIOS gut erreichbar ist – sollte ein Austausch mal nötig sein. Die abschraubbaren WLAN-Antennen sorgen für einen besseren Empfang trotz dicken Kühlkörper und stehen beim Transport nicht im Weg. Zudem kann man sie so einstellen, dass die Verbindung optimal ist.
Der dicke Kühler sorgt aber für ein im Vergleich enorm hohes Gewicht von 1,3 kg. So schwer war noch kein Mini-PC in unseren Tests. Bei den Gehäusemaßen reiht sich der Minix Z100 mit 123 x 120 x 46 Millimeter im Durchschnitt ein.
Der Normalpreis bei Geekmaxi liegt bei 289 Euro. Auf Amazon zahlt man aktuell 242 Euro. Zum Testzeitpunkt am 17. April 2024 kostete der Minix Z100 etwa 259 Euro.
Mit dem Minix Z100 haben wir einen lautlosen Mini-PC, an dem alles stimmt. Verarbeitung, Kühlleistung und Performance geben keinen Anlass zur Enttäuschung. Die Leistung ist im gehobenen Durchschnitt der typischen Homeoffice-Rechner angesiedelt, mehr sollte man auch nicht erwarten. Gerade bei der Grafik herrschen deutliche Defizite, was man aber auch von einem lautlosen Mini-PC nicht erwarten sollte. Wer es aber lautlos will, zahlt selbst bei Fernost-Herstellern wie Minix einen Aufpreis – die passive Kühlung ist deutlich aufwendiger. Unter den lüfterlosen Mini-PC gehört er aber zu den fair bepreisten Modellen. Insgesamt sind wir ausgesprochen zufrieden und können den Rechner guten Gewissens empfehlen.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.