Wie gut ein Smartphone für knapp 99 Euro sein kann, zeigt Motorola mit dem Moto G14. Nur wenige Mängel trüben den Gesamteindruck – der Test zeigt, wo das günstige Handy überzeugt und wo nicht.
Smartphones, die für unter 100 Euro (Bestenliste) angeboten werden, sind nicht selten ein Fehlkauf. Viele Hersteller liefern nur einfache und veraltete Technologie. Doch es gibt positive Ausnahmen. Dazu gehört das Motorola Moto G14. Im Test zeigt das Smartphone, dass es für den Preis von 99 Euro in beinahe allen relevanten Bereichen gut ausgestattet ist. Die wenigen Kritikpunkte beschränken sich auf Details.
Wo das Smartphone konkret punkten kann und welche Abstriche Käufer machen müssen, zeigt dieser Testbericht. Weitere günstige Smartphones präsentieren wir in unserer Top 10: Die besten Smartphones bis 100 Euro – erstaunlich stark für wenig Geld.
Motorola weicht auch beim Moto G14 von seiner einfachen, aber überaus sinnvollen Design-Sprache nicht ab. Die uns zur Verfügung gestellte blaue Version kommt mit einer angenehm schimmernden, matten Kunststoffrückseite. Erhältlich ist das Smartphone aber auch in einer pastellgelben Farbvariante, die mit einer Rückseite aus veganem Leder kommt – dieses weiche und modische Material haben wir unter anderem schon beim Motorola Edge 40 Neo (Testbericht) erlebt und gemocht.
Das graue Motorola-Logo ist auf der Rückseite neben dem vergleichsweise kompakten Kamera-Modul das einzige Gestaltungselement. Der Plastikrahmen ist hellblau, fast schon silbern, die Displayränder auf der Vorderseite sind in der Breite noch in Ordnung. Das Smartphone misst 161,5 mm in der Höhe und 73,8 mm in der Breite und ist damit angenehm kompakt. Mit seinen 8 mm Dicke und dem Gewicht von 177 g ist das Gerät ein schlankes Leichtgewicht. Wie immer bei Motorola konnten wir auch beim Moto G14 keinerlei Verarbeitungsmängel herstellen – bei diesem Preis ist das nicht selbstverständlich.
Tatsächlich besitzt das Moto G14 eine IP-Zertifizierung, die es dem Moto G34 (Testbericht) voraus hat. Mit IP52 ist es aber lediglich gegen Staub und senkrechtes Tropfwasser geschützt.
Die Anzeige des Moto G14 ist definitiv einer der Pluspunkte am Gerät. Es handelt sich um ein 6,5 Zoll großes LCD, das mit 2400 × 1200 Pixel in Full HD+ auflöst – für diese Preisklasse außerordentlich viel, hier ist eher HD-Auflösung (1280 × 720 Pixel) die Norm. Einziger Wermutstropfen des sonst tollen Displays ist die Bildwiederholrate von „nur“ 60 Hertz. Ist man hier flottere Anzeigen gewohnt, kommt einem die Bedienung so doch etwas zäher vor. Ehrlicherweise sind mehr als 60 Hertz für um die 100 Euro aber ebenfalls beileibe keine Selbstverständlichkeit.
Auf allen anderen Ebenen überzeugt uns das Display. Die Farbdarstellung ist sehr gut, die Kontraste ebenso, instabile Blickwinkel gab es im Test keine. Die Helligkeit ist mit rund 500 cd/m² in dieser Preisklasse voll im Rahmen und sogar etwas heller als der Durchschnitt.
Im Moto G14 verbaut der Hersteller eine Hauptkamera, die mit 50 Megapixel auflöst und eine Blende von f/1.8 hat, sowie eine Makrokamera mit 2 Megapixel. Die Aufnahmen mit der Hauptkamera sind im besten Fall okay, in den meisten Fällen aber eher mäßig. Den Fotos mangelt es an vielen Stellen an Detailliertheit, was in den meisten Fällen aber nicht so gravierend ist. Schlimmer finden wir die Farbdarstellung. Selbst bei hellem Tageslicht wirkt diese in vielen Fällen verwaschen und unrealistisch bleich, der Himmel wird hingegen oft übersättigt. Bei Nacht sind die Aufnahmen selten zu gebrauchen. Die Frontkamera löst mit acht Megapixel auf und macht ebenso passable Fotos. Videoaufnahmen sind mit maximal 1080p bei 30 FPS möglich.
Als Prozessor greift der Hersteller beim Moto G14 auf einen Unisoc Tiger T616 zurück – für Smartphones insgesamt eine eher unübliche Wahl, in dieser Preisklasse aber legitim. Der im 12-nm-Verfahren gefertigte Chip ist zwar schon rund fünf Jahre alt, liefert für Budget-Smartphones aber auch heute noch ausreichend Leistung. Beim Benchmark PCmark Work 3.0 kommen wir mit dem Moto G14 auf einen soliden Wert von 8000 Punkten.
Der Grafik-Benchmark Wild Life von 3Dmark zeigt die Schwächen des alten Prozessors, denn dort erreicht das Smartphone nur 500 Punkte. Im Alltag bedeutet das: Einfache Aufgaben und stellenweise auch Multitasking sind in jedem Fall weitgehend ruckelfrei drin, Spiele mit erhöhten Systemanforderungen (insbesondere 3D-Spiele) nicht so sehr. Für den Preis ist auch das vollkommen in Ordnung, sogar etwas mehr als das. Es stehen 4 GB Arbeitsspeicher und wahlweise 128 oder 256 GB interner Speicher zur Verfügung.
Auch die restliche Smartphone-Ausstattung lässt sich beim Moto G14 sehen: Wir erhalten hier Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac), Bluetooth 5.0 mit LE-Support, GPS mit GLONASS sowie NFC zum kontaktlosen Bezahlen. Ansonsten gibt es sogar noch einen klassischen Kopfhöreranschluss, der im Zusammenspiel mit kabelgebundenen Kopfhörern als Antenne für die UKW-Radio-Funktion dient.
Der integrierte USB-C-Port ist mit dem USB-2.0-Standard langsam – das ist bei diesem Preis aber völlig erwartbar. Super, dass Motorola sich um Unterstützung für Widevine L1 gekümmert hat – das ermöglicht den Nutzern, Videos in hoher Auflösung problemlos zu streamen. Speziell dieses Feature fehlt bei vielen günstigen Smartphones. Lobenswert sind auch die Stereo-Lautsprecher, die einen zufriedenstellenden Klang liefern. Der Fingerabdrucksensor im Power-Button arbeitet zuverlässig ohne Zögern.
Aktuell ist auf dem Gerät noch beinahe reines, Motorola-angehauchtes Android 13 installiert. Ein Update auf Android 14 wurde zum Release versprochen und sollte im Laufe des Jahres folgen. Der Sicherheitspatch ist recht aktuell. Das Gerät erhält laut Support-Webseite des Herstellers noch bis August 2026 Sicherheitspatches, wobei ein Update mindestens alle zwei Monate eintreffen soll.
Ein Highlight des Moto G14 ist die Akkulaufzeit. Die verbaute 5000 mAh große Lithium-Ionen-Zelle bringt genug Ausdauer mit, um dem Smartphone im PCmark Battery Test eine Laufzeit von satten 13 Stunden zu ermöglichen. Das ist nicht nur in dieser Preisklasse, sondern generell überragend und bedeutet, dass das Smartphone bis zu zwei Tage bei moderater Nutzung durchhält, ohne ans Stromnetz angeschlossen werden zu müssen. Die Schattenseite ist, dass der Ladevorgang je nach verwendetem Netzteil bis zu 2,5 Stunden dauern kann. Im Lieferumfang liegt dem Smartphone ein 10-Watt-Netzteil bei, obwohl Ladegeschwindigkeiten bis zu 15 Watt unterstützt werden.
Das Moto G14 ist in den Farben Gelb, Grau und Blau erhältlich. Für die Speicherkonfiguration mit 4/128 GB müssen Kunden 99 Euro aufbringen, für die Variante mit 4/256 GB werden hingegen 149 Euro fällig.
Aktuell die bessere Wahl aus gleichem Haus ist das Motorola Moto G34 (Testbericht) mit 120-Hertz-Display, das es bereits ab 96 Euro bei Ebay gibt (Code: POWEREBAY8). Weitere preiswerte Alternativen sind das Nokia G22 (Testbericht) oder Motorola Moto G73 5G (Testbericht) sowie Oukitel C50 (Testbericht).
Das Moto G14 ist ein sehr gut abgerundetes Einsteiger-Smartphone, das sich als Gesamtpaket vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Der Hersteller hat mit Erfolg abgewogen, welche Einsparungen am wenigsten schmerzen – in diesem Fall die Bildwiederholrate des Displays, bei der Kamera oder beim mitgelieferten Netzteil. In puncto Leistung, Bildschirmqualität, Ausstattung und Akkulaufzeit hat Motorola wohl alles aus den 100 Euro herausgeholt, was herausgeholt werden kann. Das Gerät ist für budgetorientierte Kunden, die nach einem soliden Alltagsgerät suchen, eine klare Empfehlung.
Weitere Smartphone-Alternativen zeigen wir in den Bestenlisten:
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