Das Motorola Edge 40 Neo könnte auf den ersten Blick nicht perfekter sein – es ist dünn, leicht und hübsch. Die kleinen Schwächen, die der Test offenbart, macht das Gerät mit anderen Eigenschaften wett.
Dass der erste Eindruck oft der Wichtigste ist, merkt man beim Testen von Smartphones ganz besonders. Schließlich kann die gesamte Einstellung einer Person gegenüber einem Produkt davon abhängig sein, wie der erste Eindruck ausfiel. Erkennen schon beim Auspacken grobe Mängel, wird wohl auch der Rest des Geräts nicht das Gelbe vom Ei sein. Sich hier nicht täuschen zu lassen, ist wichtig. Auch umgekehrt kann man von Geräten mit einem grandiosen ersten Eindruck nicht erwarten, dass das für alle Aspekte des Smartphones gilt.
Beim Motorola Edge 40 Neo jedenfalls ist der erste Eindruck ein Imposanter. Das Gerät ist dünn, leicht und einfach schick, das vegane Leder auf der Rückseite macht sowohl farblich als auch mit seiner Textur was her. Und auch der große Bildschirm weiß zu überzeugen. Doch wie sieht es mit der Performance aus? Das – und weitere Details über die Neuheit aus dem Hause Motorola – bringt unser Test hervor. Hier überraschen insbesondere die hervorragende Performance und das brillante Display.
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Drei Dinge fallen unverzüglich auf, sobald man das Motorola Edge 40 Neo das erste Mal in die Hand nimmt.
Erstens: Es ist verdammt leicht. Mit den 172 Gramm, die das Gerät auf die Waage bringt, gehört es in die Kategorie Federgewicht. Das sorgt dafür, dass das Gerät unbeschwert verwendet werden kann, als hielte man gar nichts in der Hand.
Zweitens: Es ist ziemlich dünn. 7,79 Millimeter misst der Hersteller in der Dicke – das ist beachtlich. Im Durchschnitt sind moderne Smartphones rund einen Millimeter dicker.
Und drittens: Die Rückseite ist richtig angenehm. Das vegane Leder ist hinten in einem ausgewählten Pantone-Farbton gehalten. Es bietet viel Grip und fühlt sich weich an. Um welche Farbe es sich genau handelt, ist in einem kleinen Designelement vermerkt. All das verleiht dem Smartphone ein äußerst edles, aber auch lässiges Erscheinungsbild. Auch die Verarbeitung des Geräts ist tadellos. Nett ist, dass das Gerät nach IP68 gegen Staub und Wasser zertifiziert ist.
Tadellos ist auch das Display des Motorola Edge 40 Neo. Das an den Seiten gekrümmte OLED-Panel ist 6,55 Zoll groß, löst mit vollkommen ausreichenden 2400 × 1080 Pixeln auf und bietet somit eine Pixeldichte von rund 402 ppi. Die Bildwiederholrate ist mit 144 Hertz sogar höher als bei den meisten modernen Smartphones; selbst im Premium-Segment wird meist auf 120 Hertz gesetzt. Das sorgt für höchst geschmeidige Animationen und flüssiges Scrollen durch Menüs. Der Unterschied zu einem 120-Hertz-Panel ist jedoch geringfügig und nur vom geübten Auge erkennbar.
Die Farbdarstellung und der Kontrastreichtum sind exzellent, nichts ist übersättigt, auch die Blickwinkelstabilität passt. Besonders erfreut hat uns die Helligkeit – mit seinen rund 900 cd/m² liegt das Gerät in jedem Fall über dem, was in dieser Preisklasse eigentlich üblich ist.
Zwar sind im Motorola Edge 40 Neo „nur“ zwei Kameras verbaut – eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln und eine Ultraweitwinkelkamera mit 13 Megapixel – doch diese Linsen liefern weitgehend ab. Zumindest bei Tageslicht sind die Aufnahmen richtig gut. Sie enthalten eine große Menge an Details, Farben werden akkurat dargestellt. Ein bewölkter Himmel wird nicht als graue, unerkennbare Masse abgebildet, sondern schön nuanciert.
Es gibt keinen merklichen Farbstich, die Aufnahmen tendieren aber leicht ins Wärmere – besonders im Ultraweitwinkelmodus. Dieser schafft es, ohne Verzerrungen an den Rändern brauchbare Aufnahmen abzuliefern. Bei beiden wird es allerdings kritisch, sobald weniger Licht verfügbar ist – das kennen wir schon von anderen Mittelklasse-Geräten. Die Aufnahmen sind hier schnell verrauscht und detailarm. Vom 50 Megapixel-Modus raten wir euch eher ab – die Unterschiede zum regulären Modus sind geringfügig und die Kamera scheint sich hier bei einfallendem Licht schwerer zu tun. Videoaufnahmen werden in 1080p bei 60 fps oder 4K bei 30 fps angefertigt – das geht in Ordnung.
Im Inneren des Motorola Edge 40 Neo arbeitet ein MediaTek Dimensity 7020 – dabei handelt es sich um einen Mittelklasse-Prozessor aus 2023. Dieser taktet mit seinen acht Kernen mit bis zu 2,2 GHz. In dieser Preisklasse diesen Chip zu verbauen, finden wir angemessen. Er ist nämlich keineswegs ein Schlechter – im PCmark Work 3.0 erreicht das Gerät rund 14.500 Punkte, das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, fast auf dem Niveau eines Xiaomi 13 (Testbericht).
Im 3Dmark Wild Life sind es rund 2400 Punkte – hier schwächelt das Gerät im Vergleich etwas. Im Alltag bedeutet das: Absolut makellose Performance bei der Erledigung täglicher Aufgaben. Menüs öffnen sich schnell, Animationen zögern nicht. Dank 12 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte superschnellem UFS-3.1-Speicher ist auch Multitasking kein Problem für das Motorola Edge 40 Neo. Bei 3D-Spielen kommt das Gerät aber schon etwas leichter an seine Grenzen.
Bei der Konnektivität können Nutzer wunschlos glücklich sein. Das Gerät unterstützt 5G, Bluetooth 5.3, Wi-Fi 6E (IEEE 802.11ax) für eine noch größere Bandbreite und GPS mit Glonass. Der Fingerabdrucksensor steckt im Display relativ weit unten, funktioniert aber gut. Etwas schade fanden wir, dass kein kabelloses Aufladen unterstützt wird; schade ist auch das Fehlen eines Always-on-Displays. Das Betriebssystem ist mit einer sehr angenehm gestalteten und ziemlich reinen Version von Android 13 gut. Die Stereolautsprecher gehen in Ordnung, hauen uns aber nicht vom Hocker.
Die Akkulaufzeit des Motorola Edge 40 Neo ist gut. Der verbaute Akku hat eine Kapazität von 5000 Milliamperestunden und liefert genug Saft, damit das Gerät im PCmark Battery Test rund 9,5 Stunden durchhalten konnte. Selbst bei intensiver Nutzung kommt man damit problemlos durch einen Tag, bei leichter Nutzung vielleicht sogar durch zwei – eine Displayzeit von bis zu 6 Stunden ist drin. Wiederaufgeladen wird in superschnellen 44 Minuten mittels des mitgelieferten 68 Watt-Netzteils – toll!
Das Motorola Edge 40 Neo ist immer in der einigen Speicherkombination 12/256 GByte in den Farben Schwarz, Hellgrün und Türkis erhältlich. Derzeit am günstigsten ist das Modell in Schwarz für 339 Euro bei Coolblue.
Für einen ähnlichen Preis von 335 Euro erhalten Käufer auch das Samsung Galaxy A54 5G (Testbericht) mit seinem fulminanten OLED-Display und ansprechendem Design. Im Juni dieses Jahres durften wir auch die Basisversion Motorola Edge 40 (Testbericht) ab 316 Euro testen. Auch dort waren wir vom tollen Display begeistert, und das Gerät konnte sogar kabelloses laden. Mit hellem OLED-Display und einer 200-Megapixel-Kamera trumpft zudem das Redmi Note 12 Pro+ (Testbericht) von Xiaomi für 339 Euro auf.
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Bei diesem Gerät scheint alles zu stimmen – es ist äußerst dünn, sehr leicht, objektiv schick und angenehm designet, richtig schnell, ziemlich ausdauernd und es schießt sogar großartige Fotos, zumindest bei Tageslicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in jedem Fall ist beim Motorola Edge 40 Pro ungeschlagen. Die einzigen Schwächen des Geräts liegen im Mangel einer Unterstützung für kabelloses Laden, dem fehlenden Always-on-Display und der etwas schwächeren Grafik-Performance in Spielen. Es wird zurzeit dennoch schwer sein, ein Smartphone im Preisbereich um die 350 Euro zu finden, das für dieses Geld noch mehr bieten kann.
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